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Früherkennung versus Analyse

Top 3: Sicherheitsanalysten suchen am häufigsten Informationen zu Trojanern, Backdoors und Droppern

Viele Anfragen an das Kaspersky Threat Intelligence-Portal erweisen sich in der Analyse als Trojaner (25 Prozent), Backdoors (24 Prozent) und Trojaner-Dropper (23 Prozent)



Fast drei Viertel (72 Prozent) der analysierten schädlichen Dateien, die über die kostenfreie Version von "Kaspersky Threat Intelligence Portal" eingereicht wurden, waren Trojaner, Backdoors oder Dropper. Die Analyse der eingereichten Daten zeigt zudem, dass die Malware-Typen, die von den Forschern am häufigsten untersucht werden, nicht unbedingt mit den am weitest verbreiteten übereinstimmen. Die Erkennung schädlicher Aktivitäten bildet nur den Ausgangspunkt für die Untersuchung eines Angriffs. Um Reaktions- und Abhilfemaßnahmen zu entwickeln, müssen Sicherheitsanalysten das Angriffsziel, den Ursprung eines schädlichen Objekts, dessen Popularität und vieles mehr identifizieren. Das Kaspersky Threat Intelligence Portal hilft Analysten bei der Erforschung dieser Hintergründe.

Kaspersky-Experten haben die Anfragen an das Kaspersky Threat Intelligence Portal, die kostenfrei zwischen November 2019 und Mai 2020 getätigt wurden, untersucht, um herauszufinden, mit welchen Bedrohungen schädliche Objekte, die das Portal verarbeitet, am häufigsten in Verbindung gebracht werden. In den meisten Fällen erwiesen sich eingereichte Hashes oder verdächtige hochgeladene Dateien als Trojaner (25 Prozent der Anfragen), Backdoors (24 Prozent) - Malware, die einem Angreifer die Fernsteuerung über einen Computer ermöglicht - und Trojaner-Dropper (23 Prozent), die weitere schädliche Objekte installieren.

Die Statistiken des Kaspersky Security Network, das cybersicherheitsrelevante Daten, die von Millionen freiwilliger Teilnehmer weltweit geteilt werden, analysiert, zeigen, dass Trojaner auch in der Regel die am weitest verbreitete Art von Malware darstellen. Backdoors und Trojaner-Dropper sind hingegen nicht so häufig vertreten - diese machen lediglich 7 beziehungsweise 3 Prozent aller bösartigen Dateien aus, die von Kaspersky-Endpoint-Lösungen blockiert werden.

Dieser Unterschied lässt sich dadurch erklären, dass Sicherheitsforscher oft eher am finalen Ziel des Angriffs interessiert sind, während Endpoint-Lösungen versuchen, eine Attacke bereits in einem frühen Stadium zu verhindern. Beispielsweise erlauben sie einem Nutzer nicht, schädliche E-Mails zu öffnen oder einem maliziösen Link zu folgen, wodurch verhindert wird, dass Backdoors den Computer des Users kompromittieren. Sicherheitsanalysten müssen jedoch alle Komponenten innerhalb eines Droppers identifizieren.

Zu begründen ist dies auch mit dem Interesse an bestimmten Bedrohungen und dem Drang der Forscher, diese genauer zu analysieren. Als zu Beginn des Jahres viele Nachrichten zu Emotet erschienen, suchten viele Nutzer zum Beispiel aktiv nach Informationen zu diesem Schadprogramm. Eine Reihe von Anfragen betrafen zudem Backdoors für die Betriebssysteme Linux und Android. Diese Malware-Familien sind für Sicherheitsforscher von Interesse, aber ihre Anzahl ist im Vergleich zu Bedrohungen, die auf Microsoft Windows abzielen, relativ gering.

"Wir haben festgestellt, dass die Anzahl kostenfreier Anfragen an das Kaspersky Threat Intelligence Portal zur Überprüfung von Viren oder Codeteilen, die andere Programme kompromittieren, sehr gering ist - weniger als ein Prozent", kommentiert Denis Parinov, Acting Head of Threats Monitoring and Heuristic Detection bei Kaspersky. "Jedoch gehören diese erfahrungsgemäß zu den am weitest verbreiteten Bedrohungen, die von Endpoint-Lösungen erkannt werden. Diese replizieren sich selbst und implementieren ihren Code in andere Dateien, was dazu führen kann, dass eine große Anzahl schädlicher Dateien auf einem infizierten System erscheint. Wie wir sehen können, sind Viren für Forscher selten von Interesse, höchstwahrscheinlich weil ihnen im Vergleich zu anderen Bedrohungen das Moment des Neuen fehlt."

