Angriffsmöglichkeit für Cyberkriminelle

Persönliche Fotos und Videos auf Social Media machen anfällig für Cyberangriffe

Übermäßiges Teilen in den sozialen Medien gefährdet Privatpersonen wie Unternehmen gleichermaßen



Viele haben die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sicherlich genutzt, um sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen und sie gemeinsam mit der Familie und Freunden zu genießen. Zu solchen Anlässen werden meist viele Fotos und Videos gemacht, um die Erinnerungen festzuhalten. Diese werden anschließend oft in den sozialen Medien geteilt. Aber Vorsicht: Solche Posts bieten eine Angriffsmöglichkeit für Cyberkriminelle.

Die Cybersicherheitsexperten bei Mimecast warnen deshalb erneut davor, bedenkenlos persönliche Details auf Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram zu teilen, da diese Informationen Cyberkriminellen Munition für ihre Angriffe liefern. Auch die Grenze zwischen Privat- und Geschäftswelt verschwimmt immer mehr. Beiträge auf geschäftsorientierten Websites wie LinkedIn werden immer "sozialer", und Mitarbeitende und Unternehmen geben leicht ungewollt sensible geschäftliche und persönliche Informationen preis.

Die Bewaffnung mit persönlichen Daten

Die Neigung vieler Menschen, jedes Detail aus dem Privat- und Berufsleben online zu teilen, kann schnell zu unbeabsichtigten Schwachstellen in persönlichen oder geschäftlichen Konten führen. So passiert es, dass durch das Posten eines Fotos auch Informationen offenkundig werden, die Cyberkriminelle für ihre Zwecke benutzen können und anderswo nur schwer finden würden. Dazu gehören beispielsweise der Wohnort, das Geburtsdatum, der Beruf, die Arbeitsstelle, spezielle Hobbys oder wann und wohin jemand in den Urlaub fährt.

Je mehr persönliche Informationen Menschen auf öffentlichen Plattformen preisgeben, desto einfacher wird es für Cyberkriminelle, Profile ihrer potenziellen Opfer zu erstellen, die zur Entwicklung und Durchführung ausgeklügelter Social-Engineering- und anderer Arten von Cyberangriffen verwendet werden. Solche Angriffe können nicht nur die persönliche Cybersicherheit einer Person, ihrer unmittelbaren Familie und ihrer Freunde gefährden, sondern auch die ihres Arbeitgebers. Der aktuelle State of Email Security Report von Mimecast unterstreicht dies: Fast die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen gab an, eine Gefährdung durch unvorsichtige Mitarbeitende zu befürchten.

Online-Dauerhaftigkeit und ‚Sharenting‘

Eine der großen Gefahren des Online-Austauschs von Informationen besteht darin, dass etwas, sobald es in digitaler Form vorliegt, praktisch für immer abrufbar ist und sich weitgehend der eigenen Kontrolle entzieht. Das macht es wahrscheinlicher, dass geteilte sensible Daten irgendwann in die falschen Hände geraten.

Ein besonderer Trend der letzten Jahre birgt zusätzliche Risiken: das sogenannte ‚Sharenting‘, bei dem Eltern Fotos und andere Details über ihre Kinder online teilen. Cyberkriminelle können diese Informationen sammeln und später ausnutzen. Dies kann Kinder auf Jahre hinaus in Gefahr bringen. Studien gehen davon aus, dass bis 2030 fast zwei Drittel aller Fälle von Identitätsbetrug, die Kinder betreffen, auf Sharenting zurückzuführen sein werden.

"Übermäßiges Teilen von privaten Details gefährdet im schlimmsten Fall nicht nur das Familien-Umfeld. Es kann Cyberkriminellen auch Insider-Einblicke in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen geben. Fotos vom eigenen Kind, das begeistert das Büro eines Elternteils erkundet, ist hier nur ein Beispiel von vielen", so Dr. Francis Gaffney, Senior Director Threat Intelligence Engineering bei Mimecast. "Unternehmen sollten daher regelmäßigen und fortlaufenden Schulungen zum Cyber-Bewusstsein hoch oben auf die Prioritätenliste setzen, um ihre Mitarbeitenden für potentiell riskantes Online-Verhalten zu sensibilisieren. Der Faktor Mensch darf nicht die letzte kritische Schwachstelle in der Sicherheitsstruktur von ansonsten gut gerüsteten Organisationen bleiben." (Mimecast: ra)

eingetragen: 26.01.23
Newsletterlauf: 22.03.23

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Meldungen: Hintergrund

USB-Malware-Verbreitung

Die längst verstaubt geglaubte Masche des "Ich lasse mal einen USB-Stick mit Schadsoftware auf Parkplätzen zum Mitnehmen herumliegen" wurde doch tatsächlich noch einmal aus der Cybercrime-Kiste geholt. Der bekannte Wurm PlugX tauchte in Nigeria, Ghana, Simbabwe und der Mongolei in einer neuen Variante auf.

Die Angriffe sind raffiniert ausgeführt

Cisco Talos hat eine neue Gruppe von Cyberkriminellen entdeckt und ihr den Namen "YoroTrooper" gegeben. Sie hat seit mindestens Juni 2022 mehrere erfolgreiche Spionagekampagnen durchgeführt. Unter anderem konnte YoroTrooper bereits zwei internationale Organisationen kompromittieren: eine kritische Gesundheitseinrichtung der Europäischen Union (EU) und die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO).

Gefälschte Version der KI-Software ChatGPT

Die KI-Software ChatGPT von Open AI ist momentan in aller Munde. Doch nicht nur bei Nutzern erfreut sich der Chatbot großer Beliebtheit. Auch Cyberkriminelle haben nun ihre Chance erkannt, mit einer Fake-Version des Chatbots an persönliche Daten und sogar das Geld der Nutzer zu gelangen – auch in Deutschland.

Offiziellen OpenAI-Konten zum Verwechseln ähnlich

In Zusammenarbeit mit der QGroup beobachtete und analysierte SentinelLabs eine Bedrohungsaktivität, die als WIP26 bezeichnet wird. Der Bedrohungsakteur, der hinter WIP26 steht, hat es auf Telekommunikationsanbieter im Nahen Osten abgesehen. WIP26 zeichnet sich durch den Missbrauch öffentlicher Cloud-Infrastruktur aus - Microsoft 365 Mail, Microsoft Azure, Google Firebase und Dropbox - für die Verbreitung von Malware, die Datenexfiltration und C2-Zwecke.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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