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Backdoor-freie Lösungen produzieren


Von Dotcom bis NSA: Zum Jubiläum blickt Linogate auf 15 Jahre IT-Security
Bereits im Jahre 2000 musste sich ein UTM-Hersteller zwischen dem amerikanischen Absatzmarkt auf der einen Seite und sicheren Gateways ohne Backdoors auf der anderen Seite entscheiden

(21.09.15) - Charles Kolodgy prägte 2003 erstmals den Begriff Unified Threat Management, kurz UTM. Bis dahin nannte man UTM-Gateways noch umständlich "Gateways mit integrierter Firewall und Gateway-Virenscanner". Erst später gehörte auch eine Intrusion Detection zum Leistungsumfang eines solchen Gateways. Als Linogate im Jahr 2000 eine eigene UTM-Appliance anbot, war das Augsburger Security-Unternehmen auf dem Markt in guter Gesellschaft. Denn die Dotcom-Blase lag noch in der Zukunft und UTM-Gateways verkauften sich wie geschnitten Brot.

Wer damals die CeBIT besuchte, sah regelmäßig große Stände von Unternehmen, die es im Vorjahr noch nicht gegeben hatte und teilweise auch im Jahr drauf schon nicht mehr gab. Allein Hersteller von UTM-Appliance gab es damals rund 600 auf dem Markt, und zählt man reine UTM-Softwarelösungen hinzu, so waren es etliche tausend Unternehmen. Aber nicht nur die Dotcom-Blase veränderte den Markt grundlegend, auch der spätere NSA-Skandal war insbesondere für Gateway-Hersteller eine Zäsur im Geschäftsbetrieb. 15 Jahre Linogate sind daher eine willkommene Gelegenheit sich das Marktumfeld im Bereich UTM näher anzuschauen.

Wie Linogate die Dotcom-Blase erlebte
Dass IT-Start-ups vor der Dotcom-Blase mit Investorengeldern zu multinationalen Unternehmen aufgeblasen wurden, war nicht unüblich, schließlich konnte damals scheinbar jedes IT-Unternehmen beliebig hohe Renditen erzielen. Und beinahe wäre die Geschichte von Linogate nicht anders verlaufen als die der allermeisten IT-Unternehmen aus dem Jahre 2000. Nach den ersten Monaten, als die ersten Produkte marktreif waren, gab es für Linogate in München die Gelegenheit, für Investoren zu werben. 200 Business Angels des "Munich Network" waren geladen und acht Firmen durften ihr Geschäft vorstellen. Pech allerdings, dass dieses Treffen mit Investoren genau zwei Wochen nach dem 11. September erfolgte. Quasi über Nacht änderten fast alle Investoren ihre Geld-Politik und an frisches Kapital zu kommen wurde plötzlich so schwierig wie noch nie. Im Endeffekt blieb Linogate damals nichts anderes übrig, als mit dem Geld ihrer Kunden das Unternehmen in kleinen Schritten aufzubauen, zwar ohne Investorengelder, dafür aber auch ohne fremde Konzerne und Finanzdienstleister, die die Unternehmenspolitik Linogates beeinflussen würden.

Linogate produziert für Siemens und T-Systems
Der 11. September war nicht der einzige Schicksalsschlag zu jener Zeit. Denn das Platzen der Dotcom-Blase sollte folgen. Gemäß Jackie Fenn folgt bei einem Hype auf den "Peak of Inflated Expectations" das "Trough of Disillusionment", durch das auch alle UTM-Hersteller nach der Dotcom-Blase schreiten mussten. In der Konsequenz mussten sechs von sieben UTM-Herstellern ihren Laden dicht machen. Dies waren vor allem jene Start-ups, die mit viel Investorengeld künstlich aufgeblasen wurden und daher unter einem enormen Zeitdruck Lösungen anbieten mussten, die oftmals nicht ausgereift waren. Nur mit den hohen Renditen, die am Peak of Inflated Expectations zu erzielen waren, waren solche Geschäftsmodelle überlebensfähig.

