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Millionenschäden: Die Kosten eines Datenlecks

Best Practices der Data Security für Unternehmen

Das Aufspüren sensibler Daten sowie die Transparenz zu wissen, wohin Daten fließen, wer darauf Zugriff hat und sie weitergeben kann, ist grundlegend für die Datensicherheit



Von Christoph M. Kumpa, Director DACH & EE bei Digital Guardian

Cyberkriminelle haben es häufig auf lukrative Daten abgesehen – mit oft beträchtlichem finanziellem Schaden für das gehackte Unternehmen: In Deutschland kostet ein Datenverstoß eine Organisation durchschnittlich umgerechnet 4,32 Mio. Euro (4,78 Mio. US-Dollar), so das Ergebnis des aktuellen Cost of a Data Breach Report des Ponemon Institute und IBM. Deutschland besetzt damit Platz 3 nach den USA (8,19 Mio. US-Dollar) und dem Mittleren Osten (5,97 Mio. US-Dollar). Der globale Durchschnitt liegt bei 3,92 Mio. US-Dollar. Der Report befragte weltweit 507 Unternehmen aus 17 Branchen und untersuchte unter anderem, wie durch Abwehrmaßnahmen die Kosten eines Datenlecks reduziert werden können. Beispielsweise trugen Unternehmen, die Security-Automation-Technologien eingesetzt hatten, nur etwa die Hälfte der Kosten einer Datensicherheitsverletzung, verglichen mit Unternehmen, die diese Technologien nicht eingesetzt hatten. Eine umfassende Data Security-Strategie ist für jedes Unternehmen deshalb heutzutage unumgänglich, um finanzielle Schäden durch Datenlecks einzudämmen.

Grundlegende Best Practices für die Data Security

1. Data Discovery

Heute befinden sich Daten nicht nur in Unternehmensnetzwerken, sondern auch in der Cloud, auf Mobilgeräten und an Homeoffice-Arbeitsplätzen. Das Aufspüren sensibler Daten sowie die Transparenz zu wissen, wohin Daten fließen, wer darauf Zugriff hat und sie weitergeben kann, ist grundlegend für die Datensicherheit. Ansonsten können Unternehmen nicht bewerten, welche Dateien, Dokumente oder geistiges Eigentum das größte Risiko bei einem Sicherheitsverstoß darstellen. Der erste Schritt ist deshalb die Entwicklung einer organisatorischen Sichtung und Strukturierung aller Daten.

Umfassende Data Loss Prevention-Lösungen (DLP) verfügen über Data Discovery-Appliances. Diese ermöglichen ein automatisches, konfigurierbares Scannen von lokalen und Netzwerk-Freigaben unter Verwendung von erkennungsspezifischen Inspektionsrichtlinien, um sensible Daten überall dort zu finden, wo sie sich befinden. Detaillierte Auditprotokolle und -berichte liefern zudem die erforderlichen Informationen, um die Einhaltung von Vorschriften nachzuweisen, vertrauliche Informationen zu schützen und das Risiko von Datenverlusten zu verringern.

2. Datenklassifizierung

Die Strategien zur Datenklassifizierung können von Unternehmen zu Unternehmen variieren, aber durch den Einsatz von DLP-Tools zur Analyse sensibler Daten und der Anwendung von Richtlinien können Unternehmen die dringend benötigte Struktur in ihre Sicherheitsstrategie implementieren. Üblicherweise werden Daten in folgende Kategorien eingeteilt:

• >> Eingeschränkt: Daten, die bei einem Datenleck dauerhafte und schwere Konsequenzen für ein Unternehmen bedeuten

• >> Vertraulich: Daten, die vor unbefugtem Zugriff geschützt werden müssen und mäßig sensible Informationen enthalten

• >> Öffentlich: Daten, die geteilt werden dürfen

3. Zugriffskontrollen und kontinuierliche Datenverfolgung

Nachdem die Daten klassifiziert wurden, sollten Unternehmen sicherstellen, dass auf Benutzerebene geeignete Sicherheitskontrollen vorhanden sind, um Informationen vor Diebstahl zu schützen. Richtlinienkontrollen stellen sicher, dass Daten nicht durch böswillige oder fahrlässige Mitarbeiter verändert, verloren oder gestohlen werden können. Gerade unvorsichtige Mitarbeiter sind seit Jahren eine der Hauptursachen für den Verlust von Unternehmensdaten.

