- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Fachbeiträge » Grundlagen

IoT-Gateway überbrückt Kommunikationslücke


Was ist ein IoT-Gateway und wie lässt er sich am besten absichern?
Ein IoT-Gateway überbrückt die Kommunikationslücke zwischen IoT-Geräten, Sensoren, Ausrüstung, Systemen und der Cloud

- Anzeigen -





Von Nisarg Desai, GlobalSign

Stellen Sie sich die betrieblichen Abläufe eines modernen Logistik-Unternehmens vor. Alle Fahrzeuge der Flotte werden über IoT-Geräte nachverfolgt. Sie haben ein Lager mit Lagerbestandsverfolgung und maschinenbetriebene Produktionslinien, die die Produkte erzeugen, die verpackt und zu Läden in der ganzen Welt transportiert werden. An der Produktionslinie messen IoT-Geräte und Sensoren die Leistung der Produktion und Maschinen. Sie haben IoT-Geräte und Sensoren, die den Lagerbestand messen und die Produktionslinie informieren, wie schnell sie aufgrund dieser Daten produzieren soll. Sie haben sogar IoT-Geräte, die Signale an die Fahrer senden, um ihnen mitzuteilen, wenn sie etwas abholen müssen. Und sie signalisieren das nur den LKWs, die dem Lager gerade am nächsten sind.

In diesem Szenario passiert eine Menge, das mit bloßem Auge nicht sichtbar ist - Geräte, die mit unterschiedlichen Protokollen über verschiedene Netzwerke wie WLAN, Ethernet, Z-Wave oder ZigBee miteinander kommunizieren. Geräte und Sensoren, die mit der Cloud kommunizieren und sogar die Cloud, die mit entscheidenden Systemen kommuniziert. Das alles wirkt schon einigermaßen erdrückend. IoT-Gateways lösen eine Reihe von Problemen, die dieses veraltete Modell mit sich bringt.

Was ist ein IoT-Gateway?
Ein IoT-Gateway überbrückt die Kommunikationslücke zwischen IoT-Geräten, Sensoren, Ausrüstung, Systemen und der Cloud. Durch die systematische Verbindung von Feld und Cloud, bieten IoT-Gateways lokale Verarbeitungs- und Speicherlösungen sowie die Möglichkeit, die Geräte im Feld durch Dateninput von Sensoren autonom zu steuern.

Ein Edge Gateway sitzt am Übergang von Edge-Systemen zwischen dem externen Internet und dem lokalen Intranet, das von den anderen Geräten im betreffenden Ökosystem verwendet wird. Es ist also der zentrale Zugriffspunkt für Netzwerkverbindungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Geräte-Ökosystems.

Wie funktioniert ein IoT-Gateway?
Da Fähigkeiten und Bedürfnisse der Geräte gleichermaßen steigen, ist es oft nicht möglich, sie direkt mit Systemen kommunizieren zu lassen. Einige Sensoren und Controller unterstützen energieintensive Protokolle wie WLAN oder Bluetooth nicht. Einige Geräte aggregieren wertvolle Rohdaten in überwältigenden Mengen und alle verbinden sich mit einer Vielzahl von öffentlichen und privaten Netzwerken.

Ein IoT-Gateway hat verschiedene wichtige Funktionen: über die Übersetzung von Protokollen bis hin zur Verschlüsselung sowie dem Verarbeiten, Verwalten und Filtern von Daten. In einem IoT-Ökosystem sitzt ein Gateway zwischen Geräten und Sensoren, um mit der Cloud zu kommunizieren.

Warum einen IoT-Gateway verwenden?

Die Lücke zwischen OT und IT überbrücken
IoT-Gateways helfen, die Lücke zwischen Betrieb und IT-Infrastruktur innerhalb eines Unternehmens zu überbrücken. Sie schaffen das durch die Optimierung der Systemleistung mithilfe der Betriebsdaten, die sie im Feld oder an der Netzwerkgrenze sammeln und in Echtzeit verarbeiten.

