- Anzeige -


Überwachungs- & Verfolgungsoperationen


APT39: Iranische Cyber-Spionagegruppe mit Spezialisierung auf personenbezogene Daten
FireEye geht vorläufig davon aus, dass APT39-Operationen den nationalen Interessen des Irans dienen



Von Benjamin Read, Senior Manager für Cyber Spionage Analyse, FireEye

Im Dezember 2018 identifizierte FireEye APT39 als eine iranische Cyber-Spionagegruppe, die mit dem weitreichenden Diebstahl persönlicher Daten in Verbindung steht. Seit November 2014 hat FireEye Aktivitäten im Zusammenhang mit dieser Gruppe verfolgt, um Organisationen vor APT39 zu schützen. Mit ihrem Fokus auf personenbezogenen Daten unterscheidet sich APT39 von anderen iranischen Gruppen, die FireEye beobachtet und die mit Einflussoperationen, Störungsangriffen und anderen Bedrohungen in Verbindung stehen. Mit dem Fokus auf personenbezogene Daten soll APT39 wahrscheinlich Überwachungs- und Verfolgungsoperationen im nationalen Interesse des Irans unterstützen, oder zusätzliche Zugangsmöglichkeiten und -Vektoren für spätere Kampagnen vorbereiten.

APT39 wurde geschaffen, um frühere Cyber-Aktivitäten und methodische Vorgehensweisen dieses Akteurs zu bündeln. Die Aktivitäten orientieren sich weitgehend an der Vorgehensweise einer als "Chafer" bereits bekannten Gruppe. Durch unterschiedliche Vorgehensweisen, wie Organisationen Cyber-Aktivitäten verfolgen, gibt es jedoch Abweichungen in der öffentlichen Berichterstattung über Chafer. APT39 nutzt in erster Linie die Hintertüren SEAWEED und CACHEMONEY sowie eine spezielle Variante der POWBAT-Hintertür. Während der Zielbereich von APT39 global ist, konzentrieren sich die Aktivitäten auf den Mittleren Osten.

APT39 hat den Telekommunikationssektor im Fokus, mit einer zusätzlichen Ausrichtung auf die Reisebranche und IT-Unternehmen, die diese Firmen unterstützen. Weiterhin zielt man auf die High-Tech-Industrie ab. Die von APT39 anvisierten Länder und Branchen sind in Abbildung 1 dargestellt.

Operative Zielsetzung
Der Fokus von APT39 auf die Telekommunikations- und Reisebranche legt drei Intentionen nahe: Die Absicht, Überwachungs- und Verfolgungsoperationen gegen einzelne Personen durchzuführen, die Sammlung von proprietären und Kundendaten für kommerzielle oder nationale strategische Zwecke sowie die Schaffung zusätzlicher Zugangspunkte und Vektoren für zukünftige Kampagnen.

Das Anvisieren von Regierungsstellen suggeriert eine weitere Absicht, geopolitische Daten zur Entscheidungsfindung auf nationalstaatlicher Ebene zu sammeln. Das Targeting von Daten unterstützt die Ansicht, dass die Hauptaufgabe von APT39 darin besteht, wichtige Ziele zu verfolgen oder zu überwachen, persönliche Informationen, einschließlich Reiserouten, zu sammeln und Kundendaten von Telekommunikationsunternehmen zu erlangen.

Iran-Nexus Indikatoren
FireEye geht vorläufig davon aus, dass APT39-Operationen den nationalen Interessen des Irans dienen. Diese Annahme basiert auf Mustern im regionalen Targeting auf den Mittleren Osten, Infrastruktur, Timing und Gemeinsamkeiten mit APT34, eine Gruppe die lose im Zusammenhang mit Aktivitäten steht, die öffentlich als "OilRig" bekannt sind. Zwar haben APT39 und APT34 Gemeinsamkeiten wie die Methoden zur Malware-Distribution, Nutzung der Backdoor POWBAT, Namensgebung in der Infrastruktur und Überlappung in ihren Zielen, doch aufgrund der Nutzung einer anderen POWBAT-Variante geht FireEye bei APT39 von einer anderen Gruppe als APT34 aus. Es ist möglich, dass diese Gruppen zusammenarbeiten oder eventuell auf gemeinsame Ressourcen zurückgreifen.

Angriffszyklen
APT39 nutzt eine Vielfalt eigens erstellter und öffentlich zugänglicher Malware und Tools in allen Phasen des Angriffszyklus.

