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Aktivitäten ausgesprochen zielgerichtet

Das Böse schläft nie: Evilnum-Gruppe greift mit PyVil RAT an

Während der letzten Monate hat das Nocturnus-Team von Cybereason die Aktivitäten der Evilnum-Gruppe untersucht



Das Cybereason Nocturnus-Team hat einen Forschungsbericht zu einem neu entdeckten Python RAT names PyVil RAT veröffentlicht. Der Remote Access Trojan richtet sich insbesondere gegen Fintechs im Vereinigten Königreich und der EU.

Einige der wichtigsten Fakten auf einen Blick:

>> Das Nocturnus-Team von Cybereason hat einen neuen Python RAT entdeckt, der von der APT-Gruppe EvilNum entwickelt worden ist.

>> Der Remote Access Trojaner (RAT) richtet sich insbesondere gegen Fintechs in UK und der EU.

>> EvilNum tauchte erstmals im Jahr 2018 als neue APT-Gruppe auf.

>> Besonderes Merkmal der Gruppe: Sie modifiziert ununterbrochen ihre TTPs (Tactics, Techniques and Procedures), was einer der Gründe ist, warum sie im Bereich Cyberkriminalität und Spionage so erfolgreich ist.

>> Der neue Python RAT wurde von Cybereason auf den Namen PyVil RAT getauft.

Um sich Zutritt zu einem Netzwerk zu verschaffen, nutzt EvilNum das bewährte Mittel einer Spear-Phishing-Attacke. Sie nimmt einzelne Mitarbeiter oder ganze Finanz-Teams in Visier und versucht diese mittels gefälschter, angeblich besonders wichtiger Finanzdokumente, zum Öffnen derselben zu bewegen.

Dabei macht sich EvilNum einen nicht nur in der Finanzbranche üblichen Prozess zunutze, der unter der Bezeichnung "Know your Customer" bekannt ist. Das Know Your Customer Prinzip (KYC) dient der Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger Wirtschaftskriminalität. Insbesondere im Finanzsektor, aber auch in anderen Branchen, ist eine Prüfung nach dem KYC-Prinzip zur präzisen Identifikation von Kunden und Geschäftspartnern rechtlich vorgeschrieben.

Banken, Kreditinstitute und Versicherungsagenturen, die mit Fintechs zusammenarbeiten, sind ebenfalls gefährdet, sich durch die gefälschten Dokumente und Dateien täuschen zu lassen.

Das Böse schläft nie: Evilnum-Gruppe greift mit PyVil RAT an

Eine Untersuchung von: Tom Fakterman

Während der letzten Monate hat das Nocturnus-Team von Cybereason die Aktivitäten der Evilnum-Gruppe untersucht. Die Gruppe trat im Jahr 2018 zum ersten Mal in Erscheinung, und seitdem gehen vielfältige Aktivitäten auf Evilnum zurück – laut neuesten Berichten wurden dabei verschiedene in Javascript und C# geschriebene Komponenten verwendet sowie Tools, die vom Malware-as-a-Service-Anbieter Golden Chickens stammen.

Die Aktivitäten der Gruppe scheinen – im Gegensatz zu einem großflächigen Phishing-Angriff – ausgesprochen zielgerichtet zu sein, mit Schwerpunkt auf dem FinTech-Markt. Dabei macht sich EvilNum einen nicht nur in der Finanzbranche üblichen Prozess zunutze, der unter der Bezeichnung "Know your Customer" bekannt ist. Das Know Your Customer-Prinzip (KYC) dient der Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger Wirtschaftskriminalität. Insbesondere im Finanzsektor, aber auch in anderen Branchen, ist eine Prüfung nach dem KYC-Prinzip zur präzisen Identifikation von Kunden und Geschäftspartnern rechtlich vorgeschrieben.

EvilNum verlässt sich beim Einstiegsvektor auf das bewährte Mittel einer Spear-Phishing-Attacke. Sie nimmt einzelne Mitarbeiter oder ganze Finanz-Teams ins Visier und versucht diese mittels gefälschter, angeblich besonders wichtiger Finanzdokumente, die von Kunden bei Geschäftsabschlüssen zur Verfügung gestellt werden, zum Öffnen derselben zu bewegen. Seit ihrem erstmaligen Erscheinen hat die Gruppe hauptsächlich Unternehmen innerhalb der EU angegriffen.

