Die Spielwarenindustrie rüstet auf


Sicherheitsgefahr: Intelligente Spielzeuge sind riskante Geschenke
Ein WiFi-fähiges Spielzeug kann durchaus gehackt und ein Überwachungsgerät verwandelt werden

(13.01.16) - Heutzutage surfen Kinder bereits in einem sehr jungen Alter im Internet und nutzen Gadgets. Es gibt viele Kleinkinder, die Spielzeugautos und Barbie-Puppen gegen Tablets und mobile Geräte eintauschen. Tatsächlich spielen laut einer Studie sieben Prozent der Kinder unter vier Jahren mit Tablets und schauen sich ihre Lieblings-TV-Sendungen darauf an, bevor sie schlafen gehen.

Diese Spielzeuge können sehr spannend sein und befinden sich wohl auf der Wunschliste vieler Kinder. Jedoch bringen sie einige beängstigende Auswirkungen auf die Sicherheit mit sich.

Hier ein paar Punkte, die unbedingt zu beachten sind.
Die Spielwarenindustrie rüstet herkömmliche Spielzeuge auf, indem sie diese digitalisieren und mit dem Internet verbinden. So bekam zum Beispiel der Teddybär ein neues Aussehen. Das rundumerneuerte Spielzeug wurde als "der interaktive Freund, der das Gehirn eines Computers, aber keinen Bildschirm hat" eingeführt. Mit proprietären Technologien für Künstliche Intelligenz und Spracherkennungswerkzeugen ist er in der Lage, Gespräche zu verstehen, intelligente Antworten zu geben und spontan zu lernen.

Barbie ist auch nicht mehr so, wie sie früher mal war. Ein Mikrofon, das in ihrer Kette versteckt ist, nimmt Sprachbefehle auf. Es überträgt dann die Aussagen des Kindes in das Internet, analysiert sie und antwortet mit einer von 8000 Textzeilen, die in einem Cloud-Server gespeichert sind.

Angesichts so vieler Verlockungen ist es kein Wunder, dass Kinder ein leichtes Ziel für Cyberkriminelle darstellen.

Das Worst-Case-Szenario
Wie bei jedem Objekt, das heutzutage an das Internet angeschlossen wird, gibt es immer die Möglichkeit, gehackt zu werden. Kürzlich wurde bereits von Sicherheitsexperten demonstriert, dass ein WiFi-fähiges Spielzeug gehackt und ein Überwachungsgerät verwandelt werden kann. Besitzen Hacker Zugriff auf die Backend-Software, können sie Zugang zu Kontoinformationen, gespeicherte Audiodateien oder zum Mikrofon erhalten.

Würden Sie ruhig schlafen, wenn Ihr Kind oder Ihre ganze Familie durch Puppen-Augen beobachtet wird?

Wie können Eltern ihre Kinder online schützen?
Eltern sollten zuerst genau verstehen, wie das Gadget funktioniert und wie Spielzeugunternehmen die gesammelten Daten nutzen, speichern und sichern. Beginnen Sie mit einer gründlichen Untersuchung des neuen Spielzeugs, dann wägen Sie die Risiken und Vorteile ab kann dieses Spielzeug zu einem Datenschutzrisiko werden?

Folgende Fragen sind dabei zu berücksichtigen:
>> Wird der Gesprächsverlauf verschlüsselt, wenn er vom Spielzeug in die Cloud übertragen wird? Werden die Daten auch im Ruhezustand verschlüsselt?
Obwohl die Daten, die zwischen Server, Puppe und App übertragen werden, eine zertifikatbasierte Verschlüsselung nutzen, sind manche verwendeten Technologien nach Ansicht von Bitdefender nicht sicher. Zum Beispiel verwenden manche Apps das gleiche hartcodierte Kennwort, um das Zertifikat zu überprüfen.

>> Wo werden die Kontoanmeldeinformationen der Anwendung gespeichert?
>> Was geschieht, wenn die Cloud-Server des Herstellers gehackt werden?
Vor kurzem wurden Fotos und Gespräche von 4 Millionen Kindern ausgelesen, nachdem Hacker in die Systeme eines Spielzeugherstellers eingebrochen waren. Zudem wurde eine Serverdomäne angeblich auf einer anfälligen Cloud-Infrastruktur gehostet.

