Wie sich Banken besser schützen können

Finanzinstitute – ein besonders attraktiver Markt für Cyberverbrechen

VMware Banken-Report zeigt: Raffinesse und Hartnäckigkeit der Cyberangriffe nimmt zu



Der aktuelle Banken-Report "Modern Bank Heists" des Software-Unternehmens VMware belegt die wachsende Raffinesse, Hartnäckigkeit und Grausamkeit der Cyberkriminalität. Besonders im Jahr 2020, als der Fokus auf der Bekämpfung der COVID-19 Pandemie lag, wurden die Cyberkriminellen weltweit enorm aktiv. Bei der Untersuchung wurden das vierte Jahr in Folge führende CISOs und Sicherheitsverantwortlichen der Finanzbranche befragt. Unter den weltweit 126 befragten Sicherheitsverantwortlichen stammen 28 Prozent aus Europa.

"Der Finanzsektor ist im Visier der Cybercrime-Kartelle und Nationalstaaten. Es ist notwendig zu erkennen, dass sich die Spielregeln geändert haben. Der bloße Überweisungsbetrug ist nicht mehr das oberste Ziel der Kriminellen. Es geht ihnen viel mehr darum, das digitale Herz eines Finanzinstituts zu kapern. Finanzinstitute müssen proaktiver agieren und die bestehende Security Strategie neu ausrichten – Teamarbeit ist für die Organisation und für das Produktportfolio notwendig", so Thomas Herrguth, Director Financial Services, VMware Germany.

Zentrale Studienergebnisse:

>> 57 Prozent der befragten Finanzinstitute haben vermehrt Überweisungsbetrug festgestellt. Ob durch MiTM (Man-in-the-Middle-Angriff), böswillige Mitarbeiter oder Phishing.

>> 54 Prozent erlebten destruktive Angriff, ein Anstieg von 118 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

>> 41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Anstieg der Übernahme von Brokerage-Konten registrierten.

>> 38 Prozent der befragten Finanzinstitute verzeichneten einen Anstieg von Insel-Hopping, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber 2020 darstellt. Ziel von Inselhopping-Angriffen ist es, sich die digitale Transformation des Finanzinstituts anzueignen und diese zu nutzen, um Angriffe auf ihre Kunden zu starten.

>> 51 Prozent der befragten Finanzinstitute erlebten Angriffe, die gezielt auf Marktstrategien abzielten. Cyber-Kriminelle zielen mittlerweile auf das wertvollste Gut einer Bank, nämlich vertrauliche Marktinformationen ab. Durch das Hacken des Laptops eines Portfoliomanagers beispielsweise können Cyber-Kriminelle wichtige und streng vertrauliche Informationen abschöpfen, indem sie Zugang zu Informationen, die Insiderhandel und Front-Running erleichtern, erhalten.

>> 41 Prozent der befragten Finanzinstitute beobachteten die Manipulation von so genannten digitalen Zeitstempeln. Zeit ist ein grundlegendes Element im Finanzwesen. Durch die Veränderung der Zeitangaben verändert sich mitunter auch der Wert von Kapital und es entsteht ein absolutes Chaos.

Höhere Investitionen in Cybersecurity nötig

Die Notwendigkeit der Investition in die Cybersecurity nehmen auch die befragten Finanzinstitute wahr. Laut der Umfrage planen 82 Prozent, ihr Budget um zehn bis 20 Prozent zu erhöhen. Die Investitionsprioritäten umfassen demzufolge:

>> Erweiterte Erkennung und Reaktion (XDR) (24 Prozent)

>> Bedrohungsanalyse (23 Prozent)

>> Workload-Sicherheit (21 Prozent)

>> Container-Sicherheit (18 Prozent)

>> 48 Prozent der befragten Finanzinstitute führen wöchentliche Threat Huntings durch. Moderne Programme zur Bedrohungsanalyse sind so aufgebaut, dass sie proaktiv, kontextabhängig und intelligenzgesteuert sind, wobei der Mensch durch Automatisierung unterstützt wird.

