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Zukunft von unentdeckter Malware


Sobretec, Samsam und Powershell als komplexe Bedrohungsquellen für Unternehmen
Deutschland auf dem zweiten Platz bei Emotet-Infektionen innerhalb Europas



Malwarebytes veröffentlichte die Studie "Unter dem Radar die Zukunft von unentdeckter Malware" und beleuchtet darin einige der neuesten Bedrohungen in diesem Bereich für Unternehmen: Emotet, TrickBot, Sobretec, SamSam und PowerShell.

Widerstandsfähigkeit und Erkennungsvermeidung als neuer Fokus
Die stetige Weiterentwicklung von Cyberkriminalität ist eine Konstante in unserer heutigen digitalen Welt. Fast täglich gibt es Nachrichten von neuen Angriffsmethoden, einer neuen Angriffsstrategie oder einer Taktik, mit der Cyberkriminelle Benutzer infizieren, ihre Lebensgrundlage gefährden und oder ganz allgemein Chaos anrichten. Um ihren Profit zu steigern, wollen Cyberkriminellen Endpunkte zielgerichtet und vollständig besetzen. Sie haben das Ziel, Endpunkte unbemerkt zu infizieren, sowohl in dem Moment der ersten Gefährdung, als auch bei allen weiteren Versuchen, den Endpunkt zu besetzen.

Bisher hatten Malware-Entwickler das übergeordnete Ziel, die Erkennung ihrer Schadsoftware zu umgehen. Laut der Studie "Cost of a Data Breach" des Ponemon Institutes und IBM aus dem Jahr 2017, vergehen im Durchschnitt bis zu 197 Tage, bis ein Großunternehmen bemerkt hatte, Opfer eines Datenlecks zu sein. Die durchschnittliche Zeit zur Eindämmung dieses Lecks beträgt dabei weitere 69 Tage. Insgesamt dauert es im Schnitt 266 Tage, um einen Angriff zu beheben. Nicht auszudenken, wie viele kritische Informationen in dieser Zeit entwendet werden, bzw. wie viele Daten allein schon in den 69 Tagen zwischen Erkennung und Eindämmung verloren gehen.

Widerstandsfähigkeit gegen Tools zur Behebung ist für Malware-Entwickler heute genauso wichtig geworden wie die Vermeidung ihrer Erkennung: und das schließt nicht nur die Zeit bis zur Erkennung ein, sondern auch die Fähigkeit mit Malware-Restbeständen unbemerkt im kompromittierten Endpunkt zu verbleiben, um sich nach dem Erkennungs- und Behebungsprozess wieder zurückzubilden und erneut anzugreifen.

Diese Art von Malware vermeidet die Erkennung und ist über die Maße widerstandsfähig, indem sie sich die Propagations- und Anti-Forensik-Techniken der komplexen staatlichen Angriffe der Vergangenheit zunutze machen. Innerhalb dieser Methoden sind heute vor allem dateilose Angriffe von Bedeutung. Tatsächlich wird der Anteil von dateilosen Malware-Angriffen im Jahr 2018 auf 35 Prozent der Gesamtzahlen und fast 10-mal wahrscheinlicher als dateibasierte Angriffe geschätzt. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Ponemon Institute hervor.

Im Rahmen der eigenen Erkennungs- und Behebungstelemetrie hat Malwarebytes einen Anstieg dieser Angriffstypen dokumentiert: So wurden in weniger als einem Monat Tausende von Angriffen aufgezeichnet und verhindert, bei denen ein Microsoft Office-Dokument (Word, PowerPoint, Excel usw.) versuchte, bösartigen Code zu infiltrieren, der zu einem dateifreien Angriff führen könnte.

