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Entschlüsselungs-Tools - spektakulärer Durchbruch


Bitdefender entschlüsselt GandCrab und hilft Ransomware-Opfern
Zusammenarbeit mit Europol, Rumänischer Polizei, FBI und anderen Organisationen Neues Werkzeug, das Betroffenen ihre Daten wieder herstellt und Millionenbeträge erspart



Bitdefender hat ein Entschlüsselungswerkzeug für neueste Versionen der Erpressungs-Software GandCrab veröffentlicht. GandCrab ist die Ransomware, die sich derzeit weltweit am schnellsten ausbreitet. Das Tool wurde in enger Zusammenarbeit mit Europol, der rumänischen Polizei sowie mit Unterstützung des FBI und anderen Strafverfolgungsbehörden entwickelt. Es ermöglicht es den Betroffenen, verschlüsselte Informationen zurückzuerhalten, ohne dass zweistellige Millionenbeträge als Lösegeld an Hacker fließen. Das neue Werkzeug kann nun Daten entschlüsseln, die von den Versionen 1, 4 und 5 der GandCrab-Malware verschlüsselt wurden, sowie sämtliche Versionen der Ransomware, die gegen eine begrenzte Anzahl von Opfern in Syrien eingesetzt wurden.

Weitere Informationen über GandCrab und das Entschlüsselungswerkzeug können von den Webseiten der Bitdefender Labs oder NoMoreRansom heruntergeladen werden. Letzteres ist ein gemeinsames Projekt der niederländischen Polizei und Europol zur Bekämpfung von Ransomware auf EU-Ebene.

"Die Veröffentlichung dieses Entschlüsselungs-Tools ist ein spektakulärer Durchbruch. Er unterstreicht die Wirksamkeit der Zusammenarbeit zwischen IT-Security-Anbietern und Strafverfolgungsbehörden", vermeldet Bitdefender. "Wir haben Monate in die Krypto-Forschung investiert und eine umfangreiche Infrastruktur bereitgestellt, um dies zu ermöglichen. Wir wollten den Betroffenen helfen, die Kontrolle über ihr digitales Leben ohne irgendwelche Kosten zurückzugewinnen."

GandCrab ist seit Januar 2018 sehr aktiv und arbeitet nach einem "Affiliate-Modell": Die Entwickler stellen die Malware interessierten Parteien als Service zur Verfügung und erhalten dafür einen Teil des Gewinns. Die Ransomware-Familie wird über unterschiedliche Wege verbreitet. Zu den Angriffsvektoren gehören Spam-E-Mails, Exploit-Kits und zugehörige Malware-Kampagnen. Im Jahr 2018 hat GandCrab mehrere Überarbeitungen erfahren, insbesondere nachdem Bitdefender das Entschlüsselungswerkzeug für die erste Version veröffentlicht hat. Auch dafür hatte das Unternehmen bereits mit lokalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden kooperiert. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 20.11.18
Newsletterlauf: 28.11.18

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Verschleierungstaktik und Anti-Analyse-Maßnahmen

Die Experten von Kaspersky stellen eine umfassende Untersuchung aller kürzlich eingeführten Updates der Spyware FinFisher für Windows, Mac OS und Linux sowie deren Installer vor. Die Analyse dauerte acht Monate und deckt unter anderem eine vierschichtige Verschleierungstaktik und fortschrittliche Anti-Analyse-Maßnahmen auf. Darüber hinaus verfügt die Spyware nun über ein UEFI-Bootkit, um Opfer zu infizieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass FinFisher stark auf die Umgehung von Verteidigungsmaßnahmen ausgerichtet ist, was die Malware zu einer der bisher am schwersten zu identifizierenden Spionagesoftware macht. FinFisher, auch als FinSpy oder Wingbird bekannt, ist ein Überwachungs-Tool, das Kaspersky seit dem Jahr 2011 verfolgt. Die Spyware kann verschiedene Anmeldeinformationen, Dateilisten und gelöschte Dateien sowie verschiedene Dokumente sammeln, Daten per Livestreaming übertragen und aufzeichnen sowie sich Zugriff auf eine Webcam und ein Mikrofon verschaffen. Seine Windows-Implants wurden bis zum Jahr 2018 mehrfach entdeckt und untersucht, bis FinFisher verschwunden zu sein schien.

