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Banking-Malware zunehmend fokussierter


"Tinba" dringt in die Webseiten von bekannten Banken ein und fragt bei Anwendern zusätzliche Informationen ab
Auf der Liste der betroffenen Banken stehen abhängig vom betroffenen Land sehr bekannte Namen

(25.08.15) - Schadprogramme werden heute oft gezielt zur Erreichung bestimmter Ziele programmiert. Dies reicht von der heimlichen Infiltrierung von Organisationen bis dahin, sich finanziell zu bereichern. Außerdem haben Untersuchungen von Bitdefender ergeben, dass die Anzahl der täglichen Malware-Reports fast 4,7 Millionen erreicht. Das zeigt nicht nur, dass die Chance infiziert zu werden täglich steigt, sondern auch, dass die Malware-Industrie derzeit sehr aktiv ist. Dabei hat sie auch einige neue Banking-Trojaner entwickelt, die auf das Sammeln von Bankdaten und persönlichen Informationen spezialisiert sind, die in Online Transaktionen benutzt werden. Diese Trojaner erreichen das System durch Drive-by-Attacken, die Sicherheitslücken in verbreiteten Softwarelösungen nutzen.

Die Geschichte von Tiny Banker
Ein typisches Beispiel für eine aktuelle Malware ist Tinba, ein Wortspiel aus Tiny Banker (winziger Bankangestellter). Die erste Instanz stammt aus dem Jahr 2012 und verbreitete sich in einigen europäischen Ländern. Seine ursprüngliche Funktionalität hatte das Ziel, Anmeldeinformationen für Social Media-Websiten oder E-Mail-Konten zu stehlen. Seitdem hat sich Tinba aber zu einem echten Banking-Trojaner entwickelt.

So ist der Virus heute in der Lage, Webseiten von bekannten Banken zu infizieren. Bitdefender-Untersuchungen von Tinba-Aktivitäten zeigen, dass eine aktuelle Kampagne dabei auf europäische Länder zielt, darunter auch Deutschland.

Wie funktioniert das?
Tinba dringt in die Webseiten von bekannten Banken ein und fragt bei Anwendern zusätzliche Informationen ab, von der Kreditkarten- und CVV-Nummer bis hin zum "Mädchennamen der Mutter". Das Verzeichnis von Banken ist in der Regel in der Malware selbst hartcodiert, besonders bemerkenswert ist daher die geringe Größe des Trojaners von nur 20 Kilobyte.

Ein weiteres Merkmal von Tinba sind private Signaturschüssel. Diese stellen sicher, dass Bot-Befehle und -Updates nur vom authorisierten Botmaster kommen können. Darüber hinaus authentifizieren Bots den Update-Server, bevor dieser eine neue Konfiguration akzeptiert.

Eine maschinenabhängige Verschlüsselungsschicht wird für jeden Bot erzwungen, um die manipulierenden Bots vor Sicherheitsforschern zu schützen. Die Kommunikation läuft über fest programmierte Ressourcen-URLs. Diese können falls notwendig auch auf DGA-basierte (Domain Generation Algorithmus) URLs zurückgeschaltet werden.

Betroffene Banken in Deutschland
Auf der Liste der betroffenen Banken stehen abhängig vom betroffenen Land sehr bekannte Namen. Diese sind in der Konfigurationsdatei von Tinba fest programmiert.

Darüber hinaus hat Bitdefender herausgefunden, dass einige reguläre Ausdrücke in der Konfigurationsdatei speziell für Login-URLs geschrieben wurden. Das deutet darauf hin, dass Angreifer Tinba nur dazu nutzen wollen, um durch das Sammeln von Benutzernamen und Passwörtern bestimmte Webseiten zu beobachten.

Von der weltweiten Anzahl an Anfragen der mehr als 35 Tinba-Versionen, die Bitfender kürzlich beobachtet hat, stammen mehr als 25.174 allein aus Deutschland. Interessant daran ist, dass die Kampagnen ganz gezielt deutsche Banken im Fokus haben. Die gemeldeten Anfragen könnten ein Hinweis auf die Anzahl der Nutzer sein, die mit einem dieser 35 Tinba-Variationen infiziert wurden.

Fazit
Banking-Malware ist zunehmend fokussierter und zielgerichteter sowohl auf bestimmte Länder als auch auf bestimmte Banken um ihre eigene Effizienz zu erhöhen. Berücksichtigt man den geringen Speicherplatz von Tinba, ist sicher davon auszugehen, dass Cyberkriminelle kontinuierlich weiter neue Methoden entwickeln, um ihren Code zu optimieren.

