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Microsoft Exchange-Schwachstellen ausgenutzt

Cybereason deckt auf: Chinesische Angreifer attackieren Telkos mit dem Ziel umfassender Cyberspionage

DeadRinger-Untersuchung dokumentiert Angriffstrends, bei denen externe Service-Provider benutzt werden, um vielfältige Ziele zu erreichen



Cybereason ist es gelungen, verschiedene bislang nicht anderweitig identifizierte Cyberangriffe aufzudecken, die große Telekommunikationsanbieter in ganz Südostasien infiltrieren. Ähnlich wie bei den jüngsten Angriffen auf SolarWinds und Kaseya kompromittierten die Angreifer externe Service-Anbieter – in diesem Fall Telekommunikationsunternehmen – mit dem übergreifenden Ziel, deren Kundenbasis auszuspionieren. Der Bericht folgt zeitlich und inhaltlich auf die öffentliche Rüge der Biden-Administration an die Adresse des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit hinsichtlich der jüngsten HAFNIUM-Vorfälle.

Dabei wurden Schwachstellen in nicht gepatchten Microsoft Exchange-Servern ausgenutzt und Tausende von Unternehmen weltweit gefährdet. Eben diese Schwachstellen auszunutzen war auch für die in dieser Studie beschriebenen Angriffe der Schlüssel zum Erfolg.

Der Report, betitelt DeadRinger:Exposing Chinese Threat Actors Targeting Major Telcos, identifiziert unterschiedliche Cluster von Angriffsaktivitäten, die seit mindestens 2017 nicht entdeckt wurden. Sie sind höchstwahrscheinlich das Werk mehrerer prominenter Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppen, die eng mit den Interessen der chinesischen Regierung verbunden sind. Cybereason konnte bei allen drei Operationen signifikante Überschneidungen bei Taktik, Technik und Prozedere (TTPs) beobachten. Das Unternehmen vermutet, dass die Angreifer ihre Ziele wahrscheinlich parallel unter der Leitung einer zentralen Koordinierungsstelle und im Einklang mit den Interessen des chinesischen Staates verfolgen.

"Die Angriffe sind ausgesprochen besorgniserregend, denn sie untergraben die Sicherheit von Anbietern kritischer Infrastrukturen. Ins Visier geraten dabei vertrauliche und geschützte Informationen sowohl öffentlicher wie privater Unternehmen, die für ihre Geschäftstätigkeit auf eine geschützte Kommunikation angewiesen sind. Solcherart staatlich geförderte Spionageoperationen wirken sich nicht nur negativ auf Kunden und Geschäftspartner der betreffenden Telekommunikationsunternehmen aus. Sie haben zusätzlich das Potenzial, die nationale Sicherheit der Länder in der Region zu gefährden sowie derjenigen, die ein berechtigtes Interesse an Stabilität innerhalb der Region haben", so Lior Div, CEO und Mitgründer von Cybereason. "Genau aus diesem Grund beschäftigt sich bei Cybereason ein globales Team erfahrener Threat Intelligence-Ermittler mit den Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen hochkarätiger Gegenspieler – mit dem Ziel, Unternehmen jetzt und in Zukunft besser vor dieser Art von komplexen Angriffen zu schützen."

Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen:

Adaptiv, persistent und evasiv: Die Angreifer sind besonders anpassungsfähig und haben ihre Aktivitäten sorgfältig verschleiert, um die Persistenz auf den infizierten Systemen zu gewährleisten. Das erlaubt es ihnen ganz offensichtlich, dynamisch auf Gegenmaßnahmen zu reagieren, nachdem es ihnen gelungen ist Sicherheitsmaßnahmen seit mindestens dem Jahr 2017 zu umgehen. Im Übrigen auch ein Hinweis darauf, dass die Ziele für die Angreifer von großem Wert sind.

Kompromittierung von Dritten, um bestimmte Ziele zu erreichen: Ganz ähnlich wie bei den jüngsten Angriffen auf SolarWinds und Kaseya haben die Angreifer externe Dritte kompromittiert – in diesem Fall Telekommunikationsunternehmen – mit der Absicht, bestimmte hochrangige Kunden der betroffenen Telekommunikationsunternehmen auszuspionieren.