Malwarebytes hat einige der neuesten Bedrohungen für Unternehmen identifiziert und beschrieben, warum sie gefährlich sind:

Emotet und TrickBot
Die Banking-Trojaner/Downloader/Botnet-Typen Emotet und TrickBot sind perfekte Beispiele für die nächste Generation von Malware und werden vor allem E-Mail über bösartige Office-Dokumente verteilt. Darüber hinaus nutzen diese Bedrohungen, sobald sie sich auf dem System befinden, die gleichen Schwachstellen, die WannaCry und NotPetya ausgenutzt haben. Bestimmte Branchen wurden von dieser Art von Malware stärker betroffen als andere. Malwarebytes erkannte Angriffe in den ersten neun Monaten 2018 fast eine halbe Million Mal innerhalb des Bildungssegments (von der Grundschule bis hin zur Universität).

Zwischen Januar und September 2018 wurde Emotet Malware mehr als 1,5 Millionen Mal von Malwarebytes erkannt und entfernt. Emotet ist am aktivsten in den Vereinigten Staaten tätig, jedoch hat die Aktivität sowohl in großen als auch in kleinen Ländern, darunter Großbritannien, den Philippinen und Kanada, zugenommen. In Großbritannien und Deutschland entdeckte Malwarebytes in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 mehr als 100.000 Vorfälle von Emotet. Fast 60.000 Fälle von Emotet-Bedrohungen wurden auf den Philippinen entdeckt. Im Hinblick auf das vergangene Jahr ist Großbritannien das Land mit den meisten Emotet-Infektionen in Europa ist, zumindest im letzten Jahr.

Nach Großbritannien folgt Deutschland auf dem zweiten Platz bei der Anzahl der Emotet-Infektionen. Dabei ist Deutschland schon seit einiger Zeit als Land dafür bekannt, aus dem neue und ungewöhnliche Malware aufkommt. Forscher von Malwarebytes können hier bisher aber keine sicheren Rückschlüsse nach Günden ziehen. Deutschland hat in der Regel keine ausgeprägte Kultur an Sicherheitsforschern, da viele der Instrumente, die Malwartebytes beispielsweise für Analysen, Penetrationstests usw. verwenden, im Land verboten sind.

Diese regionalen Erkennungstrends sind bei der Betrachtung von TrickBot-Erkennungen sehr ähnlich. Es gibt deutlich mehr Erkennungen von Emotet in ganz Europa als von TrickBot, vor allem in Frankreich, Spanien und Österreich. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass TrickBot-Malware hauptsächlich von Emotet-Infektionen abstammt, ist davon auszugehen, dass TrickBot als Ergebnis daraus resultiert, dass Emotet-Angriffe nicht erkannt und entfernt wurde.

Die Verbreitung von Sorebrect in Europa
Der Malwaretyp Sorebrect wurde am häufigsten innerhalb der Asien-Pazifik (APAC) Region erkannt. Es gab allerdings auch einige Länder in EMEA, die mit der dateilosen Ransomware zu tun hatten darunter etwa die Türkei. Größere Erkennungen in der Türkei könnten auf die Abhängigkeit von älteren und anfälligeren Technologien zurückzuführen sein, wie dies in der APAC-Region der Fall ist.

Zu den weiteren auffälligen Aktivitäten innerhalb APAC zählen Exploit-Kits oder spezieller Code, der im Browser ausgeführt wird und eine internetfähige Anwendung ausnutzt, um Malware auf dem Endpunkt des Opfers zu installieren. Aus welchem Grund auch immer, viele Länder aus der APAC-Region verwenden ältere und weniger sichere Browser und Betriebssysteme. Möglicherweise sind es dieselben Exploits, die zur Verbreitung von Sorebrect verwendet werden, da dateifreie Malware immer besser funktioniert, wenn der Start über ein Skript erfolgt.

Sorebrect wurde vor allem darüber bekannt, Netzwerke der Länder des Nahen Ostens im Jahr 2017 zu infizieren zu haben, hauptsächlich Unternehmen, die in der Fertigungsindustrie tätig sind. Wenn diese traditionelle Lösegeldfunktionalität mit den dateifreien Taktiken von morgen kombiniert wird, ergbit dies eine Bedrohung, die unmöglich zu stoppen ist. Glücklicherweise erzielte diese Bedrohung keine große Verbreitung und Malwarebytes hat auch keine erfolgreichen Nachahmer dieser Funktionalität beobachtet. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis jemand diese Infektionsmethode perfektioniert und dieser Malware-Typ verheerender wird.

