IT-Systeme gegen Angriffe absichern


Datenpannen vermeiden - Fünf wirkungsvolle Tipps
Das Simulieren von Angriffen hilft dabei, herauszufinden, wie anfällig das eigene Unternehmen wirklich ist



Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein prominentes Unternehmen Opfer eines Hackerangriffs wird. Dabei reichen schon wenige Sicherheitsmaßnahmen aus, damit Cyberkriminelle keinen Zugriff auf wertvolle Firmendaten, Kundendaten wie Kreditkarteninformationen und mehr bekommen. Das Sicherheitsunternehmen Trustwave verrät, mit welchen Maßnahmen jedes Unternehmen seine IT wirkungsvoll gegen Angriffe absichern kann.

Unternehmen, die das Thema IT-Sicherheit auf die lange Bank schieben, handeln grob fahrlässig - und können im Grunde nur darauf warten, dass sie Opfer von Cyberkriminellen werden. Leichtes Spiel haben Hacker auch, weil sie nicht selten Unterstützung durch unzufriedene (oder ungeschulte) Mitarbeiter bekommen. Untersuchungen von Trustwave belegen, dass bei Datenpannen in 42 Prozent aller Fälle die eigenen Mitarbeiter verantwortlich sind (Quelle: Security Pressures Report 2016).

Der Diebstahl von wertvollen Unternehmensdaten und Kundeninformationen ist für Cyberkriminelle nach wie vor ein sehr lukratives Geschäft. Für Unternehmen wird eine Datenpanne dagegen richtig teuer. Laut einer aktuellen, weltweit durchgeführten Studie des Ponemon Instituts, das die durch Internet-Kriminalität entstehenden Kosten analysiert, kostet eine Datenpanne ein Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt etwa 5 Millionen US-Dollar. In den USA liegen die Kosten sogar bei gut 7 Millionen US-Dollar.

Schon ein Bruchteil dieses Geldes würde ausreichen, um IT-Systeme gegen Angriffe abzusichern. Trustwave verrät, wie man mit nur fünf einfachen Tipps die Unternehms-IT deutlich sicherer machen kann:

1) Arbeitsabläufe kennen - Risiko- und Gap-Analyse
Um Angriffe abzuwehren, muss jedes Unternehmen die eigenen Arbeitsabläufe kennen. Dazu gehört auch ein genauer Überblick über die drei wichtigsten Werte eines Unternehmens, d.h. über die Mitarbeiter, die Daten und die IT-Systeme. Diagramme, die zeigen, wo sensible Daten gespeichert sind und wer einen Zugriff auf diese Daten hat, sind genau unverzichtbar wie Übersichten über den aktuellen Patch- und Konfigurationsstatus aller Systeme und Anwendungen.

2) Auf Zwischenfälle sofort reagieren
Prävention ist gut, Erkennung ist besser. Ein IT-System kann noch so gut geschützt sein - die Gefahr, dass sich findige Hacker trotzdem einen Zugang verschaffen, ist groß. Regelmäßige Netzwerk-Scans können dafür sorgen, Unregelmäßigkeiten sofort zu erkennen und eine Datenpanne frühzeitig zu entdecken. Je schneller unberechtigte Zugriffe entdeckt werden, desto geringer ist der Schaden. Untersuchungen von Trustwave zeigen, dass im Durchschnitt 168 Tage vergehen, bis eine Datenpanne von externer Stelle aufgedeckt wird. Verfügt ein Unternehmen über ausreichend geschulte Mitarbeiter und ein Computer Incident Response Team (s. Punkt 3), werden Störfälle im Durchschnitt nach 15 Tagen entdeckt.

3) Reaktionsplan entwerfen
Ein gut eingespieltes Computer Incident Response Team (CIRT), das für die Bedrohungsüberwachung, Schwachstellenanalyse und die Vorgehensweise bei Störfällen verantwortlich ist und in dem jedes Mitglied seine genau festgelegten Verantwortlichkeiten hat, ist für eine sichere Unternehmens-IT unerlässlich. Falls intern keine Ressourcen verfügbar sind, sollten diesen Aufgaben an IT-Sicherheitsdienstleister outgesourced werden. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wie dem Führungsteam, der Rechtsabteilung und dem PR-Team gehört mit dazu - und ist nach einem Zwischenfall besonders wichtig.

4) Angriffe simulieren
Das Simulieren von Angriffen hilft dabei, herauszufinden, wie anfällig das eigene Unternehmen wirklich ist. Werden diese Angriffe von einem externen Partner initiiert, hilft es Unternehmen auch dabei, sofort zu erkennen, ob die Mitarbeiter ausreichend geschult sind. Mitarbeiter, die auf Phishing-Attacken hereinfallen oder einen Zwischenfall nicht erkennen, sind ein enormes Sicherheitsrisiko. Schulungen können helfen, Mitarbeiter ausreichend für das Thema IT-Sicherheit zu sensibilisieren.

5) Bedrohungen analysieren
Die Angriffstechniken von Cyberkriminellen ändern sich ständig. Für Unternehmen heißt das, dass sie sich ständig über aktuelle Trends informieren müssen, um proaktiv gegen neue Bedrohungen vorgehen zu können. Einen Überblick über aktuelle Trends bietet zum Beispiel der erst vor kurzem von Trustwave veröffentlichte "Global Security Report 2016".
(Trustwave: ra)

eingetragen: 18.07.16
Home & Newsletterlauf: 31.08.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

Fremde nicht auf den Rechner zugreifen lassen

Immer wieder kommt es zu den verschiedensten Betrugsversuchen per Telefon. Von Schockanrufen (siehe Enkeltrick), über aufgedrängte Vertragsabschlüsse bis zu vermeintlichen "Serviceanrufen". Häufig geht es den Kriminellen darum, an sensible Informationen wie die Bankverbindung zu kommen "Ihr Konto wurde aus Sicherheitsgründen geblockt." Oder: "Es gibt ein Problem mit Ihrem Computer."

Lateral Movement verstehen und erkennen

Bedrohungsakteure verschaffen sich durch Phishing oder die Ausnutzung von ungepatchten Schwachstellen Zugang zu einer Unternehmensanwendung, nehmen nach diesem "Initial Access" die Identität eines legitimen Users an und dringen immer tiefer in verschiedenste Teile des Netzwerkwerks ein. Dort können sie Daten exfiltrieren, Systeme und Datenbanken lahmlegen und manipulieren oder andere Angriffe durchführen.

Krypto-Strategie im Zeitalter von Quanten-Computern

Kryptografie ist seit geraumer Zeit eines der besten Mittel, um digitale Informationen vor unberechtigtem Zugriff zu schützen – beispielsweise, um gesetzliche Bestimmungen wie die DSGVO oder branchenbezogene Regeln einzuhalten. Es geht aber auch um den Schutz vertraulicher Daten vor Diebstahl durch Cyberkriminelle.

Insider-Bedrohungen: Nicht immer ist es Rachsucht

IT-verantwortlich zu sein, ist derzeit nicht der leichteste Beruf. Überall hört man von einer "sich ständig verschärfenden Sicherheitslage" und dass Unternehmen sich in alle Richtungen gegen jede erdenkliche Bedrohung absichern müssen. Wenn neben der stetigen Warnung vor externen Angriffen und dem Gebot von Zero-Trust-Prinzipien auch noch der Mahnruf vor internen Bedrohungen hinzukommt, kann man sich als CISO durchaus fragen, wem man überhaupt noch vertrauen soll.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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