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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Nur 10 Prozent der Vorstandspositionen in den weltweit führenden Unternehmen für Cybersicherheit von Frauen besetzt

Aber: Frauen übernehmen mehr und mehr anspruchsvolle technische Aufgaben und Verantwortung



Der Bedarf an mehr und umfassenderer Cybersicherheit wächst stetig, der Sektor boomt. Was ihm nach wie vor fehlt ist hinreichende Geschlechterdiversität. Viele sind sich nicht ausreichend bewusst, wie groß die Bandbreite an Möglichkeiten innerhalb der Branche eigentlich ist. Möglicherweise einer der Faktoren, der Frauen davon abhält, Cybersicherheit bei der Jobauswahl in Betracht zu ziehen. Der Bereich wirkt ausschließlich hoch technisch und wenig geeignet Frauen das geeignete Umfeld zu bieten, um sich entfalten zu können.

Hinzu kommt, dass die MINT-Berufe (MINT = Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) traditionell von Männern dominiert sind und sich nicht gerade durch Diversität auszeichnen. Angesichts der anstehenden Herausforderungen ist es nicht nur wichtig, Frauen in diesem Bereich zu fördern, sondern hervorzuheben, dass Cybersicherheit ein fantastisches Berufsfeld ist – in dem die Voraussetzungen stimmen.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2020 beklagen z.B. 43 Prozent der britischen Unternehmen einen Mangel an Sicherheitsfachkräften, und im Bewerberpool fehlen jährlich rund 10.000 Mitarbeitende speziell in der Cybersecurity. Weltweit sind die Zahlen ähnlich.

Einer der limitierenden Faktoren ist auch, dass sich zu wenige Frauen der Branche zuwenden. Oftmals eine direkte Folge des Mangels an Frauen in Führungspositionen. Tatsächlich sind nur 10 Prozent der Vorstandspositionen in den weltweit führenden Unternehmen für Cybersicherheit von Frauen besetzt. Leider legen Unternehmen nicht genug Wert auf Diversität, so dass in der gesamten Branche weiterhin ein massiver Fachkräftemangel vorherrscht. Und ein Mangel an Diversität ist schließlich auch ein Mangel an Ideen.

Obrela zwei stellte zwei Mitarbeiterinnen vor, die an dieser Stelle ihre Erfahrungen schildern. Sie geben Einblick in die Situation von Frauen in Führungspositionen in der Cybersicherheitsbranche.

Konstantia Barmpatsalou, Security DevOps Engineer bei Obrela

Wie und wo haben Sie Ihre Karriere im Bereich Cybersecurity begonnen?

Konstantia Barmpatsalou: Ich habe meinen Master-Abschluss in Information Systems Management (Wirtschaftsinformatik) gemacht und dann beschlossen, mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Ich habe einen Master in Informationssicherheit darauf gesetzt und die digitale Forensik für mich entdeckt. Anschließend habe ich in Portugal zur Implementierung neuer mobiler forensischer Datenanalysemechanismen promoviert. In dieser Zeit habe ich viele positive Erfahrungen gemacht. So positiv, dass ich beschlossen habe, mir in diesem Bereich einen Job zu suchen.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie in einer von Männern dominierten Branche?

Barmpatsalou: Anfangs war es sehr schwierig, in Griechenland einen Job zu bekommen. Unter den Arbeitgebern dominierte ein ziemlich vergiftetes Klima, und man konnte das Gefühl bekommen, dass männliche Bewerber gegenüber Frauen grundsätzlich bevorzugt wurden. Es herrschte eine richtige Kleinstadtmentalität, mit der musste ich mich auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Ich habe in meiner Karriere viel Mansplaining erlebt. Ich wurde behandelt, als könnte ich per se nicht so viel wissen wie ein Mann. Und das mit zwei Master- und einem Doktortitel! Ich musste immer ein bisschen mehr geben, um meinen Wert unter Beweis zu stellen - was mir am Ende auch gelungen ist. Zum Glück habe ich Obrela gefunden, dort legt man mehr Wert auf Teamfähigkeit als auf das Geschlecht.

Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die einen Job in der Branche in Erwägung ziehen?

Barmpatsalou: Haben Sie keine Angst, falsch zu liegen oder Fehler zu machen. Sie werden immer wieder auf unerwünschte, unschöne Verhaltensweisen und Einstellungen stoßen. Aber wenn Sie an Ihre Arbeit und Ihr Talent glauben, haben Sie die Möglichkeit, ein besseres, gesünderes Umfeld schaffen und lernen, sich zu entfalten.

Georgia Michala, Cybersecurity Engineer bei Obrela

Was hat Sie inspiriert, in die Cybersecurity-Branche zu gehen?

Michala: Während meines Studiums habe ich an einem Projekt zum Thema Cybersicherheit gearbeitet. Das hat mir die Augen geöffnet, wie verbreitet das Problem weltweit ist. Das hat mich inspiriert, mehr zu lernen, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann, um anderen zu helfen. Kein Tag ist wie der andere, und der Job wird nie langweilig.