Als das Kartenhaus dann einstürzte trennte sich die Spreu vom Weizen und Hersteller wie Linogate hatten plötzlich wieder bessere Chancen. Überleben konnten die Firmen, die finanziell auf ihre Kunden und nicht auf ihre Investoren angewiesen waren. Ausgereifte und solide getestete Lösungen bekamen auf einem ebenfalls deutlich geschrumpften Absatzmarkt ein viel stärkeres Gewicht. Diesen Druck bekamen auch Großkonzerne zu spüren und er veranlasste Unternehmen wie Siemens oder T-Systems, zu OEM-Kunden von Linogate zu werden. Bei Gateways wie 'E-Sienet' oder 'Advanced Security Server' waren fortan nur noch Hardware und Design aus eigenem Hause, die gesamte Software wurde von Linogate entwickelt.

CALEA ohne Linogate
Eine zweite Herausforderung für die Branche war der NSA-Skandal. Plötzlich wurden Backdoors in Gateways bekannt, Betriebsspionage durch ausländische Staaten wurde offenbar und eine UTM-Lösung sollte nun nicht mehr nur vor Viren und Hackern anderer Firmen schützen, sondern auch die Geheimdienste anderer Staaten ausschließen. Allerdings ist die Empörung, die der NSA-Skandal im IT-Security-Umfeld auslöste etwas zynisch und auf Seiten vieler Anbieter daher wohl gespielt. Denn produziert ein UTM-Hersteller in den USA oder will er in die USA exportieren, dann ist er gezwungen, Backdoors zu implementieren, mittels denen amerikanische Geheimdienste unbemerkt mitlauschen können. Dies ist nicht erst seit dem 11. September so, sondern spätestens seit dem "Communications Assistance for Law Enforcement Act" (CALEA) aus dem Jahre 1994. Was sich seit dem 11. September geändert hat ist eher, dass amerikanische Geheimdienste ihre schon lange zugesicherten Abhörrechte viel exzessiver ausnutzen.

In der Konsequenz heißt dies: Bereits im Jahre 2000 musste sich ein UTM-Hersteller zwischen dem amerikanischen Absatzmarkt auf der einen Seite und sicheren Gateways ohne Backdoors auf der anderen Seite entscheiden. Ein Spagat konnte hier nie gelingen. Linogate traf daher schon ganz am Anfang im Jahr 2000 eine klare Entscheidung und ist bis heute einer von wenigen UTM-Herstellern, die das Teletrust-Siegel "IT-Security made in Germany" tragen, mit welchem sie garantieren, dass ihre Produkte keine geheimen Backdoors enthalten. Zwar gibt es viele UTM-Hersteller, die auch ohne Siegel behaupten, keine offenen Stellen zu haben, nur ist diese Aussage vorsätzlich falsch, wenn sie gleichzeitig in die USA exportieren oder dort gar produzieren. Noch zynischer wird es, wenn die US-Regierung dann sogar vor Netzwerkequipment made in China warnt, wegen der von chinesischer Seite implementierten Backdoors. Thomas Scholz, Geschäftsführer von Linogate räumt jedoch ein: "Hätten wir damals Investorengelder bekommen, wär es vermutlich anders gelaufen. Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Investor gegeben hätte, der bereit gewesen wäre, auf den amerikanischen Markt zu verzichten, nur damit wir Backdoor-freie Lösungen produzieren können. Und auch wenn wir uns damals ein paar Dinge anders gewünscht hätte, im Nachhinein können wir sehr froh damit sein, dass es so für uns ausging."

NSA-Skandal und Marktreaktionen
Nun hatte der NSA-Skandal das Potential für Unternehmen wie Linogate goldene Zeiten anbrechen zu lassen und in der Tat hat das Unternehmen in den letzten Jahren einen deutlich Zuwachs von Kunden, für die "IT-Security made in Germany" ein Verkaufsargument ist. Aber der Markt für UTM-Equipment ist weit davon entfernt, sich aufgrund der Enthüllungen über die Machenschaften der NSA neu zu erfinden. Stellt sich die Frage, warum der Markt so reagiert, und womit in Zukunft gerechnet werden muss.