IoT-Gateways bringen den OT- und IT-Silos eine Reihe von Verbesserungen:

• >> Hohe Skalierbarkeit – Sie können intelligente Daten aus dem Rechenzentrum oder der Cloud ins Feld oder zur Netzwerkgrenze schieben.
• >> Kosten senken – Seit ein Gateway das alles für sie erledigt, brauchen Endpunktgeräte weniger Rechenleistung, Speicher oder Storage.
• >> Schnellere Produktion – Beschleunigt die Produktionslinie und senkt die Durchlaufzeit.
• >> Telekommunikationskosten senken – Weniger M2M-Kommunikation bedeutet ein kleineres Netzwerk und weniger (WAN)-Verkehr.
• >> Risiken mindern – Gateways sind in der Lage Geräte und Sensoren zu isolieren, die nicht funktionieren. Uns zwar bevor sie innerhalb der Produktionslinie größere Probleme verursachen.

Eine Sicherheitsebene mehr
Mit einer wachsenden Anzahl von Geräten und Sensoren nimmt auch der Informationsaustausch zu, der über eine Kombination von öffentlichen und privaten Netzwerken stattfindet. Der Informationsaustausch zwischen den 'Dingen', dem Gateway und der Cloud muss folglich sicher sein, um Datenmanipulation oder uneingeschränkten Zugang zu verhindern.

Das geschieht in der Regel durch eine PKI-Infrastruktur, wobei jedes 'Ding', das kommuniziert, eine Identität erhält. Das heißt, ein kryptografisches Schlüsselpaar (oder digitales Zertifikat), mit dem die Kommunikation verschlüsselt werden kann. Ohne einen IoT-Gateway kann das allerdings recht aufwendig sein.

Angenommen, Sie verfügen über ein Tool, das alle Gerätezertifikate verwaltet, muss der Gateway Ihnen dabei helfen, Geräte einzuarbeiten (Installation von Zertifikaten und Bereitstellung der Identität). Weitere Einzelheiten zu diesem Thema finden Sie am Schluss dieses Textes.

Echtzeit-Updates im Feld
Sie bemerken beispielsweise eine Schwachstelle in Ihren Geräten, oder Sie stellen fest, dass einer der Sensoren Ihnen mitteilt, dass das Lager zu heiß ist. Ohne ein Gateway-Gerät müssten Sie manuelle Korrekturen vornehmen, da die Rechenleistung von Geräten und Sensoren zu gering ist, um diese Aufgabe selbst zu erledigen. Mit einem Gateway werden die Daten dorthin gesendet. Der Gateway ist so konfiguriert, dass er Firmware-Updates an alle Geräte sendet (d. h. hier intelligente Belüftungsklappen), wenn die Daten anzeigen, dass das Lager zu heiß ist.

Worauf Sie bei Herstellern von IoT-Gateways achten müssen
Da Sie nun wissen, was ein IoT-Gateway ist, spricht einiges dafür ihn im eigenen IoT Ökosystem einzusetzen. Wenn Sie es geschafft haben, die richtigen Leute im Unternehmen von den Vorteilen eines IoT-Gateways zu überzeugen ist der nächste Schritt der tatsächliche Kauf. Es gibt ein paar Dinge, die Sie vor dem Kauf eines IoT-Gateway-Geräts beachten sollten. Diese sind auch auf Prokarmas Blog übersichtlich aufgelistet.

Netzwerksicherheit
Der kommunizierende Kanal sollte mit starker Sicherheit und Verschlüsselung der Übertragung der IoT-Nutzlast ausgestattet sein.

Ausfallzeit
Es sollte einen Plan geben, wenn die Verbindungsgeschwindigkeit im Netzwerk eher niedrig ist oder nach der Datenmenge abgerechnet wird, die vom Gateway zur Cloud fließt. Prokarma rät zur Verwendung von Protokollen wie CoAP, MQTT oder UDP über TCP.

Verbindungsprobleme
Was passiert, wenn Sie keine Internetverbindung haben? Sie können nie sicher sein, dass der Betriebsablauf reibungslos ist. Die Software im Gateway sollte Risiken dieser Art minimieren indem sie verbindungsfrei läuft. Sie sollte zusätzlich Daten-Caching und Queuing von Daten nutzen, falls eine Verbindung für einen längeren Zeitraum ausfällt.

Remote-Updates
Ihr IoT-Gateway wird unweigerlich kabellose (OTA) Updates benötigen und daher braucht es ein Betriebssystem (OS) (wie Linux u. a.), das sie entsprechend unterstützt.