Was haben Sie erreicht, auf das Sie besonders stolz sind?

Michala: Ich bin stolz auf meinen Werdegang und darauf, dass ich es geschafft habe, als Ingenieurin in der Cyberbranche Fuß zu fassen, und das in einem traditionell von Männern dominierten Bereich.

Was muss sich Ihrer Meinung nach in der Branche ändern, damit sie für alle offener wird?

Michala: Jedes Unternehmen braucht klare und praktische Richtlinien zur Förderung der Gleichstellung und um Diskriminierung am Arbeitsplatz zu verhindern. Die Auswahl einer Person für eine bestimmte Position sollte ausschließlich auf der Grundlage von Leistung und Fähigkeiten getroffen werden, also unvoreingenommen. Insbesondere wenn es um das Geschlecht geht. Das Geschlecht ist irrelevant für die Fähigkeit einer Person, eine Aufgabe zu erfüllen. Aus diesem Grund setzt Obrela auf #BreaktheBias.

Angeliki Androutsopoulou

Wie genau lautet Ihre Berufsbezeichnung? Wie sieht ein Tag in Ihrem beruflichen Leben aus?

Androutsopoulou: Ich bin Officer im Obrela Labs-Team, das für die vom Unternehmen bereitgestellten Exposure Management Services verantwortlich ist. Zu meinem Arbeitsalltag gehört eine Vielzahl von Aufgaben, von der Projektplanung und -koordinierung über das Management von Teams bis hin zur Kommunikation mit Kunden und der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit.

Wie und wo haben Sie Ihre Karriere im Bereich Cybersecurity begonnen?

Androutsopoulou: Ich habe meine Karriere in einer reinen Managementfunktion begonnen. Dabei habe ich meine Erfahrungen im Management von IKT-Projekten genutzt, um mir Fachwissen über Cybersicherheitsprojekte anzueignen. Die Übernahme meiner jetzigen Position gab mir jedoch die Möglichkeit, mir auch mehr technisches Wissen anzueignen und in das Gebiet einzuarbeiten. Cybersicherheit ist eine Branche, die sich sehr schnell entwickelt. Die geschäftlichen Herausforderungen wachsen stetig und verändern sich kontinuierlich. Für jeden Neuling auf dem Gebiet ist das ziemlich anspruchsvoll.

Was ist etwas, auf das Sie stolz sind, es erreicht zu haben?

Androutsopoulou: Definitiv auf meine Promotion, wenn auch nicht in der Cybersicherheit, sondern im weiteren IKT-Bereich - immer noch ein von Männern dominierter Sektor. Auch die Tatsache, dass ich die einzige Frau in einem Team mit sechs Männern bin, wird manchmal schon als Erfolg gewertet.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie als Frau in einer von Männern dominierten Branche?

Androutsopoulou: Als einzige Frau im Team werden Sie oft wie eine Außenseiterin behandelt - ich habe schon Situationen erlebt, in denen die Leute meine Meinung aufgrund dessen einfach ignoriert haben. Denken Sie auch an Projekte in Regionen, in denen die Rolle der Frau an Geschlechterstereotypen festgemacht wird. Aber gleichzeitig habe ich das Glück, dass ich viel Unterstützung von meinem Team bekomme.

Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die in diese Branche gehen wollen?

Androutsopoulou: Seien Sie einfach selbstsicher und geben Sie nicht auf. Der Markt wächst so schnell und es ist Platz für alle.

Wie konnten Sie Voreingenommenheit in Communities und am Arbeitsplatz entgegentreten?

Androutsopoulou: Indem ich meine Arbeit gut und richtig mache. Und ich lasse nicht zu, wenn andere bestreiten, dass Frauen für solche Positionen geeignet sind.

Wie haben Sie selbst andere Frauen unterstützt, mit denen Sie in der Branche zusammengearbeitet haben?

Androutsopoulou: Indem ich sie ermutigt und ihnen bei Bedarf praktische Hilfe und moralische Unterstützung gegeben habe. Darüber hinaus ist es immer eine gute Option, talentierten Frauen, die für eine Stelle in Frage kommen, einen Job zu empfehlen. Einerseits um sie zu unterstützen, andererseits um die Präsenz von Frauen in der Branche zu erhöhen.

Was muss sich Ihrer Meinung nach in der Cyberbranche ändern, damit sie für alle offener wird?

Androutsopoulou: Ich denke, das ist eine Frage der Zeit. Schon in den vier Jahren, die ich selbst bei einem Cybersecurity-Unternehmen verbracht habe, hat die Zahl der weiblichen Mitarbeiter nicht nur zugenommen, Frauen übernehmen mehr und mehr anspruchsvolle technische Aufgaben und Verantwortung. Natürlich sollte die Gleichstellung der Geschlechter in den Grundwerten der jeweiligen Unternehmen verankert sein. Schon um jeglicher Voreingenommenheit Einhalt zu gebieten und Inklusion zu fördern. (Obrela: ra)

eingetragen: 11.03.22
Newsletterlauf: 10.05.22

Obrela: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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