Zunächst einmal kamen die Enthüllungen über die NSA für viele Branchenkenner nicht wirklich überraschend. Mit CALEA vertraut, sorgten viele Unternehmen sogar aktiv dafür, dass die nun bekannt gewordene Überwachung überhaupt erst möglich wurde. Außerdem war die nun aufgedeckte flächendeckende Überwachung lange Zeit kein Thema. Eher als abstrakte theoretische Möglichkeit begriffen, wurde jemand, der vor dem Ausspionieren ganzer Länder von der Privatperson bis zum Börsenkonzern warnte, mit dem Etikett "paranoid" bedacht, wenngleich man wusste, dass er zumindest theoretisch Recht haben könnte. Hinzu kam, dass Unternehmen die Geheimdienste nicht wirklich als Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Interessen ansahen. Wenn eine UTM-Lösung vor Industriespionage schützte, so war das ausreichend. Der letzte Punkt dürfte sich wohl geändert haben, seit anzunehmen ist, dass Geheimdienste sehr wohl Industriespionage betreiben und diese Informationen auch an einheimische Firmen weitergeben.

Ausblick
Heute gibt es immer noch viele Distributoren und IT-Admins, die sich mittlerweile in einer sehr unkomfortablen Lage sehen. Schon lange vor dem NSA-Skandal waren ihnen sowohl die gesetzlichen Grundlagen als auch die technischen Möglichkeiten zur Überwachung bekannt, lediglich die daraus resultierende Bedrohung wurde von vielen anders eingeschätzt. Eine solche Einschätzung musste auch Linogate treffen und zog daher für sich die Konsequenz, nicht in die USA zu exportieren.

Volker Lang, Technical Director bei Linogate und von Anfang an dabei kann sich nun freuen, wundert sich jedoch auch ein wenig über den Markt: "Es ist ganz offensichtlich der Zeitpunkt gekommen, an dem sich viele Unternehmen eingestehen müssen, dass sie sich geirrt haben. IT-Security made in Germany ist plötzlich ein Qualitätsmerkmal, welches nun auch für jene interessant wird, die Überwachung und Spionage bislang mit Panikmache assoziiert haben. Bleibt die Frage, warum der Markt so langsam reagiert. Es ist nicht so, als würden die bisherigen Enthüllungen und der öffentliche Druck nicht ausreichen. Es braucht nicht noch pikantere Details. Die Ursache für die träge Reaktion liegt in den Vertriebswegen. Ein Admin muss sich gegenüber dem Vorstand, ein Distributor gegenüber seinem Kunden rechtfertigen, warum er trotz Kenntnis der Faktenlage jahrelang UTM-Lösungen eingesetzt oder vertrieben hat, bei denen er selbst nun dafür plädiert, diese aus Sicherheitsgründen möglichst schnell zu ersetzen. Dies ist eine unangenehme Situation, die viele am liebsten mit der Vogel-Strauß-Methode lösen möchten. So wie es aussieht verpassen es daher derzeit noch viele sich aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen. Unangenehmer dürfte es für die Betroffenen erst dann werden, wenn die Vorgesetzten, respektive die Kunden, diejenigen sind, die zuerst aktiv werden und von ihrer IT-Abteilung beziehungsweise ihren Fachhändlern Antworten verlangen, warum sie immer noch auf Lösungen setzen, die nachweislich das Tor für Industriespionage weit aufstoßen."

Fazit
Der Geschäftsführer Thomas Scholz kann die vergangenen 15 Jahre Linogate sehr entspannt zusammenfassen: "Es ist ein sehr gutes Gefühl, ein gutes Stück Genugtuung und auch ein klein bisschen Schadenfreude wenn man 15 Jahre später feststellen kann, dass die Entscheidungen von damals sich endlich als goldrichtig herausstellen. Die Produktentwicklung soliden IT-Security-Ansprüchen zu unterwerfen statt am boomenden Markt schnelle Renditen zu erzielen, ließ uns die Dotcom-Blase überstehen. Und bereits 2000 auf den amerikanischen Markt zu verzichten und dafür wirklich saubere Lösungen zu präsentieren lässt uns 15 Jahre später sehr gut dastehen. Das Richtige tun und damit Erfolg haben, so darf es gerne weitergehen." (Linogate: ra)

