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Cyber-Erpressung auf Bestellung


Ransomware-as-a-Service: Geschäftsmodell Satan & Co.
Die Satan RaaS-Plattform ermöglicht es Cyberkriminellen besonders benutzerfreundlich ermöglicht, in großem Umfang, einfach anpassbare Ransomware-Angriffe auszuführen

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Von Christoph M. Kumpa, Director DACH & EE bei Digital Guardian

CryptoLocker, GoldenEye, Locky, WannaCry – Ransomware hat mit der Geiselnahme von Dateien durch Verschlüsselung in den letzten Jahren eine beachtliche und unrühmliche Karriere hingelegt. Und da sich Kriminelle auch bei Digitalisierungstrends wie as-a-Service-Angeboten nicht lumpen lassen, hat die Untergrundökonomie mit Ransomware-as-a-Service (RaaS) rasch ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt, das in kürzester Zeit enormes Wachstum erlebt hat.

Das Prinzip ist denkbar einfach – wie in der legalen Wirtschaft sind die Dienstleistungen ganz auf die Bedürfnisse einer möglichst breiten Kundschaft zugeschnitten: Auf Ransomware-as-a-Service-Plattformen können nun auch technisch wenig versierte Kriminelle ins Cyber-Erpressergeschäft einsteigen und sich von Schadware-Entwicklern die entsprechende Service-Leistung gegen Abgabe einer festen Gebühr oder einer Provision basierend auf den Lösegeldeinnahmen besorgen.

Satan & Co.: Komfortable Ransomware-Abos mit Profi-Marketing
Ein Beispiel für eine Ransomware-as-a-Service-Operation, die an Bekanntheit gewonnen hat, ist die Satan RaaS-Plattform, die es Cyberkriminellen besonders benutzerfreundlich ermöglicht, in großem Umfang, einfach anpassbare Ransomware-Angriffe auszuführen. Interessierte Kriminelle mit minimalen technischen Fähigkeiten sind in der Lage, die Satan-Plattform zu abonnieren und eigene Angriffe zu starten. Dazu bietet die RaaS-Plattform praktische Tipps zur Malware-Verteilung sowie Auswertungsübersichten zu Infektionsraten und eingenommenen Lösegeldern. Alles für eine 30-prozentige Provision auf die Lösegeldeinnahmen an die Ransomware-Schöpfer.

Im Fall des RaaS-Angebots für die Cerber-Ransomware bewerben die Malware-Entwickler ihre Dienstleistung sogar über Bannerwerbung und Forenbeiträge im Darknet, ein Hinweis auf das Ausmaß solcher Kampagnen. Und die Macher der Philadelphia-Ransomware preisen ihr Crimeware-Package einfach gleich in einem schicken RaaS-Werbevideo an, in dem die Benutzerfreundlichkeit und umfangreichen Features ihres Produkts anschaulich dargestellt werden – von PDF-Reports, Angriffs-Tracking, Google-Maps-Unterstützung für die Suche nach neuen Angriffszielen sowie kostenlose Software-Updates bis hin zu einer sogenannten "Mercy"-Funktion für Opfer, die mit ihren Bitten eventuell doch das Herz des Angreifers erweichen. Mit dieser kann er Gnade walten lassen, indem er die verschlüsselten Daten tatsächlich auch wieder entschlüsselt.

Acht Best Practices gegen Ransomware

Zwar sorgt die RaaS-Entwicklung für eine Ausweitung der Angriffe, die Abwehrmaßnahmen entsprechen jedoch denen gegen eine klassische Ransomware-Attacke. Im Folgenden acht Best Practices zum Schutz:

• >> Regelmäßige Datensicherung
Eine sorgfältige Datensicherung kann im Ernstfall den durch einen Ransomware-Angriff verursachten Schaden erheblich begrenzen, da verschlüsselte Daten ohne Zahlung eines Lösegelds wiederhergestellt werden können. Unternehmen sollten ihre Backup- und Disaster Recovery-Strategie regelmäßig testen, um zu gewährleisten, dass diese auch zuverlässig funktioniert.

