IT-Sicherheitsempfehlungen für Unternehmen 2021

Der Schutz des Perimeters reicht nicht mehr aus – eine Bewertung und Zertifizierung des Home-Office wird zukünftig erforderlich sein

Die Umstellung auf ein Servicemodell wird das erforderliche Niveau der IT und IT-Sicherheit mit geringeren Investitionen ermöglichen



Remote-Arbeit wird den Trend weg vom klassischen Sicherheitskonzept rund um den Unternehmensperimeter aufbrechen und hin zu Sicherheitszertifizierungen für Mikrobüros beschleunigen. Das Outsourcing von IT- und Cybersicherheitsfunktionen wird entscheidend sein, um dem Mangel an in-house Expertenwissen zu begegnen und Budgets zu sparen. Für die Koordination von Managed Service Providern und die Nutzung mehrerer Cloud-Dienste werden Cloud-Sicherheits- und -Management-Kenntnisse zu einem Muss.

Wie die aktuellen Sicherheitsvorhersagen von Kaspersky für das Jahr 2021 zeigen, werden es diese sowie einige weitere Cybersecurity-Herausforderungen und -Trends sein, denen sich Unternehmen in diesem Jahr aktiv stellen müssen.

Die Verlagerung hin zu Remote-Arbeit, finanzielle Einschränkungen aufgrund der wirtschaftlichen Rezession und die Zunahme von Cyberbedrohungen aufgrund der globalen Pandemie werden die tägliche Rolle von Cybersicherheitsexperten in diesem Jahr beeinflussen. Für Unternehmen ist der Schlüssel die Herausforderungen zu verstehen, aber auch Chancen im IT- und IT-Sicherheitsmanagement wahrzunehmen, um den eigenen Schutz aufrechtzuerhalten.

Der aktuelle Kaspersky-Bericht "Plugging the gaps: 2021 corporate IT security predictions" gibt Empfehlungen für jede Position, die mit Cybersicherheit zu tun hat – darunter CEOs und Geschäftsinhaber, aber auch CISOs, SOC-Teamleiter und IT-Manager.

Trends, die Unternehmen beobachten sollten

• >> Der Schutz des Perimeters reicht nicht mehr aus – eine Bewertung und Zertifizierung des Home-Office wird zukünftig erforderlich sein. Mittels entsprechender Tools sollte das Sicherheitsniveau eines jeden Arbeitsplatzes überprüft werden – von vorhandenen Software-Schwachstellen bis hin zur Verbindung mit einem unzuverlässigen oder ungeschützten WLAN-Hotspot.

Darüber hinaus wird auch eine breitere Einführung von VPN, Privileged Access Management, Multifaktor-Authentifizierungssystemen, die Implementierung eines strikteren Monitorings und die Aktualisierung bestehender Notfallpläne nötig sein.

• >> Die Umstellung auf ein Servicemodell wird das erforderliche Niveau der IT und IT-Sicherheit mit geringeren Investitionen ermöglichen. Laut einer Kaspersky-Umfrage sagen sieben von zehn europäischen Unternehmen (65 Prozent), dass sie bereits planen, in den nächsten 12 Monaten einen Managed Service Provider (MSP) oder Managed Security Service Provider (MSSP) zu nutzen. Ein solches Servicemodell hilft dabei, Investitionen zu minimieren und die Geschäftskosten von CapEx auf OpEx zu verlagern.

• >> Die Ausbildung von internen IT-Sicherheitsspezialisten sollte Managementfähigkeiten beinhalten. Berufe im Bereich Cybersicherheit teilen sich in sehr enge Spezialisierungen auf, was bedeutet, dass die Einstellung von Personal für jede spezifische Rolle zu teuer sein kann. An dieser Stelle kann Outsourcing helfen, die Lücke zu schließen.

Unternehmen, die wichtige Cybersecurity-Komponenten auslagern, müssen sich jedoch darauf konzentrieren, Managementfähigkeiten für ihre internen Teams zu entwickeln, um diese ausgelagerten Funktionen zu führen.