>> Initialer Angriff: Für den ersten Angriff beobachtete FireEye Intelligence die Nutzung von APT39 Spear Phishing-E-Mails mit bösartigen Anhängen und/oder Hyperlinks, die typischerweise zu einer POWBAT-Infektion führen. APT39 registriert und nutzt häufig Domains, die sich als legitime Webservices und Organisationen ausgeben, die für das beabsichtigte Ziel relevant sind. Darüber hinaus hat diese Gruppe routinemäßig anfällige Webserver von Zielunternehmen identifiziert und ausgenutzt, um Web-Shells wie ANTAK und ASPXSPY zu installieren, und gestohlene Anmeldeinformationen verwendet, um externe Outlook Web Access (OWA)-Ressourcen zu kompromittieren.

>> Festsetzen, Zugriffsrechte erlangen und innere Aufklärung: Nach erfolgreicher Infiltration nutzt APT39 maßgeschneiderte Hintertüren wie SEAWEED, CACHEMONEY und eine einzigartige Variante von POWBAT, um in einer Zielumgebung Fuß zu fassen. Bei der Erlangung von Zugriffsrechten wurden frei verfügbare Tools wie Mimikatz und Ncrack beobachtet, zusätzlich zu legitimen Tools wie Windows Credential Editor und ProcDump. Die interne Aufklärung erfolgte dann mit Hilfe von benutzerdefinierten Skripten und sowohl frei verfügbaren als auch angepassten Tools wie dem Portscanner BLUETORCH.

>> Ausbreitung, Präsenz aufrechterhalten und Mission abschließen: APT39 gelingt die Ausbreitung durch zahlreiche Tools wie Remote Desktop Protocol (RDP), Secure Shell (SSH), PsExec, RemCom und xCmdSvc. Anpassbare Tools wie REDTRIP, PINKTRIP und BLUETRIP wurden zusätzlich genutzt um SOCKS5-Proxys zwischen infizierten Hosts zu erstellen. Zusätzlich zur Ausbreitung nutzt APT39 das Protokoll RDP um in der angegriffenen Umgebung eine Präsenz aufrecht zu erhalten. Zum Abschluss der Mission archiviert APT39 die gestohlenen Daten in der Regel mit Kompressionstools wie WinRAR oder 7-Zip.

Es gibt Anzeichen, dass APT39 eine Präferenz aufweist, durch operative Sicherheit die Bedrohungserkennungen in Netzwerken zu umgehen. In einem Fall wurde eine Version von Mimikatz modifiziert, um dem Virenschutz auszuweichen, und in einem anderen Fall hat APT39 nach Erlangen des ersten Zugriffs das Abgreifen der Zugangsdaten außerhalb der kompromittierten Umgebung durchgeführt, um so einer Erkennung auszuweichen.

Ausblick
FireEye ist der Ansicht, dass das maßgebliche Targeting der Telekommunikations- und Reisebranchen die Intention verfolgt, persönliche- und Kundendaten von "interessanten und wichtigen Zielen" für Überwachungszwecke zu sammeln und zukünftige Operationen zu ermöglichen. Telekommunikationsfirmen sind attraktive Ziele, da sie große Mengen an persönlichen- und Kundendaten speichern, Zugriff zu kritischen Infrastrukturen zur Kommunikation gewähren, und zu einer großen Auswahl potenzieller Ziele in verschiedenen Märkten führen können.

Das Targeting von APT39 ist nicht nur eine Bedrohung für die uns bekannten Branchen, sondern erstreckt sich auf die Kundschaft jener Organisationen, zu der eine Vielfalt an Sektoren und Einzelpersonen auf globaler Ebene gehören. Die Aktivitäten von APT39 zeigen die potenzielle, weltweit operierende Reichweite des Irans auf, und wie Cyber-Operationen als kostengünstiges und effektives Werkzeug dienen, um Schlüsseldaten über Bedrohungen iranischer, nationaler Sicherheit zu sammeln und einen Vorteil gegen regionale und globale Rivalen zu erlangen.
(FireEye: ra)

eingetragen: 30.01.19
Newsletterlauf: 27.02.19

FireEye: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

Analyse der Sunburst & Kazuar-Backdoor

Die Experten von Kaspersky haben spezifische Code-Ähnlichkeiten zwischen Sunburst und bekannten Versionen der Kazuar-Backdoor gefunden. Diese Art von Malware ermöglicht einen Fernzugriff auf den Computer eines Opfers. Die neuen Erkenntnisse können IT-Sicherheitsforscher bei ihren Analysen des Angriffs weiterbringen. Mitte Dezember 2020 gaben FireEye, Microsoft und SolarWinds die Entdeckung eines großen, hoch komplexen Supply-Chain-Angriffs bekannt, bei dem die bisher unbekannte Malware ,Sunburst' gegen Kunden von SolarWinds Orion eingesetzt wurde.