Um Risiken zu minimieren, entscheiden sich deshalb viele Unternehmen für Kontrollen, die den Datenzugriff für die Mitarbeiter einschränken. Dies stellt sicher, dass Angestellte nur Zugang auf für ihre Arbeit notwendige Daten haben. Data Loss Prevention-Tools bieten hier die Überwachung, Verfolgung und den Schutz sensibler Daten vor nicht autorisiertem Zugriff während des gesamten Verarbeitungszyklus, unabhängig davon, ob sie sich im Ruhezustand, Gebrauch oder in Übertragung befinden. Einige Lösungen verfügen über Richtlinien, die das Auffordern, Blockieren oder automatische Verschlüsseln ermöglichen, wenn ein Benutzer mit sensiblen Daten arbeitet. Andere können so konfiguriert werden, dass sie unbefugten Zugriff auf sensible Inhalte, Manipulationen oder die Synchronisierung mit Cloud-Umgebungen vollständig verhindern.

4. Mitarbeiteraufklärung bei riskantem Verhalten

Neben der Möglichkeit, kritische Daten zu überwachen und zu verfolgen, können Kontrollen zudem verhindern, dass Benutzer bestimmte Handlungen ausführen, wie etwa Daten zu verschieben, zu kopieren oder zu drucken. In diesen Szenarien können Administratoren DLP-Lösungen einsetzen, um Nutzern Benachrichtigungen anzuzeigen, die erklären, weshalb eine Handlung – sei es der Zugriff, das Verschieben oder das Verschicken bestimmter Daten per Mail – verboten ist. Dies trägt zur Aufklärung der Mitarbeiter bei und fördert die Optimierung im Umgang mit kritischen Informationen.

5. Einsatz verhaltensbasierter Erkennungswerkzeuge

Neben Data Loss Prevention, können zudem Lösungen wie Endpoint Detection and Response (EDR) oder Advanced Threat Protection (ATP) Bedrohungen in Echtzeit erkennen, bevor Daten gefährdet werden. EDR-Tools überwachen Endpunkt- und Netzwerkereignisse und speichern diese Informationen in einer zentralen Datenbank. Diese Daten werden auf Anomalien wie selten auftretende Prozesse, ungewöhnliche oder unbekannte Verbindungen und andere verdächtige Aktivitäten untersucht. Der Vorgang kann automatisiert werden, wobei Anomalien Alarme für sofortige Gegenmaßnahmen oder weiterführende Untersuchungen auslösen. Zudem bieten viele EDR-Tools auch eine manuelle oder nutzergesteuerte Datenanalyse.

Wenn Organisationen genau wissen, welche ihrer Daten besonders wertvoll sind, können sie diese zielgerichtet durch kontinuierliche Überwachung und Verschlüsselung gegen externe Angreifer und Insider-Bedrohungen verteidigen, selbst im Fall eines Sicherheitsverstoßes. Der Einsatz der obengenannten Data Security-Best Practices kann Unternehmen helfen, ihre sensiblen Informationen besser zu schützen und hohe Kosten durch einen Sicherheitsvorfall zu vermeiden. (Digital Guardian: ra)

eingetragen: 31.01.20
Newsletterlauf: 23.03.20

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Dateien identifizieren und exfiltrieren

Das Incident Response Team (IRT) von Varonis Systems beobachtet seit November 2020 verstärkte Angriffe von Darkside, Inc. auf Unternehmen in Nordamerika und Europa. Diese sehr gezielten Kampagnen wurden in mehreren Phasen über Wochen bzw. Monate durchgeführt und zielten auf den Diebstahl und die Verschlüsselung sensibler Daten einschließlich Backups ab. Obgleich die Opfer über umfangreiche Cybersicherheitslösungen verfügten, hatten sie dennoch Schwierigkeiten bei der Identifizierung und folglich auch Abwehr der Attacken. Hierzu trägt vor allem das hochentwickelte Vorgehen der Angreifer bei: So halten sie sich vor der Verschlüsselung der Dateien außergewöhnlich lange in den angegriffenen Netzwerken auf, um möglichst unauffällig besonders lohnende Dateien zu identifizieren und zu exfiltrieren.

