- Anzeige -


Neuartiger Krypto-Miner-Angriff

Hackerangriff auf Mittelstandsunternehmen im Medizinsektor

Erste Hinweise auf die Sicherheitsverletzung im betroffenen Unternehmensnetz in Form von BSOD-Fehlermeldungen



Guardicore hat einen neuartigen Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen im Medizintechniksektor aufgedeckt und unterbunden. Die Krypto-Miner-Attacke erfolgte über eine gut versteckte Malware, die per WAV-Audiodatei ins Firmennetzwerk eingeschleust wurde. Ziel der Infektion waren Windows-7-Systeme, die per EternalBlue-Exploit angegriffen wurden. Erste Hinweise auf die Sicherheitsverletzung im betroffenen Unternehmensnetz traten am 14. Oktober 2019 in Form von BSOD-Fehlermeldungen (Blue Screens of Death) auf mehreren Windows-Rechnern auf.

Als Hinweis auf einen Kernel-Mode-Fehler sind die blau eingefärbten Hinweise an und für sich unverdächtig, aber eine genauere Analyse durch die Visibilitätswerkzeuge der Sicherheitsplattform "Guardicore Centra" brachte beunruhigende Erkenntnisse. Einer der Rechner führte demnach eine lange Befehlszeile aus und änderte Daten in der Windows-Registrierungsdatenbank (Registry Key HKLM\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Shell) zu. Ein kompletter Netzwerk-Scan zeigte, dass über 800 Endpunkte — mehr als die Hälfte des gesamten Netzwerks — ungewöhnliche Aktivitäten zeigten.

Nach Dekodierung der Datenkommunikation spürte Guardicore Labs ein lesbares Powershell-Script auf, das die IT-Systemarchitektur durchsuchte und den oben benannten Registrierungsschlüssel auslas. Nach Speicherung über die Windows-API-Funktion "WriteProcessMemory" wurde der Malware-Code ausgeführt. Die unbekannten Angreifer führten dabei einen vollständigen Subnet-Scan auf Port 445 durch, um die Schadsoftware unter Ausnutzung des EternalBlue-Exploits auf weiteren Hosts im infizierten Netzwerk zu installieren.

Empfehlungen von Guardicore Labs

Log-Dateien. Zur sicheren Verwahrung von Logdateien sollten Unternehmen die Protokollierungen der Windows- und Linux-Rechner an zentrale, gehärtete Server weiterleiten. Von Microsoft gibt es dafür entsprechende Anleitungen — auch Palantir bietet entsprechende Beispiele und Hilfsprogramme.

System-Crash-Dateien. Empfehlenswert ist eine Systemkonfiguration zur vollständigen Speicherung von Crash-Dump-Dateien für die weitere Analyse von Angriffen und Prozessfehlern. Microsoft bietet auch hier Unterstützung, wie diese Konfigurationseinstellungen vorzunehmen sind.

Finger weg! Der erste Impuls dürfte sein, die infizierten Rechner komplett zu säubern. Für eine umfassende Beobachtung and Analyse ist indes eine Isolierung und Entschärfung der Hackeraktivitäten die bessere Wahl. In Verdachtsfällen nehmen Sie am besten Kontakt mit Sicherheitsprofis auf, bevor Sie eigene Maßnahmen ergreifen.(Guardicore: ra)

eingetragen: 31.01.20
Newsletterlauf: 23.03.20

Guardicore: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

Wiederaufflammen der Emotet-Bedrohung

Proofpoint konnte die Rückkehr der Hackergruppe TA542 (Threat Actor) und damit einhergehend der Emotet-Malware vermelden. Zuvor hatte die Gruppe ihre Aktivitäten für ganze 161 Tage eingestellt – die längste bekannte Pause dieses Bedrohungsakteurs. Proofpoint hat nun die aktuellen Kampagnen von TA542 in zwei neuen Blogs näher analysiert und konnte dabei bedeutende Veränderungen aufseiten der Cyberkriminellen feststellen. Seit dem 17. Juli dieses Jahres, also dem Wiederaufflammen der Emotet-Bedrohung, haben die Security-Experten von Proofpoint die jüngste Serie an Emotet-Kampagnen von TA542 genauestens studiert. Dabei waren die Sicherheitsforscher in der Lage, eine Reihe von Übereinstimmungen mit vergangenen Kampagnen aber auch einige bemerkenswerte Neuerungen zu beobachten. Analog zu Kampagnen, die vor der im Frühjahr selbstauferlegten Pause von TA542 stattfanden, konnte Proofpoint auch bei den aktuellen Aktivitäten der Gruppe umfangreiche Attacken via E-Mail belegen.