Intelligente Automatisierung und proaktive Kontext-Analysen sorgen für hohe Sicherheit

Neue, ausgeklügelte Bedrohungen lassen sich nicht von Legacy-Lösungen aufhalten, da immer mehr gute Prozesse und Standard-Ports benutzt werden, um Angriffe durchzuführen. Deshalb ist wichtiger denn je, verhaltensbasierte Ansätze für die Abwehr, Erkennung und Reaktion zu implementieren. Proaktives Threat Hunting fördert den Kontext von Applikationen und Daten besser zu verstehen, um gemeinsam in der Organisation bessere Kontrollen zu definieren.

Die vollständige VMware-Studie Modern Bank Heists bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Angriffstrends, wie Inselhopping, die Übernahme von Brokerage-Konten, die Manipulation von Zeitstempeln und Angriffe auf Marktstrategien.

(VMware: ra)

eingetragen: 31.05.21
Newsletterlauf: 13.08.21

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Meldungen: Studien

Datenschutz-Budgets verdoppelt, KI wird zunehmend wichtig

Nur 43 Prozent der IT-Nutzer glauben, dass sie ihre persönlichen Daten schützen können – 57 Prozent sehen sich dazu nicht in der Lage. Im globalen Consumer Privacy Ranking hinkt Deutschland im weltweiten Vergleich hinterher. Das ergab der Cisco Consumer Privacy Survey 2022.

Phishing-Testbericht bestätigt Business E-Mail-Trend

KnowBe4 veröffentlichte die Ergebnisse der Phishing-Berichte für das gesamte Jahr 2022 und das Q4 2022. Sie umfassen die in Phishing-Tests am häufigsten angeklickten E-Mail-Betreffzeilen, die wichtigsten Angriffsvektor-Typen, die beliebtesten Feiertags-Phishing-E-Mail-Betreffzeilen und weitere aufschlussreiche Informationen.

Drei Viertel von Cyberkriminalität betroffen

Schadsoftware, Betrug beim Online-Shopping oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken – drei von vier Internetnutzerinnen und Internetnutzern (75 Prozent) waren in 2022 von Cyberkriminalität betroffen. 22 Prozent geben an, keine solchen Erfahrungen gemacht zu haben, 3 Prozent wollten dazu keine Angaben machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.014 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die das Internet nutzen. Im Vorjahr hatten 21 Prozent angegeben, nicht von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein, 2020 waren es noch 34 Prozent, 2019 sogar 40 Prozent.

Schutz vor Cyberangriffen auf die Lieferkette

Die Hauptgründe für die Implementierung von Cyberschutzmaßnahmen in Unternehmen in Deutschland haben wenig damit zu tun, was IT-Entscheider im Falle eines Angriffs tatsächlich befürchten. Das geht aus einer aktuellen Kaspersky-Umfrage hervor. Während die meisten Entscheider Cybersicherheitsmaßnahmen wählen, um ihre Daten und Kunden zu schützen sowie die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, vernachlässigen viele ihr Bauchgefühl, das sich vor allem um finanzielle Schäden, Reputationsverlust sowie den Verlust von Kundenvertrauen als mögliche Auswirkungen eines erfolgreichen Cyberangriffs sorgt.

Psychische Auswirkungen von Ransomware-Angriffen

Die Spezialistin für Informationssicherheit Northwave hat die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen untersucht, die an der Entschärfung der Attacken beteiligt sind. Die Ergebnisse zeigen, welch tiefe Spuren eine solche Krise bei allen Betroffenen hinterlässt. Das umfassende Whitepaper mit den Forschungsergebnissen und wichtigen Do's & Dont's ist jetzt verfügbar. "Die Untersuchung belegt, dass die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen in den betroffenen Unternehmen sehr lange anhalten können", so Eileen Walther, Country Manager Northwave Deutschland. "Wie die Ergebnisse zeigen, kann es sein, dass die Mitglieder der Krisenteams erst wesentlich später ernsthafte Symptome entwickeln. Die Unternehmensleitung und die Personalabteilung müssen dem entgegensteuern, und zwar schon zu Beginn der Krise. Schließlich tragen sie die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter."

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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