- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Fachbeiträge » Grundlagen

Cybersicherheit ist ein schrittweiser Prozess


Unternehmen gehen verstärkt gegen Cyberkriminalität vor: Trotzdem passieren Datenpannen häufig genug, denn Hacker haben inzwischen Methoden entwickelt traditionelle Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen
Weniger anfällig für Cybersicherheitspannen zu sein, setzt voraus, dass man die Art der Bedrohungen versteht mit denen eine Firma es zu tun bekommen kann

- Anzeigen -





Unsere zunehmende Abhängigkeit von digitalen Systemen schafft ständig neue Optionen für Hacker. Die jüngsten Änderungen bei der Kreditkarten- und E-Mail-Sicherheit erhöhen eher die Anzahl von Online-Identitätsdiebstählen und anderer Cyberverbrechen. Herkömmliche Maßnahmen reichen längst nicht mehr aus, meint GlobalSign-Gastautorin Shea Drake in ihrem Blogpost, rät aber trotzdem zu einer gewissen Pragmatik und gibt entsprechende Tipps.

IT- Sicherheit
In den nächsten vier Jahren soll die Cyberkriminalität sprunghaft ansteigen. Es wird erwartet, dass sie bis 2021 Schäden von 6 Billionen US-Dollar verursachen wird. Ein beispielloser finanzieller Anreiz für Hacker. Im Visier: Unternehmen aller Größenordnungen. In Cybersicherheit zu investieren ist unumgänglich will man katastrophale Datenverluste, Rufschäden und finanzielle Verluste begrenzen.

Cyberkriminalität - die nächste große Bedrohung
Unsere zunehmende Abhängigkeit von digitalen Systemen schafft ständig neue Optionen für Hacker. Die jüngsten Änderungen bei der Kreditkarten- und E-Mail-Sicherheit erhöhen eher die Anzahl von Online-Identitätsdiebstählen und anderen Cyberverbrechen. Selbst Unternehmen, die viel Zeit und Geld investiert haben, sind nicht davor gefeit selbst Opfer zu werden.

Wahllose Angriffe werden dabei zunehmend seltener. Gezielte Ansätze wie zum Beispiel "Whale Phishing"-Kampagnen, die sich gegen Führungskräfte richten, sind auf dem Vormarsch, auch weil "weichere" Ziele inzwischen besser abgesichert sind.

Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen reichen nicht
Unternehmen gehen verstärkt gegen Cyberkriminalität vor. Trotzdem passieren Datenpannen häufig genug, denn Hacker haben inzwischen Methoden entwickelt traditionelle Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. In einer Umfrage des Better Business Bureau (BBB) haben 93 Prozent der Kleinunternehmen von mindestens einer der sechs häufigsten Gefahren für die Cybersicherheit gehört, und neun von zehn haben zumindest einige Maßnahmen zur Cybersicherheit ergriffen. Darüber hinaus berichtet BakerHostetler, dass 31 Prozent der erfolgreichen Datenmissbräuche durch Phishing-Betrug verursacht werden und weitere 24 Prozent der Datenmissbräuche auf menschliche Fehler zurückzuführen sind. Die Verluste sind beträchtlich. Das BBB berichtet, dass das Durchschnittsunternehmen dabei über 79.000 Dollar verliert.

Welche Verteidigung ist die beste?
Weniger anfällig für Cybersicherheitspannen zu sein, setzt voraus, dass man die Art der Bedrohungen versteht mit denen eine Firma es zu tun bekommen kann. Cybersicherheit ist ein schrittweiser Prozess. Es empfiehlt sich, Sicherheitspraktiken kontinuierlich zu überprüfen und aus Erfolgen wie Fehlern zu lernen.

Mitarbeiterschulung
Richtig geplante Mitarbeiterschulungen sind ein wesentlicher Bestandteil von Unternehmenssicherheit. Es braucht nur eine einzige erfolgreiche Datenpanne, wie z. B. einen Mitarbeiter, der versehentlich Daten über einen Phishing-Betrug weitergibt. Das kann reichen, den Geschäftsbetrieb zum Erliegen zu bringen. Firmen sollten ihre Mitarbeiter darin schulen, gängige Social Engineering-Techniken und übliche Techniken wie Phishing-Betrug, Ransomware und Telefonbetrug zu erkennen.