SamSam als besonders hartnäckige Schadsoftware
Viele von uns neigen dazu, Malware als völlig autonom zu betrachten. Während sich viele Malware-Typen, einschließlich Bots, ähnlich wie Drohnen verhalten, gibt es Malware-Typen, die in erster Linie als Werkzeuge für den Angreifer verwendet werden, um sie bei Bedarf manuell zu starten, was das Tool weitaus leistungsfähiger macht als die Drohne.

Ein solches Tool ist die Ransomware SamSam. Nachdem SamSam über bekannte Schwachstellen oder falsch konfigurierte Dienste in das Netzwerk eingebrochen ist, wird es von Angreifern über einen vollständig manuellen Prozess mit Batch-Skripten gestartet.

Der Grund für die schwierige Entfernung dieser Malware liegt darin, dass Angreifer vor ihrer Einführung Sicherheitssoftware manuell deaktivieren zu können. Dies geschieht, nachdem Angreifer die administrative Kontrolle über das System übernommen haben, was meist durch einen RDP-Schwachpunkt möglich ist. In einem prominenten Beispiel eines SamSam-Angriffs hat die Stadt Atlanta prognostiziert, dass sie 2,6 Millionen Dollar für die Wiederherstellung der Ransomware-Angriffe ausgeben wird.

Laut einer aktuellen Studie haben die Angreifer hinter SamSam im Jahr 2018 67 verschiedene Ziele getroffen, hauptsächlich in den USA. Es ist davon auszugehen, dass SamSam bzw. eine Variante davon, auch im Jahr 2019 ein Thema bleibt.

PowerShell als potentielle Bedrohungsquelle
PowerShell ist ein vertrauenswürdiges administratives Skripting-Tool, das auf Windows-Systemen operiert. PowerShell selbst ist zwar keine Malware, kann aber für bösartige Handlungen missbraucht werden. Angreifer haben PowerShell in den letzten Jahren als Bedrohungsquelle genutzt. Meistens wird PowerShell in Verbindung mit einem Makroskript in einem bösartigen Office-Dokument verwendet.

Im Juni 2018 wurde eine neue Methode zur Verwendung von Office-Dokumenten bei Angriffen auf Benutzer in Umlauf gebracht. Innerhalb dieser Angriffsmethode konnte eine Schwachstelle in der Software ausgenutzt und mit PowerShell zusätzliche Malware heruntergeladen und installiert werden. Dies gibt den Angreifern Administratorenrechte, einschließlich der Ausführung von dateilosen Malware-Angriffen direkt im Speicher, um der Erkennung durch Sicherheitsanbieter zu entgehen.

PowerShell wurde auch bei einem komplexeren Angriff auf eine saudi-arabische Regierungseinheit im Jahr 2017 zusammen mit VBScript- und Office-Makroskripten eingesetzt. Aufgrund der Erfolgsrate dieser Art von Angriffen ist die Malware der Zukunft aller Voraussicht nach dateifrei.
(Malwarebytes: ra)

eingetragen: 09.01.19
Newsletterlauf: 18.02.19

Malwarebytes: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Analyse der Sunburst & Kazuar-Backdoor

Die Experten von Kaspersky haben spezifische Code-Ähnlichkeiten zwischen Sunburst und bekannten Versionen der Kazuar-Backdoor gefunden. Diese Art von Malware ermöglicht einen Fernzugriff auf den Computer eines Opfers. Die neuen Erkenntnisse können IT-Sicherheitsforscher bei ihren Analysen des Angriffs weiterbringen. Mitte Dezember 2020 gaben FireEye, Microsoft und SolarWinds die Entdeckung eines großen, hoch komplexen Supply-Chain-Angriffs bekannt, bei dem die bisher unbekannte Malware ,Sunburst' gegen Kunden von SolarWinds Orion eingesetzt wurde.

