Überarbeitung vorhandener Security-Systeme


Studie: Sicherheitsverantwortliche und Management reden zu wenig miteinander
29 Prozent der Studienteilnehmer würden die vorhandenen Security-Systeme ihrer Unternehmen komplett überarbeiten

(06.08.14) - Websense und das Ponemon Institute haben eine Sicherheitsstudie vorgestellt. Sie offenbart erhebliche Mängel in der Kommunikation zwischen Sicherheitsverantwortlichen und Management. Außerdem herrscht große Unzufriedenheit mit den vorhandenen Security-Systemen. Für die von Websense in Auftrag gegebene Untersuchung "Roadblocks, Refresh, & Raising the Human Security IQ" hat das Ponemon Institute weltweit rund 5.000 Verantwortliche für IT-Security in 15 Ländern befragt, darunter England, Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Schweden und die USA.

Nachfolgend sind die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

Kommunikationsmängel zwischen Sicherheitsverantwortlichen und Führungskräften:

>> 31 Prozent der für Security zuständigen Teams sprechen nie mit dem Management über Cyber-Sicherheit;

>> Von denjenigen, die es doch tun, führen fast ein Viertel (23 Prozent) solche Gespräche nur einmal im Jahr und weitere 19 Prozent nur einmal pro Halbjahr. Lediglich 11 Prozent sprechen vierteljährlich mit ihrem Management und gerade einmal 1 Prozent tut dies wöchentlich.

Security-Teams wünschen sich komplette Aktualisierung der Sicherheits-Systeme:

>> 29 Prozent der Studienteilnehmer würden die vorhandenen Security-Systeme ihrer Unternehmen komplett überarbeiten wenn sie die nötigen Ressourcen und Möglichkeiten dazu hätten;

>> Mit 47 Prozent ist fast die Hälfte der Befragten regelmäßig über das Schutz-Level enttäuscht, das erworbene Sicherheits-Lösungen am Ende tatsächlich bieten. Lediglich 12 Prozent sind mit ihren Security-Systemen zufrieden;

>> 56 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass ein Fall von Datendiebstahl im Unternehmen zu einem Wechsel des Sicherheitsanbieters führen würde;

>> Advanced Persistent Threats und Daten-Exfiltration werden von den Sicherheitsverantwortlichen als größte Bedrohungen gesehen;

>> 49 Prozent der Befragten gaben an, in den nächsten zwölf Monaten signifikante Investitionen und Anpassungen für ihre Verteidigungsmaßnahmen zu planen.

Sicherheits-Know-how der Mitarbeiter wird zu wenig gefördert:

>> Nur 38 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Unternehmen ausreichend in Personal und Technologien investieren, um die avisierten Cyber-Security-Ziele zu erreichen;

>> 52 Prozent der Unternehmen bieten keine entsprechenden Schulungen für ihre Mitarbeiter an;

>> Weniger als die Hälfte der befragten Sicherheitsverantwortlichen (42 Prozent) haben im Rahmen ihrer derzeitigen Position einen Threat-Modelling-Prozess durchgeführt. Die große Mehrheit dieser Gruppe (94 Prozent) fand dies für den Umgang mit Cyber-Risiken wichtig;

>> Unter den Ereignissen, die nach Ansicht der Studienteilnehmer das Management ihres Unternehmens dazu bringen würden, mehr Mittel für Security-Initiativen bereitzustellen, nehmen folgende Fälle die Spitzenplätze ein: Verlust von geistigem Eigentum (67 Prozent), Diebstahl von Kundendaten (53 Prozent) und Umsatzeinbußen durch Systemausfälle (49 Prozent).

"Die globale Untersuchung des Ponemon Institute zeigt mangelnde Kommunikation, fehlendes Know-how und unzulängliche Systeme bei der Abwehr von Cyber-Bedrohungen. Das ermöglicht Kriminellen auf der ganzen Welt, Unternehmen erfolgreich zu attackieren", sagt Michael Rudrich, Regional Director Central Europe & Eastern Europe bei Websense in München. "Es ist nicht überraschend, dass viele Sicherheitsverantwortliche von ihren Security-Lösungen enttäuscht sind. Sie nutzen häufig noch Altsysteme, die nicht in der Lage sind, die Ablaufkette moderner Datendiebstahl-Angriffe zu unterbrechen." (Websense: ra)

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Meldungen: Studien

Phishing zeigt hohe Erfolgsrate

Die Software-Bewertungsplattform Capterra veröffentlicht eine Studie zur IT-Sicherheit und zeigt, wie sich die Lage der Cyberbedrohungen im Jahr 2023 entwickelte. Im Rahmen der Studie wurden 1.314 Mitarbeitende dazu befragt, wie Unternehmen auf Cyberbedrohungen reagieren und wie sie ihre Abwehrfähigkeit stärken.

Wachstum für Crowdsourced Security

Bugcrowd veröffentlichte ihren jährlichen "Inside the Platform: Bugcrowd’s Vulnerability Trends Report". Der Bericht beschreibt die Arten von Schwachstellen, die laut globalen Hackern derzeit auf dem Vormarsch sind. Er dokumentiert zudem die stetige zunehmende Nutzung öffentlicher Crowdsourced-Programme aufgrund des wachsenden Bewusstseins und der Akzeptanz für Crowdsourced-Sicherheitsstrategien.

Verlagerung der Taktik in Richtung Erpressung

Das "Unit 42"-Team von Palo Alto Networks hat einen neuen Forschungsbericht über die Ransomware-Bande Medusa veröffentlicht, in der die Taktiken, Tools und Verfahren der Bedrohungsakteure aufgedeckt werden.

KI hat Potenzial, das Leben von IT-Experten zu verändern

Obwohl Künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2023 neue Dimensionen erreichte, gibt laut einer neuen Studie von SolarWinds nur ein Fünftel (22 Prozent) der befragten IT-Experten an, die Funktionsweise von KI-Tools vollständig zu verstehen. Die Studie, die auf einer Umfrage unter 267 IT-Experten basiert, zeigt, dass dieses mangelnde Verständnis zu einer Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der Realität bei der Nutzung von KI-Tools führen könnte.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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