In den letzten Wochen beobachtete das Nocturnus-Team erneute Aktivitäten der Gruppe, auf Basis mehrerer nennenswerter Änderungen gegenüber den zuvor beobachteten Taktiken und Techniken. Zu diesen Variationen zählen Veränderungen innerhalb der Infektions- und Persistenzkette, eine neue Infrastruktur, die sich im Laufe der Zeit ausweitet, und die Verwendung eines als Python-Skript geschriebenen Remote Access Trojaners (RAT), den das Nocturnus-Team auf den Namen „PyVil RAT“ getauft hat.

PyVil RAT verfügt über Reihe unterschiedlicher Funktionen und ermöglicht es den Angreifern, Daten zu exfiltrieren, Keylogging, das Erstellen von Screenshots, aber auch zusätzliche Tools wie LaZagne einzusetzen, um beispielsweise Zugangsdaten zu stehlen.

Im Rahmen der aktuellen Untersuchung befasst sich das Nocturnus-Team mit den jüngsten Aktivitäten der Evilnum-Gruppe sowie der neuartigen Infektionskette und den verwendeten Tools.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

Evilnum: Das Nocturnus-Team von Cybereason beobachtet mithilfe verschiedener Tools die Aktivitäten der Evilnum-Gruppe, die seit zwei Jahren aktiv ist.

Angriffe auf den Finanzsektor: Es ist bekannt, dass die Gruppe FinTech-Unternehmen im Visier hat und das Know Your Customer (KYC)-Verfahren missbraucht, um die Infektionskette zu starten. Banken, Kreditinstitute und Versicherungsagenturen, die eng mit Fintechs zusammenarbeiten, sind ebenfalls gefährdet, sich durch die gefälschten Dokumente und Dateien täuschen zu lassen.

Neue Variationen: In der aktuellen Untersuchung beschäftigt sich das Nocturnus-Team insbesondere mit den Veränderungen innerhalb der Infektionskette und hinsichtlich der Persistenz im Netzwerk, der Infrastruktur und den zuvor eingesetzten Tools:

>> Modifizierte Versionen von legitimen ausführbaren Dateien, die benutzt werden, um von Sicherheitslösungen möglichst lange unentdeckt zu bleiben.

>> Verlagerung der Infektionskette von einem JavaScript-Trojaner mit Backdoor-Fähigkeiten hin zu einer Bereitstellung der Payload über einen Multi-Prozess-Vorgang.

>> Ein neu entdeckter, in Python-Skript geschriebener RAT, kurz PyVil RAT, der mit py2exe kompiliert wurde und in der Lage ist, neue Module herunterzuladen, um die Funktionalität zu erweitern.

Die Evilnum-Gruppe

Berichten zufolge richtet die Evilnum-Gruppe ihre Angriffe gegen Fintech-Unternehmen, die zumeist in Großbritannien und anderen EU-Ländern ansässig sind. Das Hauptziel der Gruppe ist es, die infizierten Ziele auszuspionieren und Informationen wie Passwörter, Dokumente, Browser-Cookies, E-Mail-Anmeldedaten und weitere mehr zu stehlen.

Zusätzlich zu den gruppeneigenen Tools hat Evilnum laut früheren Berichten in einigen Fällen auch Tools von Golden Chickens eingesetzt. Golden Chickens ist ein Malware-as-a-Service (MaaS)-Anbieter. Zu seinen Kunden gehören erwiesenermaßen Gruppen wie FIN6 und die Cobalt Group. Zu den von der Evilnum-Gruppe genutzten Tools zählen More_eggs, TerraPreter, TerraStealer und TerraTV.

Die Aktivität der Evilnum-Gruppe wurde erstmals 2018 aufgedeckt, als die erste Version ihres berüchtigten JavaScript-Trojaners auftauchte. Das Skript extrahiert C2-Adressen von Websites wie GitHub, DigitalPoint und Reddit, indem es bestimmte, zu diesem Zweck erstellte Seiten abfragt. Diese Technik ermöglicht es den Angreifern, die C2-Adresse der eingesetzten Agenten ganz einfach zu ändern, während die Kommunikation als Abfragen an legitime, bekannte Websites getarnt bleibt.

