Ausgeklügelte Angriffe leichter erkennen

Mehrstufige Ransomware-Angriffe nehmen 2021 an Regelmäßigkeit zu

Krankenhäuser, Banken und kritische Infrastrukturen sind stärker gefährdet, aber betroffen sind viele Branchen



Von Israel Barak, Cybereason

2020 beobachtete Cybereason weiterhin durchweg weniger Ransomware-Stämme in allen Netzwerken. Die allerdings erzielten deutlich höhere Gewinne. Hacker erreichen das vor allem durch ein gezieltes, mehrstufiges Vorgehen, um von jedem einzelnen Opfer mehr Lösegeld zu kassieren. 2021 rechnen wir mit einem Anstieg bei mehrstufiger Ransomware, eingebettet in Hacking-Operationen. Krankenhäuser, Banken und kritische Infrastrukturen sind stärker gefährdet, aber betroffen sind viele Branchen. Erst nachdem Hacker eine Ransomware auf jedem Computer in einem Netzwerk platziert haben und weitere Angriffsstufen abgeschlossen sind, (wie z. B. Datendiebstahl, der Diebstahl von Benutzerpasswörtern und die Ausbreitung im Netzwerk), wird die Ransomware auf allen kompromittierten Endpunkten aktiviert.

Die gute Nachricht: Wer über einen schnellen Detection- und Response-Prozess verfügt, erkennt den Angriff in seinen frühen Stadien und kann effektiv reagieren, bevor die Ransomware in der Umgebung Schaden anrichtet. Damit das gelingt, muss ein Unternehmen in erster Linie die Zeit minimieren, die es braucht, um auf Bedrohungen zu reagieren. Das erreicht man am besten durch Threat Hunting Services, die rund um die Uhr arbeiten.

Unter diesen veränderten Bedingungen reicht es nicht mehr aus, Resilienz und Sicherheit erst nachträglich in Betracht zu ziehen. Netzwerke der nächsten Generation sollten schon mit dieser Prämisse aufgebaut werden. Bei der Konzeption und im laufenden Betrieb sollte man auch berücksichtigen, welche Sicherheitsbedrohungen in den kommenden Monaten und Jahren vermutlich an der Tagesordnung sein werden.

Darüber hinaus sollten Unternehmen mit Experten zusammenarbeiten, die über ein umfangreiches Wissen zu Cyber-Bedrohungen verfügen. Öffentlicher und privater Sektor sollten eng kooperieren, wenn es darum geht, die Netzwerke von Banken, Krankenhäusern, Energieversorgern, der Luftfahrtindustrie und anderer kritischer Infrastrukturen wirksam zu schützen.

Und schließlich: Testen, testen, testen. Übungen, bei denen ein Red und ein Blue Team verschiedene Szenarien durchspielen und in Echtzeit darauf reagieren, geben wertvolle Hinweise für den Ernstfall, und sie unterstützen Führungskräfte dabei, den Stellenwert von Cybersicherheit wirklich zu verstehen.

Branchentrends

XDR: Eine Zukunft mit Extended Detection and Response

Von Yonatan Striem-Amit, Chief Technology Officer und Mitgründer, Cybereason

Wir sind in einer "neuen Welt", in der aktuellen Umfragen zufolge 2021 fast die Hälfte der Arbeitgeber beabsichtigen, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, dauerhaft von zu Hause aus zu arbeiten. Mitarbeiter brauchen dann überall und jederzeit Zugriff auf das Unternehmensnetz, während gleichzeitig die Zahl und Komplexität von Cyberangriffen zunimmt.

Setzt Ihr Unternehmen Technologien ein, um korrelierte Angriffe auf sämtliche Benutzer, Geräte und Endpunkte in Ihrem Netzwerk zu stoppen? Wenn Sie mit Nein antworten, dann wird 2021 vermutlich ein hartes Jahr für Sie werden. XDR sollte Unternehmen in die Lage versetzen, ausgeklügelte Angriffe leichter zu erkennen, zu korrelieren und zu beenden, wo immer sie im Netzwerk auftreten. Durch die Kombination von Endpunkttelemetrie und Verhaltensanalyse für XDR haben Sicherheitsteams die Möglichkeit, Benutzer und Assets weltweit zu schützen.

Die Suche nach der richtigen XDR-Lösung muss nicht zwangsläufig mühsam sein, wenn man weiß, wie sie aussehen soll. Sicherheit beginnt damit, zu verstehen, was es zu schützen gilt. Eine XDR-Lösung sollte es Analysten aller Qualifikationsstufen erlauben, sich schnell in die Details eines Angriffs zu vertiefen, ohne erst komplizierte Abfragen zu erstellen. XDR erweitert dann die herkömmlichen Detection- und Response-Optionen vom Endpunkt bis hin zu kritischen SaaS-Diensten, E-Mail- und Cloud-Infrastrukturen.

