Rmnet-Botnets sind immer noch eine Gefahr


Virenreport: Neue Trojaner für Linux, raffinierte Malware-Installationsassistenten für OS X und ein Android-Bankentrojaner
Das Interesse von Cyber-Kriminellen für das Betriebssystem OS X wächst, was sich in einer erhöhten Anzahl an Viren und Trojanern widerspiegelt

(11.02.16) - Im Großen und Ganzen verlief der Dezember des letzten Jahres in Bezug auf Cyber-Attacken recht ruhig. Dennoch verzeichneten die Experten von Doctor Web einige Aktivitäten: Anfang des Monats spürten sie einen Linux-Trojaner auf, der meist unbemerkt vom User auf den infizierten Endgeräten Malware installiert. Auch für OS X, das Betriebssystem von Apple, gibt es Neuigkeiten. Die Virenanalysten entdeckten einen Installationsassistenten für unerwünschte Anwendungen. Ebenso im Fokus stand ein gefährlicher Trojaner für Google Android. Dieser war schon Anfang 2015 mit circa 31.000 Exemplaren sehr aktiv und meldete sich im Dezember wieder eindrucksvoll zurück.

Apple im Kreuzfeuer
Das Interesse von Cyber-Kriminellen für das Betriebssystem OS X wächst, was sich in einer erhöhten Anzahl an Viren und Trojanern widerspiegelt. Aktuell bestehen die meisten Bedrohungen für das Apple Betriebssystem in Werbe-Trojanern und Applikationen, die unerwünschte Software installieren. Dazu zählt auch der bereits Anfang 2015 entdeckte Adware.Mac.Tuguu.1. Dieser ermöglicht eine verdeckte Installation von böswilligen Applikationen auf dem infizierten Endgerät und verbreitet sich als Software für OS X.

Beim Starten liest Adware.Mac.Tuguu.1 die Konfigurationsdatei "payload", welche in dem Verzeichnis liegt, aus dem die Software gestartet wurde. Anschließend nimmt der Schädling Kontakt zum Verwaltungsserver auf, ändert danach die URL, um die Spuren zu verwischen und fragt dort nach einer Liste mit weiteren zu installierenden Applikationen, wobei der Datenaustausch stets verschlüsselt ist.

Insgesamt kann der Schädling 736 verschiedene Anwendungen zur Installation vorschlagen und prüft diese noch vor der Installation auf Kompatibilität. Adware.Mac.Tuguu.1 versucht auch sicherzustellen, dass eine solche Applikation im System zuvor nicht installiert war und die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde.

Rmnet-Botnets sind immer noch eine Gefahr
Rmnet ist eine Familie von Datei-Viren, die sich ohne Teilnahme des Benutzers verbreiten. Sie sind in der Lage, sich in Webseiten einzubetten und ermöglichen Cyber-Kriminellen z.B. Zugangsdaten für das Online-Banking zu entwenden sowie Cookies und FTP-Passwörter auszulesen.

Immer noch ist das Botnet Win32.Rmnet.12, das auf Basis von Win32.Sector eingerichtet wurde, aktiv.

Der Schädling zeigt folgende Aktivitäten:
>> Download von Dateien aus dem P2P-Netzwerk mit anschließendem Start auf Workstations
>> Einbettung in diverse andere Prozesse
>> Antivirensoftware deaktivieren und den Zugriff der Entwickler blockieren
>> Dateien auf Festplatten, Wechseldatenträgern und Systemverzeichnissen infizieren

Linux weiterhin sehr beliebt bei Cyber-Kriminellen
Ein weiterer Trend ist die rasant zunehmende Anzahl von Linux-Malware: im Dezember 2015 haben die Virenanalysten von Doctor Web Linux.Rekoobe.1 entdeckt. Nach der Infektion lädt dieser auf Befehl der Cyber-Kriminellen Dateien herunter, die mit dem CLI (command-line interpreter) interagieren können, wobei die Verbindung zum Befehlsserver über einen Proxy erfolgt.

Die ersten Versionen von Linux.Rekoobe.1 zielen speziell auf Geräte mit einer SPARC-Architektur. Ferner haben die Analysten sowohl für die 32-, als auch 64-Bit-Versionen von Linux unterschiedlichste Variationen entdeckt. Allen ist gemeinsam, dass sie mit ausgeklügelten Kontrollalgorithmen zur Dateiverschlüsselung ausgerüstet sind.

Obwohl der Code ziemlich kompliziert ist, kann die Malware nur drei Befehle ausführen: Dateien herunter- und hochladen sowie Befehle an den CLI weitergeben und diese an einen Remote-Server weiterleiten. Dadurch können Cyber-Kriminelle ein infiziertes Gerät per Fernzugriff kontrollieren.

Im Dezember 2015 nahm Doctor Web die Daten von 210.987 potenziell gefährlichen Webseiten auf.

Malware und gefährliche Applikationen für mobile Endgeräte
Im Dezember 2015 konzentrierten sich Cyber-Kriminelle auch auf mobile Endgeräte. Die Trends in der mobilen IT-Sicherheitsszene im Dezember 2015 lauten wie folgt:

>> Weiter zunehmende Verbreitung von Bankentrojanern
>> Aufkommen neuer Schädlinge, die mittels SMS versendet werden
>> Neue Trojaner für das iOS von Apple
(Doctor Web: ra)

Doctor Web: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Statistiken

Starker Anstieg von Phishing-Downloads

Netskope hat ihren neuen Cloud and Threat Report veröffentlicht, der die Malware-Downloads aus der Cloud und dem Internet in den letzten zwölf Monaten untersucht. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass die Zahl der Phishing-Downloads um 450 Prozent zugenommen hat, angeheizt durch Angreifer, die SEO-Techniken einsetzen, um schädliche PDF-Dateien ganz oben in den Rankings beliebter Suchmaschinen wie Google und Bing zu platzieren.

Dauer der DDoS-Angriffe veränderte sich erheblich

Im ersten Quartal 2022 ist die Anzahl an DDoS-Angriffen um das 4,5-fache im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal gestiegen. Des Weiteren war die durchschnittliche Dauer einer Attacke 80 Mal länger als in Q1 2021. Die Experten von Kaspersky sehen es als wahrscheinlich an, dass diese Zunahme der Angriffe auf hacktivistische Aktivitäten zurückzuführen ist.

Bedrohungen gegen die kritische Infrastruktur

Trellix veröffentlichte ihren "Threat Labs Report: April 2022" über die Aktivitäten von Cyber-Kriminellen in den letzten sechs Monaten. Daraus geht deutlich hervor, dass sich Cyber-Angriffe vermehrt gegen einzelne Verbraucher richten. Aber auch das Gesundheitswesen sowie die Transport-, Fracht-, Fertigungs- und IT-Branchen verzeichnen einen starken Anstieg der Bedrohungen.

Netzwerkangriffe auf Dreijahreshoch

Der gerade veröffentlichte, jüngste Internet Security Report von WatchGuard Technologies belegt für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2021 eine klare Malware-Konzentration in Europa. In der EMEA-Region war die Anzahl der erkannten Malware-basierten Gefahren im Vergleich mit dem Rest der Welt nahezu doppelt so hoch. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang aber auch erneut die Qualität der einschlägigen Bedrohung.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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