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Ransomware verwendet den EternalBlue-Exploit


Neue Ransomware-Angriffswelle: Unabhängig davon, ob es sich bei der neuen Ransomware um eine Petya-Variante oder eine neue Ransomware-Familie handelt, verhält sich diese Ransomware anders, als andere Verschlüsselungstrojaner
Nach ersten Erkenntnissen der Forscher des "Trustwave SpiderLabs" scheint sich die Ransomware bisher primär im lokalen Netzwerk zu verbreiten und nicht auf das Internet zuzugreifen



Ende Juni gab es erneut eine Ransomware-Angriffswelle, die sich rasant verbreitet. Die Attacke erinnert stark an die Ransomware WannaCry, die erst im Mai weltweit für Chaos sorgte. Die Forscher des Sicherheitsspezialisten Trustwave gehen davon aus, dass sich auch diese Ransomware, bei der sich um eine Variante des Verschlüsselungstrojaners Petya handeln könnte, sehr schnell global verbreiten wird.

Derzeit ist unklar, ob es sich wirklich um eine Petya-Variante oder eine bisher unbekannte Ransomware-Variante handelt. Auf jeden Fall nutzt die neue Ransomware die gleiche Schwachstelle aus, über die sich auch die WannaCry-Ransomware verbreiten konnte. Die Ransomware verwendet den EternalBlue-Exploit, der eine Schwachstelle im SMB-Protokoll von Windows ausnutzt. Microsoft hat diese Schwachstelle bereits im März im MS17-010 Bulletin gepatcht. Die neue, erfolgreiche Angriffswelle zeigt, dass viele Unternehmen und Organisationen diesen Patch noch nicht installiert haben.

Nach ersten Erkenntnissen der Forscher des Trustwave SpiderLabs scheint sich die Ransomware bisher primär im lokalen Netzwerk zu verbreiten und nicht auf das Internet zuzugreifen. Eine der ersten Aktionen, die die Ransomware auf infizierten Systemen ausführt, ist es, lokale Anmeldeinformationen auszulesen und sich dann mit Hilfe dieser Anmeldeinformationen auf anderen lokal vernetzten Systemen zu verbreiten.

Unabhängig davon, ob es sich bei der neuen Ransomware um eine Petya-Variante oder eine neue Ransomware-Familie handelt, verhält sich diese Ransomware anders, als andere Verschlüsselungstrojaner. Während Ransomware üblicherweise nur wichtige Dateien wie Dokumente und Bilder verschlüsselt, verschlüsselt diese neue Ransomware zuerst einzelne Dateien und danach die gesamte Festplatte. Durch die Verschlüsselung des Systemlaufwerks, des Master File Table (MFT) und des Master Boot Record (MBR) verhindert die Ransomware, dass das System normal gebootet werden kann. Stattdessen bringt es einen eigenen Bootloader mit, der die Lösegeldforderung auf dem Bildschirm anzeigt. Dieser Bootloader verhindert, dass Dateien über Standard-Forensik-Techniken, beispielsweise das Booten von einer Live-CD oder eines anderen Betriebssystems, wiederhergestellt werden können.

Nach der Infektion verlangt die Ransomware 300 US-Dollar in Bitcoins als Lösegeld. Danach sollen die Daten wieder entschlüsselt werden. Nach dem Bezahlen des Betrags ist eine E-Mail an den/die Erpresser nötig, damit diese die Transaktion überprüfen können. Danach sollen die Daten wieder entschlüsselt werden. Da die E-Mail-Adresse des/der Cyberkriminellen momentan aber nicht erreichbar ist und damit die Zahlungskette nicht mehr intakt, vermuten die Trustwave SpiderLabs-Forscher, dass das Sammeln von Lösegeld nicht unbedingt das Ziel dieser Malware war. Welche Intention die Cyberkriminellen dagegen haben und gehabt haben könnten, steht im Moment noch nicht fest.
(Trustwave: ra)

eingetragen: 07.07.17
Home & Newsletterlauf: 18.07.17


Trustwave: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Spyware-Trojaner mit Keylogging-Fähigkeiten

