Authentifizierung per Passwort soll aussterben

Apple schafft das Passwort ab – was Firmen jetzt tun müssen

Apple, Google und Microsoft erklärten im Mai gemeinsam, die Möglichkeit zur passwortfreien Anmeldung massiv ausbauen zu wollen



Auf der Apple Developers Conference hat der Tech-Konzern am 6. Juni 2022 verkündet: mittelfristig soll die heute im Internet noch allgegenwärtige Authentifizierung per Passwort aussterben. An ihre Stelle tritt, zunächst im Apple-Browser Safari, die passwortfreie Anmeldung mit dem sogenannten Passkey. Spätestens jetzt sollten sich Unternehmen, die Umsätze online erwirtschaften, Gedanken machen, wie sie ihre Geschäftsprozesse für diese Zukunft fit machen.

Damit setzt Apple ein wegweisendes Sicherheits-Upgrade in die Praxis um, für dessen Einführung man sich schon 2012 mit anderen Internet-Giganten wie Meta (ehemals Facebook) und Google sowie Hardware-Herstellern von Intel bis Qualcomm zur sogenannten FIDO-Alliance zusammengeschlossen hat. Zuletzt erklärten Apple, Google und Microsoft im Mai, die Möglichkeit zur passwortfreien Anmeldung massiv ausbauen zu wollen. Spätestens jetzt sollten sich Unternehmen, die Umsätze online erwirtschaften, Gedanken machen, wie sie ihre Geschäftsprozesse für diese Zukunft fit machen.

Apple setzt die Ziele der FIDO Alliance in Form einer "Passkey" getauften Lösung um. Diese basiert auf einer Kombination aus starker Verschlüsselung und Biometrie-Daten, wie sie von den Sensoren von Laptops oder mobilen Endgeräten erfasst werden. Zur Aktivierung der Funktion auf einer Website oder in einer App erstellen die Nutzer lediglich einmalig mittels Apples Gesichtserkennung FaceID oder dem Fingerabdruckscanner TouchID einen digitalen Autorisierungsschlüssel. Dieser Schlüssel ist ausschließlich für die jeweilige Website bzw. App gültig, für die er erstellt wurde. Neu ist, dass der Passkey über die iCloud Keychain an andere Geräte des Benutzers weitergegeben wird und so eine geräteübergreifende Autorisierung ermöglicht.

Apples Implementierung des passwortfreien Logins folgt damit den Zielen der FIDO Alliance. Die Strategie dahinter ist nicht auf Apples Produkt-Ökosystem beschränkt, sondern verwirklicht eine neue Stufe passwortfreier Authentifizierung, die unabhängig vom Endgerät, der Betriebssystemplattform und dem verwendeten Browser ist. Sie stellt darüber hinaus sicher, dass die digitalen Schlüssel geräteübergreifend sicher geteilt werden und den Nutzern so ohne erneute Anmelde-Prozedur auf allen Geräten zur Verfügung stehen. Da andere Mitglieder der FIDO Alliance wie Microsoft und Google das System ebenfalls unterstützen, ist mit einer raschen Verbreitung in den kommenden Jahren zu rechnen.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Ob es um den Zugang zum Mailingdienst, Cloudsoftware oder Banking- und E-Commerce-Accounts geht: Die passwortfreie Authentifizierung macht das Abfangen von Login-Daten unmöglich und bremst Datendiebe damit zuverlässig aus. Dass führende Hard- und Softwareanbieter bei der Umsetzung zusammenarbeiten, zeigt, was Gebot der Stunde ist: wo dies noch nicht geschehen ist, sollten Online-Dienstleister und -Händler ihre Login-Prozesse zukunftssicher machen und den Zugang ohne Passwort ermöglichen. Technologiekonzerne wie Apple, Google und Microsoft liefern standardmäßig die Lösung auf Enduser-Seite. Nun müssen die Unternehmen nachziehen und ihre Login-Systeme anpassen, damit die passwortlosen Sicherheitsfunktionen auch genutzt werden können.

Entsprechende Authentisierungs-Lösungen lassen sich ohne großen Aufwand als Out-of-the-Box-Integrationen in die bestehende Software-Architektur integrieren. Als Cloud-Lösungen bieten sie Unternehmen die Gewissheit, mit der Weiterentwicklung der FIDO-Sicherheitsstandards stets Schritt zu halten, ohne sich selbst um regelmäßige Updates der Authentisierungs-Komponenten kümmern zu müssen.

Cyber-Sicherheitslage bleibt angespannt

Der Grund für die anhaltenden Bemühungen der FIDO Alliance, Logins sicherer zu machen: zwar nutzen viele Menschen inzwischen lange, nichttriviale Passwörter – doch Hackern gelingt es immer wieder, diesen Sicherheitsmechanismus auszuhebeln. Mit Social-Engineering-Attacken wie Phishing verleiten sie User dazu, ihr Passwort auf einer vermeintlichen Unternehmens-Website oder gegenüber einem angeblichen Vorgesetzten preiszugeben. Tatsächlich lauern am anderen Ende der Kommunikationskette die Cyber-Kriminellen, die mit den gestohlenen Login-Daten Firmengeheimnisse ausspähen oder illegale Transaktionen tätigen. Vor solchen geschickten Angriffen kann kein noch so langes und komplexes Passwort schützen. (Nevis: ra)

eingetragen: 19.06.22
Newsletterlauf: 16.08.22

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Meldungen: Unternehmen

AV-Comparatives-Zertifizierung

Die Auswahl wirksamer und zuverlässiger Cybersicherheitsmaßnahmen ist von größter Bedeutung. AV-Comparatives, eine weltweit anerkannte unabhängige Prüforganisation, betont, dass die Integration von zertifizierten Cybersicherheitsprodukten in die Cybersecurity-Strategie von Unternehmen und Institutionen nicht nur eine Option, sondern eine entscheidende Notwendigkeit ist.

Cyber-Security-Gesamtangebot integrieren und ausbauen

Die Materna-Gruppe hat entscheidende Schritte unternommen, um ihre Führungsposition im sich rasch entwickelnden Cybersicherheitsmarkt zu stärken. Durch die Ernennung von Philipp Kleinmanns zum Geschäftsführer der Materna Radar Cyber Security Austria GmbH signalisiert das Unternehmen sein klares Bekenntnis zu Innovation und einer vorausschauenden Anpassung an die Dynamik des Marktes.

Ransomware-Angriffe erfolgreich abwehren

Nextron Systems setzt ihre Mission zur Bekämpfung und frühzeitigen Erkennung von Cyberkriminalität fort. Als aufstrebender Thought Leader der Branche geht Nextron entschlossen voran, um Unternehmen weltweit vor den wachsenden Bedrohungen in der digitalen Welt zu schützen.

Security-Check für Krankenhaus-IT

Krankenhäuser verarbeiten zahlreiche Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten. Das Krankenhausinformationssystem (KIS), eine spezielle Software in der Medizinbranche, ist das Herzstück der medizinischen Versorgung und Datenhaltung. Wie sicher sind diese Systeme, und wie sicher sind sensible Daten bei der Übertragung?

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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