Das sind die Psycho-Tricks der Cyberkriminellen

Spam- und Phishing-Betrüger versuchen, die menschliche Gier anzusprechen

Gegen Lügengeschichten, Manipulation oder Schmeichelei ist niemand immun. Die Social-Engineering-Angreifer verwenden dafür Informationen, die sie aus Lauschangriffen oder dem Ausspionieren sozialer Medien gewonnen haben



Wie gelangen Hacker an fremde Zugangsdaten und Passwörter? Sie fragen einfach danach. Schmeicheleien, gefährliche Neugier oder falsch verstandene Hilfsbereitschaft gerade in der Vorweihnachtszeit können die Türöffner sein. HP nennt die sechs häufigsten Psycho-Tricks der Cyberkriminellen.

Social-Engineering-Angriffe – die Kunst, jemanden dazu zu bringen, Dinge zu tun, die er oder sie eigentlich nicht tun sollte. Die Angreifer bedienen sich dabei tief verwurzelten Mechanismen der menschlichen Psyche, um ihr Gegenüber zu manipulieren. Sie schalten die gesunde Skepsis aus und verleiten zu folgenreichen Handlungen. Dabei sind die Psycho-Tricks verblüffend simpel.

Für Schmeicheleien ist jeder empfänglich: Die Cyberkriminellen nutzen menschliche Schwächen wie Eitelkeit und Stolz aus. Berichten Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken über ihre Errungenschaften oder Erfolge verwenden Hacker diese Infos gerne, um durch Schmeicheleien an sensible Daten zu kommen.

Die ureigene Hilfsbereitschaft ausnutzen: Die meisten Menschen haben einen mehr oder weniger starken Drang, anderen Menschen zu helfen. Hacker machen sich diese edlen Motive zunutze. Dabei nutzen sie saisonale Gelegenheiten wie die Vorweihnachtszeit oder sie erfinden eine Notsituation, bei der sie auf die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer vertrauen. So geben sich die Angreifer zum Beispiel als gestresste Kollegen aus, die unter Druck stehen und dringend Unterstützung brauchen. Besonders bei großen Firmen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich nicht alle Mitarbeiter untereinander kennen und deswegen in Bezug auf Firmenzugehörigkeit oder Kompetenzen leicht getäuscht werden können. Spendenaufrufe in der Weihnachtszeit sind ein beliebtes Mittel der Cyberkriminellen.

Druck aufbauen und Angst schüren: In einer Stresssituation reagieren Menschen anders, kritisches Hinterfragen fällt oft unter den Tisch. Diese Tatsache nutzen die Angreifer aus und drohen mit schwerwiegenden Konsequenzen oder möglichen Strafen bei Nichthandeln. Ein beliebtes Beispiel sind Mahngebühren in gefälschten Rechnungs-Mails. Eine andere Methode der Phishing-Betrüger ist das Erzeugen von künstlichem Zeitdruck: Mit Sätzen wie "Handeln Sie jetzt oder ein wichtiges Projekt ist in Gefahr" geben sich die Angreifer als Vorgesetzte oder Behörde aus und nutzen so die natürliche Hierarchie in Unternehmen aus.

Auf Gemeinsamkeiten setzen: Indem die Cyberkriminellen vermeintliche Gemeinsamkeiten anführen, schaffen sie das notwendige Vertrauen für ihre weiteren Machenschaften. Da wird auf ein kürzlich geführtes Gespräch zu einem Thema verwiesen oder Detailinformationen angeführt, die theoretisch nur die jeweilige Person und ihr Gesprächspartner kennen können. Das Wissen darüber beziehen die Angreifer aus Lauschangriffen oder von Konten in den sozialen Medien.

Neugier wecken: Die menschliche Neugier ist noch immer einer der sichersten Wege, um Kapital zu schlagen. Als Aufhänger nutzen die Cyberkriminellen bevorzugt aktuelle Themen. Mit Anklicken des infizierten Dateianhangs in einer E-Mail werden den Mitarbeitern vermeintlich brisante Informationen in Aussicht gestellt oder "schockierende Bilder" zu aktuellen Ereignissen versprochen.

Belohnung versprochen: Spam- und Phishing-Betrüger versuchen, die menschliche Gier anzusprechen. Dazu reichen einfache Versprechen aus: Eine Belohnung oder mögliche Vorteile etwa durch Mitarbeiterrabatte werden in Aussicht gestellt. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn Anbieter mit extrem günstigen Deals werben und viele bei der Jagd nach dem perfekten Geschenk schnell zugreifen wollen, reißt die Betrugswelle nicht ab.

"Gegen Lügengeschichten, Manipulation oder Schmeichelei ist niemand immun. Die Social-Engineering-Angreifer verwenden dafür Informationen, die sie aus Lauschangriffen oder dem Ausspionieren sozialer Medien gewonnen haben. Haben sie das Vertrauen ihres Gegenübers gewonnen, versuchen sie mit Hilfe Malware-infizierter E-Mail-Anhänge, kompromittierter Links oder durch die Preisgabe sensibler Daten tief ins Unternehmensnetzwerk vorzudringen", erklärt Jochen Koehler, Sales Director Security Solutions bei HP. "Mit klassischen Sicherheitslösungen kommen Unternehmen nicht gegen diese raffinierten Methoden an. Einzige sinnvolle technische Schutzmaßnahme für diese Art von Angriffen ist neben der stetigen Sensibilisierung der Mitarbeiter die Isolation der jeweiligen Anwendung durch Micro-Virtualisierung. Mit einer Lösung wie HP Sure Click Enterprise wird jede riskante Anwenderaktivität wie das Downloaden und Öffnen eines Dokuments in einer eigenen Micro-Virtual-Machine gekapselt. Eine mögliche Schädigung durch Malware bleibt dadurch immer auf die jeweilige Micro-VM beschränkt." (HP: ra)

eingetragen: 26.12.20
Newsletterlauf: 02.02.21

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Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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