Microsoft Exchange-Schwachstellen ausgenutzt: Vergleichbar den HAFNIUM-Angriffen haben die Angreifer die jüngst bekannt gewordenen Schwachstellen in Microsoft Exchange-Servern ausgenutzt, um sich Zugang zu den anvisierten Netzwerken zu verschaffen. Anschließend wurden kritische Assets kompromittiert wie Domain Controller (DC) und Abrechnungssysteme, die hochsensible Informationen wie Call Detail Record (CDR)-Daten enthalten. Die Angreifer können so auf die sensible Kommunikation sämtlicher Nutzer der betroffenen Telekommunikationsdienste zugreifen.

Hochrangige Spionageziele: Basierend auf den früheren Ergebnissen des Operation Soft Cell Report, im Jahr 2019 von Cybereason veröffentlicht, sowie weiteren veröffentlichten Analysen zurückliegender Operationen dieser Angreifergruppen, kann man davon ausgehen, dass die Telekommunikationssysteme kompromittiert wurden, um ausgewählte Ziele auszuspionieren.

Dazu zählen Unternehmen, Persönlichkeiten des politischen Lebens, Regierungsbeamte, Strafverfolgungsbehörden, aber auch politische Aktivisten und Dissidentengruppen, die für die chinesische Regierung von Interesse sind.

Operation im chinesischen Interesse: Drei verschiedene Angriffscluster haben eine jeweils andere Verbindung zu den APT-Gruppen Soft Cell, Naikon und Group-3390 – alle bekannt dafür, im Interesse der chinesischen Regierung aktiv zu sein. Signifikante Überschneidungen bei den TTPs der Angreifer in den verschiedenen Clustern legen eine Verbindung zwischen den Akteuren nahe. Dieser Befund stützt die These, dass jede Gruppe parallele Ziele bei der Überwachung der Kommunikation spezifischer hochrangiger Ziele verfolgt. Und, dass die Operationen unter der Leitung einer zentralen Koordinierungsstelle stehen, die im Einklang mit den Interessen des chinesischen Staates agiert.

Potenzial für weitreichende Auswirkungen: Diese Angriffe betreffen hauptsächlich Telekommunikationsunternehmen in ASEAN-Ländern, lassen sich aber gegen Telkos in anderen Regionen replizieren. Vorrangig dienen die Operationen Spionagezwecken – so jedenfalls die Einschätzung der Analysten von Cybereason. Allerdings wäre es durchaus möglich, die Zielsetzung zu ändern und den Fokus auf die Störung der Kommunikation zu legen. Dann hätten die Angreifer die Option, die Kommunikation sämtlicher Kunden der betroffenen Telekommunikationsunternehmen zu beeinträchtigen. (Cybereason: ra)

eingetragen: 05.09.21
Newsletterlauf: 26.10.21

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Neue Backdoor-Komponente

Die FIN8-Gruppe baut ihr Malware-Arsenal weiter aus: Die Experten der Bitdefender Labs haben im Rahmen einer forensischen Untersuchung eine neue Backdoor-Komponente bei einer gezielten Attacke auf eine US-Finanzorganisation entdeckt und "Sardonic" genannt: Die forensischen Artefakte deuten darauf hin, dass die Urheber unter diesem Namen ein größeres Projekt vorantreiben, dass aus der neuen Backdoor, dem Loader und weiteren Skripten besteht. Die neue Hintertür erschließt den Angreifern zahlreiche Funktionen. Mit ihrer Hilfe können Angreifer neue Malware unmittelbar on the fly einsetzen, ohne Komponenten updaten zu müssen. Erst im März dieses Jahres hatten die Experten der Bitdefender Labs mit BADHATCH eine weitere FIN8-Hintertür entdeckt. Die seit Januar 2016 beobachteten FIN8-Aktivitäten starten vor allem "Living-of-the-Land"-Attacken gegen Finanzdienste und Point-of-Sales (POS) -Systeme. Dabei nutzen sie eingebaute Tools und Schnittstellen wie PowerShell oder WMI. Die Hacker missbrauchen zudem legitime Dienste wie sslip.io, um die Aktivitäten der Malware zu verschleiern.

