Google wird ein Compliance-Datum


Handlungsbedarf: Google macht Certificate Transparency-Richtlinie für Nicht-EV-Zertifikate offiziell
Google hat eine aktualisierte Certificate Transparency (CT) Richtlinie angekündigt, die sämtliche Arten von SSL-Zertifikaten abdeckt



Google hat die Chrome-Richtlinie für EV Certificate Transparency (CT) offiziell erweitert, um alle Arten von SSL-Zertifikaten abzudecken. Während die Chrome-CT EV-Zertifikaten Nachdruck verleiht, da sonst die grüne Adressleiste nicht angezeigt wird, gibt es noch kein Datum für Nicht-EV-Zertifikate. Google geht bewusst langsam vor, um es CAs, Protokoll-Betreibern, überwachenden Institutionen und Browsern die nötige Zeit zu geben, auf sinnvolle und skalierbare Art Erfahrungen bei der Bereitstellung und Interaktion mit CT zu sammeln.

CAs und Website-Betreiber müssen frühzeitig handeln, um ein weiteres SHA-1-Szenario zu vermeiden
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Richtlinien-Änderungen für Browser, haben Betreiber von Websites und CAs gelehrt im Voraus planen und frühzeitig mit der Einhaltung der Richtlinie zu beginnen. So will man verhindern, dass Kunden beeinträchtigt werden wie sie es beim Auslaufen von SHA-1 waren. Wie Sie sich vermutlich erinnern, stuften einige der Browser nach und nach SHA-1-Zertifikate mit dem Ablaufdatum 31.12.2016 herunter. Demgegenüber war es 2015 allerdings erlaubt, 3-Jahres-SHA-1-Zertifikate auszustellen, was zu Problemen mit dem Kundendienst führte.

Website-Betreiber mussten in der Folge:

>>
SHA-1 SSL-Zertifikate mit längerer Gültigkeit gegen Zertifikate austauschen, die zu diesem Datum ablaufen (Kunden mussten auf die Gültigkeitsdauer verzichten, die sie bezahlt hatten), oder auf SHA-256 upgraden, bevor sie dazu bereit waren und es absolut erforderlich gewesen wäre oder weiterhin das SHA-1-Zertifikat und die herabgestufte UI verwenden, bis das Zertifikat abläuft oder ersetzt wird.

>> Wenn die CT-Richtlinie für alle Zertifikate gültig werden wird, lässt sich wohl ein ähnliches Szenario erwarten. Es ist vergleichsweise unwahrscheinlich, dass die Richtlinie nur zukunftsorientiert durchgesetzt wird. Vermutlich wirkt sie sich auch auf früher ausgestellte SSL-Zertifikate aus. Google wird ein Compliance-Datum und eine Reihe von Regeln festlegen, die einigen der zeitlich früher ausgestellten Zertifikate die Konformität erlauben. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass 3-Jahres-Zertifikate ohne SCTs noch konform sein werden. Um sicherzustellen, dass Zertifikate mit dem höchsten Maß an Vertrauen verarbeitet werden, ist es sinnvoll die erforderliche Anzahl von SCTs so bald wie möglich in alle ausgestellten Zertifikate aufzunehmen. Vor allem in diejenigen, die mehr als 1 Jahr gültig sind.

GlobalSign und CT
Die Certificate Transparency Richtlinien sind basiert auf dem von Google entworfenen experimentellen RFC 6962, das vor zirka 3 Jahren veröffentlicht wurde. Google ist derzeit der einzige Browser mit einer CT-Richtlinie und der einzige mit einem Mechanismus zur Durchsetzung. Die initiale Durchsetzung des Google Chrome Extended Validation Plans erfolgte bereits im Mai 2015. Stößt Chrome auf ein EV-Zertifikat, das die Richtlinie nicht erfüllt, wird die grüne EV-Adresszeile entfernt.

