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Bessere Methoden für IAM und PAM


IT-Sicherheitsexperten bekunden mangelndes Vertrauen in Privileged Access Management: Was tun?
Identity und Access Management oder im Licht der Studienergebnisse betrachtet wohl eher Missmanagement kann in Kombination mit nicht ausreichenden Sicherheitspraktiken zu schwerwiegenden Unterbrechungen der Geschäftsabläufe und Datenschutzvorfällen gleichzeitig führen



Von Martin Grauel, One Identity

Cybersicherheit als solche und insbesondere der Schutz von vertraulichen Daten waren vielleicht nie wichtiger als gerade jetzt. Die allgemeine Aufmerksamkeit richtet sich inzwischen sehr viel stärker auf das Thema. Das gilt gleichermaßen für Regierungen und Aufsichtsbehörden. Die Risiken sind höher denn je. Kein Unternehmen, keine Organisation kann sich mehr hinter einer magischen "BlackBox" verschanzen, die im Hintergrund sämtliche Sicherheitsvorkehrungen übernimmt. Ohne konzertierte Aktion wird es nicht gehen, und die betrifft Menschen, Prozesse und Technologien zu gleichen Teilen.

Tatsächlich haben Identity und Access Management sowie das Privileged Access Management (abgekürzt IAM und PAM) einen großen Anteil an den Sicherheitsbemühungen eines Unternehmens. Das hat einen Grund. Privilegierte Konten betreffen die wichtigsten Daten einer Firma, Benutzer dieser Konten können auf höchst vertrauliche Informationen zugreifen. Es ist also entscheidend, dass wirklich nur die Nutzer auf genau die Daten zugreifen, die sie brauchen, um die mit ihrem Job verbundenen Aufgaben zu erledigen. Und nur auf diese Daten und nicht etwa auf sämtliche sensiblen Informationen eines Unternehmens. Erst das Zusammenspiel von übergreifender Governance, dementsprechenden Praktiken und Richtlinien, gewährleistet überhaupt mit Cyberangriffen Schritt halten zu können.

Eine erst kürzlich durchgeführte Befragung von über 1.000 mittelständischen und großen Unternehmen liefert allerdings eher alarmierende Befunde. Beinahe ein Drittel der befragten Organisationen verlässt sich beispielsweise bei der Passwortverwaltung auf inzwischen völlig überholte manuelle Ansätze wie etwa Excel-Tabellen. Weitere 75 Prozent der IT-Sicherheitsexperten räumen ein, Passwörter zumindest ab und zu mit Kollegen zu teilen, und ein Viertel der Befragten tut dies üblicherweise oder sogar immer. Und auch was das Vergeben und Entziehen von Zugriffberechtigungen angeht, stimmen die Studienergebnisse nicht gerade optimistisch. Firmen brauchen für die komplette Provisionierung beziehungsweise Deprovisionierung eines Benutzers Zeiträume von mehreren Tagen (44 Prozent) bis in einigen Fällen hin zu mehreren Wochen (32 Prozent).

Die erschreckende Zahl von 77 Prozent von IT-Sicherheitsexperten gab zu, dass es für sie vergleichsweise einfach wäre sensible Daten zu stehlen, sollten sie die Firma verlassen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse betrachtet überrascht es dann schon weit weniger, dass stolze 87 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten den PAM-Programmen ihres eigenen Unternehmens nicht vollständig vertrauen.

Identity und Access Management oder im Licht der Studienergebnisse betrachtet wohl eher Missmanagement kann in Kombination mit nicht ausreichenden Sicherheitspraktiken zu schwerwiegenden Unterbrechungen der Geschäftsabläufe und Datenschutzvorfällen gleichzeitig führen. Kein Unternehmen kann sich heutzutage Sicherheitsschwachstellen leisten. Ebenso wenig wie einen Serviceausfall. Effektive IAM- und PAM-Programme sind eine wichtige Komponente, wenn man Cyberrisiken minimieren will. Genauso tragen IAM und PAM dazu bei, die Sicherheitsbelange anderer Unternehmen zu verbessern. Die Studienergebnisse enthüllen, dass etliche Unternehmen weltweit aber genau daran scheitern. Selbst wenn es um grundlegende Best Practices und Sicherheitsmaßnahmen sowohl beim Identity und Access Management als auch bei der Verwaltung privilegierter Konten geht.