Laut Bitdefender-Forschern wurden kürzlich Spearphishing-Kampagnen mit dem Spyware-Trojaner "Agent Tesla" im Öl- und Gassektor durchgeführt. Sie sind ein plastisches Beispiel dafür, wie Cyberkriminelle die aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen in der Corona-Krise für ihre Zwecke ausnutzen. Eine Kampagne gab sich dabei als ein bekanntes ägyptisches Ingenieurbüro aus, eine weitere als eine Versandfirma. Die Öl- und Gasindustrie stand in den letzten Wochen unter enormem Druck, da die weltweite COVID-19-Pandemie die Ölnachfrage senkte. Ein Streit über die Ölförderung zwischen Russland und Saudi-Arabien endete mit einer Einigung auf dem jüngsten Treffen zwischen der OPEC+ Allianz und der Gruppe der 20 Nationen. Die Ölpreise pro Barrel sind um mehr als die Hälfte auf den niedrigsten Stand seit 2002 gefallen und haben zuletzt teilweise Minuswerte erreicht.

Dark_nexus potenziell für DDoS-Angriffe verwendbar

Sicherheitsforscher von Bitdefender haben ein neues, sehr effektives IoT-Botnet aufgespürt, das viele bislang bekannte IoT-Botnets und Malwares in den Schatten stellt. Das Botnet wurde aufgrund einer Zeichenfolge in seinem Banner "Dark_nexus" getauft. Es ist aktuell immer noch einsatzbereit und aufgrund neuer Funktionen und Fähigkeiten wesentlich stärker und robuster als vergleichbare früheren Versionen. Durch die einfache Nutzung und die fortschrittlichen Funktionen stellt Dark_nexus eine große Gefahr für das aktuell voll ausgelastete Internet dar, dem im derzeitigen Status bereits ein kleines Botnetz erheblichen Schaden zufügen kann.

Doppelte Erpressung

Check Point Software Technologies ist einem neuen Vorgehen der Cyber-Kriminellen auf die Schliche gekommen. Diese ziehen eine zweite Ebene in ihre Ransomware-Attacken und machen aus der Lösegeldforderung eine doppelte Erpressung. Bislang war es üblich, die Systeme einer Firma, einer Behörde, eines Versorgers oder eines Krankenhauses mit einer Ransomware zu infiltrieren und alle wichtigen Dateien und Server zu verschlüsseln, um den Betrieb lahm zu legen. Zur Freigabe der Systeme wurde Geld gefordert. Wer nicht bezahlt, bekam den Schlüssel für die Verschlüsselung nicht ausgehändigt. Nun aber wurde eine zweite Ebene eingezogen: Die Angreifer stehlen vor der Verschlüsselung einige sensible Daten und drohen im Zuge der Lösegeldforderung mit deren Veröffentlichung. Manchmal folgt sogar ein kleiner Warnschuss. Es werden nämlich kleine Teile bereits im Dark Net preisgegeben. Daraus folgt also eine doppelte Erpressung.

Fake-VPN-Seiten zur Verbreitung von Infostealern

Die Sicherheitsforscher von Zscaler haben gefälschte VPN-Seiten analysiert, die Infostealer-Malware verteilen. Damit machen sich Cyberkriminelle die derzeit weltweit angesagte Anforderungen der sozialen Distanz zueigen, aufgrund derer sich die Menschen virtuellen privaten Netzwerk (VPN) zuwenden, um von zu Hause aus zu arbeiten oder zu lernen. Eine aktuelle Malware-Kampagne setzt nun auf die verstärkte Nachfrage nach VPNs, um Benutzer zum Herunterladen und Installieren von Schadcode zu verleiten. Im Rahmen der laufenden Untersuchung überwacht das ThreatLabZ-Team neu registrierte Domains (NRDs) auf mögliche Quellen für neue Malware-Kampagne. Dabei stießen die Researcher auf NRDs für mehrere Webseiten, die VPN-Testversionen anbieten. Wenn der Benutzer den VPN-Client herunterlädt und ausführt, installiert er durch diesen Vorgang im Hintergrund den Infostealer Grand Stealer und bedient damit in einem zweiten Schritt die Installation der Payload weiterer Malware, wie Remote Access- und Banking-Trojaner. Damit handelt sich der ahnungslose Anwender gefährliche Malware ein, die es auf Anwenderdaten und Cryptowährung abgesehen hat.

Von China über Nordkorea bis nach Russland

Mit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) hat auch die Zahl der Cyberangriffe enorm zugenommen. Cyberkriminelle gehen äußerst raffiniert vor und nutzen Social Engineering-Taktiken wie Spam und Spear-Phishing, um gezielt die Angst der Bevölkerung auszunutzen, beispielsweise mit Regierungs- und Gesundheitsorganisationen als Köder.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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