Identitätsdaten kursieren frei im Internet


Allein 2015 analysierte das Hasso-Plattner-Institut 35 Millionen geraubte und im Internet veröffentlichte Identitätsdaten
Identitätsklau: Häufigstes Passwort blieb "123456"

(08.02.16) - Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hatten im vergangenen Jahr in speziellen Internetforen fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten aufgespürt. Dort hatten in 15 Fällen Cyberkriminelle diese veröffentlicht und damit auch für mögliche weitere illegale Handlungen zugänglich gemacht. Wie HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel mitteilte, kann jedermann mit dem "Identity Leak Checker" des Instituts kostenlos überprüfen, ob seine persönlichen Identitätsdaten betroffen sind. Wer auf https://sec.hpi.de/ilc seine E-Mail-Adresse eingibt, erfährt nach einem Abgleich sofort, ob diese in Verbindung mit anderen persönlichen Daten (z.B. Passwörtern oder Kontonummern) offengelegt wurde und so missbraucht werden könnte.

"Wir können solche Abgleiche mittlerweile mit mehr als 215 Millionen erfasster Daten aus so genannten Leaks durchführen", sagte Meinel. Ende 2014 waren es noch rund 180 Millionen gewesen. Die 2015 erfassten Daten stammen aus 15 Quellen wie zum Beispiel Ashley Madison, Skype, Twitter und Minecraft. Aber auch Leaks aus weniger bekannten Quellen wie Lizard Stresser, Sprashivai oder Impact Mailorder lieferten Informationen.

"Es gab sehr viele große Datendiebstähle, bei denen jeweils mehr als eine Million Sätze von Identitätsdaten geraubt und anschließend veröffentlicht wurden", berichtete der Potsdamer Internetsicherheitsforscher. Vermehrt seien so genannte Dating-Portale wie Ashley Madison oder Adult Friend Finder angegriffen worden, wo die Hacker ein hohes Erpressungs-Potenzial sähen.

Insgesamt verzeichnete der kostenlose Identity Leak Checker-Dienst des Hasso-Plattner-Instituts in den vergangenen zwölf Monaten fast 100.000 Besucher. In nahezu 13.000 Fällen wurden diese per E-Mail darüber informiert, dass Identitätsdaten von ihnen frei im Internet kursieren und welches Verhalten im speziellen Fall empfehlenswert ist. Seit dem Start des Dienstes im Mai 2014 nahmen bislang insgesamt rund 1,7 Millionen Besucher den HPI-Identity Leak Checker in Anspruch. 160.000 Warnmeldungen wegen veröffentlichter Identitätsdaten wurden bislang versandt.

"Selbst wenn nichts gefunden wurde, antworten wir den Anfragern, dies bedeute nicht, dass garantiert keine persönlichen Informationen gestohlen wurden", betonte Meinel. Denn nicht alle geraubten Daten würden auch veröffentlicht. Die Daten selbst gibt das Institut aus Sicherheitsgründen nicht preis. Allerdings nennt es für jede betroffene Information ein ungefähres Veröffentlichungsdatum.

Passwörter sind die meistgeraubten Identitätsdaten
In Fällen von geraubten Identitätsdaten stehen laut den Statistiken der HPI-Sicherheitsforscher Passwörter mit weitem Abstand an der Spitze der entdeckten sensiblen Informationen: In 62 Millionen von weit über 200 Millionen Fällen liegen sie sogar im Klartext vor. Nach Häufigkeit sortiert folgen dann Vor- und Zunamen (37 Mio.), Telefonnummern (32 Mio.) und - mit weitem Abstand - Kreditkartendaten (10.200).

Wie die Potsdamer Sicherheitsforscher anhand der gesammelten Daten analysierten, stehen bei den Internetnutzern in aller Welt immer noch Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur (z.B. qwerty) an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Passwörtern. Gern würden auch Vornamen oder andere Begriffe aus dem Wörterbuch verwendet, etwa das Wort "password". "Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln", sagte Meinel. (Hasso-Plattner-Institut: ra)

Hasso-Plattner-Institut: Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Cybersicherheit für Kraftfahrzeuge

Die Bedeutung der Cybersicherheit in vernetzten Fahrzeugen nimmt zu, da jede Verletzung oder Manipulation von Fahrzeugsystemen die Fahrzeugfunktionalität ernsthaft beeinträchtigen kann. Gemäß UN-R155, einer vom World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations (WP.29) aufgestellten internationalen Vorschrift zur Cybersicherheit für Kraftfahrzeuge, sind die Automobilhersteller verpflichtet, eine Sicherheitsüberwachung für vernetzte Fahrzeuge durchzuführen, um Cyberangriffe zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Frage ist jedoch, in welcher Form sie dies tun bzw. tun können. VicOne bietet als Wegbereiterin für Cybersicherheit im Automobil in Zusammenarbeit mit ihrer Konzernmutter TrendMicro sowie den Lösungspartnernin Hitachi Astemo und Panasonic wirksame Virtualisierungs-Sicherheitslösungen zur Abwehr von Cyberangriffen auf Cockpitsysteme der nächsten Generation.

Statistiken aus Kaspersky-Schulungen

Malware Reverse Engineering war im Jahr 2022 die am meisten nachgefragte Fähigkeit unter Sicherheitsspezialisten. Etwa die Hälfte (45 Prozent) der Experten, die an Kaspersky-Trainings teilnahmen, wollten ihre Kenntnisse in diesem Bereich verbessern und erweitern.

Schutz vom Netzwerk bis zum Endpunkt

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Mechanismus für Internet-Sicherheit gebrochen

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Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

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Fachartikel

Grundlagen

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Fluch und Segen des Darkwebs

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