- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Fachbeiträge » Grundlagen

Mustererkennung umgehen


Polymorphe Malware – Meister der Tarnung
Vier Best Practices gegen bösartige Verwandlungskünstler

- Anzeigen -





Von Christoph M. Kumpa, Director DACH & EE bei Digital Guardian

Ob Viren, Würmer, Bots, Trojaner oder Keylogger, viele der gängigen Malware-Formen bergen nicht nur ein hohes Schadenspotential, sondern sind auch überaus wandlungsfähig. Ein berüchtigtes Beispiel ist die CryptoWall-Ransomware, mit der Cyberkriminelle nach Schätzung des FBI mehr als 18 Millionen Dollar erbeutet haben. CryptoWall ist ein polymorpher Ransomware-Stamm, der in bekannter Manier Daten auf dem Computer des Opfers verschlüsselt und anschließend Lösegeld erpresst. Der in CryptoWall verwendete polymorphe Builder entwickelt dabei für jedes Angriffsziel eine im Wesentlichen neue Code-Variante, um der Entdeckung durch traditionelle Sicherheitslösungen zu entgehen. Polymorphe Malware ändert ständig ihre identifizierbaren Merkmale, beispielsweise durch Veränderung von Dateinamen und -typen, Verschlüsselung oder Komprimierung. Einige polymorphe Taktiken existieren bereits seit den 1990ern, doch in den letzten zehn Jahren hat sich eine neue Welle aggressiver polymorpher Malware entwickelt.

Bösartige Verwandlungskünstler: Wie polymorphe Malware agiert
Während polymorphe Malware manche ihrer Erscheinungsmerkmale ändert, bleibt ihre schädliche Funktion, beispielsweise als Ransomware oder Keylogger, jedoch unverändert. Polymorphismus wird verwendet, um die Mustererkennung zu umgehen, auf die sich Sicherheitslösungen wie traditionelle Antivirensoftware verlassen. Viele Malware-Stämme verfügen heutzutage über polymorphe Fähigkeiten, um herkömmliche AV-Lösungen auszuhebeln. Durch die Veränderung von Merkmalen erkennen signaturbasierte Security-Lösungen die Datei nicht als bösartig. Und selbst, wenn die Signatur identifiziert und in die Datenbank der AV-Lösung aufgenommen wird, kann polymorphe Malware weiterhin permanent ihre Signatur ändern und unentdeckt Angriffe durchführen. So sind Cyberkriminelle traditionellen Abwehrtechniken stets einen Schritt voraus.

Vier Best Practices zum Schutz vor polymorpher Malware
Um gegen diese Form der Malware gerüstet zu sein, ist eine Abwehrtechnologie, die auf der Verhaltensebene ansetzt, entscheidend. Diese sollte zudem Bestandteil eines mehrschichtigen Ansatzes sein, der Mitarbeiter, Prozesse und Sicherheitstechnologien kombiniert.

1. Verhaltensbasierte Erkennungswerkzeuge: Da polymorphe Malware entwickelt wurde, um der Erkennung durch herkömmliche Antiviren-Tools zu entgehen, verwenden Sicherheitslösungen der neuesten Generation fortschrittliche, verhaltensbasierte Erkennungstechniken. Verhaltensbasierte Lösungen wie Endpoint Detection and Response (EDR) oder Advanced Threat Protection (ATP) können Bedrohungen in Echtzeit erkennen, bevor Daten gefährdet werden. EDR-Tools überwachen Endpunkt- und Netzwerkereignisse und speichern diese Informationen in einer zentralen Datenbank.

Ein auf den Hostsystemen installierter Software-Agent bildet die Grundlage für die Ereignisüberwachung und das Reporting. Mithilfe fortschrittlicher Verfahren zur Verhaltensanalyse werden die Daten auf Anomalien wie selten auftretende Prozesse, ungewöhnliche oder unbekannte Verbindungen und andere verdächtige Aktivitäten untersucht. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wobei Anomalien Warnmeldungen für sofortige Maßnahmen oder weiterführende Untersuchungen auslösen. Zudem bieten viele EDR-Tools auch eine manuelle oder nutzergesteuerte Datenanalyse.

2. Software-Updates: Eine einfache Möglichkeit, Malware-Infektionen zu verhindern, besteht darin, die verschiedenen Anwendungen und Software-Tools des Unternehmens stets auf dem neuesten Stand zu halten. Hersteller von Unternehmenssoftware wie Microsoft, Oracle oder Adobe veröffentlichen regelmäßig Software-Updates, die kritische Sicherheits-Patches für bekannte Schwachstellen enthalten. Das Ausführen veralteter Software mit Sicherheitslücken eröffnet Angriffsflächen für Exploits, die zu einer Vielzahl von Malware-Infektionen führen können.

3. Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing-Angriffe: Phishing-E-Mails beinhalten häufig bösartige Links oder Anhänge zur Verbreitung von Malware. Eine umfassende Aufklärung der Mitarbeiter, wie sie betrügerische Nachrichten erkennen können, trägt wesentlich dazu bei, diesen gängigen Bedrohungsvektor zu entschärfen.

4. Starke Passwörter: Konten mit starken, nicht mehrfach verwendeten Passwörtern zu schützen, die in regelmäßigen Abständen geändert werden, ist eine weitere bewährte Methode zum Schutz vor Malware. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter über die Standards zur Generierung starker Passwörter informieren und bei Bedarf Funktionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung oder sichere Passwortmanager nutzen.

