Android-Malware ein lukratives Geschäft


Android-Ransomware derzeit größte IT-Bedrohung in Deutschland
Einige der häufigsten Malware-Familien, die während des 3. und 4. Quartals 2015 entdeckt wurden, stehen in Verbindung mit schädlichen Anwendungen, die angeblich Spiele oder Tools sind

(26.02.16) - Auf Windows PCs ist Ransomware schon seit einigen Jahren ein Problem. Mittlerweile haben Kriminelle aber plattformunabhängige Schadprogramme entwickelt, die auch Linux- und Android-Geräte gefährden. Android Ransomware kann dabei massive Störungen und finanzielle Verluste zur Folge haben. So zeigen Analysen von Bitdefender, dass die Android.Trojan.Slocker Ransomware-Familie in Bezug auf Anzahl der Geräte den ersten Platz in Deutschland und England einnimmt.

Überblick: Weltweite Android-Malware im 2. Halbjahr 2015
Einige der häufigsten Malware-Familien, die während des 3. und 4. Quartals 2015 entdeckt wurden, stehen in Verbindung mit schädlichen Anwendungen, die angeblich Spiele oder Tools sind. Damit wollen Kriminelle Anwender dazu verleiten, diese zu installieren. Anschließend werden sie durch das heimliche Senden von Textnachrichten an Premiumnummern geschädigt.

Die Malware-Familien Android.Trojan.FakeInst und Android.Trojan.SMSSend hatten im 3. Quartal einen Anteil von 19,26 beziehungswiese 11,83 Prozent. Im 4. Quartal sind die Zahlen leicht auf 17,63 Prozent und 9,93 Prozent gesunken.

Während diese beiden Malware-Familien in den Statistiken einzelner Länder unterschiedliche Anteile aufweisen, sind sie kontinuierlich in den Top-5 der häufigsten Familien in der Bitdefender-Statistik gelistet.

In Deutschland und Großbritannien stellt neben den genannten Bedrohungen auch Android Ransomware weiterhin eine große Gefahr dar, so die Bitdefender-Prognose für 2016.

Top Android-Bedrohungen in Deutschland
Die Statistik für Deutschland für das 3. Quartal 2015 zeigt, dass Android.Trojan.Slocker mit 43,77 Prozent dominiert. Die zweit- und drittplatzierten Malware-Arten liegen mit 9,87 Prozent und 6,21 Prozent weit zurück.

Im 4. Quartal 2015 führt Android.Trojan.Slocker die Liste zwar weiterhin an, ist aber deutlich auf 28,89 Prozent gesunken. Die zweithäufigste Malware-Familie ist Andorid.Trojan.HiddenApp mit 11,95 Prozent. Diese besondere Art von Malware wurde auch im Google Play Store entdeckt, wo seit Februar 2015 zehn infizierte Anwendungen gemeldet wurden.

Die Malware-Familie Android.Trojan.HiddenAds erreichte im 4. Quartal 2015 den dritten Platz mit 7,91 Prozent, im Vergleich zu 6,11 Prozent im 3. Quartal 2015. Diese Art der Bedrohungen wird über gefälschte Anwendungen verbreitet, die verschiedene Funktionalitäten wie das Abspielen von Videos versprechen, aber tatsächlich eine Vielzahl von verteilten Anzeigen in Werbe-Bibliotheken abladen. Ein Klick auf diese Anzeigen generiert in der Regel Einnahmen für deren Entwickler. Deshalb stehen auch viele dieser Anwendungen mit Werbeanzeigen in Verbindung.

Top Android-Bedrohungen in den USA
Die Top-Android-Bedrohungen in den USA im 3. Quartal 2015 stehen in enger Verbindung mit Applikationen, die Anwender zu einem Download verführen möchten, um Daten einzuschleusen oder andere schädliche Aktionen auszuführen. Auf dem zweiten Platz liegen SMS-Trojaner, die Telefonrechnungen in die Höhe treiben.

Android.Trojan.FakeInst und Android.Trojan.SMSSend haben einen Anteil von 25,4 beziehungsweise 12,87 Prozent im Malware Report für das 3. Quartal 2015. Im 4. Quartal liegt ihr Anteil bei 21,16 Prozent und 16,53 Prozent. Letztere Malware-Art ist dafür berüchtigt, heimlich Textnachrichten an Premium-Nummern zu verschicken. Dazu verleitet sie Nutzer zum Download von scheinbar legitimen Anwendungen.

In beiden Quartalen belegt die Android.Trojan.Agent-Familie den dritten Platz mit 8,96 Prozent im 3. Quartal 2015 und 5,96 Prozent im 4. Quartal 2015. Das zeigt, dass auch Android-Nutzer mit Malware infiziert werden, die als Hintertür für die Geräte dienen soll.