Weitere mögliche Sicherheitsprobleme:
Das Spielzeug kann sich an jedem ungesicherten WLAN-Netzwerk anschließen, solange das Netzwerk den Namen des Spielzeugs als SSID hat.
Anmeldeinformationen zur Client-Zertifikatsauthentifizierung können außerhalb der App verwendet werden, um jeden Cloud-Server des Spielzeugs zu sondieren.

Eltern sollten sorgfältig die Datenschutzbestimmungen lesen, bevor sie das Spielzeug aktivieren und es mit dem Internet verbinden. Diese Daten könnten dazu verwendet werden, um Marktforschungen zu betreiben, neue Produkte direkt den Kindern anzubieten und sogar Profile ihrer Interessen zu erstellen.

Außerdem sollten sie sich gut überlegen, ob es wirklich notwendig ist, richtige, aber doch sensible Informationen jedem Dienst preiszugeben, der danach fragt. War es zum Beispiel wirklich nötig, dem Spielzeughersteller die korrekten Geburtsdaten der Kinder mitzuteilen? Manchmal ist es durchaus berechtigt, bei sensiblen Daten zu schummeln.

Bei so vielen Versuchungen ist es auch wichtig, Kinder und Jugendliche über die Gefahren zu informieren, denen sie ausgesetzt werden, wenn sie intelligente und mit dem Internet verbundene Spielzeuge nutzen.

Cybersecurity ist ein komplexes Thema. Es ist aber am besten, Ihre Kinder in einem frühen Alter über Online-Sicherheit zu informieren, sobald sie das Internet entdecken. Gehen Sie mit ihnen durch die grundlegenden Fragen wie: Was ist das Internet? Warum gibt es bestimmte Gefahren und welche sind das? Wie können sie sich selbst schützen? Wie lassen sich starke Passwörter setzen?

Vergessen Sie auch nicht, sie über die Auswirkungen aufzuklären, wenn sie private Informationen über sich selbst mitteilen. (Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Tipps & Hinweise

Wie wäre es mit einem Passwort-Manager?

Passwörter gibt es in der hoch digitalisierten Welt für jedes und alles. Und viele gehen trotz der wachsenden Cyber- und Datenschutzgefahren immer noch lax mit ihren Passwörtern um – sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld. Laut einer aktuellen Studie von Keeper Security überlassen es 31 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern, die Passwörter selbst zu wählen und nur 51 Prozent geben zumindest eine Anleitung für gute Passwörter– eine Praxis, die es Cyberkriminellen sehr leicht macht, ihren Weg ins Unternehmen zu finden.

Cyberattacken mit Verschlüsselungstrojanern

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm und bewertet die Sicherheitslage im aktuellen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland als besorgniserregend. Insbesondere die Schäden durch Ransomware-Attacken sind laut dem Digitalverband Bitkom e.V. seit 2019 um 358 Prozent angestiegen und treffen heute Betriebe aller Branchen und Größen.

Kategorisierung sorgt für Schutz

Wenn der derzeitige Hype um ChatGPT eines belegt, dann ist es der Kontrollverlust von Informationen, die über das Internet geteilt werden. Privatpersonen und Organisationen sollten sich gleichermaßen bewusst machen, dass sie in dem Moment, indem sie etwas auf Instagram posten oder versehentlich S3 Buckets veröffentlichen, keine Kontrolle mehr darüber haben, wer diese Informationen oder Daten einsehen und weiterverwenden kann.

Die immerwährenden Auswirkungen der DSGVO

Die immerwährenden Auswirkungen der DSGVO

Inzwischen gibt es auf der ganzen Welt umfassende Datenschutzgesetze. Zwar ist jedes von ihnen anders formuliert, doch es gibt viele Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Rechte, Pflichten und Durchsetzungsbestimmungen für Unternehmen. Die Bemühungen der Gesetzgeber haben sich in den letzten zwei Jahren intensiviert, es wurden viele Datenschutzgesetze verabschiedet und angenommen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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