Um konform zu sein, muss das EV-Zertifikat:

>>
vor dem 31.12.2014 in einem Google CT-Protokoll veröffentlicht worden sein, um akzeptiert zu werden, oder
>> wenn es vor dem 31.12.2014 ausgestellt wurde, muss es die Anzahl von SCTs enthalten, die von der Richtlinie spezifiziert werden, oder
>> Chrome muss die spezifizierte Anzahl von SCTs über TLS-Handshake oder OCSP-Antwort erhalten haben.

Um die Google CT-Richtlinie zu unterstützen hat GlobalSign alle anwendbaren Protokolle für EV-Zertifikate im Jahr 2014 akzeptiert und fügt seit dem Stichtag 01.01.2015 SCTs in EV-Zertifikate ein. GlobalSign hat seinen Kunden gestattet die Möglichkeit zu bieten sich auch gegen die CT zu entscheiden, tatsächlich haben dies aber nur sehr wenige getan. Seit weit über einem Jahr hat Google CAs darin bestärkt, CT in alle SSL-Zertifikate aufzunehmen, sowie Unternehmen ermuntert, CT-Protokolle einzurichten und Tools zur Überwachung der Protokolle einzusetzen. Die Anzahl der einsatzfähigen Protokolle hat sich auf 8 aktive Protokolle erweitert, 3 von Google selbst und 5 von anderen Protokoll-Betreibern und einige weitere mehr.

GlobalSigns Pläne
Angesichts der nachträglich wirksamen Mechanismen zur Durchsetzung und deren Bedeutung für Website-Betreiber und CAs, wird GlobalSign ab August 2016 die Anzahl der in der Google CT-Richtlinie spezifizierten SCTs in alle DV-Zertifikate aufnehmen und kurz danach ein umfassenderes Set von CT-Optionen für OV-Zertifikate anschließen.
(GlobalSign: ra)

eingetragen: 08.06.16
Home & Newsletterlauf: 29.06.16


GlobalSign: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Tipps & Hinweise

Personalisierte Werbung: Wie man sie stoppen kann

Persönliche Werbung kann eine praktische Möglichkeit für Unternehmen sein, zielgerichtet Produkte zu präsentieren, die die Interessen und das Einkaufsverhalten von Menschen widerspiegeln. Viele Menschen haben es schon selbst erlebt, dass sie online eingekauft und beim Besuch anderer Seiten, durch Cookies, Werbung auf ihren Geräten angezeigt bekommen haben, die für ähnliche Produkte werben. Diese personenbezogenen Daten können aber auch gefährlich werden, wenn Drittunternehmen diese für andere Zwecke verwenden.

Lässt sich IT-Sicherheit messen?

Unternehmen müssen jederzeit auf einen Cyber-Angriff vorbereitet sein. Wie gut sie das allerdings in der Realität tatsächlich sind, können die wenigsten von ihnen einschätzen. Eine Antwort darauf liefert die Bestimmung des Reifegrads der IT-Sicherheit. NTT erklärt die wichtigsten Punkte.

Fünf Tipps für mehr Cyber-Resilienz im Unternehmen

Einen hundertprozentigen Schutz vor Cyber-Attacken kann es angesichts zunehmend verteilter Infrastrukturen und immer raffinierterer Angriffsmethoden nicht geben. Im Rahmen einer ganzheitlichen Security-Strategie dürfen sich Unternehmen daher nicht ausschließlich auf die Gefahrenabwehr konzentrieren, sondern müssen sich auch auf den Ernstfall vorbereiten, um die Auswirkungen erfolgreicher Attacken gering zu halten und den Geschäftsbetrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können. Doch wie lässt sich solche Cyber-Resilienz erreichen?

Netcat-Skript für eine Backdoor

Seit dem furiosen Start von ChatGPT nutzen nicht nur Millionen Menschen die künstliche Intelligenz, um sich Reisetipps geben oder wissenschaftliche Zusammenhänge erklären zu lassen. Auch Sicherheitsforscher und Cyberkriminelle versuchen auszuloten, wie sich das Tool für Cyberangriffe nutzen lassen kann.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.