Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

Bedrohungen gegen Industrieunternehmen: Mehr Spyware und Phishing

Infrastrukturen für Gebäudeautomation am vulnerabelsten - Auf 12 Prozent der ICS-Computer in Deutschland wurden schädliche Objekte blockiert



In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert: Etwa die Hälfte der Computer weltweit (42 Prozent) hatte es damit in der ersten Jahreshälfte zu tun. Dies liegt vermutlich daran, dass diese Systeme möglicherweise nicht vollständig von den Netzwerken der im Gebäude befindlichen Organisationen getrennt sind und damit ein attraktives Eintrittstor darstellen.

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden bei fast 32 Prozent der durch Kaspersky-Lösungen geschützten OT-Computer weltweit schädliche Objekte blockiert. Diese Computer werden in der Öl- und Gasindustrie, im Energiesektor, in der Automobilherstellung, in der Gebäudeautomatisierung und in anderen Bereichen eingesetzt, um OT-Funktionen auszuführen – von den Arbeitsplätzen der Ingenieure und Operator bis hin zu SCADA-Servern (Supervisory Control and Data Acquisition) und Human Machine Interface (HMI).

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 versuchten Cyberkriminelle am häufigsten, Industriecomputer mit schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) anzugreifen. Diese Objekte wurden weltweit auf fast 13 Prozent der geschützten Computer blockiert. Diese Bedrohungsart wies auch das dynamischste Wachstum im Vergleich zum vorherigen Halbjahr auf und stieg um 3,5 Prozentpunkte.

Dabei sind schädliche Skripte und Phishing-Seiten eine der häufigsten Methoden zur Verbreitung von Spyware. Im ersten Halbjahr 2022 wurden solche auf 9 Prozent der OT-Computer weltweit entdeckt; dies entspricht einem Anstieg um 0,5 Prozentpunkte zwischen dem ersten Halbjahr 2022 und dem zweiten Halbjahr 2021. Des Weiteren wird Spyware über Phishing-E-Mails mit schädlichen Anhängen verbreitet. In der ersten Jahreshälfte blockierten Kaspersky-Lösungen etwa 6 Prozent hiervon.

"Es ist grundlegend, sowohl OT- als auch IT-Endpunkte mit einer dedizierten Lösung zu schützen, die ordnungsgemäß konfiguriert und auf dem neuesten Stand gehalten wird", betont Kirill Kruglov, Senior Researcher des Kaspersky ICS CERT. "Das OT-Netz sollte getrennt, alle Fernverbindungen und die Kommunikation gesichert, überwacht, kontrolliert und jeglicher unbefugter Zugriff verhindert werden. Ein proaktiver Ansatz zur Identifizierung und Beseitigung möglicher Schwachstellen und relevanter Bedrohungen könnte Kosten für Zwischenfälle in Millionenhöhe einsparen."

Gebäudeautomation birgt eklatante Schwachstellen innerhalb der OT-Infrastruktur

Fast die Hälfte der Computer (42 Prozent) in der Gebäudeautomatisierungsinfrastruktur, die auch als Gebäudemanagementsysteme (BMS) bezeichnet werden, waren Cyberbedrohungen ausgesetzt. Diese Rechner gehören normalerweise Dienstleistungsunternehmen, die automatisierte Systeme in Geschäfts- oder Einkaufszentren, Gemeinden und anderen Arten öffentlicher Infrastrukturen verwalten. Industrieanlagen und kritische Infrastrukturobjekte sind häufig Eigentümer der Gebäudemanagementsysteme vor Ort.

Im ersten Halbjahr 2022 waren diese die angreifbarste Art von OT-Infrastrukturen. Sie nahmen die Spitzenposition ein, was den Prozentsatz der von verschiedenen Bedrohungsquellen betroffenen Geräte angeht, nämlich Internetressourcen (23 Prozent), schädliche E-Mail-Anhänge und Phishing-Links (14 Prozent) schädliche Dokumente (11 Prozent) sowie Trojaner, Backdoors und Keylogger (13 Prozent). Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Ingenieure und Betreiber von Gebäudeautomation Internetressourcen und E-Mail aktiver als in anderen OT-Infrastrukturen nutzen. Außerdem ist die Gebäudeleittechnik möglicherweise nicht ordnungsgemäß von anderen internen Netzwerken im Gebäude getrennt und kann daher ein attraktives Ziel für erfahrene Bedrohungsakteure sein.

"Es liegt nahe, dass diese Art von Umgebung die Auswirkungen der Aktivitäten von Angreifern zu spüren bekommt, da sie stark gefährdet und der Reifegrad der Cybersicherheit relativ niedrig ist", ergänzt Kirill Kruglov. "Angreifer kompromittieren Systeme, die potenziell Verbindungen zu internen Netzwerken von Fabriken, öffentlichen Räumen oder sogar kritischen Infrastruktureinrichtungen haben könnten. Was Smart Cities und öffentliche Infrastrukturen betrifft, so können die Systeme ein ganzes Stadtviertel mit Zugang zu Beleuchtungssteuerung, Straßenverkehrsmanagement und -informationen sowie anderen Arten von Diensten für die Bürger verwalten. Ein echtes "Kinderspiel" für Täter. Noch alarmierender ist, dass 14 Prozent aller Gebäudeverwaltungssysteme (BMS) mit Phishing-E-Mails angegriffen wurden, was doppelt so hoch ist wie der weltweite Durchschnitt." (Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 18.10.22
Newsletterlauf: 12.01.23

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Meldungen: Statistiken

Hacktivisten ziehen sich zurück

Die Anzahl der DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) hat im dritten Quartal 2022 stetig zugenommen, wie eine aktuelle Analyse von Kaspersky zeigt. Vor allem von Profis durchgeführte Angriffe nahmen zu: sogenannte intelligente Angriffe verdoppelten sich sogar im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ging die Zahl der Angriffe durch Hacktivisten, die in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres zugenommen hatten, deutlich zurück.

Emotet-Gefahr ist noch lange nicht gebannt

Die jüngsten Ergebnisse des Internet Security Reports von WatchGuard Technologies zu den wichtigsten Malware-Trends und Netzwerkgefahren liegen vor: Danach zeigt sich für das zweite Quartal 2022 im Vergleich zu den Spitzenwerten der ersten Hälfte des Vorjahres im Hinblick auf Malware insgesamt ein Rückgang.

Geopolitische Unruhen führen zu vermehrten DDoS-Angriffen

Netscout Systems gab die Ergebnisse ihres Threat Intelligence Reports für das erste Halbjahr 2022 bekannt. Die Ergebnisse zeigen, wie raffiniert und erfolgreich Cyberkriminelle bei der Umgehung von Abwehrmaßnahmen mit neuen DDoS-Angriffsvektoren und weiteren Methoden geworden sind.

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Ransomware bleibt größte Bedrohung

Trend Micro, Anbieterin von Cybersicherheitslösungen, veröffentlichte ihren Sicherheitslagebericht zur Jahresmitte. Laut diesem blockierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 63 Milliarden Cyberbedrohungen. Besonders auffällig ist dabei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen auf Linux- und Embedded-Systeme im zweistelligen Prozentbereich. Basierend auf diesen Erkenntnissen erwarten die Sicherheitsexperten, dass Attacken auf diese Systeme in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen werden.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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