Seitdem wurde die Gruppe bereits mehrfach bei unterschiedlichen Angriffen erwähnt, wobei sie jedes Mal ihr Rüstzeug um neue Fähigkeiten erweitert und das bestehende Arsenal ergänzt hat.

Der anfängliche Angriffsvektor ist typischerweise eine Spear-Phishing-Attacke mit dem Ziel, ZIP-Ordner zu übermitteln, die LNK-Dateien enthalten. Diese tarnen sich als Fotos von verschiedenen Dokumenten wie Führerschein, Kreditkarten und Rechnungen von Versorgungsunternehmen. Diese Dokumente sind höchstwahrscheinlich gestohlen und gehören realen Personen.

Sobald eine solche LNK-Datei geöffnet wird, wird der JavaScript-Trojaner ausgeführt, der wiederum die LNK-Datei durch eine echte Bilddatei ersetzt, wodurch der gesamte Vorgang für den Benutzer nicht ersichtlich ist.

Bisher wurden, wie in diesem Artikel beschrieben, sechs verschiedene Varianten des JavaScript-Trojaners in Aktion entdeckt, jede mit kleinen Änderungen, die jedoch keinen Einfluss auf die Kernfunktionalität haben. Der JavaScript-Agent verfügt über verschiedene Funktionen wie das Hoch- und Herunterladen von Dateien, das Stehlen von Cookies, das Sammeln von Antivirus-Informationen, das Ausführen von Befehlen und viele weitere.

Zusätzlich zu der JavaScript-Komponente verwendet die Gruppe, wie in einer früheren Analyse beschrieben, einen C#-Trojaner, der ähnliche Funktionalitäten aufweist wie die frühere JavaScript-Komponente.

Ursprüngliche Infektionskette

Aktuelle Infektionskette

In der Vergangenheit startete die Evilnum-Infektionskette mit Spear-Phishing-E-Mails, die ZIP-Ordner mit LNK-Dateien übermittelten, getarnt als Bilder. Diese LNK-Dateien enthalten einen JavaScript-Trojaner mit unterschiedlichen Backdoor-Fähigkeiten, wie den bereits beschriebenen.

In den letzten Wochen hat das Nocturnus-Team eine Änderung dieser Infektionskette beobachten können: Anstatt vier verschiedene LNK-Dateien in einem ZIP-Ordner zu übermitteln, die wiederum durch eine JPG-Datei ersetzt werden, wird zunächst nur eine Datei archiviert. Diese LNK-Datei tarnt sich als PDF-Datei, die mehrere Dokumente enthält, z. B. Rechnungen von Versorgungsunternehmen, Fotos von Kreditkarten und Führerscheinen. (Cybereason: ra)

eingetragen: 03.09.20
Newsletterlauf: 25.11.20

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Wiederaufflammen der Emotet-Bedrohung

Proofpoint konnte die Rückkehr der Hackergruppe TA542 (Threat Actor) und damit einhergehend der Emotet-Malware vermelden. Zuvor hatte die Gruppe ihre Aktivitäten für ganze 161 Tage eingestellt – die längste bekannte Pause dieses Bedrohungsakteurs. Proofpoint hat nun die aktuellen Kampagnen von TA542 in zwei neuen Blogs näher analysiert und konnte dabei bedeutende Veränderungen aufseiten der Cyberkriminellen feststellen. Seit dem 17. Juli dieses Jahres, also dem Wiederaufflammen der Emotet-Bedrohung, haben die Security-Experten von Proofpoint die jüngste Serie an Emotet-Kampagnen von TA542 genauestens studiert. Dabei waren die Sicherheitsforscher in der Lage, eine Reihe von Übereinstimmungen mit vergangenen Kampagnen aber auch einige bemerkenswerte Neuerungen zu beobachten. Analog zu Kampagnen, die vor der im Frühjahr selbstauferlegten Pause von TA542 stattfanden, konnte Proofpoint auch bei den aktuellen Aktivitäten der Gruppe umfangreiche Attacken via E-Mail belegen.