Cybersicherheit praktisch
Die Implementierung neuer Cybersicherheitsroutinen hilft ein Unternehmen insgesamt widerstandsfähiger zu werden:

>> Lesen Sie regelmäßig Schwachstellenberichte wie National Vulnerability Database oder CERT Vulnerability Notes Database.
>> Verwenden Sie Google Alerts oder RSS-Feeds, um sich über nationale Sicherheitsverletzungen zu informieren.
>> Verfolgen Sie Angriffe, die erfolgreich vereitelt werden konnten und geben Sie wichtige Sicherheitsinformationen intern weiter.
>> Fordern Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung und stärkere Passwörter.
>> Verwenden Sie Verschlüsselungssoftware, um sich vor gängigen Viren zu schützen.
>> Erwägen Sie externe Unterstützung um eine Risikobewertung durchführen zu lassen.
>> Analysieren Sie die Sicherheitspraktiken aller externen Anbieter, mit denen Sie zusammenarbeiten.

Totale Sicherheit kann es nicht geben
Letztendlich kann sich keine Firma vollständig vor Datenmissbrauch schützen. Phishing-Attacken treffen selbst technisch versierte und gut geschulte Personen. Hacker suchen ständig nach neuen Wegen und es ist unmöglich, jede Sicherheitslücke im selben Tempo zu beheben, mit der Cyberkriminalität voranschreitet. Intrusionen sind bekanntermaßen schwierig zu erkennen - die durchschnittliche Erkennungszeit beträgt 146 Tage und mehr.

Welche Schutzmaßnahmen sind die richtigen?
Anstatt sich nur auf herkömmliche Maßnahmen zum Schutz vor einer Sicherheitsbedrohung zu verlassen, sollten Firmen ihre Ansätze überdenken. Das BBB etwa empfiehlt Risikomanagement statt Risikominimierung. Und um sicherzustellen, dass ein Unternehmen bestmöglichen Service für sein Geld bekommt sollte man die Kosteneffizienz verschiedener Dienste berechnen.

Das Verhindern eines Datenverlustes ist ebenso wichtig wie die Risikoeinschätzung. Nur 35 Prozent der Unternehmen können drei Monate profitabel bleiben, wenn wichtige Daten bei einer Datenpanne verloren gegangen sind. Das Vertrauen seiner Kunden zu verlieren, kann sogar noch teurer werden.

Es gibt verschiedene Schritte um auf Vorfälle zu reagieren und die Wiederherstellung zu ermöglichen. Als Erstes sollte niemand davon ausgehen, nicht Ziel eines Angriffs zu werden. Alle Unternehmen sind potenzielle Ziele.

In einem Report des SANS Analyst Program gaben nur 9 Prozent der direkt mit der Vorfallreaktion Befassten an, dass ihre Verfahren "sehr effektiv" gewesen sind. Die Hauptursachen: zu wenig Zeit die Maßnahmen zu testen und zu wenig Budget für die nötigen Tools. 61 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen allein zwischen 2012 und 2014 mindestens einen größeren Vorfall erlebt hätte. Darunter Datenmissbrauch, nicht autorisierte Zugriffe, DOS-Angriffe oder Malware-Infektionen. Und diese Zahl wird voraussichtlich weiter steigen. Selbst bei Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, blieb der Anteil derer, die einen kritischen Vorfall erlebten, konstant bei 61 Prozent.

Schnelles Handeln und regelmäßige Vorkehrungen: Eine Fallstudie
Jordan Drake, IT-Manager in einem kleinen Unternehmen in Salt Lake City, Utah, verfügte über einen Notfallplan als eine mit CryptoLocker verseuchte PDF-Datei, den Computer eines Mitarbeiters angriff. CryptoLocker verschlüsselt Dateien auf einem Desktop. Nach Zahlung der Lösegeldsumme erhält man möglicherweise ein Passwort zum Entschlüsseln der Dateien oder eben nicht...Drake hatte Vorkehrungen getroffen, da er wusste, dass Mitarbeiter oft PDF-Dateien von ihren Kunden bekommen, aber ein falscher Klick würde reichen. Was auch genauso passierte.