Malware monetarisiert Datenverkehr

Sicherheitsexperten für Threat Intelligence bei Avast identifizieren Malware im Zusammenhang mit einigen der beliebtesten Plattformen, die sich in mindestens 28 Browser-Erweiterungen von Drittanbietern für Google Chrome und Microsoft Edge versteckt. Die Schadsoftware kann den Datenverkehr der Nutzer auf Werbung und Phishing-Seiten umleiten sowie persönliche Daten wie Geburtsdatum, E-Mail-Adressen und Geräteinformationen extrahieren. Laut den Download-Zahlen in den App-Stores könnten weltweit bereits etwa drei Millionen Anwender betroffen sein. Zu den Erweiterungen, die Nutzern helfen, Videos von Plattformen herunterzuladen, gehören Video Downloader for Facebook, Vimeo Video Downloader, Instagram Story Downloader, VK Unblock und andere Browser-Erweiterungen für Google Chrome sowie einige Add-ons für Microsoft Edge. Die Sicherheitsexperten konnten in den Erweiterungen, die auf JavaScript basieren, bösartige Codezeilen identifizieren. Diese ermöglichen den Add-ons, weitere Malware auf den PC eines Benutzers herunterzuladen.

Python Wheel-Jacking bei Angriffen auf Lieferketten

Vor kurzem veröffentlichte Sicherheitsforscher Alex Birsan einen neuen Lieferketten-Angriff. Darin beschreibt er, wie sich "Dependency Confusion" (auch "Namesquatting" genannt) bei der Paketverwaltung missbrauchen lässt, um bösartigen Code auf Produktions- und Entwicklungssystemen auszuführen. Kurz gesagt, die meisten Paketverwaltungen wie pip (Python) und npm (Software) unterscheiden nicht zwischen internen Paketen (die auf internen-Unternehmensservern gehostet werden) und externen Paketen (die auf öffentlichen Servern gehostet werden). Dementsprechend reicht ein einfacher Befehl wie pip "install my-package", um sich ein Paket entweder von einem internen oder öffentlichen Server zu schnappen.

wAgent- und Bookcode-Malware

Kaspersky-Forscher haben im Herbst zwei zielgerichtete Angriffe auf Einrichtungen identifiziert, die mit der COVID-19-Forschung in Verbindung stehen. Ein Gesundheitsministerium sowie ein Pharmaunternehmen waren davon betroffen. Die Experten von Kaspersky gehen davon aus, dass hinter diesen Angriffen die berüchtigte Lazarus-Gruppe steckt. Während die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes gegen COVID-19 auf Hochtouren läuft, versuchen Cyberkriminelle, daraus für sich Gewinn zu schlagen. Aktuelle Kaspersky-Untersuchungen zeigen nun, dass insbesondere die Lazarus-Gruppe bereits seit einigen Monaten Unternehmen unterschiedlicher Branchen im Visier hat, die sich einer Eindämmung der Corona-Pandemie verschrieben haben. Bislang wurden zwei Angriffe identifiziert.

APT-Hacker genauer unter die Lupe genommen

Die Sicherheitsforscher von Bitdefender haben eine komplexe und gezielte Angriffskette durch organisierte APT-Hacker genauer unter die Lupe genommen und konnten so einen Ablauf von Cyberspionage detailliert nachzeichnen. Konkret geht es um Attacken auf Regierungsorganisationen in Südostasien, die vermutlich seit 2018 durchgeführt wurden. Die Täter wollten mutmaßlich Informationen bezüglich nationaler Sicherheitsinteressen sowie weitere sensible Daten abzweigen und Industriespionage betreiben. In einem Whitepaper legen die Bitdefender-Spezialisten eine tiefgehende Analyse der eingesetzten Techniken und ihres Zusammenspiels sowie einen zeitlichen Abriss der Angriffskette vor.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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