Die Kombination eines mehrschichtigen Security-Ansatzes mit verhaltensbasierten Sicherheitstechnologien wie Endpoint Detection and Response bietet einen grundlegenden Schutzwall gegen polymorphe Malware. Die Vorteile einer kontinuierlichen Transparenz aller Datenaktivitäten machen EDR zu einem wertvollen Bestandteil der Sicherheitsarchitektur, denn verhaltensbasierter Schutz ist wesentlich genauer als herkömmliche signaturbasierte Methoden. EDR-Tools ermöglichen IT-Teams, gängige Angriffe abzuwehren, erleichtert die Früherkennung bereits laufender Attacken durch externe Angreifer oder böswillige Insider und bietet eine rasche Reaktion auf erkannte Bedrohungen.
(Digital Guardian: ra)

eingetragen: 10.08.18
Newsletterlauf: 27.08.18

Digital Guardian: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Grundlagen

  • PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen

    Um ein IoT-Ökosystem sicher aufzubauen und zu entwickeln, braucht man zwingend Tools und Architekturen, um IoT-Geräte zu identifizieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Festlegen einer starken Identität für jedes IoT-Gerät. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einigen der Möglichkeiten, wie man die Authentizität von IoT-Geräten verifizieren kann, bevor man sie integriert.

  • Tor-Browser, um IP-Adressen zu verschleiern

    Trotz ausgereifter Sicherheitstechnologien bleiben Anwender für Unternehmen eine empfindliche Schwachstelle, insbesondere deshalb, weil Cyberkriminelle ihre Social Engineering-Angriffe immer weiter verfeinern. Vor allem Phishing zählt zu den Angriffsvektoren, die Unternehmen gegenwärtig Kopfschmerzen bereiten. So werden E-Mails im Namen von Payment-Services, Shopanbietern oder E-Mailservice-Hosts von den kriminellen Hintermännern täuschend echt nachgeahmt, mit dem Ziel, durch das Abfischen von Logindaten weitere sensible, persönliche Daten zu erbeuten. Doch wie sehen die Konsequenzen aus, wenn Nutzerdaten von Mitarbeitern in die falschen Hände geraten und welche Auswirkungen hätte dies auf das Unternehmen? Das Forschungsteam von Bitglass hat versucht, mithilfe eines Experiments unter dem Namen "Cumulus" den Verbreitungswegen illegal erbeuteter Daten auf die Spur zu kommen.

  • PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen

    Um ein IoT-Ökosystem sicher aufzubauen und zu entwickeln, braucht man zwingend Tools und Architekturen, um IoT-Geräte zu identifizieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Festlegen einer starken Identität für jedes IoT-Gerät. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einigen der Möglichkeiten, wie man die Authentizität von IoT-Geräten verifizieren kann, bevor man sie integriert. Die IoT-Entwicklung durchdringt mittlerweile alle Facetten unseres Lebens. Entsprechend rasant ist das Innovationstempo in diesem Bereich. Es existieren viele Anwendungen, die klug und ausgereift sind, aber leider auch solche, die das genaue Gegenteil davon sind. Dessen ungeachtet sind die weitaus meisten Anwendungen sehr wirkungsvoll etwa in der Landwirtschaft oder im Gesundheitswesen. Das IoT ist also nicht mehr weg zu denken. Trotzdem mutet die Entwicklung bisweilen so an, als versuche jemand zu rennen bevor er noch überhaupt laufen gelernt hat. Übersetzt heißt das, IoT-Entwickler vernachlässigen eine Kernkomponente unserer vernetzten Welt, die Sicherheit.

  • Mustererkennung umgehen

    Ob Viren, Würmer, Bots, Trojaner oder Keylogger, viele der gängigen Malware-Formen bergen nicht nur ein hohes Schadenspotential, sondern sind auch überaus wandlungsfähig. Ein berüchtigtes Beispiel ist die CryptoWall-Ransomware, mit der Cyberkriminelle nach Schätzung des FBI mehr als 18 Millionen Dollar erbeutet haben. CryptoWall ist ein polymorpher Ransomware-Stamm, der in bekannter Manier Daten auf dem Computer des Opfers verschlüsselt und anschließend Lösegeld erpresst. Der in CryptoWall verwendete polymorphe Builder entwickelt dabei für jedes Angriffsziel eine im Wesentlichen neue Code-Variante, um der Entdeckung durch traditionelle Sicherheitslösungen zu entgehen. Polymorphe Malware ändert ständig ihre identifizierbaren Merkmale, beispielsweise durch Veränderung von Dateinamen und -typen, Verschlüsselung oder Komprimierung. Einige polymorphe Taktiken existieren bereits seit den 1990ern, doch in den letzten zehn Jahren hat sich eine neue Welle aggressiver polymorpher Malware entwickelt.

  • Unterschätztes Risiko Insider-Angriff

    Beim Stichwort Cyber-Bedrohung denkt man häufig an großangelegte Malware-Angriffe wie Ransomware, mit denen Kriminelle versuchen, das Firmennetzwerk zu kompromittieren. Unterschätzt wird jedoch oft eine Gefahr, die bereits im Firmengebäude sitzt: Die Insider-Bedrohung. Insider - seien es unachtsame Angestellte oder böswillige Mitarbeiter, die aus finanziellen oder persönlichen Motiven Daten stehlen oder gar löschen - sind ein enormes Risiko für die Datensicherheit in Unternehmen. Oft haben Angestellte, externe Auftragnehmer und andere Dritte legitimen Zugriff auf sensible Daten, um effektiv und flexibel arbeiten zu können. Dies stellt eine Herausforderung für Sicherheitsteams dar, denn es ist wesentlich schwieriger, Bedrohungen zu erkennen, wenn der betreffende Akteur gültigen Zugriff auf Unternehmensdaten hat. Mit entsprechenden Richtlinien und Technologien kann die Gefahr eines internen Datenverlustes oder -diebstahls jedoch erheblich reduziert werden.