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Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung


Kaspersky entdeckt Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem
Entdeckter Exploit wurde in der "WizardOpium"-Operation genutzt



Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht.

Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

Der entdeckte Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung (Elevation of Privileges, EoP) mit der CVE-2019-1458 war in einen zuvor entdeckten Google Chrome Exploit integriert. Dadurch konnten höhere Rechte erlangt und die Process Sandbox von Chrome umgangen werden, die zum Schutz des Browsers und des Computers des Nutzers vor Angriffen entwickelt worden war. Eine detailliertere Analyse des EoP-Exploits ergab, dass die missbrauchte Schwachstelle zum win32k.sys Driver gehört. Die Schwachstelle konnte in den aktuellen gepatchten Versionen von Windows 7 sowie in einigen Builds von Windows 10 ausgenutzt werden. Die neuen Versionen von Windows 10 sind nicht betroffen.

"Diese Art von Angriff erfordert enorme Ressourcen", kommentiert Anton Ivanov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky. "Gleichzeitig bringt sie den Angreifern erhebliche Vorteile daher nutzen sie sie gerne aus. Die Zahl der Zero-Days in freier Wildbahn nimmt weiter zu, und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Unternehmen müssen sich auf die neuesten verfügbaren Bedrohungsinformationen verlassen und über Schutztechnologien verfügen, mit denen unbekannte Bedrohungen wie Zero-Day-Exploits proaktiv entdeckt werden können."

Kaspersky-Produkte erkennen diesen Exploit als Exploit.Win32.Generic.
Die Schwachstelle wurde an Microsoft gemeldet und am 10. Dezember 2019 behoben.

Kaspersky-Schutzempfehlungen
>> Umgehend Microsoft-Patch für die aktuelle Schwachstelle installieren. Sobald der Patch heruntergeladen wurde, können Bedrohungsakteure die Sicherheitsanfälligkeit nicht mehr missbrauchen.
>> Sämtliche Software sollte stets aktuell sein und neueste Updates eingespielt werden. Sicherheitsprodukte mit Funktionen zur Schwachstellenbewertung und Patch-Verwaltung automatisieren diese Prozesse.
>> Eine bewährte Sicherheitslösung mit verhaltensbasierten Erkennungsfunktionen zum Schutz vor unbekannten Bedrohungen verwenden
>> Das Sicherheitsteam sollte stets Zugriff auf die neuesten Bedrohungsdaten haben.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 16.12.19
Newsletterlauf: 03.02.20

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Meldungen: Hintergrund

Emotet in verschlüsselten Anhängen

Die Cyberkriminellen hinter dem Banking-Trojaner Emotet unternehmen viel, um mit verschiedensten Tricks Anti-Viren-Filter zu umgehen und die Malware auf noch mehr Systemen zu verbreiten. Von Email Conversation Thread Hijacking, über Änderungen der Webshells bis hin zum Update des Emotet-Loaders, was zu einem enormen Anstieg an Downloadzahlen der Malware führte. Nun versendet Emotet erneut verschlüsselte Anhänge über seinen Malspam, um sein Botnet-Netzwerk weiter ausbauen. Seit September beobachtet das Hornetsecurity Security Lab einen erheblichen Zuwachs an Emotet-Malspam, welcher wieder verschlüsselte Archiv-Dateien versendet. Das Passwort zur Entschlüsselung der Datei ist als Klartext im E-Mail Anschreiben enthalten. Durch die Verschlüsselung des Anhangs ist es herkömmlichen Anti-Viren-Programmen nicht möglich, das versteckte Schadprogramm zu entdecken und zu blockieren. Jedoch kann das Opfer die Datei entschlüsseln, öffnen und ausführen, wodurch die Malware schließlich nachgeladen wird.

