Rufschädigung und Cyber-Mobbing


Selfies: Harmloser Trend oder ernst zu nehmende Gefahr für Jugendliche?
Kinder und Jugendliche können meist nur schwer abschätzen, welche Konsequenzen ein im Internet verbreitetes Bild haben kann

Von Tony Anscombe, Senior Security Evangelist bei AVG Technologies

(30.10.14) - Was vor einigen Jahren mit einer harmlosen Selbstaufnahme vor dem Spiegel begann, ist heute der Trend schlechthin: Selfies. Jugendliche fotografieren sich mit Smartphones in allen Lebenslagen selbst und veröffentlichen die Bilder dann in sozialen Medien. Sie zeigen, wo sie zuletzt im Urlaub waren, wie cool die letzte Party war und testen, welche Frisuren und Outfits ihnen am besten stehen. Positives Feedback stärkt das Selbstbewusstsein. Negative Kommentare oder gar Mobbing können jedoch gleichermaßen eine Reaktion auf ein gepostetes Selfie auslösen.

Und der Trend birgt noch weitere Gefahren. Beispielsweise das sogenannte "Sexting" oder auch "After-Sex-Selfies", die nur leicht bekleidete Personen, erschöpft und mit zufriedenem Geschichtsausdruck zeigen. Auf diesen Bildern sind die Jugendlichen jedoch nach einer Handlung zu sehen, die eindeutig der Privatsphäre zuzuordnen ist. Das birgt ernst zu nehmende Gefahren. Insbesondere, wenn das Heischen nach den meisten Likes im Vordergrund steht und Kinder sich unter Druck setzen, das spektakulärste Bild beziehungsweise das perfekte Selbst zu erstellen.

Dabei können Kinder und Jugendliche meist nur schwer abschätzen, welche Konsequenzen ein im Internet verbreitetes Bild haben kann. Schließlich garantiert einem niemand, dass die Aufnahmen privat oder unter Freunden bleiben. Oftmals teilen sie ihre intimsten Momente ungewollt mit Klassenkameraden, den Eltern oder ihnen völlig unbekannten Menschen. Schnell können solche Fotos in fremde Hände geraten, missbraucht werden und zu Rufschädigung und Cyber-Mobbing führen. Denn selbst wenn es sich um unverfängliche Selfies handelt: Mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm können Dritte ganze Gesichter ausschneiden und auf andere Bilder aufsetzen.

Zudem gehen Jugendliche auf der Jagd nach dem perfekten Bild mit den meisten Likes oft viel zu große Risiken ein: Am Steuer, auf Bahngleisen oder im Urlaub am Klippenrand - je spektakulärer die Bilder desto besser. So wird das Selfie unter Umständen zu einer realen Gefahr für Leib und Leben. Um Schaden zu vermeiden, müssen Kinder und Jugendliche darum lernen, Gefahren richtig einzuschätzen und ein Gespür für den Wert von Privatsphäre zu entwickeln. Hierfür gibt es zahlreiche technische Hilfsmittel wie richtige Geräteeinstellungen, Virenscanner oder Jugendschutzfilter. Aber auch frühzeitige Aufklärung durch die Eltern spielt eine wichtige Rolle.

Mit den Abenteuern von Magda&Mo bietet der IT-Security Anbieter AVG beispielsweise zwei eBooks an, die Eltern helfen, ihre Kinder bereits in jungen Jahren über den richtigen Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien aufzuklären. Dabei ist es wichtig, selbst auf dem Laufenden zu bleiben.

Folgende Regeln sollten Eltern mit Kindern jeden Alters beherzigen:
>> Informiert bleiben: Informieren Sie sich über die Dinge, die ihr Kind interessieren könnte. Dazu gehört es, soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram zu kennen, genau wie virtuelle Communities, beispielsweise Club Penguin oder Toggo.

>> Computer nur im gemeinsamen Zimmer: Stellen Sie den Computer in ein gemeinsames Zimmer, beispielsweise das Wohnzimmer. So bekommen Sie mit, wenn Ihr Kind am PC sitzt und können fragen, was es macht. Sollte Ihr Kind einen eigenen Rechner haben, legen Sie Uhrzeiten fest, zu denen es online surfen darf.

>> Das Internet vergisst nicht: Machen Sie es sich und Ihrem Kind immer wieder klar: Das Internet vergisst nicht. Was einmal online ist, bleibt online. Selbst neueste Bestimmungen, dass beispielsweise Google Einträge löscht, schützen nicht davor. Denn Kopien sind schnell erstellt und können an anderer Stelle von Dritten wieder veröffentlicht werden. Deshalb: Vermitteln Sie Ihren Kindern, speziell Teenagern, dass sie sorgfältig darüber nachdenken müssen, welche Inhalte sie posten.

>> Der Final-Check: Eltern, Lehrer, Kriminelle oder die Polizei: Machen Sie Ihren Kindern klar, dass Bilder und Informationen schnell auch in fremden und/oder ungewollten Hände gelangen können. Hier ist besondere Vorsicht angebracht.

>> Hohe Sicherheitseinstellungen: Setzen Sie auf korrekte Geräteeinstellungen und hohe Sicherheitseinstellungen, auch und gerade in sozialen Netzwerken. So können Sie beispielsweise bei Facebook kontrollieren, wer welche Posts und Bilder sehen kann.
(AVG: ra)

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Wie reagiert man auf Angriffe des Dienstleisters?

Im neuesten Sophos Threat Report: Cybercrime on Main Street berichten die Security-Experten, dass das "Sophos MDR Team" in 2023 vermehrt auf Fälle reagierte, in denen Unternehmen über die sogenannte Supply Chain, sprich die Lieferkette im Business und in der IT-Infrastruktur, attackiert wurden. In mehreren Fällen lagen die Schwachstellen in der Remote-Monitoring- und Management-Software (RMM) eines Dienstanbieters.

Dauer-Renaissance von Tape

Bei jeglicher Art von Datenverlust – sei es durch einen technischen Ausfall, menschliche Fehler oder durch einen Angriff von Cyberkriminellen – ist es das Backup-Recovery-System, das Unternehmen aus der misslichen Situation hilft. Um diesen Rettungsanker stets zur Verfügung zu haben, ist es wichtig, bei der Datensicherung auf eine professionelle Software zu setzen, die unterschiedliche Speichertechnologien bedienen kann, von On-Premise- bis hin zu Cloud-Speicher.

Phishing-Betrug per E-Mail

Business E-Mail Compromise (BEC) ist eine Art von Phishing-Betrug per E-Mail, bei dem ein Angreifer versucht, Mitglieder einer Organisation dazu zu bringen, z.B. Geldmittel oder vertrauliche Daten zu übermitteln. Der aktuelle Arctic Wolf Labs Threat Report fand heraus, dass sich diese Angriffstaktik fest etabliert hat.

Transparenz für KI-Algorithmen

Funktionalität und Komplexität geschäftsorientierter KI-Anwendungen haben exponentiell zugenommen. DevOps-Tools, Security-Response-Systeme, Suchtechnologien und vieles mehr haben von den Fortschritten der KI-Technologie profitiert. Vor allem Automatisierungs- und Analysefunktionen haben die betriebliche Effizienz und Leistung gesteigert, indem sie komplexe oder informationsdichte Situationen verfolgen und darauf reagieren.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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