Schritt-für-Schritt SASE implementieren

Technologie für sichere Vernetzung: SASE führt den Paradigmenwechsel in der Netzwerksicherheit ein

Traditionell haben Unternehmen separate Lösungen für Netzwerkzugriffskontrolle, Sicherheit und WAN-Optimierung verwendet



Die zunehmende Digitalisierung und die Verbreitung von Remote-Arbeit haben die Bedeutung einer robusten und sicheren Netzwerkinfrastruktur für Unternehmen in den Vordergrund gerückt. Angesichts dieser Herausforderungen präsentiert die IT-Sicherheitsbranche eine revolutionäre Technologie: SASE, die Secure Access Service Edge-Architektur. Patrycja Schrenk, IT-Sicherheitsexpertin und Geschäftsführerin der PSW Group, ist überzeugt, dass SASE einen Wandel für Unternehmen herbeiführen wird: "SASE ist ein Konzept für Netzwerksicherheit und -architektur, das von Gartner entwickelt wurde. Es repräsentiert eine konvergente Zukunft, in der Sicherheit und Netzwerkinfrastruktur nahtlos integriert sind. Gleichzeitig bietet SASE die Möglichkeit, das Gleichgewicht zwischen Benutzerfreundlichkeit und hohen Sicherheitsstandards zu wahren, ohne die betriebliche Effizienz zu beeinträchtigen."

Traditionell haben Unternehmen separate Lösungen für Netzwerkzugriffskontrolle, Sicherheit und WAN-Optimierung verwendet. Dies führte zu komplexen und oft schwer verwaltbaren Infrastrukturen. Um den Zugriff auf Unternehmensressourcen sicherer und effizienter zu gestalten, konsolidiert SASE alle wesentlichen Sicherheits- und Netzwerkfunktionen in einer einzigen Cloud-native Plattform. Hierfür vereint die SASE-Architektur Software-Defined Wide Area Networking (SD-WAN) mit umfassenden Sicherheitsfunktionen wie Firewall, Secure Web Gateway, Zero Trust Network Access (ZTNA), Data Loss Prevention (DLP) und mehr. Diese Integration ermöglicht es Unternehmen, den Netzwerkzugriff zu optimieren, Benutzer und Daten zu schützen und gleichzeitig die Komplexität zu reduzieren.

Patrycja Schrenk betont die Flexibilität von SASE: "Die Cloud-basierte Natur von SASE ermöglicht eine nahtlose Skalierung und Anpassung an die sich ändernden Anforderungen von Unternehmen. Es eröffnet auch neue Möglichkeiten für Unternehmen, da sich Mitarbeitende von überall aus sicher mit den Unternehmensressourcen verbinden können." Über die Vorteile, die SASE Unternehmen bieten kann, sagt Schrenk: "Durch die Implementierung von SASE können Organisationen ihre Netzwerke effizienter und sicherer gestalten. Die Konvergenz von Netzwerk und Sicherheit in einer Plattform führt zu verbessertem Datenschutz, erhöhter Produktivität und reduzierten Gesamtbetriebskosten."

Schritt-für-Schritt SASE implementieren

Die Umsetzung von SASE kann je nach Größe des Unternehmens, der Komplexität des Netzwerks und den spezifischen Anforderungen variieren. "Die Implementierung von SASE erfordert eine gründliche Planung und Vorbereitung sowie eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung, um das volle Potenzial dieser innovativen Sicherheitslösung auszuschöpfen. Eine schrittweise Einführung ist empfehlenswert, um mögliche Störungen zu minimieren und eine reibungslose Implementierung sicherzustellen", rät Schrenk und schlägt diese Schritte vor:

1. Evaluierung der Netzwerkarchitektur: Bevor ein Unternehmen SASE implementiert, sollte es seine bestehende Netzwerkarchitektur analysieren und bewerten, um zu verstehen, wie Daten und Anwendungen im Netzwerk fließen und welche Sicherheitslösungen bereits vorhanden sind.

