Shared Workstations – ein Einfallstor für Hacker

Warum die klassische Multi-Faktor-Authentifizierung keine Lösung ist

Funktioniert die Authentifizierung auch unter schwierigen Bedingungen? Und lässt sich langfristig die Anzahl der authentifizierungsbezogenen Support-Tickets reduzieren?



Von Alexander Koch, VP Sales EMEA bei Yubico

Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen sind die ausschlaggebenden Argumente für Shared Workspaces für Mitarbeiter. Gemeinsam genutzte Arbeitsplätze haben sich in der Tat in vielen Branchen durchgesetzt. Nichtsdestotrotz müssen sich Unternehmen mit den Sicherheitsrisiken auseinandersetzen. Das beginnt damit, sicherzustellen, dass nur die richtigen Nutzer Zugriff auf die gemeinsam genutzten Geräte erhalten.

Gemeinsam genutzte Anmeldedaten oder Notizzettel mit gültigen Passwörtern sind gang und gäbe, wenn mehrere Personen auf einen gemeinsamen Arbeitsplatz Zugriff haben sollen. Etwa weil häufige Schichtwechsel, Saisonarbeit oder hohe Personalfluktuationen an der Tagesordnung sind und es daher als praktikabelste Möglichkeit betrachtet wird, jedem Mitarbeiter zu jeder Zeit Zugriff quasi über einen "Generalschlüssel" Zugriff auf die nötigen Ressourcen zu gewähren. Diese fragwürdige Vorgehensweise ist auch den Cyberkriminellen nicht unbekannt. Für sind gestohlene Anmeldedaten äußerst attraktiv: Dem 2023 Verizon Data Breach Investigations Report zufolge werden 81 Prozent der Datenschutzverletzungen durch gestohlene oder schwache Passwörter verursacht.

Der erste Impuls, solche eklatanten Sicherheitslücken zu schließen, ist die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Allerdings ist die mobile MFA, die mit SMS, OTP-Codes und Push-Benachrichtigungen arbeitet, sehr anfällig für Cyberbedrohungen, wie Phishing, Brute-Force-Attacken, Man-in-the-Middle-Angriffe (MiTM), Malware und SIM-Swapping. Der Nachweis des Besitzes des Schlüssels kann ebenso wenig erbracht werden, wie der Nachweis, dass der private Schlüssel tatsächlich sicher auf dem mobilen Gerät gelandet ist. Auch das Abfangen von OTP-Codes oder privaten Schlüssel ist für Cyberkriminelle keine große Herausforderung. Und was, wenn der Akku des Mobilgerätes seinen Geist aufgibt oder die Verwendung solcher Endgeräte im Einzelfall nicht gestattet ist?

Was macht eine gute Lösung aus?

Entscheidend ist also, bei der Wahl einer passenden Lösung die Faktoren Effizienz, Zuverlässigkeit, Kosten und andere externe Variablen, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit der Lösung auswirken können, zu berücksichtigen. Darüber hinaus geht es allerdings auch darum, Fragen zu beantworten, die sich rund um die Themenkomplexe Benutzerverifizierung und Benutzerkomfort drehen: Wie kann ein Benutzer bei der Anmeldung seine Legitimität unter Beweis stellen? Wie lässt sich sicherstellen, dass er sich nahtlos bei mehreren Geräten authentifizieren kann? Funktioniert die Authentifizierung auch unter schwierigen Bedingungen? Und lässt sich langfristig die Anzahl der authentifizierungsbezogenen Support-Tickets reduzieren?

Der Umstieg von der traditionellen MFA auf eine phishing-resistente MFA ist ein wichtiger Schritt zur Absicherung gemeinsam genutzter Arbeitsumgebungen. Der nächste Schritt in der modernen MFA ist die Einführung einer passwortlosen Authentifizierung. Ein SMS-OTP ist eine Möglichkeit der kennwortlosen Authentifizierung, kann jedoch all die aufgeführten Anforderungen kaum erfüllen. Klassische Smartcards sind eine weitere Form der passwortlosen Authentifizierung, die zwar eine höhere Sicherheit bietet als SMS-OTP, aber in der Regel hohe Investitionskosten für Smartcard-Lesegeräte, Karten und Backend-Verwaltungsplattformen erfordert und nicht die beste Benutzererfahrung auf Smartphones oder Tablets bietet. Daher liegt die Zukunft in einem passwortlosen Anmeldevorgang, der auf FIDO2/WebAuthn basiert. FIDO (Fast IDentity Online) ist ein moderner Authentifizierungsstandard, der die traditionelle Kombination aus Benutzernamen und Passwort durch eine starke Zwei-Faktor-, Multi-Faktor- und passwortlose Authentifizierung ersetzt. Bei FIDO2/WebAuthn handelt es sich um den aktuellen FIDO-Standard: Er verwendet Public-Key-Kryptografie für maximale Sicherheit, wobei die privaten Schlüssel den Authentifikator nie verlassen. FIDO2-Hardware-Sicherheitsschlüssel wie der YubiKey bieten Multi-Faktor- und passwortlose Authentifizierung mit hoher Sicherheit und einem exzellenten Benutzererlebnis – ideal für gemeinsam genutzte Arbeitsumgebungen. (Yubico: ra)

eingetragen: 26.09.23
Newsletterlauf: 15.11.23

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Meldungen: Hintergrund

Einsatz von Deep Fakes

Schon im Oktober 2023 hatten die Bitdefender Labs vor dem neuen Trend der Cyberkriminellen gewarnt, hochwertige Streaming-Kanäle zu kapern – mit dem Ziel massenhaften Krypto-Betrugs. Dieser Trend hat nun größere Ausmaße angenommen. Dabei agieren die Täter zielgruppengerecht und greifen vor allem reichweitenstarke Kanäle an, die teilweise über eine Million, in einem Fall sogar 12,5 Millionen Abonnenten haben.

Cyberattacken auf Hotels

Kriminelle nutzen zunehmend den wohlmeinenden Servicegedanken von Hotelmitarbeitenden aus: Sophos X-Ops hat mehrere Fälle einer ungewöhnlichen "Malspam"-Kampagne aufgedeckt, die sich an Hotels auf der ganzen Welt richtet und mit Hilfe einer Social-Engineering-Komponente konkret die Emotionen des Servicepersonals ausnutzt. Die Attacken mit der Schadsoftware RedLine Stealer, die auf das Abschöpfen von Zugangsdaten spezialisiert ist, konnte aktuell in Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in den USA nachgewiesen werden.

Kriminelle übernehmen SSH-Server mit SSH-Tunneling

Aqua Security hat eine seit langem bestehende aber kaum bekannte Bedrohung für SSH-Server näher beleuchtet. Über SSH-Tunneling können Bedrohungsakteure SSH-Server als Slave-Proxy nutzen und Datenverkehr über ihn weiterleiten. Eine mehrmonatige Forschung von Aquas Research-Team "Nautilus" ergab, dass Cyberkriminelle einen Weg gefunden haben, um SSH-Tunneling zu nutzen, um Proxy-Pools zu erstellen.

Ransomware-Banden im Fegefeuer der Eitelkeiten

Cyberkriminalität ist professionalisiert. Dazu gehören aber nicht nur Arbeitsteilung, Recruiting im Darknet und benutzerfreundliche Malware-Baukästen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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