Gefälschte Corona-Impfnachweise für fast alle Länder

Check Point Software Technologies aktualisierte ihre Nachforschung zu gefälschten Corona-Impfnachweisen. Die Sicherheitsforscher nennen eine Zunahme von Telegram-Gruppen, die solche Angebote bewerben, um 257 Prozent weltweit, wobei die meisten weiterhin aus Europa stammen. Im März waren die Werbungen vor allem für die USA, Großbritannien und Deutschland gedacht. Nun kommen viele Länder in großer Zahl hinzu, darunter die Niederlande, Schweiz, Italien, Griechenland, Pakistan, Indonesien und Frankreich. Check Point schätzt, dass über 2500 Gruppen derzeit aktiv sind. Die Nutzerzahlen in diesen Gruppen nahmen sogar um 566 Prozent zu, wodurch jede Gruppe im Schnitt 100 000 Teilnehmer aufweist. Manche Gruppen weisen sogar über 450 000 Teilnehmer auf. Die Preise für die gefälschten Impfausweise sanken aufgrund des hohen Angebots um die Hälfte. Im März kostete ein Pass rund 171 Euro (200 Dollar), nun ist er für 85 Euro (100 Dollar) zu haben. Hinzu kommen das Angebot, sogar digitalisierte EU-Nachweise kaufen zu können, sowie gefälschte PCR-Test-Ergebnisse. Die Anbieter werben sogar damit, dass ihre Pässe in den digitalen Systemen der USA, Großbritanniens und der EU registriert seien.

Babuk-Ransomware: Decryptor insgesamt mangelhaft

Das Advanced Threat Research (ATR)-Team von McAfee Enterprise veröffentlichte eine Analyse darüber, wie die Babuk-Ransomware von einem Verschlüsselungs-/Ransomware-Modell zu reinem Datendiebstahl und Erpressung übergeht. Schon Anfang dieses Jahres zeigte eine McAfee-Studie über Babuk, dass die Gruppe die Branchen Transportwesen, Gesundheitswesen, Kunststoffindustrie, Elektronik und Landwirtschaft in verschiedenen Regionen ins Visier nahm. Die jüngsten Untersuchungen zeigen jetzt, dass Babuks Mitglieder aggressiver vorgehen und hochrangige Opfer infizieren. Hinzu kommt: Dateien können auch dann nicht mehr abgerufen werden, wenn eine Zahlung erfolgt ist. Kürzlich kündigte Babuk in einem Untergrundforum an, dass die Gruppe eine plattformübergreifende Binärdatei entwickelt, die auf Linux/UNIX- und ESXi- oder VMware-Systeme abzielt. Viele zentrale Backend-Systeme in Unternehmen laufen auf diesen Betriebssystemen oder, im Falle der Virtualisierung, auf dem ESXi, das mehrere Server oder die virtuelle Desktop-Umgebung hostet.

Microsoft Exchange: Angreifer scannen nach ProxyShell

Eine Reihe von Sicherheitslücken mit der Bezeichnung "ProxyShell" sind derzeit das Ziel von Angreifern. Die Schwachstellen sind bereits seit April und Mai geschlossen. Betroffene Unternehmen müssen ihre Exchange-Server sofort patchen. Rund um die jährlich in Las Vegas stattfindende Sicherheitskonferenz BlackHat veröffentlichen Sicherheitsforscher oftmals bisher unbekannte Sicherheitslücken – so auch in diesem Jahr: Drei Schwachstellen in Microsoft Exchange sorgen einmal mehr für Arbeit in Unternehmen, die einen Exchange-Server lokal betreiben. Die Bezeichnungen lauten: CVE-2021-34473, CVE-2021-34523, CVE-2021-31207. "Bereits die Angriffe der Hafnium-Gruppe auf lokale Exchange-Server im März dieses Jahres führten zu einer extremen Anzahl von Sicherheitsvorfällen", sagt Tim Berghoff, Security Evangelist bei G Data CyberDefense. "Da Angreifer aktiv versuchen die Lücke auszunutzen, ist unverzügliches Handeln sehr wichtig. Die Patches sind bereits seit April beziehungsweise Mai verfügbar."

Malware LemonDuck ist zurück

Check Point Software Technologies beobachtet die Aktivitäten eines alten Bekannten: die Crypto-Mining-Malware LemonDuck. Diese ist mittlerweile nicht nur mehr nur eine Bedrohung für Windows-Geräte, sondern ist nach Updates nun auch dazu in der Lage, Linux-Systeme zu infizieren. Ziel der Schadsoftware ist die Integration der infizierten Rechner in ein Bot-Netz und die Verwendung des selbigen und den damit verbundenen Ressourcen für Crypto-Mining. Obwohl sich die aktuelle Variante der Malware von den bisherigen Iterationen unterscheidet, nutzt sie nach wie vor ähnliche Methoden wie früher, was die Verwaltung und das Hosting der Infrastruktur des Bot-Netzes angeht, wie Microsoft berichtet.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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