• >> Die Abhängigkeit von Cloud-Diensten wird zunehmen, was spezielle Management- und Schutzmaßnahmen erforderlich macht. Dieselbe Umfrage ergab zudem, dass im Jahr 2020 in Europa die Mitarbeiter in 88 Prozent der großen Unternehmen und 92 Prozent im Mittelstand unternehmensfremde Software und Cloud-Dienste wie soziale Netzwerke, Messenger oder andere Anwendungen genutzt haben.

Um sicherzustellen, dass alle Unternehmensdaten unter Kontrolle bleiben, wird eine bessere Transparenz über den Cloud-Zugriff erforderlich sein. IT-Sicherheitsmanager müssen sich auf diese Situation einstellen und Fähigkeiten für Cloud-Management und -Schutz entwickeln.

Mit der Einführung neuer Cybersicherheitspraktiken wird auch die Verlässlichkeit der Tools, die diese Veränderungen ermöglichen, von besonderer Bedeutung sein. Die Qualität des Schutzes und die nahtlose Verwaltbarkeit sind der Schlüssel bei der Auswahl von Cybersecurity-Lösungen.

"Wir haben zwei wichtige Veränderungen hinsichtlich der Kundenerwartung an Cybersecurity-Angebote für Unternehmen festgestellt", betont Alexander Moiseev, Chief Business Officer bei Kaspersky. Erstens steht die Qualität des Schutzes nicht mehr zur Diskussion, sie ist jetzt ein "Muss".

Ein weiterer wichtiger Trend besteht darin, dass eine tiefe Integration zwischen verschiedenen Komponenten der Unternehmenssicherheit, idealerweise von einem einzigen Anbieter, nun eine größere Rolle spielt. So herrschte in der Branche lange Zeit die Meinung, dass verschiedene spezialisierte Lösungen von unterschiedlichen Anbietern die beste Kombination für den Schutz bilden können. Jetzt suchen Unternehmen nach einem einheitlicheren Ansatz mit maximaler Integration zwischen verschiedenen Sicherheitstechnologien." (Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 24.02.21
Newsletterlauf: 26.04.21

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

MDR-Angebot von Kaspersky

Kaspersky vereinfacht den Zugang zu den Experten ihres Security Operation Centers (SOC) für ihre Kunden des Managed-Detection-and-Response-Optimum-Service. Mittelständische Unternehmen können sich damit nun direkt an die SOC-Analysten von Kaspersky wenden und über einen speziellen Chat rund um die Uhr Fragen stellen.

OCSF-Projekt wurde von AWS und Splunk konzipiert

in Zusammenschluss aus führenden Vertretern der Cybersicherheits- und Technologiebranche hat ein Open-Source-Projekt angekündigt, um Datensilos aufzubrechen, die Sicherheitsteams behindern. Das Projekt Open Cybersecurity Schema Framework (OCSF), das auf der Black Hat USA 2022 vorgestellt wurde, soll Unternehmen helfen, Cyberangriffe schneller und effektiver zu erkennen, zu untersuchen und zu stoppen.

Vollständig konvergierte SASE-Plattform

Netskope gab die Übernahme von Infiot bekannt, einem Pionier auf dem Gebiet von Zero Trust, Netzwerk- und Anwendungsoptimierung sowie KI-basierten Arbeitsprozessen. Die Erweiterung um die innovative Infiot-Technologie fließt als Netskope Borderless WAN in das Produktportfolio von Netskope ein und ermöglicht den Kunden die Nutzung einheitlicher Sicherheits- und Quality-of-Experience (QoE)-Richtlinien für die unterschiedlichsten Anforderungen – und das in hybriden Arbeitsumgebungen, zuhause, unterwegs, in Zweigstellen, Ad-hoc-POS-Systemen sowie Multi-Cloud-Umgebungen.

Erfolgsbilanz nach sechs Jahren

"No More Ransom", eine Initiative, die Betroffenen von Ransomware bei der Entschlüsselung ihrer Dateien hilft, feierte ihr sechsjähriges Bestehen. Heute umfasst die Initiative 188 Partner und stellt derzeit 136 Entschlüsselungs-Tools für 165 Ransomware-Familien bereit. Damit konnten seit dem Beginn der Initiative schon 1,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt ihre Geräte kostenfrei entschlüsseln; das Projekt ist in 37 Sprachen verfügbar.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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