Stromversorgung
Ein Gateway-Gerät muss unvorhersehbare Einschaltzyklen überleben, wie z.B. Überlasten oder Stromausfälle. Es sollte in diesen Zuständen zumindest noch eine minimale Funktionalität bereitstellen und noch mit der Cloud kommunizieren, sodass es sich selbst wiederherstellen kann.

So sichern Sie ein IoT-Gateway
Es gibt drei wichtige Kernprinzipien der Sicherheit - Vertraulichkeit, Integrität und Authentifizierung. Sie müssen sicherstellen, dass die gesamte Kommunikation zwischen dem Gateway und den Geräten jeden der drei Grundsätze erfüllt, während die Kommunikation in den internen und externen Netzwerken stattfindet.

Es ist erwähnenswert, dass ein Gateway aus zwei Gründen oftmals als erstes angegriffen wird:
1. >>
Der Gateway hat eine höhere Rechenleistung, die er verwendet, um (rechen)intensivere Anwendungen auszuführen. Mehr Leistung bedeutet bessere Software. Aber bessere Software bedeutet potenzielle mehr Schwachstellen, die ein Hacker ausnutzen kann.
2. >> Aufgrund der Position als Edge-Gerät zwischen Internet und Intranet, ist der Gateway der Eintrittspunkt für sämtliche Angriffsvektoren (sowie die erste Verteidigungslinie innerhalb eines Systems).

Um einen IoT-Gateway abzusichern empfehlen wir drei wichtige Schritte zu beherzigen:

>> Schritt 1: Identität für das Gateway-Gerät
Der erste Schritt ist, dem Gateway-Gerät eine Identität zu geben (durch ein digitales X.509-Zertifikat). Alle externen Objekte, die sich mit dem Gateway verbinden, können jetzt die Identität des Gateways verifizieren, was HTTPs- oder NTLS- Protokolle erlaubt. An Geräte oder Sensoren im Feld erteilte Befehle kommen nun von einem vertrauenswürdigen Gerät.

>> Schritt 2: Aktivieren Sie 'starke' Identität für das Gateway-Gerät
Da ein Gateway-Gerät anfällig für physische Manipulationen ist, können private Schlüssel extrahiert und geklont werden. Das macht ein Gateway-Gerät anfällig für Spoofing- oder sogar Man-in-the-Middle (MITM)-Angriffe.

Um das zu verhindern, sollte man zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel die Einbettung eines Trusted Platform Module (TPM) mit einer PUF (Physical Unclonable Funktion) im Gateway. So sind die privaten Schlüssel aller digitalen Zertifikate sicher gespeichert und es ist gewährleistet, dass sie den Gateway nie verlassen.

>> Schritt 3: Verwenden Sie den Gateway, um dem Ökosystem eine Identität zu geben
Da jetzt im Gateway-Gerät eine starke Identität aktiviert ist sollte man sie für die Geräte und Sensoren im Feld auch haben. Da sich einige davon wahrscheinlich nicht mit dem Internet verbinden können, ist die Bereitstellung von Identität über einen Certificate Management Service (Zertifikatmanagementdienst) ohne Gateway schwierig.

Stattdessen kann man den Gateway als vertrauenswürdigen Sicherheitsmechanismus verwenden, um alles abzusichern, das mit dem Gateway im Intranet verbunden ist. Der Gateway fungiert als Proxy zwischen der Plattform (CA-Dienste) und den Geräten im Feld. Wie beim Gerät selbst, passiert das selbstverständlich über die Standard-PKI-Infrastruktur, das heißt mit einem X.509-Zertifikat über eine private Hierarchie.

Jetzt sind Gateway und Geräte abgesichert und damit die gesamte Kommunikation im Intranet. Sicherheit, Vertraulichkeit und Authentifizierung sichern das IoT-Ökosystem Ende-zu-Ende mit einer PKI-Infrastruktur.