Aktivitäten ausgesprochen zielgerichtet

Während der letzten Monate hat das Nocturnus-Team von Cybereason die Aktivitäten der Evilnum-Gruppe untersucht. Die Gruppe trat im Jahr 2018 zum ersten Mal in Erscheinung, und seitdem gehen vielfältige Aktivitäten auf Evilnum zurück – laut neuesten Berichten wurden dabei verschiedene in Javascript und C# geschriebene Komponenten verwendet sowie Tools, die vom Malware-as-a-Service-Anbieter Golden Chickens stammen. Die Aktivitäten der Gruppe scheinen – im Gegensatz zu einem großflächigen Phishing-Angriff – ausgesprochen zielgerichtet zu sein, mit Schwerpunkt auf dem FinTech-Markt. Dabei macht sich EvilNum einen nicht nur in der Finanzbranche üblichen Prozess zunutze, der unter der Bezeichnung "Know your Customer" bekannt ist. Das Know Your Customer-Prinzip (KYC) dient der Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger Wirtschaftskriminalität.

Radware warnt vor akuten Ransom-Attacken

Seit Mitte August hat Radware mehrere Ransom-Kampagnen von Akteuren verfolgt, die sich als "Fancy Bear", "Armada Collective" und "Lazarus Group" ausgeben und mit massiven DDoS-Attacken drohen. Die Geldforderungen werden per E-Mail zugestellt und enthalten in der Regel opferspezifische Daten wie Autonomous System Numbers (ASN) oder IP-Adressen von Servern oder Diensten, auf die sie abzielen werden, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Es handelt sich um eine globale Kampagne, die vor allem auf Finanzdienstleister, E-Commerce und die Reisebranche abzielt. Die Lösegeldgebühr wird zunächst auf 10 BTC festgesetzt, was aktuell knapp 100.000 Euro entspricht – in einigen Fällen auch 20 BTC. Diese Forderungen sind deutlich höher als bei vergleichbaren Kampagnen im Jahr 2019, bei denen in der Regel zwischen 1 BTC und 2 BTC verlangt wurden. Die Erpresser drohen mit DDoS-Angriffen von über 2 Tbps, falls die Zahlung nicht erfolgt. Um zu beweisen, dass der Brief kein Schwindel ist, geben die Autoren an, wann sie einen Demonstrationsangriff starten werden.

APT-Akteur DarkHotel könnte hinter Exploits stehen

Im späten Frühjahr 2020 verhinderten Kasperskys automatisierte Erkennungstechnologien einen gezielten Angriff auf ein südkoreanisches Unternehmen. Bei der näheren Untersuchung der Attacke fanden Kaspersky-Forscher zwei bislang unbekannte Schwachstellen: Ein Exploit zur Ausführung von fremdem Code im Internet Explorer 11 und ein Elevation of Priviliges (EoP)-Exploit zur Erlangung höherer Zugriffsrechte in aktuellen Versionen von Windows 10. Patches für die beiden Exploits wurden bereits veröffentlicht. Bei Zero-Day-Schwachstellen handelt es sich um bislang unbekannte Software-Bugs. Bis zu ihrer Entdeckung können Angreifer diese unbemerkt für schädliche Aktivitäten missbrauchen und schweren Schaden anrichten.

Verwendung einer neuen Malware-Familie

Proofpoint hat eine Cyberkampagne identifiziert, bei der eine mutmaßlich aus China stammende Hackergruppe eine neue Malware-Familie eingesetzt hat. Die Attacken richteten sich unter anderem gegen diplomatische Vertretungen und politische Gremien europäischer Länder. Neben den bekannten ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen hat das Coronavirus auch Einfluss auf die Cyberbedrohungslandschaft. Vor allem Social-Engineering-Köder, die einen Bezug zur COVID-19-Pandemie hatten, prägten dabei die erste Jahreshälfte 2020. Untersuchungen dazu haben ergeben, dass mehrere chinesische Hackergruppen in den letzten Monaten Phishing-Köder mit COVID-19-Bezug eingesetzt haben, um bereits bekannte, aber auch neue Ziele auszuspionieren.

- Anzeigen -

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

- Anzeige -

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.