Kurzlebige Zertifikate sind leicht zu verwalten


Die Vorteile kurzlebiger SSL-Zertifikate: Fallstudie Sandstorm.io
Jeder Sandstorm-Nutzer benötigt ein SSL-Zertifikat, um seine Daten zu schützen: Dafür entwickelte Sandstorm in Zusammenarbeit mit GlobalSign eine Methode, mit der jeder seiner Nutzer sich in drei einfachen Schritten über HTTPS absichern kann

(29.02.16) - Zertifikate mit kurzer Gültigkeitsdauer setzen sich vermehrt durch, um die Menge der kompromittierten Daten zu reduzieren, wenn eine Server-Schwachstelle aufgedeckt wird. Eine gute Sicherheitspraxis schreibt vor Schlüssel regelmäßig zu ändern, normalerweise einmal im Jahr. Will man das Risiko weiter begrenzen, ersetzt man Zertifikate und die zugrunde liegenden Schlüssel häufiger.

GlobalSign bemüht sich, ihren Kunden individuelle Sicherheitslösungen zu bieten. Ein typisches Beispiel ist Sandstorm.io, die kurzlebige Wildcard SSL-Zertifikate für ihre Kunden einsetzen. GlobalSign arbeitet mit Sandstorm zusammen, um Zertifikate mit einer flexiblen Gültigkeitsdauer bereitzustellen, APIs automatisiert auszustellen und einen entsprechenden Lizenzierungsansatz anzubieten. Dadurch wird eine kostengünstige Lösung möglich, um auch bei einem ständig wechselnden Nutzerstamms Sicherheit zu gewährleisten. Für Sandstorm war eine Zertifizierungsstelle wichtig, die ihren Kunden individuelle und spezialisierte Lösungen ermöglicht.

Sandstorm ist eine Open Source Serversoftware, die die Installation von Webanwendungen vereinfacht. Um das Problem der DNS-Einrichtung zu lösen, brachte Sandstorm Sandcats.io an den Start. Sandcats.io ist ein kostenloser DNS-Dienst, der 120 Sekunden benötigt, um einen leeren virtuellen Linux-Rechner in einen funktionierenden Personal Server mit DNS-Namen und HTTPS zu verwandeln. Der DNS-Dienst läuft auf dem sandcats.io Server, während der "Personal Server" auf jedem einzelnen Computer des Kunden läuft.

Jeder Sandstorm-Nutzer benötigt ein SSL-Zertifikat, um seine Daten zu schützen. Dafür entwickelte Sandstorm in Zusammenarbeit mit GlobalSign eine Methode, mit der jeder seiner Nutzer sich in drei einfachen Schritten über HTTPS absichern kann.

Jeder Kunde von Sandstorm erhält seine eigene einzigartige Subdomain unter sandcats.io, z.B. beispiel.sandcats.io. Die Sandstorm-Software verwendet eine einmalige Host-Namenskonvention: Sie nutzt einen einzigartigen, zufälligen, kurzlebigen Hostnamen für jede Sitzung jeder Instanz jeder Anwendung. Ein Kunde von Sandstorm.io kann einen Hostnamen wie beispiel.sandcats.io nutzen, um sein Sandstorm-Dashboard zu sehen, und jede Anwendung, die er sieht, hat einen Hostnamen wie qr17502o9sns24475689p33940919141.beispiel.sandcats.io. Das Erstellen und Verwenden von dynamisch generierten Hostnamen für jede Sitzung verbessert die Sicherheit, denn die Methode hilft XSRF-, reflektierte XSS- und Clickjacking-Angriffe zu verhindern.

Im Allgemeinen erfordern diese Angriffe nämlich bekannte Hostnamen. Diese automatisch generierten Hostnamen sind schwer zu erraten und existieren nur für kurze Zeit, was die Anwendungen viel weniger anfällig macht. Um diesen Sicherheitsvorsprung zu erhalten, ist es von zentraler Bedeutung, dass die Hostnamen geheim bleiben.

Da das TLS-Protokoll verlangt, dass der Hostname im SSL-Zertifikat vorhanden ist, war es nicht möglich, herkömmliche TLS-Zertifikate für Sandstorm-Kunden auszustellen. Geeignet waren nur Wildcard SSL-Zertifikate im Format *.beispiel.sandcats.io.

Warum hat Sandstorm sich entschieden, kurzlebige Zertifikate statt regulärer Zertifikate zu verwenden?

Vorteile bei der Verwendung von Zertifikaten mit kurzer Gültigkeitsdauer oder von kurzlebigen Zertifikaten
Individuelle Zertifikate für jeden Kunden auszustellen ist der Verwendung von in großem Umfang gemeinsam genutzten Multi-SAN (Subject Alternative Name) Zertifikaten weit überlegen. Wobei SANs von verschiedenen Sites, Anwendungen oder Benutzern in den gemeinsam genutzten Zertifikaten sichtbar sind. Dies schränkt die Enthüllung der Schlüssel für jeden Kunden ein. Bei Sandstorm kontrolliert allerdings jeder Kunde seinen eigenen privaten Schlüssel.

Automatisierte Zertifikatausstellung ist obligatorisch, wenn Zertifikate häufig ersetzt werden müssen. Sandstorm nutzt GlobalSigns "Managed SSL (MSSL) APIs", um Zertifikate in großen Mengen ohne Beteiligung der Nutzer zu bestellen, neu auszustellen und zu widerrufen. Dadurch sind alle Zertifikate immer auf dem neuesten Stand. Im Fall einer Sicherheitslücke können die Benutzer ihre Zertifikate sofort ersetzen.