XDR-Lösungen sollten Transparenz schaffen und Korrelationen zwischen den Indicators of Compromise (IOCs) und den wichtigsten Indicators of Behavior (IOBs), also den subtileren Anzeichen für ein kompromittiertes Netzwerk, herstellen und zudem verdächtige Benutzerzugriffe und Insider-Bedrohungen identifizieren.

Analysten sollten den kompletten Angriffsverlauf sofort verstehen und Abhilfe schaffen können. Sei es durch das Beenden eines Prozesses, eine Quarantäne oder die Remote Shell eines Systems, die entweder automatisiert oder remote mit einem einfachen Klick durchgeführt erfolgen kann. Im Idealfall verfügt eine XDR-Lösung über Funktionen, mit denen sich Bedrohungen automatisch beheben lassen und zusätzlich über ein kontinuierliches Threat Hunting.

XDR ist ein vielversprechender Ansatz, der den Vorteil des Angreifers umkehren und den Verteidigern wieder die Oberhand verschaffen kann. Dazu dehnt man die Detection und Response auf das breitere IT-Ökosystem aus, das moderne Unternehmensumgebungen ausmacht. Diese Vereinheitlichung erlaubt es, Malops im gesamten IT-Stack, wie z.B. Endpunkt-, Netzwerk- und Cloud-Bereitstellungen, aufzudecken.

Die Trends auf Seiten der Verteidiger

Von Sam Curry, Chief Security Officer, Cybereason

Ein Jahr mehr und noch mehr Gejammer über noch mehr Datenschutzverletzungen. Ein Ende ist nicht in Sicht, obwohl wir mehr Absolventen in der Branche haben als je zuvor. Wir können allerdings mehr tun, um Talente aus anderen Quellen zu rekrutieren. Der Trend zur Diversität hat gerade erst begonnen: Wir brauchen mehr Frauen, mehr Transgender, mehr Neurodiverse, mehr von allen. Wir wollen die talentiertesten Mitarbeiter*innen, und wir müssen gewährleisten, dass, egal wo sie sind, egal welchen Hintergrund sie haben, eine Chance bekommen, bei uns mitzuarbeiten.

Wir können mehr tun, um den Stand der Technik voranzutreiben, Lehrpläne zu verbessern und andere aktiv zu ermutigen. Wir können und sollten hier nicht moralisch werden, aber darin liegt auch ein Wettbewerbsvorteil. Der Gegner ist divers, warum sollten wir das nicht auch sein? In der Diversität liegen Flexibilität, Optionen und Perspektiven.

Der Schlüssel zum Erfolg: im Cyberspace bekommt jeder eine Chance, wenn er es denn will – oder vielleicht will. In gewisser Weise müssen wir agiler werden. Dafür plädieren wir seit Jahren, gerade beim Thema Sicherheit. Jetzt müssen wir agiler darin werden, wie wir uns anpassen und weiterentwickeln. Warum keine Retrospektive wie es gelaufen ist? Warum kein Sprint mit dem Ziel Diversität? Wenn wir unsere technischen Altlasten und Schulden in Sachen Sicherheit abbauen, warum sollten wir beim Mangel an geeigneten Fachkräften nicht genauso verfahren? Das sollten wir 2021 angehen!

Wichtige Erkenntnisse

Wir haben IoT aus den Unternehmen verbannt. Wer hätte gedacht, dass jetzt die Unternehmen zum IoT kommen! Der neue Adressraum eines Unternehmens sind Consumer-ISPs, und die bösen Jungs wissen das. 2021 werden alte Exploits zurückkehren, veraltete Drucker und Router angreifen, und die DLP-Techniken umfunktionieren, um die Welt rund um kompromittierte Endpunkte und Bots herum zu erkunden. Das Schlimmste ist allerdings, dass die Allgegenwart des IoT bei einer schlecht gesicherten Haus-Automatisierung beginnt.

Die dunkle Seite war nicht untätig. Sie kann sich die Standard-Voice-to-Text-Funktion zunutze machen, um IP-Stacks in Privathaushalten zu kompromittieren und Informationen zu sammeln und ausgerüstet mit den besten Kameras und Mikrofonen, Speichern und Zugangsmöglichkeiten das Opfer auszuspionieren. Es ist an der Zeit, dass jemand ein Unternehmen gründet, das Support, Pflege, Sicherheit und vielleicht sogar Datenschutz auf IT-Level in die Haushalte bringt.

Wenn Unternehmen Zehntausende für Mitarbeiter zahlen, die in einem Büro sitzen, werden sie dann vielleicht eines Tages die Häuser der Mitarbeiter durch Outsourcing-Verträge zu einem Bruchteil der Kosten subventionieren und schützen, damit wir alle sicher und produktiv arbeiten können?

