Klassische Finanzschädlinge weiter "in"


Jahresstatistik: Deutschland bei Web-Infizierungen in der Risikogruppe
Mobiler Schädling "Faketoken" hebelt mTAN-Verfahren aus

(02.02.16) - Gemäß der Jahresanalyse von Kaspersky Lab gehört Deutschland hinsichtlich der Infizierungsgefahr über das Internet zur Risikogruppe. Weltweit hatten Nutzer vor allem mit Finanzschädlingen zu kämpfen. Unter den Top-Ten der Schadprogramme im Finanzbereich befinden sich mit Faketoken und Marcher auch erstmals zwei mobile Banktrojaner. Darüber hinaus stellte die Cybersicherheitsexpertin eine Ausweitung von Erpressersoftware (Ransomware) auf neue Plattformen fest. So hatte es im Jahr 2015 bereits jede sechste Ransomware-Attacke auch auf Android-Geräte abgesehen. Diese Ergebnisse gehen unter anderem aus den Jahresstatistiken des Kaspersky Security Bulletin 2015/2016 hervor.

Die mobilen Finanztrojaner "Faketoken" und "Marcher"
Die beiden mobilen Top-Banking-Trojaner des Jahres 2015 verhalten sich wie folgt: Die Versionen von Faketoken kooperieren mit für Computer bestimmte Trojanern. Ein Nutzer wird dazu gebracht, eine App auf seinem Smartphone zu installieren. Allerdings handelt es sich dabei um ein trojanisches Programm, das mobile TAN-Nummern (mTAN) abfangen kann. Schädlinge der Familie Marcher haben es auf Zahlungsinformationen von Android-Geräten abgesehen. Sie verfolgen den Verlauf zweier installierter Apps: die mobile Banking-App einer europäischen Bank sowie Google Play. Wird auf einem infizierten Gerät beispielsweise Google Play gestartet, zeigt Marcher dem Opfer ein gefälschtes Fenster an, bei dem Kreditkartendaten abgefragt und an die Cyberkriminellen weitergegeben werden.

"In diesem Jahr haben Cyberkriminelle viel Zeit und Kapazität auf die Entwicklung von Finanzschädlingen für mobile Geräte verwendet", sagt Jury Namestnikov, Senior Security Researcher bei Kaspersky Lab. "Diese Entwicklung überrascht nicht, weil immer mehr Nutzer über ihr Smartphone Bezahlungen für Dienstleistungen und Waren abwickeln. Wir gehen daher davon aus, dass es im kommenden Jahr zu einem vermehrten Aufkommen mobiler Banking-Malware kommen wird."

Auch gingen "traditionelle" Cyberbedrohungen im Finanzbereich in diesem Jahr nicht zurück. So blockierten die Lösungen von Kaspersky Lab insgesamt fast zwei Millionen (1.966.324) Versuche, bei denen ein Schädling auf einem Rechner installiert werden sollte, der in der Lage ist, Geld über ein Online-Banking-Verfahren zu stehlen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs um 2,8 Prozentpunkte. In Deutschland waren 3,8 Prozent der attackierten Nutzer von Kaspersky-Lösungen mindestens einmal im Laufe des Jahres von Bank-Trojanern betroffen.Im Bereich Banktrojaner lösten in diesem Jahr Schädlinge der Familie Dyre (auch Dyzap oder Dyreza genannt) die bisher gefürchtetste Finanz-Schädlingsfamilie ZeuS ab. Dyre nutzt effektive Web-Infizierungsmethoden, mit denen Daten und Zugänge von Online-Banking-Systemen gestohlen werden können.

Globaler Albtraum Ransomware
Das Aufkommen von Erpresser-Software (Ransomware) hat sich im Jahr 2015 auf zahlreiche Plattformen ausgeweitet. Eine von sechs (17 Prozent) Ransomware-Attacken erfolgte auf ein Android-Gerät. Kaspersky Lab konnte zwei große Ransomware-Trends im Jahr 2015 ausmachen: Erstens ist die Gesamtzahl der durch Verschlüsselungs-Ransomware attackierten Nutzer auf fast 180.000 gestiegen eine Steigerung um 48,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2014. Zweitens greifen Cyberkriminelle in den meisten Fällen auf mehrere Module zurück und verwenden zusätzlich zur Verschlüsselung Funktionalitäten, die Daten von den Computern der Betroffenen stehlen.

Wo Cyberattacken ihren Ursprung haben
80 Prozent der durch Antivirus-Komponenten von Kaspersky Lab geblockten Angriffsbenachrichtigungen stammen von Online-Ressourcen aus insgesamt zehn Ländern. Dabei hat sich die Top-Drei der Länder, in denen die Malware mittels der Online-Ressourcen gestreut wurde, im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert: die USA (24,2 Prozent) führen vor Deutschland (13 Prozent) und den Niederlanden (10,7 Prozent). Diese Verteilung zeigt, dass Cyberkriminelle es vorziehen, aus unterschiedlichen Ländern mit einer gut entwickelten IT-Infrastruktur zu operieren und hier die jeweiligen Hosting-Services zu nutzen.

Mehr lokal auf Rechnern gefundene Schädlinge
In seinen Statistiken untersucht Kaspersky Lab nicht nur Gefahren aus dem Internet, sondern beschäftigt sich auch mit Bedrohungen, die lokal auf einem Computer gefunden und/oder blockiert werden. Im Jahr 2015 blockierten die Produkte von Kaspersky Lab insgesamt vier Millionen einzigartige Schadprogramme und unerwünschte Objekte, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2014 (1,84 Millionen). Laut Kaspersky Lab weist Deutschland bei den lokalen Gefahren ein hohes Infektionsrisiko auf.

Analysiert man die einzelnen Computer, Festplatten und Wechseldatenträger von Kaspersky-Nutzern, die im Bereich lokale Gefahren zu den Top-20 der infektionsgefährdetsten Ländern gehören und am Kaspersky Security Network teilnehmen, zeigt sich, dass zwei Drittel (67,7 Prozent) mindestens ein schädliches Objekt im Jahr 2015 enthielten; im Jahr 2014 waren es noch 58,7 Prozent. (Kaspersky Lab: ra)

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Statistiken

Hacktivisten ziehen sich zurück

Die Anzahl der DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) hat im dritten Quartal 2022 stetig zugenommen, wie eine aktuelle Analyse von Kaspersky zeigt. Vor allem von Profis durchgeführte Angriffe nahmen zu: sogenannte intelligente Angriffe verdoppelten sich sogar im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ging die Zahl der Angriffe durch Hacktivisten, die in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres zugenommen hatten, deutlich zurück.

Emotet-Gefahr ist noch lange nicht gebannt

Die jüngsten Ergebnisse des Internet Security Reports von WatchGuard Technologies zu den wichtigsten Malware-Trends und Netzwerkgefahren liegen vor: Danach zeigt sich für das zweite Quartal 2022 im Vergleich zu den Spitzenwerten der ersten Hälfte des Vorjahres im Hinblick auf Malware insgesamt ein Rückgang.

Geopolitische Unruhen führen zu vermehrten DDoS-Angriffen

Netscout Systems gab die Ergebnisse ihres Threat Intelligence Reports für das erste Halbjahr 2022 bekannt. Die Ergebnisse zeigen, wie raffiniert und erfolgreich Cyberkriminelle bei der Umgehung von Abwehrmaßnahmen mit neuen DDoS-Angriffsvektoren und weiteren Methoden geworden sind.

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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