Wirre Angriffe, aber mit System

Den Spezialisten der SophosLabs ist eine neue Angriffsmethode ins Netz gegangen. Die beiden Security-Experten Fraser Howard und Andrew O'Donnell stießen bei ihrer Jagd nach neuen Bedrohungen auf eine ungewöhnliche Variante. Zusammengefasst beginnt die Angriffskette mit einer bösartigen E-Mail-Nachricht inklusive VB-Scripting-Code und endet mit der Platzierung eines Remote-Zugriff-Trojaners namens MoDi RAT. Bei ihren forensischen Untersuchen entdeckten die Spezialisten jedoch einige überraschende Aktionen in der verworrenen Angriffsfolge. Dazu gehörte beispielsweise der Start einer Visual Basic-Skriptdatei, die wiederum eine PowerShell aktiviert, um den Text der Befehle via Zwischenablage buchstäblich in das PowerShell-Fenster einzufügen, anstatt die Befehlszeichenfolge als Parameter zu übergeben. Das Ziel dahinter: Dateilose Angriffs-Skripts sollen in Verbindung mit der Zwischenablage einer Erkennung durch Security-Mechanismen entgehen. Genau das ist der Stoff, nach dem alle Security-Experten suchen, um die Schutzlösungen für derartige Angriffe vorzubereiten.

Sicherheitsprobleme und Schwachstellen

Industrieroboter sind das Rückgrat der modernen Fabrik. Die Technologie, die sich hinter ihnen verbirgt, ist grundlegend für die vierte industrielle Revolution, auch bekannt als Industrie 4.0. Diese Roboter sind effizient, weil sie durch kundenspezifische Programmierung sehr anspruchsvolle Automatisierungsroutinen mit hoher Präzision und dabei wiederholt und zuverlässig ausführen können. Jedoch sind auch Industrieroboter nicht frei von Konstruktionsfehlern, die Angreifer ausnutzen könnten, um böswillige Funktionalitäten zu verstecken. Dies könnte schwerwiegende Konsequenzen haben. Ein hartnäckiger Angreifer wäre zum Beispiel in der Lage, die Qualität der Produkte stillschweigend zu verändern, eine Fertigungslinie anzuhalten oder eine andere bösartige Aktivität auszuführen.

Wie geht CDRThief vor?

Eset-Forscher haben eine bisher unbekannte Linux-Malware entdeckt, die es gezielt auf Voice over IP (VoIP) Softswitches abgesehen hat. Das Schadprogramm wurde von den Analysten des europäischen IT-Sicherheitsherstellers CDRThief benannt. Die attackierten Softswitches Linknat VOS2009 und VOS 3000 stammen beide von einem chinesischen Hersteller. Softswitches sind eine Software, die VoIP-Telefongespräche verbinden und steuern. Gleichzeitig können diese Programme auch zur Abrechnung und Verwaltung von Anrufen genutzt werden. Die neuartige Linux-Malware hat es dabei genau auf sensible Informationen, einschließlich Telekommunikationsdaten, bei den kompromittierten Linknat-Versionen abgesehen. Ihre vollständige Analyse haben die Eset Forscher auf WeLiveSecurity veröffentlicht.

Gefahr durch das Coronavirus auch im Netz

F-Secure hat im neuen Report "Attack Landscape" für das erste Halbjahr des Jahres 2020 die Entwicklung der internationalen Cyberkriminalität analysiert und die prägenden Trends herausgearbeitet. Das Jahr 2020 wird bei vielen Menschen als das Jahr des Lockdowns in Erinnerung bleiben – und auch bei der Cybersecurity ist COVID-19 das beherrschende Thema: Angreifer haben schnell reagiert und versuchen, durch Phishing und Spam mit dem Aufhänger COVID-19 in anfällige Systeme einzudringen. Mit Beginn der Berichterstattung rund um COVID-19 kam es schnell zu den ersten Phishing-Attacken zum selben Thema, so F-Secures Report. Dabei erkannten die Sicherheitsexperten von F-Secure einen aufsteigenden Trend im Bereich der manuell installierten Malware, also bei den Schadprogrammen, die vor allem durch den Nutzer selbst auf den Rechner geladen werden (Anstieg von 24Prozent im Jahr 2019 auf 35Prozent im 1. Halbjahr 2020). Das Wachstum dieser Methode könnte darauf zurückzuführen sein, dass Tausende Fake-Domains registriert wurden, die beispielsweise "Zoom"-Downloads imitieren. Sie spekulieren darauf, dass Büroangestellte, die nun im Home-Office arbeiten, Software für Videokonferenzen installieren wollen. Der Angreifer erhält dadurch Zugriff auf den Rechner des Opfers und installiert Ransomware, um finanziellen Profit daraus zu schlagen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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