• >> System- und Software-Updates immer auf dem neuesten Stand halten
Ransomware nutzt teilweise Sicherheitslücken in veralteter Software aus, um Systeme zu infiltrieren, wie im Beispiel der WannaCry-Angriffswelle deutlich wurde. Software-Updates enthalten in der Regel Patches für Sicherheitslücken und sollten sofort installiert werden, sobald sie verfügbar sind.

• Mitarbeiter im Umgang mit Social-Engineering und Phishing-Mails schulen
Phishing-Angriffe per Email sind eine der häufigsten Methoden, um Ransomware und andere Malware über infizierte Anhänge oder Links zu bösartigen Websites verbreiten. Daher ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Mitarbeiter eine der wichtigsten Maßnahmen für die Unternehmenssicherheit. Indem Unternehmen ihre Angestellten über grundlegende Schutzmaßnahmen informieren und mit den aktuellen Sicherheitsbedrohungen vertraut machen, können sie das Risiko einer erfolgreichen Ransomware-Attacke erheblich senken.

• Deaktivieren von Makroinhalten in Microsoft Office-Anwendungen
In vielen Fällen wird Ransomware über infizierte Microsoft Office-Dokumente verbreitet, die bösartige Makros enthalten, die Malware herunterladen und ausführen. Das Deaktivieren von Makros kann helfen, einen Sicherheitsverstoß zu vermeiden, selbst wenn eine infizierte Datei von einem Benutzer geöffnet wird.

• Deaktivieren von Autorun für alle angeschlossenen Geräte
Das Deaktivieren von Autorun verhindert, dass sich Malware selbstständig verbreiten kann, ein wichtiger Schritt zur Eindämmung von Malware im Falle einer Infektion.

• Deaktivieren von Remote-Desktop-Verbindungen, wenn möglich
Das Deaktivieren dieser Funktion verhindert, dass Angreifer oder Malware auf Geräte und Dateien von Benutzern aus der Ferne zugreifen können.

• Administrator-Login nur so lange wie nötig
Administratorrechte und die Verwendung von Admin-Konten sollten begrenzt werden, um sicherzustellen, dass ein kompromittierter Benutzer nicht versehentlich einem Angreifer, der Zugriff auf sein Konto erhalten hat, Administratorrechte gewährt.

• Sicherheitssoftware als Schutz vor Ransomware
Es gibt eine Vielzahl von Lösungen, die helfen können, Ransomware-Infektionen zu verhindern. Antiviren-Software und Firewalls können zumindest dazu beitragen, bekannte, verbreitete Malware-Stämme zu blockieren. Für zusätzlichen Schutz sollten Unternehmen Endpoint Detection and Response (EDR) und Advanced Threat Protection (ATP)-Lösungen in Betracht ziehen, um das Erkennen und Blockieren von Ransomware zu optimieren, sowie Whitelisting-Lösungen für Anwendungen, um die Ausführung von bösartigem Code zu unterbinden.
(Digital Guardian: ra)

eingetragen: 10.09.18
Newsletterlauf: 22.10.18

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Meldungen: Grundlagen

  • IoT-Geräte kompromittieren

    Sei es der Kühlschrank, der meldet, wenn die Milch alle ist, oder der Thermostat, der Nutzungsstatistiken aufs Smartphone sendet - verschiedenste Produkte, die traditionell nicht über eine Netzwerkverbindung verfügten, werden mittlerweile damit ausgestattet. Abgesehen von Computer, Telefon, Tablet oder Router gilt grundsätzlich jedes Endanwender-Gerät, das sich mit einem Netzwerk verbinden kann, als IoT-Device. Zu den größten Problemen dieser Entwicklung zählen jedoch immer noch die vielen Sicherheitslücken der Geräte. Zwar bemühen sich Hersteller mittlerweile um Verbesserungen, zugleich zeigen sich neue Bedrohungen wie die Kompromittierung von Anmeldeinformationen durch Schwachstellen in Web- und Mobil-Applikationen bestimmter IoT-Devices.

