- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Fachbeiträge » Grundlagen

SDN, NFV und ihre Schwachstellen


SDN und NFV: Fluch oder Segen in Sachen Cybersicherheit?
Betrachtet man ein SDN-Netzwerk unter sicherheitstechnischen Aspekten, dann werden Dienste und Richtlinien von einem einzigen Punkt aus verwaltet und verteilt, dem zentralisierten SDN-Controller

- Anzeigen -





Von Dave Larsson, Corero Network Security

Nach etlichen Diskussionen zum Thema beginnen sich die traditionellen Netzwerke in Richtung virtueller Netzwerkfunktionen und Steuerungen zu wandeln. Telekommunikationsunternehmen und Hosting Provider setzen vermehrt auf Software Defined Networks (kurz SDN) und Network FunctionsVirtualization (NFV). Die zugrunde liegenden Technologien versprechen nicht nur insgesamt leistungsfähigere, sondern auch schnellere Netzwerke, die besser zu skalieren sind.

Die Karriere der SDNs begann etwa 2015 mit einem rasanten Wachstum. Die beobachtenden Analysten prognostizieren dem SDN-Markt Wachstumsraten von jährlich 34 Prozent, was einem Wert von etwa 7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 entspricht. Mit dieser Entwicklung wird sich die Art und Weise verändern, in der Netzwerke bisher aufgebaut, entwickelt und verwaltet worden sind. Durchsetzen wird sich eine sehr viel einheitlichere Herangehensweise beim Optimieren der Datenströme.

Betrachtet man ein SDN-Netzwerk unter sicherheitstechnischen Aspekten, dann werden Dienste und Richtlinien von einem einzigen Punkt aus verwaltet und verteilt, dem zentralisierten SDN-Controller. Das ist Fluch und Segen zugleich. Wird ein SDN-Controller erfolgreich angegriffen, hat ein Hacker ziemlich schnell die Kontrolle über das komplette Netzwerk.

Nimmt man das Beispiel einer DDoS-Attacke, kann ein SDN-Controller faktisch zu einer Schwachstelle werden, die Hacker problemlos ausnutzen können. Das Rückgrat eines SDN-Netzwerkes, nämlich die nahezu unbegrenzt verfügbare Bandbreite, kann sich schnell als nutzlos erweisen, wenn ein Controller kompromittiert wurde. Selbst eine relativ kleine, aber gut konzipierte 10 GB DDoS-Attacke kann dazu führen, dass ein komplettes Rechenzentrum Offline gehen muss. Einfach aufgrund der Tatsache, dass das Steuerungs-Panel mit Junk-Events und einer hohen Dichte von laufenden Sessions überschwemmt wird. Eher noch als in traditionellen Netzwerken kann eine einzige und relativ kleine DDoS-Attacke mit nur geringer Bandbreite in einem SDN-Netzwerk einen enormen Kollateralschaden anrichten.

Schutz vor DDoS-Angriffen
Will man für SDN- und NFV-Netzwerke eine sichere Umgebung schaffen, sollte man sich für eine automatisierte In-Line-Lösung bei der Abwehr von DDoS-Angriffen entscheiden, die an der Netzwerkgrenze des jeweiligen Rechenzentrums sitzt. Das ist der einzige Weg, Einblick in den kompletten Datenstrom in einem virtuellen Netzwerk zu bekommen und auf mögliche Vorkommnisse tatsächlich in Echtzeit reagieren zu können. Indem man den SDN-Controller und die DDoS-Abwehr über eine API miteinander verbindet, lässt sich ein potenziell kompromittierter Controller managen. DDoS-Angriffe werden dann abgewehrt, sobald sie auftauchen. Im Falle einer kritischen Übersättigung, signalisiert die DDoS-Abwehr das sehr schnell an die DDoS-Ressource in der Cloud, um die Attacke einzudämmen.

Abschließende Gedanken
Alles in allem bieten SDN und NFV enorme Vorteile, wenn es gilt die kritischen Netzwerkfunktionen bereitzustellen, die Unternehmen benötigen, und zwar ohne spezialisierte physische Appliances. Das reduziert Kosten und Komplexität auf der einen Seite, und erlaubt auf der anderen schnellere Bereitstellungen und bessere Skalierbarkeit. Aber ungeachtet aller Vorteile sind diese Netzwerke in sich anfällig für DDoS-Angriffe. Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt ein SDN- oder NFV-Netzwerk aufzubauen, sollte sich intensiv mit geeigneten Sicherheitslösungen auseinandersetzen, will er virtualisierte Netzwerke und Daten schützen. (Corero Network Security: ra)

eingetragen: 23.10.16
Home & Newsletterlauf: 11.11.16


Corero Network Security: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Grundlagen

