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Offensichtlich lukrativste Angriffsmethode


Ransomware: Die Seuche des 21. Jahrhunderts
Moderne fortschrittliche Angriffe nutzen typischerweise verschiedene Vektoren aus: E-Mail ist nach wie vor ein Schwerpunkt für Angreifer, die Ransomware einsetzen

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Von Hatem Naguib, Senior Vice President und General Manager Security Business bei Barracuda

In regelmäßigen Abständen sehen wir uns einer neuen Bedrohung gegenüber, die bei Angreifern gerade Konjunktur hat. Gezielte Langzeitangriffe, sogenannte Advanced Persistent Threats (APTs) beherrschen die Schlagzeilen und Unternehmen beeilen sich, diese Attacken zu stoppen, deren Urheber sich gut versteckt durch das Netzwerk bewegen.

Neben Phishing ist Ransomware die erfolgreichste und offensichtlich lukrativste Angriffsmethode für Cyber-Kriminelle. Schätzungen zufolge kosteten Ransomware-Scams die Opfer allein im letzten Jahr fast 1 Milliarde US-Dollar weltweit. Und es ist kein Wunder, dass sie so gut funktionieren: Sie beruhen auf dem althergebrachten Modell der Schutzgelderpressung, das bereits lange von Banden und der Mafia genutzt und jetzt in digitalem Format erfolgreich wieder aufgelegt wird. Die digitale Transformation ist nicht nur für Unternehmen Realität, sondern längst auch für Kriminelle eine lohnenswerte Einnahmequelle.

Die jüngsten Ransomware-Angriffe stellen eine noch größere Bedrohung dar: Statt einfach nur Geld zu nehmen und danach die Opfer in Ruhe zu lassen, werden bei einigen Vorgehensweisen die Daten, ohne Möglichkeit der Wiederherstellung, zerstört und nicht einfach nur verschlüsselt. Was kommt als Nächstes? Womöglich eine neue Taktik unter Nutzung sogenannter "Protectionware", bei der das Opfer gezwungen wird, regelmäßig zu zahlen, damit seine Daten weiterhin verfügbar bleiben?

Die Auswirkungen dieser Angriffe sind weitreichend. Nicht nur die Unternehmensvermögen sind in Gefahr, sondern auch der gute Ruf, die Rentabilität und nicht zuletzt Arbeitsplätze. Die Auswirkungen können verheerend sein, vor allem für kleine Unternehmen, die vielleicht nicht über die Möglichkeiten verfügen, sich schnell davon zu erholen. Neben den finanziellen Einbußen zieht der Angriff weitere Folgen für das Unternehmen nach sich.

Aufgrund der Aktualität von Ransomware-Gefahren, haben wir etwas tiefer gegraben. Im Mai dieses Jahres führten wir eine Umfrage mit dem Schwerpunkt Ransomware durch, um mehr über die Hauptsorgen sowie über den Umfang der Bedrohung insbesondere im mittelständischen Markt herauszufinden. Die Umfrage ist Teil eines globalen Berichts, der die Ergebnisse von weltweit 1.300 Interviews mit IT-Führern von Unternehmen mit einer Größe von 1 bis 10.000 Mitarbeitern analysierte. Der höchste Prozentsatz der Antworten (18,1 Prozent) stammte von Unternehmen mit 101 - 250 Beschäftigten.

Eine überwältigende Mehrheit von 92 Prozent der Teilnehmer machen sich Sorgen, ihr Unternehmen könne zur Zielscheibe von Ransomware werden. Diese Ängste scheinen berechtigt zu sein: Fast die Hälfte, nämlich 47 Prozent der Befragten waren selbst schon einmal von Ransomware betroffen. Von ihnen waren 59 Prozent nicht in der Lage, den Ursprung des Angriffs zu benennen. Leider ist das nichts Ungewöhnliches: Eine große Zahl von Unternehmen bemerkt häufig nicht einmal, dass überhaupt in das Netzwerk eingebrochen wurde, ganz zu schweigen davon, an welcher Stelle. Von den übrigen 41 Prozent jedoch nannten 76 Prozent E-Mail als Ursprung des Ransomware-Angriffs.

E-Mail ist nach wie vor einer der meistgenutzten Services für die Geschäftskommunikation sowie einer der Bedrohungsvektoren, die am häufigsten anvisiert werden. Diese Resultate unterstreichen, wie wichtig mehrschichtige Sicherheit für E-Mail ist – an der Schnittstelle sowie für die interne Nachrichtenübermittlung. Zudem weisen sie auf die Bedeutung einer der am häufigsten übersehenen Bereiche hin: Die Aufklärung von Mitarbeitern, die unter Umständen das schwächste Glied sind, wenn es um den Schutz vor Bedrohungen wie Ransomware geht.