2021 wird es um "Arbeit von überall aus" gehen, ein ziemlich bewegliches Ziel für Sicherheitsexperten und Datenschutzfachleute. Wir müssen begreifen, dass sich auch der Gegner in eine neue Normalität bewegt. Vielleicht hat er derzeit noch keine Möglichkeit gefunden, alle Schwächen oder auch nur eine bestimmte Schwäche auszunutzen. Auch Cyberkriminelle konzentrieren sich erst Mal auf die naheliegenden Ziele. Was aber nicht heißt, dass sie nicht gleichzeitig in Forschung und Entwicklung investieren, um neuartige Angriffe speziell für die häusliche Umgebung zu konzipieren.

Bedrohungsakteure kaufen vielleicht Tools von anderen Cyberkriminellen, durchforsten bestehende Botnetze, um herauszufinden, welche IP-Adresse auf den bereits kompromittierten Geräten vorhanden ist, oder sie greifen Hausautomation, Drucker und Router an, nachdem sie IP-Adressen und digitale Standorte der Ziele trianguliert haben. Im kommenden Jahr wird es für die bösen Jungs das A und O sein, in neue Dimensionen der technischen Diversität vorzustoßen und innovative Angriffsvektoren zu entwickeln.

Es gab einmal eine Zeit, da ließen Hacker sich in übersichtliche Verhaltenskategorien einteilen, je nach Motivation oder Ziel. Zumindest wirkte es so. Im Laufe der Zeit waren die Kategorien dann nicht mehr ganz so zutreffend: Nationalstaaten wie Nordkorea hacken aus Profitgründen, um mit Wirtschaftssanktionen fertig zu werden, Cyberkriminelle vermieten ihre Dienste an alle möglichen Abnehmer und inzwischen bedienen sich auch Nationalstaaten bei Tools wie Ransomware. Um die Sache noch ein bisschen komplizierter zu machen, veröffentlichen Nationalstaaten wie etwa der Iran Tools, um Backdoors in der Welt der Cyberkriminalität zu platzieren und für ein ordentliches Hintergrundrauschen zu sorgen, Beamte offensiver Behörden von China bis Russland arbeiten schwarz oder gehen in Rente, ohne die Möglichkeit einer Operation unter falscher Flagge auch nur in Betracht zu ziehen.

Ein klarer Modus Operandi ist immer noch möglich. Das Nettoergebnis unserer Betrachtung ist allerdings: Kategorisierungsschemata im Allgemeinen und Attribution im Speziellen sind aktuell wenig hilfreich. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Es ist ganz entscheidend sich auf alle Arten von potenziellen Angreifern vorzubereiten und blinde Flecken so weit als möglich zu vermeiden. Denn dadurch entsteht ein falsches Gefühl der Sicherheit darüber, wer der Feind ist. (Cybereason: ra)

eingetragen: 21.02.21
Newsletterlauf: 30.03.21

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Meldungen: Unternehmen

Sicherheit für das Berechtigungsmanagement

BeyondTrust, Unternehmen für intelligenten Identitäts- und Zugriffsschutz, hat eine definitive Vereinbarung zum Erwerb des Sicherheitsunternehmens Entitle bekanntgegeben. Entitle hat eine innovative Privilege-Management-Lösung für den automatisierten Just-in-Time-Zugriff (JIT) und modernes Identity Governance and Administration (IGA) über den gesamten Cloud-Bestand hinweg entwickelt.

Bedeutung und Dringlichkeit der CRA-Konformität

Die Apache Software Foundation, die Blender Foundation, die OpenSSL Software Foundation, die PHP Foundation, die Python Software Foundation, die Rust Foundation und die Eclipse Foundation wollen zusammen an der Erstellung gemeinsamer Spezifikationen für die sichere Softwareentwicklung auf der Grundlage bewährter Open-Source-Prozesse arbeiten.

Unternehmen im Bereich Identitätsprüfung

Entrust, Anbieterin für Identitäts-, Zahlungs- und Datensicherheit, gibt den Abschluss der Übernahme von Onfido bekannt. Onfido ist ein Unternehmen im Bereich Identitätsprüfung. Mit der Übernahme bietet Entrust nun das branchenweit umfassendste Portfolio an KI-gestützten, identitätszentrierten Sicherheitslösungen.

Das kryptografische Rätsel der Quanten-Computer

Die potenzielle Einführung von Quanten-Computern, die in der Lage sind, herkömmliche asymmetrische Kryptografie zu knacken, stellt ein Risiko für die gesamte digitale Welt dar – und wird von Tag zu Tag wahrscheinlicher. Auf ihrer jährlichen Partnerkonferenz 2024 stellte Hewlett-Packard (HP) die weltweit ersten Business-PCs vor, deren Firmware vor Angriffen durch Quanten-Computer schützt.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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