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Emotet in verschlüsselten Anhängen

Die aktuelle Malspam-Welle mit verschlüsselten Archiven ist bereits seit mindestens 1. September aktiv

Hornetsecurity Security Lab registrierte Spam-Wellen auf Spanisch, Englisch und Deutsch ab etwa dem 14. September



Die Cyberkriminellen hinter dem Banking-Trojaner Emotet unternehmen viel, um mit verschiedensten Tricks Anti-Viren-Filter zu umgehen und die Malware auf noch mehr Systemen zu verbreiten. Von Email Conversation Thread Hijacking, über Änderungen der Webshells bis hin zum Update des Emotet-Loaders, was zu einem enormen Anstieg an Downloadzahlen der Malware führte. Nun versendet Emotet erneut verschlüsselte Anhänge über seinen Malspam, um sein Botnet-Netzwerk weiter ausbauen.

Seit September beobachtet das Hornetsecurity Security Lab einen erheblichen Zuwachs an Emotet-Malspam, welcher wieder verschlüsselte Archiv-Dateien versendet. Das Passwort zur Entschlüsselung der Datei ist als Klartext im E-Mail Anschreiben enthalten. Durch die Verschlüsselung des Anhangs ist es herkömmlichen Anti-Viren-Programmen nicht möglich, das versteckte Schadprogramm zu entdecken und zu blockieren. Jedoch kann das Opfer die Datei entschlüsseln, öffnen und ausführen, wodurch die Malware schließlich nachgeladen wird.

Doch diese Methode ist nicht neu: Bereits im April 2019 entdeckten Security-Analysten erste Wellen des Emotet-Malspams mit verschlüsselten Zip-Dateien. Seitdem treten solche Spamwellen immer mal wieder verteilt über das Jahr auf und halten einige wenige Tage an. Als Operation "Zip Lock" bezeichnet die White-Hat-Group "Cryptolaemus" dieses Vorgehen der Akteure hinter Emotet. Das Team aus über 20 Security-Forschern und System-Administratoren hat sich als Ziel gesetzt, die Verbreitung der "gefährlichsten Malware der Welt" einzudämmen. Täglich veröffentlicht die Gruppe sämtliche Updates von Emotet auf ihrer Website und dem Twitter-Account. Damit System- und Netzwerkadministratoren die sogenannten Indicators of compromise (IOCs), dazu gehören IP-Adressen für Emotet Befehlsserver, Betreffzeilen und Datei-Hashes von Emotet-infizierten Dateien, in ihren Security-Filtern eintragen und sich so vor möglichen Emotet-Infektionen schützen können.

Die aktuelle Malspam-Welle mit verschlüsselten Archiven sei nun bereits seit mindestens 1. September aktiv und zielte zuerst auf den japanisch-sprachigen Raum. Das Hornetsecurity Security Lab registrierte schließlich Spam-Wellen auf Spanisch, Englisch und Deutsch ab etwa dem 14. September.

Um die Chance noch weiter zu erhöhen, dass ihr Opfer die Schad-Mail beim Eintreffen im Postfach auch tatsächlich öffnet und den Anhang aktiviert, bedienen sich die Cyberkriminellen zusätzlich der "Email Conversation Thread Hijacking" Technik. Dabei werden bereits bestehende E-Mail-Konversations-Threads des Opfers verwendet, um "authentischer" zu wirken. Die Angreifer antworten dann auf bestehende Unterhaltungen, die ihr Angriffsziel in der Mailbox noch gespeichert hat.

Ein beliebter Cybercrime-Trend

Generell ist die E-Mail Angriffsmethode mit verschlüsselten Anhängen recht beliebt unter cyberkriminellen Gruppen. So entdeckten die Security-Analysten von Hornetsecurity auch in Malware-Kampagnen von GandCrab verschlüsselte Office-Dokumente und die Malware Ursnif verbreitet sich ebenfalls durch verschlüsselte Zip-Anhänge.

Wie kann ich mich davor schützen?

Die verschlüsselten Emotet-Dateien werden bis heute nicht von herkömmlichen Antivirenprogrammen entdeckt, dass beweist der Malwarescanner Dienst VirusTotal. Auch die Technik des Email Conversation Thread Hijacking trägt zum "Erfolg" der Cyberkriminellen bei, denn für die Empfänger ist es kaum möglich, einen solchen Angriff zu erkennen, da die Schad-E-Mails von einem legitimen, aber kompromittierten Konto versendet werden.

Tiefergehende Filter und intelligente Security-Mechanismen sind jedoch in der Lage, beide dieser Angriffstechniken zu entdecken und diese vom Postfach des Empfängers fernzuhalten. Das Vorgehen der Cyberkriminellen hinter Emotet verdeutlicht, dass es auch für Unternehmen an der Zeit ist, den nächsten Schritt im Bereich der Cybersecurity zu gehen. Denn erfolgreiche Attacken treiben die Ambitionen der Hacker weiter an und bringen auch weitere Cyberkriminelle auf den Plan. (Hornetsecurity: ra)

eingetragen: 08.10.20
Newsletterlauf: 15.01.21

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Meldungen: Hintergrund

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Automatisierter Ransomware-Befall auf MySQL-Servern

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

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Fachartikel

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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