Das Kaspersky Threat Intelligence Portal bietet einen Zugriff auf die Threat Intelligene-Daten des Unternehmens und stellt dort alle Informationen und Erkenntnisse zu Cyberangriffen, die Kaspersky in mehr als 20 Jahren gesammelt hat, zur Verfügung. Ein kostenloser Zugang zu ausgewählten Funktionen, mit denen Nutzer Dateien, URLs und IP-Adressen überprüfen können, ist verfügbar unter https://opentip.kaspersky.com/. (Kaspersky: ra)

eingetragen: 24.06.20
Newsletterlauf: 08.09.20

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Meldungen: Statistiken

Report: Die Bad Bots schlagen zurück

Web-Traffic von Bad Bots nimmt weiterhin stark zu und erreicht sein bisheriges Maximum. Das belegt der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht "2020 Bad Bot Report: The Bad Bots Strike Back" von Imperva, Inc., dem führenden Anbieter von IT-Sicherheitslösungen. Die Untersuchung zeigt, dass die Automatisierung des Web-Traffics auf Webseiten und mobilen Anwendungen verheerenden Schaden anrichten kann. Der so genannte Bad-Bot-Traffic hat im Vergleich zu den Vorjahren erneut zugenommen und macht heute fast ein Viertel (24,1 Prozent) des gesamten Web-Traffics aus. Finanzdienstleister sind am stärksten betroffen.

Anteil des Finanz-Phishings stieg an

Im Jahr 2019 wurden weltweit 773.943 Nutzer von Kaspersky-Sicherheitslösungen von Banking-Trojanern angegriffen, im Vorjahr waren es noch 889.452. Ein Drittel (35,1 Prozent) dieser Angriffe betraf Nutzer in Unternehmen. Russland (33,6 Prozent) war im Jahr 2019 erneut das weltweit am häufigsten attackierte Land, gefolgt von Deutschland (7,4 Prozent) und China (3,3 Prozent). Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen Kaspersky-Report "Financial Cyberthreats in 2019" hervor. Cyberkriminelle nutzen Banking-Trojaner, um Geld von ihren Opfern zu stehlen. Diese Art von Malware sucht nach Logindaten für Online-Bezahl- und -Banking-Systeme sowie Einmalkennwörter, um diese an die Angreifer zu übermitteln.

Bekannte Marken zu imitieren

Check Point Research hat ihren "Brand Phishing Report" für das 1. Quartal 2020 veröffentlicht. Der Bericht hebt die Marken hervor, die im ersten Quartal dieses Jahres am häufigsten von Cyber-Kriminellen bei ihren Versuchen, persönliche Daten oder Zahlungsnachweise zu stehlen, nachgeahmt wurden. Bei einem Brand-Phishing-Angriff versuchen Cyber-Kriminelle, die offizielle Website einer bekannten Marke zu imitieren, indem sie einen ähnlichen Domänenamen oder eine ähnliche URL und ein passendes Webseiten-Design verwenden. Der Link zur gefälschten Website kann über E-Mail oder SMS an die Zielpersonen gesendet werden, oder ein Benutzer kann während des Browsings umgeleitet werden, oder er kann von einer betrügerischen Handy-Anwendung in die Irre geführt werden. Die gefälschte Website enthält oft ein Eingabe-Formular, mit dem die Anmeldeinformationen, Zahlungsdetails oder andere persönliche Merkmale der Benutzer gestohlen werden sollen.

Fast 13 Millionen E-Mail-Bedrohungen verzeichnet

Trend Micro veröffentlichte ihren "Cloud App Security Report 2019". Der Bericht zeigt, wie sich E-Mail-Bedrohungen im vergangenen Jahr verändert haben. Zudem behandelt er den Einsatz von immer ausgefeilterer Malware sowie den potenziellen Missbrauch neuer Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz. Unternehmen sollen dadurch bei der Weiterentwicklung ihrer Sicherheitsstrategie unterstützt werden. Im Jahr 2019 blockierte der japanische Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen 12,7 Millionen hochriskante E-Mail-Bedrohungen für Kunden, die Cloud-basierte E-Mail-Dienste von Microsoft und Google nutzen. Die zweite Verteidigungsebene von Trend Micro fing Bedrohungen ab, die von den integrierten Sicherheitsfunktionen der Cloud-E-Mail-Dienste nicht erkannt wurden.

Mobile Adware-Angriffe verhindern

Avast hat festgestellt, dass Adware inzwischen den Großteil aller Android-Malware ausmacht. Statistiken, die Threat-Intelligence-Experten von Avast für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2019 erstellt haben, zeigen, dass Adware für 72 Prozent aller mobilen Malware verantwortlich ist. Die restlichen 28 Prozent setzen sich aus Banking-Trojanern, gefälschten Anwendungen, Ransomware und Downloadern zusammen. Die Erkenntnisse von Avast zeigen, dass vor allem Adware für Smartphone-Nutzer zunehmend zum Problem wird: Unter allen Android-Malware-Typen ist ihr Anteil allein im vergangenen Jahr um 38 Prozent gestiegen. Mobile Adware tarnt sich oft in Form von Spiel- und Unterhaltungsapplikationen sowie Apps, die im Trend liegen, da diese ein hohes Verbreitungspotenzial haben. Solche Apps mögen harmlos erscheinen, aber sobald sie ein Gerät infiziert haben, klicken sie heimlich auf die Werbung im Hintergrund. Manchmal zeigt Adware auch Werbung mit bösartigem Inhalt an.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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