Top Android-Bedrohungen in Großbritannien
Im 3. Quartal 2015 war Ransomware in Großbritannien mit 28,44 Prozent auf dem ersten Platz der gemeldeten Bedrohungen, gefolgt von Android.Trojan.Agent mit 13,89 Prozent.

Als eine der profitabelsten Malware-Familien in den letzten Jahren kam Android.Trojan.SMSSend mit 7,59 Prozent auf den dritten Platz.

Während des 4. Quartals hat die Android.Trojan.Slocker Ransomware-Familie mit 19,48 Prozent ebenfalls die Pole-Position inne. Auf dem zweiten und dritten Platz sind Android.Trojan.HiddenApp (12,45 Prozent) und Android.Trojan.HiddenAds (7,9 Prozent).

Der Rückgang von Android.Trojan.Slocker lässt sich möglicherweise mit der Ferienzeit begründen, dann verändert sich in der Regel die Zahl der gemeldeten Bedrohungen.

Hohe Marktdurchdringung
Solange Android-Geräte einen hohen Marktanteil aufweisen, werden auch Malware-Entwickler weiter Codes dafür schreiben. Android-Malware ist ein lukratives Geschäft für Kriminelle, unabhängig davon, ob Daten gestohlen oder Geräte verriegelt und dafür Lösegeldforderungen gestellt werden. Zudem ermöglichen sie weitere schädliche Aktionen.

Android-Nutzern wird daher dringend empfohlen, eine mobile Sicherheits-Lösung zu installieren, die schädliche Anwendungen identifizieren kann, bevor sie installiert werden. Darüber hinaus sollten sie vor der Installation von Anwendungen auf mögliche Gefahren für die Privatsphäre hinweisen.

Zudem sollten Anwender nur Applikationen aus dem Google Play Store oder vertrauenswürdigen Quellen herunterladen. Dadurch verringert sich die Chance, dass Malware, Datendiebstahl-Trojaner oder andere aggressive, schädliche Adware auf ein Gerät gelangen. Zwar gibt es Berichte über Malware im Google Play Store Bitdefender hat selbst einige gefunden aber die Alternativen sind deutlich gefährlicher. (Bitdefender: ra)

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Meldungen: Hintergrund

Vermutliche Absicht: Installation von Ransomware

In einer neuen Analyse warnt Bitdefender vor einer Serie von ProxyNotShell/OWASSRF-Attacken, die sich gegen On-Premise Microsoft-Exchange-Installationen richten. Die seit Ende November 2022 vor allem in den USA beobachteten Angriffe dienten unterschiedlichen Zwecken. Server-Side Request Forgery (SSRF)-Attacken ermöglichen opportunistische Attacken über einen verwundbaren Server auf einen anderen Server und können zum Beispiel zur vollkommenen Übernahme eines Microsoft-Exchange-Servers führen.

Einnahmen für das nordkoreanische Regime

Die Cyberkriminellen-Gruppe TA444 ist zu einem wichtigen Devisenlieferanten für das nordkoreanische Regime geworden. TA444, die mit dem nordkoreanischen Regime in Verbindung gebracht wird, hat seine Opfer allein im letzten Jahr um 1 Milliarde US-Dollar in Kryptowährungen erleichtert. Das haben Cybersecurity-Forscher von Proofpoint errechnet.

FBI vermutet Lazarus hinter Harmony-Hack

Nach mehreren Berichten unter anderem bei Bleeping Computer machte das FBI bekannt, dass hinter dem Cyberangriff auf die Krypto-Bridge Horizon des Unternehmens Harmony im Juni 2022 die Gruppe APT38 steckt. Damals wurden Alt-Coins im Wert von 100 Millionen US-Dollar entwendet.

Cyber-Attacken gegen Behörden

Check Point Software Technologies berichtet über Attacken gegen die Regierung der Föderation St. Kitts und Nevis. Die Forscher der Check-Point-Tochter Avanan haben die Angriffe auf den karibischen Inselstaat untersucht und ordnen diesen in den Kontext der zunehmenden Zahl von Cyber-Attacken gegen Behörden weltweit ein.

Besitz von Facebook-Passwörtern

Zimperium, Sicherheitsexpertin für Echtzeitschutz auf Mobilgeräten, hat Informationen über eine neu entdeckte Android-Kampagne veröffentlicht, die bereits seit 2018 die Facebook-Anmeldedaten von kompromittierten Nutzern raubt. Das Zimperium zLabs Threat Research Team hat vor kurzem den Android-Trojaner "Schoolyard Bully" aufgespürt, der in zahlreichen Bildungsanwendungen anzutreffen ist und bisher von mehr als 300.000 betroffenen Nutzern heruntergeladen wurde.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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