Zunahme bei den Attacken auf Mobilgeräte


Sprunghafter Anstieg bei aktiven Malware-Familien in 2016: Die Android-Malware HummingBAD ist aktuell eine der größten Gefahren in Deutschland
Neuer Bedrohungsindex zeigt einen Anstieg der aktiven Malware-Familien um 61 Prozent seit Januar 2016.



Check Point Software Technologies veröffentlichte ihren neuesten Bedrohungsindex für Deutschland. Die Anzahl der aktiven Malware-Familien ist in der ersten Hälfte 2016 um nahezu zwei Drittel gestiegen. In Deutschland haben speziell im Bereich Mobilfunk die Angriffe zugenommen. Dies geht soweit, dass der Android-Schädling HummingBAD für eine Vielzahl der gesamten Infektionen in der Bundesrepublik verantwortlich ist.

Im Juni entdeckte Check Point 2.420 einzigartige und aktive Malware-Familien, die Unternehmensnetzwerke angreifen, was im Vergleich zum April einen Anstieg um 21 Prozent und seit Januar sogar von 61 Prozent bedeutet. Die anhaltend wachsende Zahl aktiver Malware-Varianten verdeutlicht das breite Bedrohungsspektrum, mit dem Unternehmen konfrontiert sind.

Conficker blieb auch im Juni die am häufigsten eingesetzte Malware, während die mobile Malware. HummingBad ist plattformübergreifend zur größten Bedrohung weltweit geworden ist. In einem detaillierten Forschungsbericht macht Check Point deutlich, dass 85 Millionen Geräte in aller Welt mit HummingBad infiziert sind, wodurch Einnahmen aus betrügerischer Werbung in Höhe von schätzungsweise 300.000 US-Dollar monatlich entstehen - und zeigt damit auf, wie Hacker zunehmend Mobilfunkgeräte ins Visier nehmen.

Im Juni machte Conficker den zweiten Monat in Folge 14 Prozent der erkannten Angriffe aus; an zweiter Stelle folgt Sality mit 10 Prozent, während HummingBad mit 6 Prozent an dritter Stelle liegt.

Die Top-Ten der Malware-Familien waren für 50 Prozent aller erkannten Angriffe verantwortlich.

Der anhaltende, deutliche Anstieg der Anzahl an aktiven Malware-Familien, die in der ersten Jahreshälfte 2016 Unternehmensnetzwerke angegriffen haben, unterstreicht die eskalierende Bedrohungslage, mit der Unternehmen derzeit konfrontiert sind", sagt Nathan Schuchami, Leiter der Bedrohungsabwehr bei Check Point. "Hacker legen enorme Bemühungen in die Entwicklung neuer, ausgeklügelter Malware-Familien, um Unternehmen zu betrügen und Daten zu stehlen. Organisationen brauchen in ihren Netzwerken, Endpunkten und Mobilgeräten hochmoderne Maßnahmen zur Bedrohungsabwehr, um diese Bedrohungen zu stoppen, bevor sie ihnen zum Opfer fallen."

Herausragende Schädlinge:

>> Conficker -
Ein Wurm, der Remote-Zugriffe, Malware-Downloads und den Diebstahl von Legitimationsdaten zulässt, indem die Systemsicherheitsdienste von Microsoft Windows deaktiviert werden. Infizierte Geräte werden von einem Botnetz gesteuert. Dabei kommuniziert die Malware mit einem Command&Control-Server, um Anweisungen zu erhalten.

>> Sality - Virus, der die Systeme von Microsoft Windows infiziert, um Remote-Zugriffe und Downloads zusätzlicher Malware zu ermöglichen. Aufgrund seiner Komplexität und seiner Anpassungsfähigkeit gilt Sality weithin als einer der bislang anspruchsvollsten Malwaretypen.

>> Hummingbad - Android-Malware, die auf dem Gerät ein persistentes Rootkit einrichtet, betrügerische Anwendungen installiert und zusätzliche bösartige Aktivitäten ermöglicht. Dazu gehören beispielsweise das Installieren eines Key Loggers, der Diebstahl von Legitimationsdaten und die Umgehung der von Unternehmen genutzten verschlüsselten E-Mail-Container. Bislang hat die Malware 85 Millionen Mobilgeräte infiziert.

Mobile Malwarefamilien stellten im Juni weiterhin eine erhebliche Bedrohung für unternehmenseigene Mobilgeräte dar. HummingBAD dominiert bei den Angriffen in Deutschland:

>> Iop - Android-Malware, die mithilfe von Root-Zugriff auf dem Mobilgerät Anwendungen installiert und exzessive Werbung anzeigt. Die Menge an Werbung und installierten Apps erschwert Nutzern die gewohnte Handhabung ihrer Geräte.

>> XcodeGhost -Eine kompromittierte Version der iOS-Entwicklerplattform Xcode. Diese inoffizielle Version von Xcode wurde so verändert, dass sie Schadcode in jede App injiziert, die mit ihr entwickelt und kompiliert wird. Der injizierte Code sendet App-Informationen zu einem C&C-Server und ermöglicht der infizierten App das Lesen des Geräte-Clipboards.

Über den Check Point-Bedrohungsindex
Check Points Bedrohungsindex beruht auf den Bedrohungsdaten ihrer ThreatCloud World Cyber Threat Map, die in Echtzeit verfolgt, wie und wo weltweit Cyberangriffe stattfinden. Die ThreatCloud Map wird von Check Points ThreatCloud Intelligence betrieben, dem größten Kooperationsnetzwerk zur Bekämpfung von Cyberkriminalität, das Bedrohungsdaten und Angriffstrends aus einem weltumspannenden Netz von Bedrohungssensoren liefert.
Die ThreatCloud-Datenbank enthält über 250 Millionen auf Bot untersuchte Adressen, über 11 Millionen Malware-Signaturen und mehr als 5,5 Millionen infizierte Webseiten. Darüber hinaus identifiziert sie täglich Millionen Malware-Typen.
(Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 19.08.16
Home & Newsletterlauf: 14.09.16


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Meldungen: Statistiken

Hacktivisten ziehen sich zurück

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Emotet-Gefahr ist noch lange nicht gebannt

Die jüngsten Ergebnisse des Internet Security Reports von WatchGuard Technologies zu den wichtigsten Malware-Trends und Netzwerkgefahren liegen vor: Danach zeigt sich für das zweite Quartal 2022 im Vergleich zu den Spitzenwerten der ersten Hälfte des Vorjahres im Hinblick auf Malware insgesamt ein Rückgang.

Geopolitische Unruhen führen zu vermehrten DDoS-Angriffen

Netscout Systems gab die Ergebnisse ihres Threat Intelligence Reports für das erste Halbjahr 2022 bekannt. Die Ergebnisse zeigen, wie raffiniert und erfolgreich Cyberkriminelle bei der Umgehung von Abwehrmaßnahmen mit neuen DDoS-Angriffsvektoren und weiteren Methoden geworden sind.

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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