  • Maschinelles Lernen in der IT-Security

    Artificial Intelligence, zu Deutsch Künstliche Intelligenz (KI), hat sich zum Hypebegriff entwickelt und es scheint fast so, als wären alle IT-Lösungen über Nacht intelligent geworden. KI wird als Antriebsfeder der digitalen Transformation betrachtet, doch steckt sie in ihren Anwendungsbereichen noch in den Kinderschuhen. Im Prinzip geht es darum, menschliche Entscheidungsstrukturen mit Hilfe eines Computers nachzubauen, ihn sozusagen "intelligent" werden zu lassen. Häufig wird die Begrifflichkeit verwendet und dabei absichtlich mit dem Maschinellen Lernen synonym verwendet. Doch Maschinelles Lernen ist eher ein Teilgebiet der KI. Maschinelles Lernen ist im Prinzip auf Algorithmen basierende Software, die darauf spezialisiert ist, sehr große Datenmengen anhand vordefinierter Parameter zu bearbeiten.

  • Geschichte und Zukunft der Ransomware

    Aktuelle Ransomware-Angriffe wie das erneute Aufflammen der GandCrab-Welle oder die Attacke auf den deutschen Maschinenbauer Krauss Maffei, durch den zahlreiche Rechner lahmgelegt und die Produktion wochenlang gedrosselt wurde, zeigen, dass das Geschäftsmodell der Datengeiselnahme für Cyberkriminelle leider nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Lösegelderpressung durch Ransomware hat von ihren frühesten Anfängen vor 30 Jahren bis heute eine berüchtigte Karriere hingelegt. Durch die enorme Professionalisierung der Vertriebswege, beispielsweise durch Ransomware-as-a-Service (RaaS), wurden Krypto-Trojaner-Attacken auch für technisch wenig versierte Kriminelle zu einer der lohnenswertesten und erfolgreichsten Angriffsarten.

  • Unterschätzte Bedrohung "Datendiebstahl"

    Datendiebstahl zählt zu den größten Bedrohungen in der Cyberwelt. So wurden im Jahr 2017 rund 2,6 Milliarden Daten gestohlen. Das entspricht einer Zunahme von 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1). Trotzdem wird diese Gefahr häufig noch immer unterschätzt. Denn gerade durch das Aufkommen des Internet of Things (IoT) sowie des Industrial Internet of Things (IIoT) können die Folgen solcher ungewollten Datenabflüsse weitaus größere Ausmaße haben als "nur" den reinen Verlust von wichtigen Daten. Dabei haben es die Hacker auf den ersten Blick auf vermeintlich uninteressante Unternehmens- und Mitarbeiterdaten abgesehen.

  • Wer muss die Sicherheitsstrategie mittragen?

    Wir schreiben das Jahr 2019. Daten sind omnipräsent und allein mit unseren Fingerspitzen agieren wir hochgradig transformativ. Das ändert, wie wir unsere Geschäftstätigkeit betrachten, macht uns produktiver und vereinfacht an vielen Stellen unser Leben. Sei es, dass wir sicher nach Hause finden, Lebensmittel online bestellen können oder entscheiden, was wir wann auf welchem Gerät ansehen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich sowohl für den privaten als auch für den geschäftlichen Bereich. Und jede Minute kommen neue Optionen dazu. Unglücklicherweise hat jede neue Möglichkeit auch neue Sicherheitsrisiken im Gepäck. Risiken, denen sich Sicherheitsverantwortliche wie CISOs nur allzu bewusst sind. Welche Verhaltensweisen, Methoden und Haltungen sind also besser als andere geeignet das bestmögliche aus unseren Daten herauszuholen und gleichzeitig deren Sicherheit zu gewährleisten?