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Zertifizierung der technischen Sicherheitseinrichtung

Digitale Aufzeichnungen elektronischer Kassensysteme vor nachträglichen Manipulationen zu schützen

BSI zertifiziert technische Sicherheitseinrichtungen für Kassensysteme



Im Jahr 2020 müssen neue Kassensysteme gemäß §146a der Abgabenordnung mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet werden, um Manipulationen an elektronischen Aufzeichnungen zu erschweren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die ersten technischen Sicherheitseinrichtungen für elektronische Aufzeichnungssysteme zertifiziert. Die nun zertifizierten Hardware-basierten Lösungen der Firmen Epson und Swissbit AG können genutzt werden, um die digitalen Aufzeichnungen elektronischer Kassensysteme vor nachträglichen Manipulationen zu schützen.

BSI-Präsident Arne Schönbohm erklärt hierzu: "Durch die technische Sicherheitseinrichtung können Manipulationen an aufgezeichneten Steuerdaten von Finanzbehörden in Zukunft leichter erkannt werden. Das standardisierte Zertifizierungsverfahren gewährleistet hierbei eine systematische Prüfung von technischen Sicherheitseinrichtungen nach dem Stand der Technik. Die Vorgaben des BSI ermöglichen eine flexible Umsetzung durch die Hersteller und treiben hier die Technologieentwicklung entscheidend voran. Dies sorgt für einen echten Sicherheitsgewinn."

Die Zertifizierung der technischen Sicherheitseinrichtung besteht aus einer Zertifizierung nach der Technischen Richtlinie BSI TR-03153 sowie Common Criteria Zertifizierungen des zugehörigen Sicherheitsmoduls nach den Schutzprofilen PP-SMAERS und PP-CSP. In einer befristeten Einführungsphase kann die CC-Zertifizierung nach PP-CSP übergangsweise durch ein Sicherheitsgutachten des BSI ersetzt werden.

Mehr Informationen zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen sind abrufbar unter:

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/DigitaleGesellschaft/Grundaufzeichnungen/grundaufzeichnungen_node.html

(BSI: ra)

eingetragen: 31.01.20
Newsletterlauf: 19.03.20

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Meldungen: Unternehmen

BKA: Zehn Jahre Cyberabwehrzentrum

Sie können Produktionsprozesse zum Erliegen bringen, zu kritischen Situationen im Gesundheitssystem führen oder Regierungsarbeit beeinträchtigen: Cyberangriffe sind eine seit Jahren wachsende Bedrohung für alle Bereiche unserer Gesellschaft. Um diese behördenübergreifend abwehren und strafrechtlich verfolgen zu können, haben sich vor zehn Jahren das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst (BAMAD), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), das Bundeskriminalamt (BKA), der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundespolizeipräsidium (BPol) sowie das Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr (KdoCIR) bzw. Vorgängerorganisationen, im Cyberabwehrzentrum, kurz Cyber-AZ, zusammengeschlossen. Zudem gehören das Zollkriminalamt (ZKA) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als assoziierte Stellen dem Cyber-AZ an. Ziel dieses Zentrums mit Dienstsitz in Bonn war und ist ein verbesserter Informationsaustausch zwischen den beteiligten Behörden sowie eine stärkere Koordinierung von Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen IT-Sicherheitsvorfälle in Deutschland.

Schutz von Cloud-Daten

Hewlett Packard Enterprise (HPE) gab den Abschluss einer definitiven Vereinbarung zur Übernahme von Zerto bekannt, einer Anbieterin von Software für die Verwaltung und den Schutz von Cloud-Daten. Die Übernahme erfolgt im Rahmen einer Transaktion im Wert von 370 Millionen US-Dollar. Mit dieser Übernahme wird HPE GreenLake erweitert und der Wandel von HPE Storage hin zu einem Cloud-nativen Unternehmen mit softwaredefinierten Datenservices weiter vorangetrieben. "Daten zählen inzwischen zu den kritischsten Ressourcen", so Antonio Neri, President und CEO von HPE. "Angesichts des explosionsartigen Datenwachstums am Edge und in hybriden Umgebungen sehen sich Unternehmen heute mit einer erheblichen Komplexität bei der Verwaltung und dem Schutz ihrer Daten konfrontiert. Mit der marktführenden Software von Zerto, für die Verwaltung und den Schutz von Cloud-Daten, erweitert HPE GreenLake die Cloud-Daten-Services, die es Kunden ermöglicht, ihre Daten zu schützen und schnell auf Grundlage von Informationen zu handeln – vom Edge zur Cloud." Die CDP-Technologie (Continuous Data Protection) von Zerto zum kontinuierlichen journalbasierten Schutz umfasst Notfallwiederherstellung, Sicherung und Datenmobilität in einer zentralen und einfachen Softwarelösung für Verwaltung und den Schutz von Cloud-Daten in lokalen, hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen. Der Markt für Datenschutz als Service wird von 7,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 auf 15,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024 anwachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 19 Prozent entspricht.1 Das Angebot von Zerto wird als Service über HPE GreenLake und die Data Services Cloud Console erhältlich sein.