Bessere Methoden für IAM und PAM
Anmeldeinformationen zu stehlen ist für böswillige Akteure einer der simpelsten Wege sich Zugang zu einem Unternehmensnetzwerk zu verschaffen. Am begehrtesten ist der Zugriff auf privilegierte (administrative) Konten. Diese Konten verschaffen einem Eindringling nahezu unbegrenzten Zugriff auf die Infrastruktur eines Unternehmens, eingeschlossen die wichtigsten und vertraulichsten Systeme und Daten. Je mehr Konten für einen Angreifer verfügbar sind, desto größer der potenzielle Schaden. Dazu gehören Datenschutzverletzungen und das Offenlegen von Daten, der Verstoß gegen Compliance-Richtlinien, Strafen sowie Vertrauensverlust des Unternehmens bei seinen Kunden und Rufschädigung. Wirksame IAM- und PAM-Programme sind einer der wichtigsten Bausteine für die Sicherheitsstrategie eines jeden Unternehmens.

Unternehmen sollten die folgenden grundlegenden Empfehlungen deshalb dringend beherzigen:

>> Passwörter für privilegierte Konten nach jedem Kontozugriff zurücksetzen: Damit begrenzenSiedas gemeinschaftliche Nutzen von administrativen Anmeldeinformationen. So sind vertrauliche Unternehmensdaten um sein Vielfaches besser geschützt als über statische und wieder verwendbare Passwörter.

>> Nicht mehr aktive Benutzerkonten sofort deprovisionieren: Mitarbeiter wechseln die Firma, werden entlassen oder Stellen anderweitig besetzt als ganz natürlicher Teil unternehmerischer Lebenszyklen. Es sollte ein ebenso natürlicher Bestandteil dieser Lebenszyklen sein, nicht mehr gültige Zugriffsberechtigungen auf das Firmennetzwerk unverzüglich zurückzurufen. Selbst, wenn Mitarbeitende sich im Guten von ihrer Firma getrennt haben, ist es das Risiko nicht wert schlummernde Konten über einen langen Zeitraum hinweg beizubehalten. Nicht zuletzt können sich auch Hacker solcher nicht mehr aktiv genutzter Konten bemächtigen.

>> Benutzerpasswörter schnell zurücksetzen: Sicherheitsmaßnahmen, die für die Benutzer sperrig und komplex in der Anwendung sind, führen schnell zu Frustration. Der unerwünschte Nebeneffekt: Sicherheitsmaßnahmen werden als Zeitverschwendung betrachtet. Probleme mit dem Vergeben und Verwalten von Passwörtern zu lösen ist ein unternehmerischer Imperativ. Einerseits, um zu gewährleisten, dass Mitarbeitende produktiv arbeiten, andererseits, um zu verhindern, dass sie selbst Mittel und Wege finden, Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen (etwa in dem sie Passwörter teilen).

>> Sämtliche Aktivitäten rund um eine Identität überwachen und protokollieren: Bei vertraulichen Informationen ist es wichtig zu wissen, wer auf welche Dateien zugreifen kann. Insbesondere dann, wenn die Daten gefährdet sind. Für Auditoren sind die diesbezüglichen Protokolldaten ausnehmend wichtig. Sie helfen bei der Ursachenforschung und Analyse sollte es bereits zum Schlimmsten gekommen sein. Sie fungieren aber auch als Frühwarnsystem und weisen auf potenziell schädliche Aktivitäten eines Benutzers hin.

