Personalisierte Angriffsversuche sind erfolgversprechend

Mythen rund um Social-Engineering-Attacken und wie Unternehmen sich aktiv schützen können

Während Sicherheitssoftware wie Firewalls und Antivirenprogramme nach wie vor wichtig sind, um Angriffe aller Art abzuwehren, zielt Social Engineering auf den Menschen als schwächstes Glied in der IT-Sicherheitskette ab



Social-Engineering-Angriffe sind weltweit auf dem Vormarsch und es zeichnet sich deutlich ab, dass diese Angriffsform durch auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Tools in Zukunft noch raffinierter werden wird. Laut einer aktuellen Studie von Bitkom e.V. hat fast jedes zweite Unternehmen eine versuchte Attacke erlebt. Dennoch halten sich hartnäckig Mythen über diese Angriffsart, die Unternehmen zu falschen Entscheidungen verleiten.

Social-Engineering-Angriffe gehören zum Alltag eines jeden Unternehmens. Denn für Cyberkriminelle ist das Abgreifen sensibler Daten nicht nur eine lukrative Erpressung, sondern es kommt Unternehmen auch auf andere Weise teuer zu stehen. Viele machen Fehler im Umgang mit Social Engineering, die den Angreifern den Erfolg erleichtern können.

Die Nevis Security AG räumt mit den fünf gängigsten Mythen rund um Social-Engineering-Attacken auf und gibt Tipps, wie Unternehmen diese Art von Angriffen erfolgreich erkennen und damit stoppen können:

>> Technische Sicherheitsmaßnahmen sind ausreichend

Während Sicherheitssoftware wie Firewalls und Antivirenprogramme nach wie vor wichtig sind, um Angriffe aller Art abzuwehren, zielt Social Engineering auf den Menschen als schwächstes Glied in der IT-Sicherheitskette ab. Ziel der Angreifer ist es, Personen so zu manipulieren, dass sie beispielsweise Login-Daten oder andere sensible Informationen preisgeben. Eine der häufigsten Schwachstellen ist daher die mangelnde Sensibilisierung der Mitarbeiter. Es ist wichtig, sie regelmäßig zu schulen und zu sensibilisieren, damit sie nicht unwissentlich auf die Tricks der Kriminellen hereinfallen.

>> Social-Engineering erfolgt nur über Phishing

Gerade hochgradig personalisierte Angriffsversuche sind für Kriminelle erfolgversprechend. So werden beispielsweise fingierte Telefonanrufe immer beliebter, um an sensible Daten zu gelangen. Dabei werden verschiedene Tricks angewendet, um ans Ziel zu kommen: Techniken wie Autoritätsausbau (CEO-Scam), Sachlichkeit, Sympathie oder Neugier werden ausgenutzt, damit die Daten preisgegeben werden. Neben dem Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung kann hier ein risikobasierter Ansatz oder eine adaptive Authentifizierung die Lösung sein. Meldet sich ein Nutzer beispielsweise von einem anderen als dem registrierten Endgerät an, wird er aufgefordert, einen zusätzlichen Authentifizierungsschritt durchzuführen.

>> Es bleibt bei einem Angriff

Ist ein Hacker erst einmal im System, bleibt es oft nicht bei einem Angriff. Gerade Social Engineering dient als Einfallstor für weitere Attacken. Haben sich Kriminelle beispielsweise erfolgreich in einem System oder einer Anwendung authentifiziert, können sie weitere Schadsoftware wie Ransomware nachladen. Das Ausmaß muss nicht sofort spürbar sein, die Schadsoftware kann in einen Ruhezustand versetzt werden. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, schlagen die Angreifer zu. Nach dem Motto "wehret den Anfängen" sollten Unternehmen eine starke Authentifizierung implementiert haben, um es Hackern so schwer wie möglich zu machen, in ein System oder eine Anwendung einzudringen.

>> Meine Mitarbeiter und meine Kunden sind eindeutig identifiziert und damit autorisiert

Eine registrierte Person muss nicht notwendigerweise die Person sein, die dazu berechtigt ist. Versäumen es Unternehmen, die Identität einer Person angemessen zu überprüfen, insbesondere wenn es sich um sensible Daten handelt, kann dies schwerwiegende Folgen - auch unter Compliance-Gesichtspunkten - haben. Für Unternehmen ist es daher wichtig, nicht nur sicherzustellen, dass die berechtigten Personen Zugriff auf die Daten haben, sondern auch eine starke MFA zu implementieren. Gelingt es dem Angreifer, diese zu überwinden, kann neben einer risikobasierten Authentifizierung auch der Einsatz eines Continuous-Authentication-Konzepts sinnvoll sein. Dabei wird die Identität von Benutzer und Endgerät im Hintergrund überprüft, ohne dass die Sitzung unterbrochen wird. So können die IT-Sicherheitsexperten eines Unternehmens schneller feststellen, ob ein unberechtigter Zugriff auf einen Account erfolgt.