Barracuda Networks übernimmt Skout Cybersecurity

Barracuda Networks gibt die Übernahme von Skout Cybersecurity bekannt, US-amerikanischen Anbieterin von Cyber-as-a-Service-Software für Managed Service Provider. Mit dem Erwerb ist Barracuda mit einer für MSPs optimierten Lösung in den schnell wachsenden Markt für Extended Detection and Response (XDR) eingestiegen. Skouts fortschrittliche Technologie unterstreicht Barracudas Merger & Acquisition-Strategie, zu der auch die kürzlich erfolgte Übernahme des Zero Trust Access-Anbieters Fyde gehört. Zusätzlich zu Barracudas früheren Integrationen mit Open XDR-Plattformen, erweitert Skout Barracudas Produktpalette um eine leistungsstarke XDR-Plattform für MSPs, die von einem 24x7-SOC unterstützt wird. Laut Gartner sind "zwei der größten Herausforderungen für alle Security-Organisationen das Recruiting und die Bindung technisch versierter Mitarbeiter für Security Operations sowie der Aufbau einer Kapazität hinsichtlich Security Operations, um zuverlässig Abwehrmaßnahmen zu konfigurieren und aufrechterhalten sowie eine schnelle Detection- and Response-Kapazität bereitzustellen. Normale Organisationen sind mit der Überschneidung dieser beiden Probleme oft überfordert."

E-Rezept: BSI bestätigt Sicherheit

Mit der Bestätigung der Informationssicherheit der E-Rezept-App hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Freigabe für das E-Rezept erteilt. Damit kann die zuständige gematik die E-Rezept-App in den App-Stores zur Verfügung stellen. Geplant ist zunächst eine regionale Testphase, bevor das E-Rezept im 4. Quartal 2021 bundesweit eingeführt werden soll. Das BSI ist mit der Bestätigung des externen Sicherheitsgutachtens für das Frontend des Versicherten E-Rezepts gemäß § 360 Abs. 10 SGB V seiner Kontroll- und Aufsichtsfunktion nachgekommen. Dazu sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm:"Das E-Rezept ist ein echter Meilenstein in der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Es wird vielen Patientinnen und Patienten das Leben erleichtern und ihnen viele beschwerliche Wege ersparen. Informationssicherheit ist ein wesentlicher Vertrauensfaktor für die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere, wenn sensible medizinische Daten verarbeitet werden. Das BSI hat die gematik von Anfang an bei der Gestaltung sicherer elektronischer Prozesse für das E-Rezept unterstützt. So tragen wir zu einer sicheren Digitalisierung bei."

Etwa 50 Kunden von Kaseya waren betroffen

Kaseya, Anbieterin von IT- und Sicherheitsmanagementlösungen für Managed Service Provider (MSPs) und kleine bis mittlere Unternehmen (KMU), erlitt einen Ransomware-Angriff auf ihre "VSA"-Kunden, der über das Wochenende zum US-Nationalfeiertag gestartet wurde. Die schnell unternommenen Maßnahmen des Unternehmens zur Behebung und Schadensbegrenzung bewahrten nach Angaben von Kaseya Tausende von kleinen und mittelständischen Unternehmen vor verheerenden Auswirkungen auf ihren Betrieb und stellten deren Geschäftskontinuität sicher. Am 2. Juli um ca. 14 Uhr EST (20 Uhr mitteleuropäische Zeit) wurde Kaseya von internen und externen Quellen auf einen möglichen Angriff aufmerksam gemacht. Innerhalb einer Stunde hat Kaseya vorsichtshalber den Zugriff auf die betroffene Software sofort abgeschaltet. Der Angriff hatte nur begrenzte Auswirkungen, da nur etwa 50 von mehr als 35.000 Kaseya-Kunden betroffen waren.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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