In diesem Fall hatte der Computer nur Zugriff auf die Konten dieser einen Abteilung und die wurde sofort vom Netzwerk getrennt. Drake wurde benachrichtigt, und was die kleine Firma möglicherweise riesige Datenverluste gekostet und finanziellen Schaden angerichtet hätte, kostete so einen Angestellten einen Tag Arbeit. Die vorhandenen Systeme waren so konfiguriert, dass sie Daten zu bestimmten Zeiten in einem Cloud-Managementsystem gesichert wurde. So gingen nur geringe Datenmengen verloren, die nach der vollständigen Wiederherstellung des Computers nicht mehr verfügbar waren. Die richtige Planung konnte hier den Schaden begrenzen.

Verluste minimieren – einige Tipps
Leider erkennt man den wahren Wert eines Notfallplans erst bei einem Datenschutzvorfall. Trotzdem kann man sich auf den Ernstfall vorbereiten und die potenziellen Verluste begrenzen.

>> Benennen Sie auf jeden Fall einen Verantwortlichen für den Notfallplan und definieren Sie klare Rollen gegebenenfalls mit Hilfe externer Berater.

>> Führen Sie detaillierte Protokolle darüber, was wie auf den Systemen läuft. Im Falle einer Datenpanne lässt sich so nachvollziehen, worauf zugegriffen, was gestohlen oder zurückgelassen wurde. Es ist wichtig, nicht nur zu identifizieren, wie und wo der Datenmissbrauch stattgefunden hat. Es wäre bedauerlich, eine Hintertür zu übersehen, die der Angreifer hinterlassen hat, um zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukommen, um das zu nehmen, was er beim ersten Mal übergangen hat.

>> Sie müssen wissen, wen Sie bei einer Datenpanne alarmieren müssen und wann, auch wenn der anfängliche Angriff vorüber ist und die Schwachstelle gepatcht wurde.

>> Transparenz ist wichtig und Vorfälle sollte man nicht unter den Teppich kehren. Achten Sie darauf, Führungskräfte, Benutzer, betroffene Kunden usw. zu verständigen. Überarbeiten sie sonst den bisherigen Notfallplan und aktualisieren ihn. Werfen Sie einen ehrlichen, genauen Blick darauf, was in diesem Prozess richtig und falsch gelaufen ist, und nutzen Sie diese Informationen, um den Plan in Zukunft zu verbessern.

>> Arbeiten Sie mit qualifizierten Experten innerhalb und außerhalb Ihres Unternehmens zusammen und halten Sie sich über die Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden. Vorausschauendes Planen mag teuer erscheinen, ist aber sicherlich die bessere Alternative.

Über die Autorin
Shea Drake ist Technikfan und Expertin für Entwicklung, Wachstum und Cybersicherheit von Unternehmen. Sie lebt in Utah, USA. Wenn sie nicht über Technologie schreibt, ist sie begeisterte Fotografin, die gerne reist. Dieser Blog-Artikel wurde für GlobalSign von einer Gastautorin geschrieben, um Lesern eine breitere Vielfalt an Inhalten anzubieten. Die in diesem Beitrag ausgedrückten Meinungen sind nur die des Autors und geben nicht unbedingt die Sicht von GlobalSign wieder.
(GlobalSign: ra)

eingetragen: 10.02.18
Newsletterlauf: 21.03.18


GlobalSign: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Grundlagen

  • Fachkräfte im Bereich Cybersicherheit

    Laut einer im Herbst letzten Jahres von der (ISC)² veröffentlichten Studie beläuft sich der Mangel an Fachkräften im Bereich Cybersicherheit derzeit auf nahezu 3 Millionen weltweit. Der Befund an sich ist nicht überraschend, allerdings klafft die Schere immer weiter auseinander. Unterbesetzte IT- und IT-Sicherheitsabteilungen auf der einen Seite, und eine sich in Art und Umfang rasant weiter entwickelnde Bedrohungslandschaft auf der anderen. Gut ausgebildete IT-Sicherheitsfach- und Führungskräfte sind Mangelware und selten lange auf Jobsuche. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist beträchtlich. Die Folgen bekommen Unternehmen täglich zu spüren.