Für alle, die Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS) einsetzen, waren die Ergebnisse besonders interessant, da sie sich auf die integrierten Sicherheitsfunktionen dieser Anwendungen beziehen. So haben etwa 70 Prozent der Befragten nicht das Gefühl, dass Microsoft Office 365 ihren Anforderungen an den Schutz vor Ransomware gerecht wird, was die Bedeutung von Sicherheitslösungen von Drittanbietern unterstreicht. Um genau zu sein, setzen fast 60 Prozent der Teilnehmer externe Lösungen als Ergänzung nativer Sicherheitsfunktionen ein. Dies lässt darauf schließen, dass Unternehmen sich nur dann geschützt fühlen, wenn sie die Anwendung in Verbindung mit Sicherheitslösungen nutzen.

Wie können Unternehmen sich vor diesen Risiken schützen? Hier sind einige Tipps dazu:
1. Niemand ist zu unbedeutend, um zur Zielscheibe zu werden:
Ein verbreiteter Irrtum kleiner und mittlerer Unternehmen ist es, zu denken, sie seien zu klein, um ein attraktives Angriffsziel darzustellen, und sich daher auf der sicheren Seite zu wähnen. In Wirklichkeit sind diese Unternehmen anfälliger für Attacken, da davon ausgegangen wird, dass sie über weniger Mitarbeiter, Technik und Ressourcen für den Kampf gegen zielgerichtete Angriffe verfügen.

2. Alles sichern: Die digitale Transformation bietet Unternehmen erhebliche Möglichkeiten mit Blick auf die Produktivität sowie Kosteneinsparungen. Doch sie sorgt auch für eine Vergrößerung der Angriffsfläche und öffnet die Tür für ausgefeiltere und zielgerichtete Attacken. Moderne fortschrittliche Angriffe nutzen typischerweise verschiedene Vektoren aus: Wie unsere Untersuchungen zeigen, ist E-Mail nach wie vor ein Schwerpunkt für Angreifer, die Ransomware einsetzen. Die beste Verteidigung ist eine Großoffensive, d. h. Unternehmen müssen den Ansatz verfolgen, "alles zu sichern", um sich vor modernen Attacken zu schützen. Um dies zu tun und smartere Arten von Schadsoftware wie Ransomware abzuwehren, benötigen Unternehmen Advanced Threat Protection über alle Bedrohungsvektoren hinweg.

Das bedeutet, dass jede ATP-fähige Lösung, die von den anderen Lösungen zusammengetragenen Informationen verwenden kann, so dass die Verarbeitung schneller und besser skalierbar ist. Eine Netzwerk-Firewall allein ist nicht genug, genauso wie eine E-Mail-Sicherheitsschnittstelle allein nicht ausreicht. Unternehmen, die die Vorteile von virtualisierten und Cloud-Netzwerken nutzen möchten, müssen sicherstellen, dass sie dort die gleichen Sicherheits- und Zugriffsbeschränkungen einsetzen wie in ihrer lokalen Infrastruktur.

3. Konsequente Umsetzung, Überwachung und Aufklärung: Das Verhalten der Benutzer ist möglicherweise die größte Schwachstelle, und es ist unvermeidlich, dass irgendwann jemand einen Link anklickt. Trotzdem ist Aufklärung ein entscheidender Bestandteil einer zuverlässigen Strategie für Datensicherheit, denn Angreifer versuchen immer häufiger, sich im Rahmen von gezielten Phishing- und Spear-Phishing-Kampagnen "menschliche Netzwerke" zunutze zu machen.

4. Unterbrechungen nach einem Angriff möglichst kurz halten: Für den Fall, dass alle Stricke reißen, braucht es einen Plan für die schnelle Wiederherstellung der Daten. In Bezug auf Ransomware ist es in der Regel am besten, einen umfassenden Sicherungs- und Wiederherstellungsplan zu entwickeln sowie zu implementieren, der es erlaubt, alle verschlüsselten Daten mit minimalem Aufwand wiederzuerlangen.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass man auch dann, wenn man schon einmal betroffen war, nicht gegen zukünftige Angriffe immun ist. Stattdessen sehen manche Angreifer in den betroffenen Unternehmen womöglich ein leichtes Ziel und planen daher eine Attacke mit noch schwerwiegenderen Folgen. Es ist demzufolge nie zu spät, aber unabdingbar, die Sicherheitsstrategie zum Schutz der Unternehmensdaten wiederholt zu prüfen.
(Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 30.07.17
Home & Newsletterlauf: 25.08.17