"Operation GhostShell" benutzt einen komplexen RAT

Cybereason hat eine hochgradig zielgerichtete Cyber-Spionagekampagne aufdeckt, die sich gegen globale Luft-, Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen richtet. Der neue Threat-Intelligence-Report von Cybereason identifiziert unter dem Namen MalKamak einen neuen iranischen Bedrohungsakteur. Dieser agiert seit mindestens 2018 und blieb lange unentdeckt. MalKamak nutzt einen sehr ausgeklügelten und bisher nicht entdeckten Remote-Access-Trojaner (RAT) namens ShellClient. Dieser umgeht Antiviren-Tools und andere Sicherheitsvorkehrungen und missbraucht den öffentlichen Cloud-Dienst Dropbox für das sogenannte Command & Control (C2), also die Kommunikation zwischen Angreifer und Opfer-Netzwerk. Die Angriffe dauern weiterhin an. Der Bericht mit dem Titel "Operation GhostShell: Novel RAT Targets Global Aerospace and Telecoms Firms" beschreibt die unbemerkten Angriffe auf Unternehmen im Nahen Osten, den Vereinigten Staaten, Europa und Russland. Die Untersuchungen zeigen mögliche Verbindungen zu mehreren iranischen, staatlich unterstützten Angreifergruppen, darunter Chafer APT (APT39) und Agrius APT, auf. Der Bericht knüpft an die Veröffentlichung des DeadRinger-Reports von Cybereason im August an, in dem mehrere chinesische APT-Kampagnen, ebenfalls gegen Telekommunikationsanbieter, aufgedeckt wurden.

Code-Überschneidungen mit der Sunburst-Backdoor

Bei der Untersuchung einer noch unbekannten Advanced Persistence Threat (APT) identifizierten Kaspersky-Forscher eine neue Malware, die mehrere wichtige Attribute aufweist, die potenziell auf eine Verbindung zum Bedrohungsakteur DarkHalo hinweist, der für den Sunburst-Angriff verantwortlich ist. Dabei handelt es sich um einen der auswirkungsreichsten Supply-Chain-Attacken der vergangenen Jahre. Der Sunburst-Sicherheitsvorfall geriet im Dezember 2020 in die Schlagzeilen: Der Bedrohungsakteur DarkHalo kompromittierte einen bekannten Anbieter von Unternehmenssoftware und nutzte dessen Infrastruktur, um unter dem Deckmantel legitimer Software-Updates Spyware zu verbreiten. Danach schien der Akteur verschwunden zu sein. Denn nach Sunburst wurden keine größeren Vorfälle mehr entdeckt, die diesem Akteur zugeschrieben werden konnten. Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen des Global Research and Analysis Teams (GReAT) bei Kaspersky zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist.

BlackMatter tritt aus dem DarkSide-Schatten

"Diese neue Ransomware-as-a-Service-Familie BlackMatter steckt noch in den Kinderschuhen, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Ransomware in den Händen eines erfahrenen Angreifers großen Schaden anrichten kann." Mark Loman, Director of Engineering bei Sophos. In einer neuen Analyse geben die Experten der SophosLabs einen Einblick in die Ransomware BlackMatter: demnach bestehen Ähnlichkeiten zur DarkSide Ransomware-as-a-Service (RaaS) und zu anderen Malware-Gruppen wie REvil und LockBit 2.0. Viele Funktionen sind hierbei ähnlich, Details bleiben trotzdem individuell. Wie hängen BlackMatter und die DarkSide RaaS zusammen? Sophos veröffentlicht Details, die auf den Analysen der Sophos Labs zur BlackMatter Schadsoftware beruhen, sowie auf den Erkenntnissen, die das Rapid Response Team aus einem Vorfall zog, in den BlackMatter involviert war. Die Analyse beschreibt unter anderem neue, bislang unentdeckte Funktionen der BlackMatter Ransomware, wie sie die Dateiberechtigungen für jedes verschlüsselte Dokument zurücksetzt, um der Gruppe "Jeder" vollen Zugriff zu gewähren. Darüber hinaus geht es um Details, wie die Schadware über das gesamte Netzwerk verteilt wird sowie Informationen zu den Prozessen, die vor Bereitstellung der Ransomware beendet werden.

Stärker auf Software-Lieferketten ausgerichtet

Cloud-Sicherheitsspezialistin Barracuda hat ihren jährlichen Bericht über die Entwicklung von Ransomware-Attacken veröffentlicht. Die aktuelle Untersuchung ist bereits der dritte Report und informiert über Ransomware-Angriffsmuster, die zwischen August 2020 und Juli 2021 stattfanden. Die Analysten des Unternehmens identifizierten und analysierten 121 Ransomware-Vorfälle in besagtem Zeitraum. Dabei verzeichneten sie einen Anstieg der Angriffe um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Demnach haben es Cyberkriminelle vor allem auf Kommunen, das Gesundheitswesen sowie Bildungseinrichtungen abgesehen. Im Grunde können Angriffe jedoch jedes Unternehmen und jede Institution treffen, denn die Angriffe nehmen in jede Richtung zu. Folgende Erkenntnisse brachte der Report zutage: Knapp die Hälfte (44 Prozent) der Angriffe in den letzten zwölf Monaten betraf US-amerikanische Unternehmen. In Deutschland waren es drei Prozent, in Österreich und der Schweiz jeweils ein Prozent.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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