  • Security-GAU: Advanced Persistent Threats

    Moderne Hackerangriffe werden immer komplexer und überfordern damit herkömmliche Lösungen für Endpoint- und Netzwerksicherheit. Zwar ist Ransomware die Wahl für Cyberkriminelle die schnellen Bitcoins hinterherjagen, Sicherheitsverantwortliche fürchten heute jedoch viel mehr Advanced Persistent Threats (APTs). Denn diese bleiben im schlimmsten Fall jahrelang unentdeckt und ermöglichen Cyberkriminellen über lange Zeit hinweg umfangreiche Datenmengen zu stehlen und geben ihnen dauerhaft Zugriff auf sensible Dateien wie Produktionspläne, Entwicklungsberichte, Kommunikationsdaten oder Sitzungsprotokolle. Eine ständige Analyse des Datenverkehrs im Netzwerk kann jedoch auch solche Angriffe aufdecken.

  • Mit UEBA die Sicherheit der IT erhöhen

    Das Verhältnis von erfolgreichen und nicht erfolgreichen Cyberangriffen auf Unternehmen schätzen Experten auf 80 zu 20 ein. Und nein, die Zahlen sind keinesfalls verdreht: Experten gehen tatsächlich davon aus, dass viermal so viele Angriffe erfolgreich sind, wie abgewehrt werden. Zwar werden erfolgreiche Cyberbangriffe auf Organisationen jeder Art in den Schlagzeilen tagtäglich publik und man sollte meinen, diese seien die Ausnahme. Tatsächlich stellen diese Angriffe jedoch nur die sichtbare Spitze des Eisbergs dar. Dies gibt zu denken, geben Unternehmen doch jährlich Milliarden für den Schutz ihrer IT aus, deren Abwehrstrategien auf Prävention und reaktionäres Management von Bedrohung basieren. Und es muss die Frage gestellt werden, ob diese eingesetzten Sicherheitsprodukte denn überhaupt noch geeignet sind, vor heutigen Cyberattacken schützen zu können. Denn eines ist sicher: die derzeitigen Cyberbedrohungen entwickeln sich ständig weiter - und die IT-Security muss mit ihnen Schritt halten. Doch wie kann die IT-Security ihren Rückstand aufholen?

  • Die Strategie der Cyberkriminellen

    Social Engineering gilt heute als eine der größten Sicherheitsbedrohungen für Unternehmen. Im Gegensatz zu traditionellen Hacking-Angriffen können Social Engineering-Angriffe auch nicht-technischer Natur sein und müssen nicht zwingend eine Kompromittierung oder das Ausnutzen von Software- oder System-Schwachstellen beinhalten. Im Erfolgsfall ermöglichen viele Social-Engineering-Angriffe einen legitimen, autorisierten Zugriff auf vertrauliche Informationen. Die Social Engineering-Strategie von Cyberkriminellen fußt auf starker zwischenmenschlicher Interaktion und besteht meist darin, das Opfer dazu zu verleiten, Standard-Sicherheitspraktiken zu missachten. Und so hängt der Erfolg von Social-Engineering von der Fähigkeit des Angreifers ab, sein Opfer so weit zu manipulieren, dass es bestimmte Aktionen ausführt oder vertrauliche Informationen preisgibt. Da Social-Engineering-Angriffe immer zahlreicher und raffinierter werden, sollten Organisationen jeder Größe eine intensive Schulung ihrer Mitarbeiter als erste Verteidigungslinie für die Unternehmenssicherheit betrachten.

  • IAM eine der grundlegenden Sicherheitsmaßnahme

    Wenn man die Analogie zum Fußball bemühen will, dann hat der Erfolg einer IT-Sicherheitsabteilung maßgeblich mit einer guten Verteidigung zu tun. Es kommt darauf an, dass die Abwehr geschlossen steht und der Gegner am besten gar nicht erst zum Schuss oder auch nur in eine dafür geeignete Position gelangt. Die beste Voraussetzung für einen Sieg. Ein Bild, dass sich durchaus auf den Datenschutz und das Zusammenwirken unterschiedlicher Sicherheitsebenen übertragen lässt. Im Idealfall hält ein mehrschichtiger Sicherheitsansatz Cyberkriminelle davon ab "ein Tor zu machen" - sprich in ein Netzwerk vorzudringen, an Unternehmensdaten zu gelangen, diese zu entwenden und zu missbrauchen.