Linogate: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

End-to-End-Sicherheit in der WAN-Umgebung

Bitglass hat eine Reihe führender SD-WAN-Anbieter in ihre Secure-Access-Service-Edge (SASE)-Plattform integriert. Neu auf der Plattform sind: Alkira, Arista Networks, Aruba, Aryaka, Aviatrix, Cisco, Citrix, 128 Technology, Palo Alto Networks, Silver Peak, Sophos und Versa, Inc. Als in der Public Cloud entwickelte und bereitgestellte SASE-Plattform nutzt Bitglass AWS Transit Gateway Connect, um sich nahtlos in alle an AWS angebundenen SD-WANs zu integrieren. Auf diese Weise können Unternehmen die Daten- und Bedrohungsschutztechnologie von Bitglass auf ihre bestehenden Wide Area Networks anwenden.

Verfechter eines transparenten PAMs

Dank der neuen Integration von "Thycotic Secret Server" mit der führenden Messaging- und Kollaborationsplattform Slack wird der Schutz privilegierter Accounts und Zugriffe ab sofort noch benutzerfreundlicher. So können Secret Server-Kunden, während sie in Slack arbeiten, nahtlos auf privilegierte Zugangsdaten zugreifen, Benachrichtigungen erhalten und Workflows wie Genehmigungsanfragen bearbeiten. Viele Unternehmen setzen auf eine rasche Implementierung von Privileged Access Management (PAM)-Lösungen, um Passwörter und andere digitale Anmeldeinformationen so schnell wie möglich abzusichern und Compliance-Vorschriften zu erfüllen. Die Akzeptanz der Benutzer hinkt der technischen Umsetzung der Lösungen dabei oft hinterher.

Einheitliche globale Cybersicherheitsstandards

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn hat vergangene Woche den AIC4 (Artificial Intelligence Cloud Services Compliance Criteria Catalogue) vorgestellt. In diesem gemeinsam mit der Industrie entwickelten Katalog werden Kriterien definiert, anhand derer es möglich ist, die Vertrauenswürdigkeit von Cloud-basierten KI-Diensten zu überprüfen. Dabei geht es auch um Aspekte der KI wie beispielsweise Robustheit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Erklärbarkeit und Fairness beziehungsweise Nichtdiskriminierung von KI-Systemen sowie die Qualität der Daten, die eine zentrale Rolle für das maschinelle Lernen spielen.

Quo vadis IT-Sicherheit in KRITIS?

IT-Systeme in kritischen Infrastrukturen (KRITIS) sind nicht vor Cyberangriffen gefeit. Wie aus dem "Lagebericht der IT-Sicherheit in Deutschland 2020" hervorgeht, stieg allein die Anzahl der Hackerattacken im Gesundheitsbereich mit Fokus auf Krankenhäuser von elf Attacken in 2018 auf 43 Attacken in 2020. Auch Angriffe im Energiesektor nahmen deutlich zu: In den vergangenen drei Jahren stieg die Anzahl der Angriffe von vier auf 26. Insgesamt mehr als 400 meldepflichtige IT-Sicherheitsvorfälle bei KRITIS-Betreibern wurden 2020 angezeigt – ein Anstieg von über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das DeStalk-Projekt wird eine mehrstufige Strategie entwickeln

Anfang des Jahres 2021 haben sich das European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence, Fundación Blanquerna, Kaspersky, Una Casa per l'Uomo und die Region Venetien zusammengeschlossen, um am EU-weiten Projekt ,DeStalk' zu arbeiten. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission mit dem Rights, Equality and Citizenship Programme unterstützt. DeStalk befasst sich mit Cybergewalt und Stalkerware, die eine neue und weit verbreitete, jedoch verborgene Formen geschlechtsspezifischer Online-Gewalt (gender-based violence, GBV) darstellen. Bei Stalkerware handelt es sich um kommerziell verfügbare Software, mit der das Privatleben einer anderen Person über ein smartes Gerät heimlich ausspioniert werden kann. In den kommenden zwei Jahren wird das europäische Projektteam, das sich aus Experten für geschlechtsspezifische Gewalt und Cybersicherheit zusammensetzt, gemeinsam Inhalte für eine Schulung entwickeln und anschließend Beratende in Hilfsdiensten für Betroffene und in Täterprogrammen in Gesundheits- und Sozialdiensten schulen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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