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Meldungen: Grundlagen

  • Große Zahl ungesicherter IoT-Geräte

    DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Laut einer Studie von Corero Network Security entspricht das einem monatlichen Mittel von 237 Angriffsversuchen. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese "smarten" Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewandert sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker. Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Bot-Netze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

  • A fool with a tool

    Unternehmen stehen heute vielfältige Sicherheitslösungen zur Verfügung. Doch ein Sammelsurium aus technischen Einzelmaßnahmen kann nur bedingt gegen Angriffe schützen. Vielmehr benötigen Unternehmen eine Informationssicherheitsstrategie, gestützt auf Prozesse und Tools die es einem Unternehmen ermöglichen, Informationssicherheit effizient und effektiv zu managen. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei im richtigen Mix aus Menschen und deren Fähigkeiten, Prozessen und Tools liegen. Nur so wird es Unternehmen gelingen proaktiv zu agieren und durch Antizipation zukünftiger Bedrohungen und entsprechender Vorbereitung die richtigen Maßnahmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten zu treffen.

  • Was ist Certificate Transparency?

    Möglicherweise haben Sie schon vor einigen Jahren von Certificate Transparency (CT) gehört, als Google die Anforderung für alle Extended Validation (EV) SSL/TLS-Zertifikate ankündigte, die nach dem 1. Januar 2015 ausgestellt worden sind. Seitdem hat Google die Anforderung auf alle Arten von SSL-Zertifikaten ausgedehnt und zuletzt eine Frist bis zum April 2018 gesetzt. Zertifikaten, die nicht CT-qualifiziert sind und die nach diesem Datum ausgestellt werden, wird in Chrome nicht vertraut. GlobalSign hat im Hintergrund bereits daran gearbeitet, dass alle Zertifikate mit CT ausgestattet werden - Extended Validation (EV) seit 2015, Domain Validated (DV) seit August 2016 und Organisation Validated (OV) ab Oktober 2017 - GlobalSign-Kunden sind damit für den Fristablauf seitens Google gerüstet.

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    Ich habe den größten Teil meines beruflichen Lebens damit verbracht Authentifizierungslösungen zu programmieren, zu implementieren, weiterzuentwickeln und zu patentieren. Daher nehme ich mir das Recht heraus zu sagen, letzten Endes funktioniert Authentifizierung einfach nicht. Mit "funktionieren" im engeren Sinne meine ich, dass es zu 100Prozent garantiert ist, dass es sich tatsächlich um eine vertrauenswürdige Identität handelt, wenn eine Benutzeridentität von einer Authentifizierungslösung an den betreffenden Partner weitergeleitet wird. Und genau das lässt sich nicht garantieren. Es lässt sich belegen, dass und wie der eigentliche Validierungsprozess innerhalb der Authentisierung funktioniert. Das bedeutet, wir verifizieren mathematisch und empirisch, dass die von einem Authentifizierungsmechanismus zusammengestellte Entität mit den Werten übereinstimmt, die in der Datenbank des akzeptierenden Dritten gespeichert sind, also "matched". Das kann ein Passwort sein, ein Einmal-Passwort, OTP, X.509-basierte Verschlüsselung, biometrische Merkmale, mobile Push-Werte oder eine Gesichtserkennung. In einem Satz: Der Authentisierungsprozess lässt sich validieren und damit auch, dass das technische System korrekt arbeitet.

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    Viele Fahrzeuge sind heutzutage längst zu rollenden Computern geworden, denn bereits jetzt stecken in der Software eines modernen Oberklasse-PKW etwa 100 Millionen Codezeilen. Zum Vergleich: Die Flugsoftware einer Boeing 787 Dreamliner kommt mit etwa 14 Millionen Zeilen aus. Die Erwartungen an das zukünftige autonom fahrende Auto sind vielzählig: Mehr Sicherheit auf den Straßen, mehr Komfort, beispielsweise durch selbstständiges Einparken, die Nutzung eines Autopiloten im Stau oder komplett fahrerlose Roboterautos, welche im Car-Sharing-Verfahren neue Infrastrukturmöglichkeiten bieten könnten. Dem gegenüber stehen die Ängste: Bei Technikfehlern nur noch ein hilfloser Passagier an Board zu sein oder Opfer eines Hacker-Angriffs zu werden.