>> Nur naive Personen sind von Social Engineering betroffen, deswegen reichen Passwörter als Sicherheitskonzept aus

Dank ausgeklügelter Methoden wie Social-Engineering-Attacken in Echtzeit können auch informierte Personen Opfer von Hackern werden. Wenn dann noch unzureichende Sicherheitsrichtlinien ins Spiel kommen, wird es heikel. Viele Unternehmen verlassen sich immer noch auf Passwörter, wie eine Studie von Nevis zeigt. Zehn Prozent der befragten IT-Entscheider gaben darin sogar zu, überhaupt keine Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Cybersecurity-Standards wie FIDO, OAuth oder WebAuthn sind gerade einmal der Hälfte der IT-Entscheider bekannt. Dabei ist längst bekannt, dass Passwörter nicht sicher sind. Der Einsatz von MFA auf Basis biometrischer Merkmale erschwert Hackern das Eindringen in Systeme, da diese Art der Authentifizierung nicht so leicht in falsche Hände geraten kann.

Stephan Schweizer, CEO der Nevis Security AG, kommentiert: "Gerade durch die Möglichkeit, dass künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch ist, wird es auch für Cyberkriminelle immer einfacher, Angriffe einfacher und automatisiert ablaufen zu lassen. So ist im Bereich des Social Engineering kaum noch technisches Know-how erforderlich, um illegal an sensible Daten zu gelangen. Auch Fraud-as-a-Service, bei dem Kriminelle ihre Fähigkeiten oder ihre Software im Prinzip Laien zur Verfügung stellen, erschwert die Cyber-Sicherheitslage zusätzlich. Unternehmen sollten es Hackern nicht leicht machen, Daten zu stehlen und die Gefahren ernst nehmen." (Nevis: ra)

eingetragen: 24.08.23
Newsletterlauf: 02.10.23

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Meldungen: Hintergrund

Einsatz von Deep Fakes

Schon im Oktober 2023 hatten die Bitdefender Labs vor dem neuen Trend der Cyberkriminellen gewarnt, hochwertige Streaming-Kanäle zu kapern – mit dem Ziel massenhaften Krypto-Betrugs. Dieser Trend hat nun größere Ausmaße angenommen. Dabei agieren die Täter zielgruppengerecht und greifen vor allem reichweitenstarke Kanäle an, die teilweise über eine Million, in einem Fall sogar 12,5 Millionen Abonnenten haben.

Cyberattacken auf Hotels

Kriminelle nutzen zunehmend den wohlmeinenden Servicegedanken von Hotelmitarbeitenden aus: Sophos X-Ops hat mehrere Fälle einer ungewöhnlichen "Malspam"-Kampagne aufgedeckt, die sich an Hotels auf der ganzen Welt richtet und mit Hilfe einer Social-Engineering-Komponente konkret die Emotionen des Servicepersonals ausnutzt. Die Attacken mit der Schadsoftware RedLine Stealer, die auf das Abschöpfen von Zugangsdaten spezialisiert ist, konnte aktuell in Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in den USA nachgewiesen werden.

Kriminelle übernehmen SSH-Server mit SSH-Tunneling

Aqua Security hat eine seit langem bestehende aber kaum bekannte Bedrohung für SSH-Server näher beleuchtet. Über SSH-Tunneling können Bedrohungsakteure SSH-Server als Slave-Proxy nutzen und Datenverkehr über ihn weiterleiten. Eine mehrmonatige Forschung von Aquas Research-Team "Nautilus" ergab, dass Cyberkriminelle einen Weg gefunden haben, um SSH-Tunneling zu nutzen, um Proxy-Pools zu erstellen.

Ransomware-Banden im Fegefeuer der Eitelkeiten

Cyberkriminalität ist professionalisiert. Dazu gehören aber nicht nur Arbeitsteilung, Recruiting im Darknet und benutzerfreundliche Malware-Baukästen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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