Dies sind neben vielen weiteren mehr grundlegende Best Practices beim Identity und Access Management, respektive dem Privileged Access Management, die dazu beitragen, das Risiko von Datenschutzverletzungen zu senken. Aber auch Risiken, die mit nicht erlaubten Aktivitäten eines Benutzers zusammenhängen, einzugrenzen. Natürlich haben Technologien einen nicht ganz unerheblichen Anteil daran, hier Hilfestellung zu leisten. Etwa indem sie Prozesse automatisieren sowie Lücken bei der Verwaltung privilegierter Konten aufdecken und zu schließen. Je größer die Zahl schlecht verwalteter Benutzerkonten und privilegierter Konten ist, desto größer der potenzielle Schaden. Er reicht von Datenschutzverletzungen und Datendiebstahl, über mangelnde Compliance und Strafen bis zum Vertrauensverlust bei Kunden und schwerwiegenden Schäden an Marke und Ruf. Es bleibt also zu hoffen, dass Unternehmen in den kommenden Jahren etwas mehr Vertrauen in ihre Prozesse zum Identity und Access Management und das Management privilegierter Konten haben. Weil Firmen die dazu notwendigen Maßnahmen ergreifen. (One Identity: ra)

eingetragen: 26.11.18
Newsletterlauf: 21.12.18

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Angriffsmethode "Credential Stuffing"

Das Thema ist nicht neu: Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder auch Berufsnetzwerke wie XING und LinkedIn haben massive Sicherheitsprobleme. Datenklau ist bei nahezu jedem dieser Netzwerke bereits Thema gewesen. Allein in diesem Jahr waren bereits eine halbe Milliarde Facebook-Nutzende, mehr als eine Million Clubhouse-Daten sowie die LinkedIn-Daten von fast allen Nutzenden betroffen. "Allerdings können Nutzende selbst die meist nicht sehr tiefgreifende Sicherheit sozialer Netzwerke weiter kompromittieren, indem diese beispielsweise für sämtliche Dienste dieselben Login-Daten verwenden", warnt IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Schrenk. Die Geschäftsführerin der PSW Group informiert über die Auswirkung: "Das kann fatale Folgen haben, die bis zum Identitätsdiebstahl reichen können. Denn wenn Nutzende dieselben Login-Daten für mehrere Dienste verwenden, reicht es, wenn Cyberkriminelle einmalig an diese Daten gelangen. Sie probieren dann aus, in welche Dienste man sich mit diesen Zugängen noch einloggen kann. Diese Angriffsmethode wird auch Credential Stuffing genannt."

HTTP-Sicherheit einfach gemacht

Vielleicht dem einen oder anderen bekannt, Let's Encrypt ist eine Organisation, die es einfach und günstig (eigentlich sogar kostenlos) macht, HTTPS-Zertifikate für Webserver zu erhalten. Doch der Reihe nach und wozu das alles? Dass sensible Daten wie Usernamen, Passwörter oder andere persönliche Informationen geheim und verschlüsselt über das Internet kommuniziert werden sollten, bedarf eigentlich keiner weiteren Diskussion. Aber selbst für wenig sensible Daten, die man sich beispielsweise beim Surfen im Internet ansieht, ist eine Verschlüsselung des Internetverkehrs durchaus sinnvoll. Denn Cybergauner können durch die Beobachtung von unverschlüsseltem Internetverkehr viel über den Nutzer erfahren. Und warum sollte man es den Gangstern leicht machen und die Chance geben, beispielsweise einen Download mit einem gefälschten Nachrichtendokument auszutauschen oder Malware über eine vermeintlich harmlose App einzuschleusen? HTTPS ist eine der besten Sicherheitsmaßnahmen. Und es sollte ein durchgängiger Standard für alle Websitzungen sein, auch für die Sitzungen, die man für belanglos hält – ähnlich dem Sicherheitsgurt, den man grundsätzlich zu Beginn einer Fahrt anlegt und nicht erst dann, wenn man glaubt, dass die Straßenbedingungen am gefährlichsten sind.