Sandstorm nutzt einige Funktionen in der GlobalSign MSSL API, wie z.B. die individuelle Gültigkeitsdauer, die die Angabe des gewünschten Ablaufdatums für ein Zertifikat ermöglicht. Für Sandstorm war ein wöchentlicher Austausch von Zertifikaten mit einer Laufzeit von 10 Tagen optimal. Andere Kunden ziehen eventuell eine kürzere oder längere Gültigkeitsdauer vor.

Kurzlebige Zertifikate müssen nicht teuer sein
Flexible Zertifikatpreise und -lizenzen sind ein Muss bei kurzlebigen Zertifikaten für einen sich ändernden Kundenstamm. Vor allem dann, wenn Wildcard SSL-Zertifikate verwendet werden. Normalerweise kostet jedes Wildcard-Zertifikat Hunderte von Euro. Die Abrechnung pro Zertifikat ist bei dynamischen Benutzerstämmen daher wenig sinnvoll. Sandstorm ist einer der zahlreichen SAN-Lizenzkunden. Dadurch verfügt das Unternehmen jederzeit über SANs bis zu einer bestimmten Höhe. Wenn Zertifikate ablaufen, werden sie aus ihrem Bestand entfernt. So kann Sandstorm auch neu dazu gekommene Kunden absichern, ohne dass sich das finanziell nachteilig auswirkt.

Kurzlebige Zertifikate einfach über CRL verwalten
Bei kurzen Gültigkeitsdauern ist der Umfang der Certificate Revocation List (CRL) besser zu verwalten. Mit immer mehr CRLs, wird es für Browser immer schwieriger, sie abzurufen und zu verarbeiten. Das führt zu verzögerten Seitenladezeiten und wirkt sich auch negativ auf die Sicherheit aus. Im Falle eines umfangreichen Sicherheitsvorfalls und Widerrufs, würde die CRL bei kurzlebigen Zertifikaten nur für einige Tage umfänglich sein, da abgelaufene Zertifikate entfernt werden.

Kurzlebige Zertifikate zeigen auch dann noch eine Warnung im Browser an wenn sie abgelaufen sind
GlobalSign hat die Umstellung in Richtung kurzlebiger Zertifikate mit dem CA/B Forum unterstützt und wir arbeiten weiterhin mit Mozilla daran, die optimalen Gültigkeitsdauern zu bestimmen. Einige Browser überprüfen nicht immer den Widerrufstatus von Zertifikaten. Aber alle Browser warnen, wenn ein Zertifikat abgelaufen ist.

Was bedeutet das konkret?
Wenn Sie eine große Website betreiben und Subdomains zum Hosten von Benutzerinhalten verwenden, dann verringern kurzlebige Zertifikate die Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls bei dem die Schlüssel kompromittiert wurden. Diese Zertifikate werden durch ein automatisches Zertifikatmanagementsystem ausgestellt. (GlobalSign: ra)

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Meldungen: Unternehmen

MDR-Angebot von Kaspersky

Kaspersky vereinfacht den Zugang zu den Experten ihres Security Operation Centers (SOC) für ihre Kunden des Managed-Detection-and-Response-Optimum-Service. Mittelständische Unternehmen können sich damit nun direkt an die SOC-Analysten von Kaspersky wenden und über einen speziellen Chat rund um die Uhr Fragen stellen.

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in Zusammenschluss aus führenden Vertretern der Cybersicherheits- und Technologiebranche hat ein Open-Source-Projekt angekündigt, um Datensilos aufzubrechen, die Sicherheitsteams behindern. Das Projekt Open Cybersecurity Schema Framework (OCSF), das auf der Black Hat USA 2022 vorgestellt wurde, soll Unternehmen helfen, Cyberangriffe schneller und effektiver zu erkennen, zu untersuchen und zu stoppen.

Vollständig konvergierte SASE-Plattform

Netskope gab die Übernahme von Infiot bekannt, einem Pionier auf dem Gebiet von Zero Trust, Netzwerk- und Anwendungsoptimierung sowie KI-basierten Arbeitsprozessen. Die Erweiterung um die innovative Infiot-Technologie fließt als Netskope Borderless WAN in das Produktportfolio von Netskope ein und ermöglicht den Kunden die Nutzung einheitlicher Sicherheits- und Quality-of-Experience (QoE)-Richtlinien für die unterschiedlichsten Anforderungen – und das in hybriden Arbeitsumgebungen, zuhause, unterwegs, in Zweigstellen, Ad-hoc-POS-Systemen sowie Multi-Cloud-Umgebungen.

Erfolgsbilanz nach sechs Jahren

"No More Ransom", eine Initiative, die Betroffenen von Ransomware bei der Entschlüsselung ihrer Dateien hilft, feierte ihr sechsjähriges Bestehen. Heute umfasst die Initiative 188 Partner und stellt derzeit 136 Entschlüsselungs-Tools für 165 Ransomware-Familien bereit. Damit konnten seit dem Beginn der Initiative schon 1,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt ihre Geräte kostenfrei entschlüsseln; das Projekt ist in 37 Sprachen verfügbar.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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