Privilegien-Erweiterung durch Dritte


Kritische Schwachstelle im Windows-Betriebssystem
Exploit-Prevention-Technologie erkennt Zero-Day-Exploit



Kaspersky Lab hat eine zuvor unbekannte Schwachstelle eine so genannte Zero-Day-Schwachstelle in Microsoft Windows entdeckt. Eine bisher nicht identifizierte kriminelle Gruppe war dadurch in der Lage, die volle Kontrolle über ein anvisiertes Gerät zu erlangen. Die Cyberkriminellen hatten es auf den Kernel des Systems mittels einer Backdoor abgesehen, die aus einem wesentlichen Element des Windows-Betriebssystems aufgebaut war.

Mittels Backdoors können Bedrohungsakteure infizierte Computer diskret für bösartige Zwecke nutzen. Eine solche Privilegien-Erweiterung durch Dritte ist in der Regel schwer vor Sicherheitslösungen zu verbergen. Eine Backdoor, die allerdings einen unbekannten Fehler, also eine Zero-Day-Schwachstelle, im System ausnutzt, kann unentdeckt bleiben. Die Exploit-Prevention-Technologie von Kaspersky Lab konnte den Versuch, die unbekannte Schwachstelle im Windows-Betriebssystem von Microsoft auszunutzen, jedoch erkennen.

Zero-Day-Exploit: Infektionsablauf
Nach dem Start der schädlichen .exe-Datei begann die Installation der Malware. Die Infektion nutzte eine Zero-Day-Schwachstelle aus und erlangte so Privilegien für eine erfolgreiche Persistenz auf dem Computer des Opfers. Die Malware initiierte daraufhin den Start einer Backdoor, die mit einem legitimen Windows-Element entwickelt wurde und auf allen Computern dieses Betriebssystems vorhanden ist: das Scripting-Framework Windows PowerShell.

Dadurch konnten die Angreifer unentdeckt bleiben und erhielten Zeit, für das Schreiben des Codes für bösartige Tools. Die Malware lud sodann eine weitere Backdoor von einem beliebten, legitimen Text-Storage-Service herunter, die den Cyberkriminellen die vollständige Kontrolle über das infizierte System gab.

"Bei diesem Angriff sehen wir zwei Trends, die wir häufig bei Advanced Persistent Threats (APTs) sehen", erklärt Anton Ivanov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. "Erstens, die Verwendung lokaler Exploits zur Privilegien-Erweiterung, um auf dem Computer des Opfers zu bleiben. Zweitens die Verwendung legitimer Frameworks wie Windows PowerShell für bösartige Zwecke auf dem Computer des Opfers. Diese Kombination gibt den Bedrohungsakteuren die Möglichkeit, Standard-Sicherheitslösungen zu umgehen. Um solche Techniken erfolgreich zu erkennen, muss eine Sicherheitslösung Exploit-Prevention- und Verhaltenserkennungstechnologien verwenden."

Sicherheitsempfehlungen
Um die Installation von Backdoors aufgrund von Zero-Day-Schwachstellen von Windows zu verhindern, empfiehlt Kaspersky Lab die folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

Verfügbare Patches von Microsoft für die neue Schwachstelle sowie für sämtliche verwendete Software umgehend installieren. Erweiterte Sicherheitsprodukte mit Schwachstellenanalyse und Patch-Management-Funktion können solche Prozesse automatisieren.

Eine umfassende Sicherheitslösung mit verhaltensbasierten Erkennungsfunktionen verwenden, um auch vor unbekannten Bedrohungen sicher zu sein.

Das Sicherheitsteam sollte stets Zugriff auf die neuesten Cyberbedrohungsinformationen haben.

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Die Schwachstelle wurde am 10. April 2019 an Microsoft gemeldet und beseitigt. Kaspersky-Produkte erkannten den Exploit als:
>> HEUR: Exploit.Win32.Generic
>> HEUR: Trojan.Win32.Generic
>> PDM: Exploit.Win32.Generic
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 07.05.19
Newsletterlauf: 31.05.19

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Sicherheitslecks

Die Fixes des Patch Tuesday im April 2022

Microsoft hat im April-Update 145 Sicherheitslücken behoben, darunter 17 Sicherheitslücken in Microsoft Edge, von denen zehn als kritisch eingestuft werden, da sie Remote Code Execution (RCE) ermöglichen. Der aktuelle Patch Tuesday enthält zudem Korrekturen für zwei Zero-Day-Schwachstellen, von denen eine bekanntermaßen aktiv ausgenutzt wird (CVE-2022-24521) und die andere öffentlich zugänglich ist (CVE-2022-26904). Microsoft hat weitere Probleme in seiner Software behoben, darunter Denial of Service, Elevation of Privilege, Information Disclosure und Spoofing- Schwachstellen.

Verpackt als traditionelle WAR

Die neue Sicherheitslücke Spring4Shell, die das weit verbreitete Spring-Java-Framework betrifft, lässt befürchten, dass Unternehmen mit einer ähnlichen Schwachstelle wie Log4Shell zu kämpfen haben könnten. Spring, ein Unternehmen von VMware, wurde als das weltweit beliebteste Java-Framework bezeichnet.

Schwachstellenmanagement: Zunehmende Priorität

Hackerone hat ihrenneuesten Hacker-Powered Security Report veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Hacker in diesem Jahr mehr als 66.000 verifizierte Schwachstellen gemeldet haben – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der gemeldeten Schwachstellen durch Hacker-Pentests um 264 Prozent gestiegen. Die durch die Pandemie beschleunigte, digitale Transformation sowie die Cloud-Migration sorgen weiterhin für Schwachstellen. Nicht zuletzt, da sich hierdurch die Angriffsflächen vergrößern und Dienste vermehrt ausgelagert werden. Der jährlich erscheinende "Hacker-Powered Security Report: Industry Insights" bietet einen Einblick in die weltweit größte Datenbank für Schwachstellen und Bug-Bounty-Programme. Wie aus dem diesjährigen Bericht hervorgeht, sind die in den vergangenen zwölf Monaten gezahlten Prämien (Bug Bounties) für schwerwiegende und kritische Schwachstellen gestiegen, da Unternehmen diesen schwerwiegenden Fehlern Priorität einräumen.

Log4j: Log4Shell für Verteidiger eine besondere Herausforderung

Sophos verzeichnet eine rasche Zunahme von Angriffen, die die Sicherheitslücke ausnutzen oder versuchen, diese auszunutzen. Bisher wurden Hunderttausende von Versuchen erkannt. Cryptomining-Botnetze gehören momentan zu den häufigsten Angriffsformen. Dabei konzentrieren sich die Botnetze auf Linux-Serverplattformen, die der Schwachstelle besonders ausgesetzt sind.

Log4j: Schwachstelle besonders gefährlich

Eine neue, besonders kritische Schwachstelle in der Apache-Log4j-Bibliothek wurde entdeckt. Bei Log4Shell – auch bekannt als LogJam und unter der Kennzeichnung CVE-2021-44228 – handelt es sich um eine sogenannte Remote-Code-Execution (RCE)-Class-Schwachstelle. Bei dieser können Angreifer beliebigen Code ausführen und möglicherweise die volle Kontrolle über ein System erlangen, wenn diese auf einem anfälligen Server ausgenutzt wird. Die CVE wurde mit 10 von 10 in Bezug auf den Schweregrad bewertet.

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