Organisationen des Gesundheitswesens auf dem Prüfstand

Organisationen im Gesundheitswesen haben durch die Einführung moderner Medizintechnik enorme Fortschritte gemacht, um ihre Effizienz zu steigern und die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Die neuen Technologien reichen von der automatisierten Patientenverwaltung über Robotik in der Versorgung und Materialwirtschaft bis hin zu vernetzten IoT-Geräten, die den Gesundheitszustand von Patienten überwachen und vor Gefahrensituationen warnen. Diese digitalen Helfer und Technologien sind enorm nützlich, aber stellen die Krankenhäuser und Gesundheitsorganisationen gleichzeitig vor eine Herausforderung: Sie erzeugen riesige Datenmengen, die gespeichert und geschützt werden müssen. Das betrifft etwa die Daten, die durch Video-Sprechstunden und Ferndiagnosen anfallen – zwei Kategorien, die seit Beginn der COVID-19-Pandemie, stark angestiegen sind. Zum Beispiel werden viele Arzttermine heute virtuell über Telemedizin-Apps vereinbart und auch im Bereich der Video-Sprechstunde ist ein Fortschritt zu verzeichnen. All diese Daten und Fernberatungen müssen protokolliert und über den in der Medizin üblichen Zeitraum gespeichert werden. Zusätzlich werden zunehmend mehr Daten im Zusammenhang mit der digitalen Krankenakte und mit digitalen Gesundheitspässen erzeugt – beispielsweise durch COVID-19- Tests oder Impfzertifikate.

Das richtige Tool für jede Datenmigration

Jede IT-Organisation steht regelmäßig vor der Herausforderung, Daten migrieren zu müssen. Ob vom alten Speicher auf einen neuen, oder gleich in die Cloud: Wer migrieren will, benötigt dafür ein passendes Tool, sprich, eine Migrationssoftware. Bei der Auswahl des passenden Tools stehen Nutzer vor der Qual der Wahl: Neben einer Vielzahl kommerzieller Tools stehen auch einige kostenfreie Tools zur Verfügung. Darüber hinaus bieten manche Hersteller ihre eigenen Tools für ihre Lösungen an: NetApp bietet XCP für CIFS und NFS; Dell bietet Emcopy für CIFS. Diese Tools von Hardware-Herstellern haben für Nutzer den Vorteil, dass sie meist im Paket inbegriffen sind und Fehler und Probleme im Rahmen des Support-Vertrages behandelt werden. Komplett kostenfrei sind beispielsweise die Freewares Robocopy und Rsync. Beide Tools haben jedoch jeweils prinzipielle Handicaps: Robocopy hat ein schwer Parse-bares Log-File und Rsync ist nicht multi-threaded. Bei der Berechnung der Kosten müssen unterschiedliche Lizenzierungsmodelle bereits in der Planungsphase miteinbezogen werden. So berechnen viele Anbieter kommerzieller Kopier-Tools die Lizenzkosten etwa nach Volumen der zu kopierenden Daten oder der Projektlaufzeit. Auch die Kosten für etwaige Schulungen von Mitarbeitern und die Dauer der Migration an sich sollten vorab berücksichtigt werden. Neben diesen grundsätzlichen Bedingungen gibt es bei der Wahl eines geeigneten Migrations-Tool noch zahlreiche weitere Faktoren zu bedenken.

Wie Cyberbetrüger Google-Formulare nutzen

Sophos hat unter dem Titel: "Phishing and Malware Actors Abuse Google Forms for Credentials, Data Exfiltration" einen neuen Analysereport veröffentlicht, der sich mit der missbräuchlichen Nutzung von Google Forms durch Cyberkriminelle beschäftigt. "Das Ausmaß, mit dem Angreifer Google Forms für sich verwenden, kam ans Licht, als wir untersuchten, wie Schadsoftware die Verschlüsselung missbraucht, um Aktivitäten und Kommunikation zu verschleiern", erklärt Sean Gallagher, Senior Threat Researcher bei Sophos. "Google Forms macht es Cyberkriminellen dabei besonders leicht: die Formulare sind einfach umzusetzen und vertrauenswürdig, sowohl für die Organisation als auch für den Konsumenten. Der Datenstrom zu und vom Service ist durch Transport Layer Security (TLS)-Verschlüsselung geschützt, so dass er sich nicht so einfach von den Verteidigern inspizieren lässt. Das ganze Set-up beinhaltet also im Wesentlichen eine kostenlose Angriffsinfrastruktur." Die Analyse zeigt, dass der häufigste Missbrauch von Google Forms in den Bereichen Phishing und Betrug stattfindet, was eher wenig Qualifikation erfordert. Zunehmend lassen sich aber Anzeichen beobachten, dass Angreifer die Plattform für komplexere Attacken nutzen. In den Beispielen setzten die Kriminellen Google Forms für Datenexfiltration und Schadsoftware Command-and-Control ein.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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