Radware warnt vor akuten Ransom-Attacken

Seit Mitte August hat Radware mehrere Ransom-Kampagnen von Akteuren verfolgt, die sich als "Fancy Bear", "Armada Collective" und "Lazarus Group" ausgeben und mit massiven DDoS-Attacken drohen. Die Geldforderungen werden per E-Mail zugestellt und enthalten in der Regel opferspezifische Daten wie Autonomous System Numbers (ASN) oder IP-Adressen von Servern oder Diensten, auf die sie abzielen werden, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Es handelt sich um eine globale Kampagne, die vor allem auf Finanzdienstleister, E-Commerce und die Reisebranche abzielt. Die Lösegeldgebühr wird zunächst auf 10 BTC festgesetzt, was aktuell knapp 100.000 Euro entspricht – in einigen Fällen auch 20 BTC. Diese Forderungen sind deutlich höher als bei vergleichbaren Kampagnen im Jahr 2019, bei denen in der Regel zwischen 1 BTC und 2 BTC verlangt wurden. Die Erpresser drohen mit DDoS-Angriffen von über 2 Tbps, falls die Zahlung nicht erfolgt. Um zu beweisen, dass der Brief kein Schwindel ist, geben die Autoren an, wann sie einen Demonstrationsangriff starten werden.

APT-Akteur DarkHotel könnte hinter Exploits stehen

Im späten Frühjahr 2020 verhinderten Kasperskys automatisierte Erkennungstechnologien einen gezielten Angriff auf ein südkoreanisches Unternehmen. Bei der näheren Untersuchung der Attacke fanden Kaspersky-Forscher zwei bislang unbekannte Schwachstellen: Ein Exploit zur Ausführung von fremdem Code im Internet Explorer 11 und ein Elevation of Priviliges (EoP)-Exploit zur Erlangung höherer Zugriffsrechte in aktuellen Versionen von Windows 10. Patches für die beiden Exploits wurden bereits veröffentlicht. Bei Zero-Day-Schwachstellen handelt es sich um bislang unbekannte Software-Bugs. Bis zu ihrer Entdeckung können Angreifer diese unbemerkt für schädliche Aktivitäten missbrauchen und schweren Schaden anrichten.

Verwendung einer neuen Malware-Familie

Proofpoint hat eine Cyberkampagne identifiziert, bei der eine mutmaßlich aus China stammende Hackergruppe eine neue Malware-Familie eingesetzt hat. Die Attacken richteten sich unter anderem gegen diplomatische Vertretungen und politische Gremien europäischer Länder. Neben den bekannten ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen hat das Coronavirus auch Einfluss auf die Cyberbedrohungslandschaft. Vor allem Social-Engineering-Köder, die einen Bezug zur COVID-19-Pandemie hatten, prägten dabei die erste Jahreshälfte 2020. Untersuchungen dazu haben ergeben, dass mehrere chinesische Hackergruppen in den letzten Monaten Phishing-Köder mit COVID-19-Bezug eingesetzt haben, um bereits bekannte, aber auch neue Ziele auszuspionieren.

Vertrauenswürdige externe Dienste instrumentalisiert

Die Cybersecurity-Spezialisten von F-Secure haben einen Report veröffentlicht, in dem sie Details eines gezielten Angriffs auf ein Unternehmen aus der Kryptowährungsbranche mit der Lazarus Group in Verbindung bringen. Die Hackergruppe, die mutmaßlich in enger Verbindung zur Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) steht, ist bekannt für ihr hochprofessionelles Vorgehen, das rein finanzielle Interessen verfolgt. Im Bericht kommt F-Secure durch die Verknüpfung von aus dem Angriff gewonnenen Hinweisen und Mustern mit bereits vorhandenen Forschungsergebnissen zu dem Schluss, dass der überprüfte Vorfall Teil einer global angelegten Kampagne der Lazarus-Gruppe ist. Diese richtet sich gegen Unternehmen aus der Kryptowährungsbranche aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Singapur, Japan und weiteren Ländern. Der Bericht analysiert die Logs, Protokolle und weitere technische Artefakte, die von F-Secure während der forensischen Untersuchung eines Angriffes auf eine Krypto-Organisation sichergestellt werden konnten. F-Secures Sicherheitsexperten stellten dabei fest, dass die Angriffsmethoden nahezu identisch mit den Praktiken sind, die so zuvor auch von der Lazarus-Gruppe – auch als APT38 bekannt – eingesetzt wurden.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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