Lieber ein privates TikTok-Konto einrichten

TikTok ist bereits seit längerem der neue Star am Social-Media-Himmel und löst damit so prominente Vorgänger wie MySpace, Facebook, Snapchat und Instagram ab. Und auch wenn die Ideen hinter diesen Plattformen immer wieder neuartig waren, bleibt eines gleich: Basis des Erfolgs sind Massen privater Daten, die mehr oder weniger gut geschützt ins Netz wandern. Im aktuellen Fall bietet TikTok die Möglichkeit, sich mit Kurzvideos zwischen drei Sekunden bis zu einer Minute zu "präsentieren". Inhaber der Plattform ist das chinesische Unternehmen ByteDance. Den Erfolg von TikTok machen vor allem die Möglichkeiten für neuere und individuellere Wege zur Interaktion aus. Im Jahre 2016 gestartet, war 2020 das Jahr des Durchbruchs für die Video-Applikation. Die Covid-19-Pademie, die mit bekanntermaßen viel sozialer Isolation einhergeht, hat dabei einen großen Anteil an der gewonnenen Popularität von TikTok. Die Applikation ermöglicht es Nutzern schnell und unkompliziert kleine Videos miteinander zu teilen und damit ein wenig Abwechslung und Heiterkeit in den drögen und oftmals frustbesetzten Pandemie-Alltag zu bringen.

Vertrauen schaffen in der digitalen Welt

Für bestimmte Dienstleistungen schreibt das Geldwäschegesetz (GWG) eine Legitimationsprüfung für Neukunden vor: einen sogenannten Know-Your-Customer-Prozess. Es liegt also im Interesse von Unternehmen, die Identität ihrer Kunden zu prüfen. Gleichzeitig fürchten sich Verbraucher vor Identitätsdiebstahl und agieren eher zurückhaltend bei digitalen Legitimationsprozessen. Um trotz dieser Anforderungen eine angenehme Nutzererfahrung bei Online-Dienstleistungen zu bieten, braucht es einfache und sichere Methoden der Identitätsfeststellung, die bestenfalls ohne Medienbrüche auskommen. Welche verschiedenen Identifikationsverfahren aktuell zum Einsatz kommen stellt Ingolf Rauh, Product Manager Signing Service bei Swisscom Trust Services, vor.

Wie verbessert der OOB-Ansatz die IT-Sicherheit?

DDoS-Angriffe auf Unternehmensnetzwerke erfordern schnelle Reaktionen. Eine davon ist das Abschalten betroffener Systeme, um den Angreifern den Zugang zu versperren. Speziell bei DDoS-Attacken sind Rettungsaktionen über vorhandene Netzwerkverbindungen aber meist nicht mehr möglich, weil Server und Netzwerke über eine große Zahl von Verbindungsanfragen überlastet und für Rettungsmaßnahmen nicht mehr ansprechbar sind. Out-of-Band-Management hält IT-Administratoren über leicht zu integrierende Konsolenserver und geschützte Verbindungen den Zugang zum eigenen Netzwerk offen. So können sie im Fall einer DDoS-Attacke betroffene Server abschalten oder reparieren.

Drei Lösungen für den Einstieg in MSS

Unternehmen investieren verstärkt in ausgeklügelte Security-Konzepte. Zunehmend fällt hierbei die Wahl auf Managed Security Services (MSS). Der Grund: Die Provider liefern passgenaue Lösungen und managen diese auch nach der Implementierung. So wird die unternehmensinterne IT-Abteilung von immer komplexer werdenden Sicherheitsaufgaben entlastet. Wolfgang Kurz, CEO und Founder bei indevis, empfiehlt folgende drei Lösungen für den Einstieg in MSS. Als Einstieg in die Welt der Managed Security Services wählen viele Unternehmen die E-Mail-Security. Denn die E-Mail-Kommunikation ist zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs essenziell. Außerdem sind User nach wie vor eine der größten Schwachstellen in jedem Sicherheitssystem. Sie haben Zugriffsberechtigungen für Systeme und Daten – und lassen sich trotz Security-Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen relativ leicht täuschen: Ein Klick in einem unbedachten Moment kann schon ausreichen, um ungewollt und unbemerkt Ransomware zu installieren. Einmal heruntergeladen verschlüsselt die Schadsoftware Unternehmensdaten und -systeme oder verwehrt Usern den Zugriff darauf. Rückgängig lässt sich der Vorgang nur mit einem Passwort machen, für das die Hacker hohe Lösegeldsummen verlangen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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