  • Internet-Ausfall: Stationärer Handel in der Klemme

    In nur wenigen Bereichen hat sich in den letzten 30 Jahren so viel verändert wie im stationären Handel. Während manche Einzelhändler das Internet immer noch als Bedrohung empfinden, profitiert das Gros von vielen Vorteilen, die das World Wide Web mit sich bringt. Beispiel Kartenzahlungen: Sie wären ohne Internetanbindung gar nicht möglich. Somit ist für Einzelhändler eine kontinuierliche Internetverbindung essenziell, ja gerade überlebenswichtig. Umso schlimmer, wenn das Netz ausfällt. Doch für den unangenehmen Fall der Fälle gibt es gute Lösungen. Ohne Internet sind moderne Verkaufserlebnisse undenkbar: Zu den neueren Entwicklungen im Einzelhandel zählt das so genannte Omni-Channel-Retailing. Dabei nutzen Shops oder Filialen mehrere, vor allem onlinebasierte Kanäle, um dem Kunden ein optimales Verkaufserlebnis zu bieten. So beispielsweise der Reifenwechsel am Auto: Bei größeren Werkstätten und Werkstattketten ist es heute State-of-the-Art, dass der Kunde seine Wunschreifen und Felgen online bestellt, eventuell unterstützt durch eine telefonische Beratung. Nach dem Kauf vereinbart er dann über eine Webseitenschnittstelle gleich den Montagetermin. Die Werkstatt erhält die Terminanfrage in ihrem CRM und bestätigt per E-Mail. Zum Termin liegen die bestellten Reifen in der Werkstatt bereit und werden montiert.

  • Cyber Intelligence - Mehr als ein Trend?

    Cyber Intelligence, auch Cyber Threat Intelligence oder nur Threat Intelligence, ist keine neue Disziplin innerhalb der Informationssicherheit. Die US-amerikanische National Security Alliance hat gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Deloitte bereits 2011 (!) verlautbaren lassen, dass Cyber Intelligence tatsächlich so etwas wie die intelligentere Art und Weise ist, mit Datenschutzverletzungen und Bedrohungsszenarien umzugehen. Zitat: "The consultancy Deloitte deems cyber intelligence as a vastly more sophisticated and full set of threat management tactics (than IT security itself), providing tools to move to a more proactive, over-the-horizon threat awareness posture."

  • Vorschriften im Gesundheitswesen

    Personenbezogene Daten geheim und sicher zu halten, ist im Gesundheitssektor immens wichtig. Mittlerweile ist es bereits 21 Jahre her seit Titel I des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) in den Vereinigten Staaten verabschiedet wurde, um den Krankenversicherungsschutz für Arbeitnehmer und Familien zu gewährleisten. 2003 wurde Titel II als nationaler Standard für elektronische Transaktionen im Gesundheitswesen und nationale Kennzeichnungsvorschriften für Versorger, Krankenversicherungen und Mitarbeiter eingerichtet. Zu diesem Zeitpunkt wurden etliche Datenschutz- und Sicherheitsregeln zum Schutz elektronischer Gesundheitsdaten (e-PHI) definiert. Vor einigen Jahren haben der US-Kongress und das Department of Health and Human Services (Gesundheitsministerium HHS) im Cybersecurity Act von 2015 die Health Care Industry Cybersecurity (HCIC) Task Force eingerichtet. Grund war die wachsende Sorge um Risiken und Bedrohungen der Cybersicherheit für das Gesundheitswesen. Erst vor kurzem hat die Task Force ihre Ergebnisse in einem sehr detaillierten Report on Improving Cybersecurity in the Health Care Industry veröffentlicht. Der Report betont die Dringlichkeit der empfohlenen Maßnahmen angesichts der wachsenden Zahl komplexer Cyberbedrohungen. Das Gesundheitswesen müsse eben diese Maßnahmen zeitnah zum Schutz von Systeme und Patienten umsetzen.

  • Datensicherheit und Datenschutz

    Im Mai 2018 wird das EU-Regelwerk zum Datenschutz scharf gestellt. Unternehmen bleibt nicht viel Zeit, ihre IT für einen gesetzeskonformen Umgang mit personenbezogenen Daten umzubauen. Dabei ist mehr als Datenklassifizierung, Risikoanalyse und Dokumentation gefragt. Die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät. Der Datenschutz in Europa wird vereinheitlicht. Darauf zielt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ab. Das Regelwerk, die Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates, wurde im April 2016 im EU-Parlament verabschiedet und am 4. Mai 2016 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die 28 EU-Mitgliedstaaten haben bis zum 25. Mai 2018 Zeit, alle Vorgaben umzusetzen. In Europa gibt es Richtlinien, die von den EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen und Verordnungen, die unmittelbar geltendes Recht sind.

  • Googeln für Hacker

    Google ist die Suchmaschine schlechthin, auch wenn die Datensammelwut des Weltkonzerns aus Mountainview immer wieder kontrovers diskutiert wird. Fast 80 Prozent der Suchanfragen weltweit gehen an Google, während andere Suchmaschinen noch nicht einmal die 10-Prozent-Hürde schaffen. Bei Mobilgeräten liegt der Anteil von Google sogar bei mehr als 96 Prozent. Das ist selbst für Laien keine Überraschung. Weniger verbreitet ist das Wissen, dass Google sich auch bei Hackern großer Beliebtheit erfreut. Verschiedene versteckte Funktionen ermöglichen es Eingeweihten, sehr schnell an umfangreiche Listen potenzieller Opfer zu kommen. Versehentlich freigegebene Dokumente ausspähen, verwundbare Log-in-Seiten finden oder sich in schlecht geschützte Webcams einloggen - Google liefert bequem die einfachsten Ziele. Das ist nicht alles: durch verschiedene Tricks kann sich ein Angreifer quasi hinter der "harmlosen" Suchmaschine verstecken und so gezielt seine Spuren verwischen.