Vernetzte ICS-Geräte und OT-Netzwerke

Team82 identifiziert 250. ICS-Schwachstelle und zieht Bilanz

Mehrzahl der Schwachstellen ermöglicht Ausführung von unautorisiertem Code und kann aus der Ferne ausgenutzt werden



Etwas mehr als zwei Jahre nach ihrer Gründung hat Team82, die Forschungsabteilung der Industrial-Cybersecurity-Spezialistin Claroty, ihre 250. kritische Schwachstelle in industriellen Kontrollsystemen (ICS) veröffentlicht. Die identifizierten Sicherheitslücken betreffen Software, Firmware und Kommunikationsprotokolle von Industrieanlagen sowie Einrichtungen der kritischen Infrastruktur und haben somit direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung weltweit, etwa im Bereich der Wasserversorgung. Gut Dreiviertel der Schwachstellen werden dabei als kritisch oder ernsthaft eingestuft. Durch die enge Zusammenarbeit mit Clarotys Partnern wie Rockwell Automation oder Siemens konnten diese behoben oder Handlungsempfehlungen zur Risikoreduktion gegeben werden.

Angesichts der Tatsache, dass ein großer Teil der Legacy-Systeme noch immer zuverlässig in OT-Netzwerken läuft, ist die Suche nach Fehlern in leicht zugänglichen Automatisierungsprodukten und Netzwerkprotokollen ein notwendiger und elementarer erster Schritt zur Verbesserung der Cybersicherheit in Industrieunternehmen weltweit. Mit der Sicherheitsforschung geht dabei die Verantwortung einher, die Betreiber von Anlagen über ihre Risikoexposition aufzuklären und zu verdeutlichen, wie neu vernetzte ICS-Geräte und OT-Netzwerke wie nie zuvor anfällig für Angriffe sind.

Die Bilanz nach 250 identifizierten Schwachstellen: Insgesamt waren 40 Hersteller betroffen. Die meisten Schwachstellen fanden sich bei Siemens (36), Rockwell Automation und Schneider Electric (jeweils 28). Dies weist jedoch nicht auf einen Mangel an sicherer Software- oder Firmware-Entwicklung bei diesen Anbietern hin. Vielmehr verdeutlichen diese Zahlen deren Bereitschaft, mit Forschern zusammenzuarbeiten, Schwachstellen zu beseitigen, bevor sie ausgenutzt werden, und die Sicherheitsmaßnahmen insgesamt zu verbessern. Zudem handelt es sich bei den Top 3 auch um die bedeutendsten Anbieter im Bereich der industriellen Steuerungssysteme, wodurch sie besonderes Interesse der Forscher auf sich ziehen.

71 Prozent der Schwachstellen lassen sich aus der Ferne ausnutzen. Knapp 20 Prozent werden als kritisch, rund 57 Prozent als ernsthaft eingestuft. Die häufigsten durch die Schwachstellen verursachten Auswirkungen sind die Ausführung von unautorisiertem Code, Denial-of-Service-Angriffe sowie das Ändern und Lesen von Anwendungsdaten. Bei seiner Forschung entdeckte Team82 auch einige neuartige Angriffstechniken und -konzepte auf ICS-Geräte und OT-Netzwerke, insbesondere in den Bereichen Cloud, Fernzugriff und Angriffe auf PLCs. (Claroty: ra)

eingetragen: 08.12.21
Newsletterlauf: 04.02.22

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Meldungen: Sicherheitslecks

Die Fixes des Patch Tuesday im April 2022

Microsoft hat im April-Update 145 Sicherheitslücken behoben, darunter 17 Sicherheitslücken in Microsoft Edge, von denen zehn als kritisch eingestuft werden, da sie Remote Code Execution (RCE) ermöglichen. Der aktuelle Patch Tuesday enthält zudem Korrekturen für zwei Zero-Day-Schwachstellen, von denen eine bekanntermaßen aktiv ausgenutzt wird (CVE-2022-24521) und die andere öffentlich zugänglich ist (CVE-2022-26904). Microsoft hat weitere Probleme in seiner Software behoben, darunter Denial of Service, Elevation of Privilege, Information Disclosure und Spoofing- Schwachstellen.

Verpackt als traditionelle WAR

Die neue Sicherheitslücke Spring4Shell, die das weit verbreitete Spring-Java-Framework betrifft, lässt befürchten, dass Unternehmen mit einer ähnlichen Schwachstelle wie Log4Shell zu kämpfen haben könnten. Spring, ein Unternehmen von VMware, wurde als das weltweit beliebteste Java-Framework bezeichnet.

Schwachstellenmanagement: Zunehmende Priorität

Hackerone hat ihrenneuesten Hacker-Powered Security Report veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Hacker in diesem Jahr mehr als 66.000 verifizierte Schwachstellen gemeldet haben – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Zahl der gemeldeten Schwachstellen durch Hacker-Pentests um 264 Prozent gestiegen. Die durch die Pandemie beschleunigte, digitale Transformation sowie die Cloud-Migration sorgen weiterhin für Schwachstellen. Nicht zuletzt, da sich hierdurch die Angriffsflächen vergrößern und Dienste vermehrt ausgelagert werden. Der jährlich erscheinende "Hacker-Powered Security Report: Industry Insights" bietet einen Einblick in die weltweit größte Datenbank für Schwachstellen und Bug-Bounty-Programme. Wie aus dem diesjährigen Bericht hervorgeht, sind die in den vergangenen zwölf Monaten gezahlten Prämien (Bug Bounties) für schwerwiegende und kritische Schwachstellen gestiegen, da Unternehmen diesen schwerwiegenden Fehlern Priorität einräumen.

Log4j: Log4Shell für Verteidiger eine besondere Herausforderung

Sophos verzeichnet eine rasche Zunahme von Angriffen, die die Sicherheitslücke ausnutzen oder versuchen, diese auszunutzen. Bisher wurden Hunderttausende von Versuchen erkannt. Cryptomining-Botnetze gehören momentan zu den häufigsten Angriffsformen. Dabei konzentrieren sich die Botnetze auf Linux-Serverplattformen, die der Schwachstelle besonders ausgesetzt sind.

Log4j: Schwachstelle besonders gefährlich

Eine neue, besonders kritische Schwachstelle in der Apache-Log4j-Bibliothek wurde entdeckt. Bei Log4Shell – auch bekannt als LogJam und unter der Kennzeichnung CVE-2021-44228 – handelt es sich um eine sogenannte Remote-Code-Execution (RCE)-Class-Schwachstelle. Bei dieser können Angreifer beliebigen Code ausführen und möglicherweise die volle Kontrolle über ein System erlangen, wenn diese auf einem anfälligen Server ausgenutzt wird. Die CVE wurde mit 10 von 10 in Bezug auf den Schweregrad bewertet.

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