2. Auswahl eines SASE-Anbieters: Es gibt mehrere Unternehmen, die SASE-Lösungen anbieten. Die Auswahl des richtigen Anbieters hängt von den spezifischen Anforderungen des Unternehmens ab, einschließlich der Größe des Netzwerks, der geografischen Verteilung und der Sicherheitsanforderungen.

3. Cloud-Integration: Da SASE Cloud-basiert ist, sollten Unternehmen eine Cloud-Strategie und -Integration festlegen. Dies beinhaltet die Identifizierung der erforderlichen Cloud-Services und -Provider, um SASE-Funktionen effizient zu nutzen.

4. Integration von Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen: SASE vereint typischerweise verschiedene Sicherheitsfunktionen wie Next-Generation-Firewalls, Secure Web Gateways, Zero Trust Network Access (ZTNA), Data Loss Prevention (DLP) und mehr. Das Unternehmen muss diese Funktionen in die SASE-Lösung integrieren und sicherstellen, dass sie nahtlos zusammenarbeiten.

5. Implementierung der Sicherheitsrichtlinien: Das Unternehmen muss Sicherheitsrichtlinien festlegen und diese in der SASE-Lösung implementieren. Dies umfasst die Definition von Zugriffsrechten, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Verschlüsselung, Malware-Schutz und andere Sicherheitsmaßnahmen.

6. Integration der Netzwerk- und Zugriffspunkte: SASE nutzt typischerweise globale Netzwerkpunkte und Zugriffspunkte, um den Datenverkehr zu optimieren und den Zugriff auf Anwendungen und Daten zu erleichtern. Das Unternehmen muss diese Punkte in sein Netzwerk integrieren und sicherstellen, dass sie zuverlässig und sicher funktionieren.

7. Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden: Eine erfolgreiche SASE-Implementierung erfordert auch eine Schulung der Mitarbeitenden. Diese müssen verstehen, wie sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen nutzen und die Best Practices einhalten können.

8. Überwachung und Wartung: SASE-Implementierungen erfordern eine kontinuierliche Überwachung, um mögliche Bedrohungen oder Leistungsprobleme frühzeitig zu erkennen. Das Unternehmen sollte auch regelmäßige Wartungsarbeiten durchführen, um die Leistung und Sicherheit der SASE-Lösung aufrechtzuerhalten. (PSW Group: ra)

eingetragen: 24.08.23
Newsletterlauf: 06.10.23

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Meldungen: Hintergrund

Einsatz von Deep Fakes

Schon im Oktober 2023 hatten die Bitdefender Labs vor dem neuen Trend der Cyberkriminellen gewarnt, hochwertige Streaming-Kanäle zu kapern – mit dem Ziel massenhaften Krypto-Betrugs. Dieser Trend hat nun größere Ausmaße angenommen. Dabei agieren die Täter zielgruppengerecht und greifen vor allem reichweitenstarke Kanäle an, die teilweise über eine Million, in einem Fall sogar 12,5 Millionen Abonnenten haben.

Cyberattacken auf Hotels

Kriminelle nutzen zunehmend den wohlmeinenden Servicegedanken von Hotelmitarbeitenden aus: Sophos X-Ops hat mehrere Fälle einer ungewöhnlichen "Malspam"-Kampagne aufgedeckt, die sich an Hotels auf der ganzen Welt richtet und mit Hilfe einer Social-Engineering-Komponente konkret die Emotionen des Servicepersonals ausnutzt. Die Attacken mit der Schadsoftware RedLine Stealer, die auf das Abschöpfen von Zugangsdaten spezialisiert ist, konnte aktuell in Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in den USA nachgewiesen werden.

Kriminelle übernehmen SSH-Server mit SSH-Tunneling

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Ransomware-Banden im Fegefeuer der Eitelkeiten

Cyberkriminalität ist professionalisiert. Dazu gehören aber nicht nur Arbeitsteilung, Recruiting im Darknet und benutzerfreundliche Malware-Baukästen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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