Damit Anwender nicht Opfer eines solchen Banken-Trojaners wie Tinba werden, empfiehlt Bitdefender, immer eine aktualisierte Sicherheitslösung einzusetzen. Diese sollte in der Lage sein, solche Bedrohungen zu stoppen, bevor irgendwelche finanziellen Schäden entstehen oder sensible persönliche Informationen entwendet werden. (Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Drei Varianten der fortschrittlichen Backdoor BADHATCH

Die Cyberkriminellen der FIN8-Gruppe haben die Möglichkeiten des Backdoor-Toolkits BADHATCH für ihre Zwecke erweitert und greifen Unternehmen mit neuen Varianten gezielt an. Die Experten der Bitdefender Labs konnten feststellen, dass die Gruppe nach einer Pause von etwa eineinhalb Jahren in mehreren Ländern wieder aktiv ist. Ins Visier dürfte gezielt der Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe geraten. Die Hackergruppe FIN8 ist seit 2016 aktiv und hat sich laut MITRE auf den Diebstahl von Kreditkartendaten von POS-Systemen spezialisiert. Dazu nutzt die Gruppe zahlreiche unterschiedliche Angriffsvektoren, darunter seit 2019 eine funktionsreiche Malware namens BADHATCH. Spear-Phishing-Kampagnen der Gruppe zielen außerdem auf den Einzelhandel sowie auf Hotels und Gaststätten ab. Aktuell finden sich auch Versicherungen oder Unternehmen aus der Chemieindustrie unter den Opfern der neuen Variante.

Zugang zu den Bankdaten eines Opfers

Check Point Research, die Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies hat den Google Play Store erneut untersucht und wurde fündig. In neun Utility-Apps versteckt sich der Malware-Dropper Clast82, darunter Programme zur Aufzeichnung des Bildschirms oder für VPN-Verbindungen. Diese Art von Schädling infiziert echte Anwendungen, wird mit diesen heruntergeladen und installiert, kontaktiert seinen Command & Control Server (C&C), um die Konfiguration zu erhalten und lädt dann heimlich andere Malware auf das Smartphone des Nutzers. Sie ist sozusagen die Vorhut einer Armee, die den Boden bereitet.

Verbreitung der Dridex-Malware

Rund ein Jahr seit Beginn der weltweit grassierenden Covid-19-Pandemie ist die Bedrohungslandschaft vielerorts noch immer von Phishing-Ködern geprägt, die vermeintliche Heilmittel, Impfstoffe oder Informationen zu neuen Virusvarianten anpreisen. Die Security-Experten von Proofpoint haben dies zum Anlass genommen, verschiedene Beispiele für Cyberkampagnen, die in Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie stehen, genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Blog Post von Proofpoint werden diese Kampagnen detailliert beschrieben.

Diebstahl von Bankgeschäftsdaten

Die Gootkit-Malware-Familie ist ein bekannter Scherge – ein Trojaner, der sich initial auf den Diebstahl von Bankgeschäftsdaten fokussiert und sich heute unter anderem des Analysetools Cobalt-Strike, der Banking Malware Kronos sowie der REvil-Ransomware bedient. IT-Security-Experten haben sich bereits 2020 intensiv mit der Schadsoftware und insbesondere ihrer geschickten Übermittlungsmechanismen beschäftigt. Neu ist nun, dass die Angreifer die Malware zu einer Multi-Payload-Plattform ausgebaut haben. Mit variablen Angriffsmechanismen – inklusive Social Engineering – ist sie heute am stärksten in Deutschland sowie in den USA und Südkorea aktiv. Aufgrund der Aktualität und des Plattform-Charakters haben die Security-Experten der SophosLabs der Multi-Payload-Malware einen eigenen Namen gegeben: Gootloader.

Infektionsschema und Vorgehen von ThreatNeedle

Kaspersky-Forscher haben eine neue, bisher unbekannte Kampagne des fortgeschrittenen Bedrohungsakteurs Lazarus identifiziert. Seit Anfang 2020 richtet sich dieser mit der benutzerdefinierten Backdoor ,ThreatNeedle' gegen Unternehmen der Verteidigungsindustrie. Die Backdoor bewegt sich lateral durch infizierte Netzwerke und sammelt vertrauliche Informationen. Lazarus kann dabei Daten sowohl aus IT- als auch aus eingeschränkten Netzwerken stehlen. Bei Lazarus handelt es sich um einen sehr produktiven Bedrohungsakteur, der seit mindestens 2009 aktiv ist. Die Gruppe ist für umfangreiche Cyberspionage- und Ransomware-Kampagnen sowie Angriffe auf den Kryptowährungsmarkt bekannt. Aktuelle Attacken wurden zudem im Zusammenhang mit Covid-19 und der Impstoffforschung festgestellt. Während Lazarus sich in den vorigen Jahren auf Finanzinstitute konzentriert hat, scheint seit Anfang 2020 die Verteidigungsindustrie im Fokus der Aktivitäten zu stehen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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