Malware monetarisiert Datenverkehr

Sicherheitsexperten für Threat Intelligence bei Avast identifizieren Malware im Zusammenhang mit einigen der beliebtesten Plattformen, die sich in mindestens 28 Browser-Erweiterungen von Drittanbietern für Google Chrome und Microsoft Edge versteckt. Die Schadsoftware kann den Datenverkehr der Nutzer auf Werbung und Phishing-Seiten umleiten sowie persönliche Daten wie Geburtsdatum, E-Mail-Adressen und Geräteinformationen extrahieren. Laut den Download-Zahlen in den App-Stores könnten weltweit bereits etwa drei Millionen Anwender betroffen sein. Zu den Erweiterungen, die Nutzern helfen, Videos von Plattformen herunterzuladen, gehören Video Downloader for Facebook, Vimeo Video Downloader, Instagram Story Downloader, VK Unblock und andere Browser-Erweiterungen für Google Chrome sowie einige Add-ons für Microsoft Edge. Die Sicherheitsexperten konnten in den Erweiterungen, die auf JavaScript basieren, bösartige Codezeilen identifizieren. Diese ermöglichen den Add-ons, weitere Malware auf den PC eines Benutzers herunterzuladen.

Python Wheel-Jacking bei Angriffen auf Lieferketten

Vor kurzem veröffentlichte Sicherheitsforscher Alex Birsan einen neuen Lieferketten-Angriff. Darin beschreibt er, wie sich "Dependency Confusion" (auch "Namesquatting" genannt) bei der Paketverwaltung missbrauchen lässt, um bösartigen Code auf Produktions- und Entwicklungssystemen auszuführen. Kurz gesagt, die meisten Paketverwaltungen wie pip (Python) und npm (Software) unterscheiden nicht zwischen internen Paketen (die auf internen-Unternehmensservern gehostet werden) und externen Paketen (die auf öffentlichen Servern gehostet werden). Dementsprechend reicht ein einfacher Befehl wie pip "install my-package", um sich ein Paket entweder von einem internen oder öffentlichen Server zu schnappen.

wAgent- und Bookcode-Malware

Kaspersky-Forscher haben im Herbst zwei zielgerichtete Angriffe auf Einrichtungen identifiziert, die mit der COVID-19-Forschung in Verbindung stehen. Ein Gesundheitsministerium sowie ein Pharmaunternehmen waren davon betroffen. Die Experten von Kaspersky gehen davon aus, dass hinter diesen Angriffen die berüchtigte Lazarus-Gruppe steckt. Während die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes gegen COVID-19 auf Hochtouren läuft, versuchen Cyberkriminelle, daraus für sich Gewinn zu schlagen. Aktuelle Kaspersky-Untersuchungen zeigen nun, dass insbesondere die Lazarus-Gruppe bereits seit einigen Monaten Unternehmen unterschiedlicher Branchen im Visier hat, die sich einer Eindämmung der Corona-Pandemie verschrieben haben. Bislang wurden zwei Angriffe identifiziert.

APT-Hacker genauer unter die Lupe genommen

Die Sicherheitsforscher von Bitdefender haben eine komplexe und gezielte Angriffskette durch organisierte APT-Hacker genauer unter die Lupe genommen und konnten so einen Ablauf von Cyberspionage detailliert nachzeichnen. Konkret geht es um Attacken auf Regierungsorganisationen in Südostasien, die vermutlich seit 2018 durchgeführt wurden. Die Täter wollten mutmaßlich Informationen bezüglich nationaler Sicherheitsinteressen sowie weitere sensible Daten abzweigen und Industriespionage betreiben. In einem Whitepaper legen die Bitdefender-Spezialisten eine tiefgehende Analyse der eingesetzten Techniken und ihres Zusammenspiels sowie einen zeitlichen Abriss der Angriffskette vor.

- Anzeigen -

Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

- Anzeige -

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.