Das IoT boomt und eh wir uns versehen, werden wir IoT-Ökosysteme in praktisch jedem Unternehmen haben. Jetzt ist der Zeitpunkt, um über Sicherheit versus Bequemlichkeit nachzudenken. Weitere Informationen zu GlobalSigns Public Key Infrastructure und Identity und Access Management Lösungen. (GlobalSign: ra)

eingetragen: 26.09.16
Home & Newsletterlauf: 18.10.16


GlobalSign: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Grundlagen

  • Große Zahl ungesicherter IoT-Geräte

    DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Laut einer Studie von Corero Network Security entspricht das einem monatlichen Mittel von 237 Angriffsversuchen. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese "smarten" Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewandert sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker. Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Bot-Netze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

  • A fool with a tool

    Unternehmen stehen heute vielfältige Sicherheitslösungen zur Verfügung. Doch ein Sammelsurium aus technischen Einzelmaßnahmen kann nur bedingt gegen Angriffe schützen. Vielmehr benötigen Unternehmen eine Informationssicherheitsstrategie, gestützt auf Prozesse und Tools die es einem Unternehmen ermöglichen, Informationssicherheit effizient und effektiv zu managen. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei im richtigen Mix aus Menschen und deren Fähigkeiten, Prozessen und Tools liegen. Nur so wird es Unternehmen gelingen proaktiv zu agieren und durch Antizipation zukünftiger Bedrohungen und entsprechender Vorbereitung die richtigen Maßnahmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten zu treffen.

  • Was ist Certificate Transparency?

    Möglicherweise haben Sie schon vor einigen Jahren von Certificate Transparency (CT) gehört, als Google die Anforderung für alle Extended Validation (EV) SSL/TLS-Zertifikate ankündigte, die nach dem 1. Januar 2015 ausgestellt worden sind. Seitdem hat Google die Anforderung auf alle Arten von SSL-Zertifikaten ausgedehnt und zuletzt eine Frist bis zum April 2018 gesetzt. Zertifikaten, die nicht CT-qualifiziert sind und die nach diesem Datum ausgestellt werden, wird in Chrome nicht vertraut. GlobalSign hat im Hintergrund bereits daran gearbeitet, dass alle Zertifikate mit CT ausgestattet werden - Extended Validation (EV) seit 2015, Domain Validated (DV) seit August 2016 und Organisation Validated (OV) ab Oktober 2017 - GlobalSign-Kunden sind damit für den Fristablauf seitens Google gerüstet.

  • Wo ist der Authentifizierungsprozess fehlbar?

    Ich habe den größten Teil meines beruflichen Lebens damit verbracht Authentifizierungslösungen zu programmieren, zu implementieren, weiterzuentwickeln und zu patentieren. Daher nehme ich mir das Recht heraus zu sagen, letzten Endes funktioniert Authentifizierung einfach nicht. Mit "funktionieren" im engeren Sinne meine ich, dass es zu 100Prozent garantiert ist, dass es sich tatsächlich um eine vertrauenswürdige Identität handelt, wenn eine Benutzeridentität von einer Authentifizierungslösung an den betreffenden Partner weitergeleitet wird. Und genau das lässt sich nicht garantieren. Es lässt sich belegen, dass und wie der eigentliche Validierungsprozess innerhalb der Authentisierung funktioniert. Das bedeutet, wir verifizieren mathematisch und empirisch, dass die von einem Authentifizierungsmechanismus zusammengestellte Entität mit den Werten übereinstimmt, die in der Datenbank des akzeptierenden Dritten gespeichert sind, also "matched". Das kann ein Passwort sein, ein Einmal-Passwort, OTP, X.509-basierte Verschlüsselung, biometrische Merkmale, mobile Push-Werte oder eine Gesichtserkennung. In einem Satz: Der Authentisierungsprozess lässt sich validieren und damit auch, dass das technische System korrekt arbeitet.

  • Rollende Sicherheitslücken

    Viele Fahrzeuge sind heutzutage längst zu rollenden Computern geworden, denn bereits jetzt stecken in der Software eines modernen Oberklasse-PKW etwa 100 Millionen Codezeilen. Zum Vergleich: Die Flugsoftware einer Boeing 787 Dreamliner kommt mit etwa 14 Millionen Zeilen aus. Die Erwartungen an das zukünftige autonom fahrende Auto sind vielzählig: Mehr Sicherheit auf den Straßen, mehr Komfort, beispielsweise durch selbstständiges Einparken, die Nutzung eines Autopiloten im Stau oder komplett fahrerlose Roboterautos, welche im Car-Sharing-Verfahren neue Infrastrukturmöglichkeiten bieten könnten. Dem gegenüber stehen die Ängste: Bei Technikfehlern nur noch ein hilfloser Passagier an Board zu sein oder Opfer eines Hacker-Angriffs zu werden.