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Vorschriften im Gesundheitswesen


HIPAA und Best Practices für mehr Cybersicherheit im Gesundheitswesen
Digitale Zertifikate als Teil der Sicherheits- und Datenschutzstrategie

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Personenbezogene Daten geheim und sicher zu halten, ist im Gesundheitssektor immens wichtig. Mittlerweile ist es bereits 21 Jahre her seit Titel I des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) in den Vereinigten Staaten verabschiedet wurde, um den Krankenversicherungsschutz für Arbeitnehmer und Familien zu gewährleisten. 2003 wurde Titel II als nationaler Standard für elektronische Transaktionen im Gesundheitswesen und nationale Kennzeichnungsvorschriften für Versorger, Krankenversicherungen und Mitarbeiter eingerichtet. Zu diesem Zeitpunkt wurden etliche Datenschutz- und Sicherheitsregeln zum Schutz elektronischer Gesundheitsdaten (e-PHI) definiert.

Vor einigen Jahren haben der US-Kongress und das Department of Health and Human Services (Gesundheitsministerium HHS) im Cybersecurity Act von 2015 die Health Care Industry Cybersecurity (HCIC) Task Force eingerichtet. Grund war die wachsende Sorge um Risiken und Bedrohungen der Cybersicherheit für das Gesundheitswesen.

Erst vor kurzem hat die Task Force ihre Ergebnisse in einem sehr detaillierten Report on Improving Cybersecurity in the Health Care Industry veröffentlicht. Der Report betont die Dringlichkeit der empfohlenen Maßnahmen angesichts der wachsenden Zahl komplexer Cyberbedrohungen. Das Gesundheitswesen müsse eben diese Maßnahmen zeitnah zum Schutz von Systeme und Patienten umsetzen.

Lesen Sie zum Thema "Sicherheit und Compliance im Gesundheitswesen" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Das Ökosystem des Gesundheitswesens ist äußerst komplex und konzentriert sich vor allem auf Dienstleistungen, Pflege und Produkte, die sich an Patienten und Verbraucher richten. Stellen Sie sich einfach nur selbst alle Interaktionen bei nur einem Arzttermin vor. Ganz zu schweigen von all den Daten und Aufzeichnungen, die dabei generiert werden. Gesundheitseinrichtungen und -organisationen sind Teil der digitalen Transformation. Das damit verbundene Versprechen: bessere Betreuung der Patienten und besserer Service . Patientenakten liegen heute fast immer vollständig digitalisiert vor, Patientenkontrolle und Datenerfassung sind inzwischen ebenfalls voll automatisiert. Nur folgerichtig steigt mit mehr digitalen Daten und Prozessen auch das Risiko von Cyberattacken exponentiell an.

Gesundheitseinrichtungen und -organisationen sind allein schon wegen hoch sensibler Patientenakten und des potenziell entstehenden Schadens ein lohnendes Angriffsziel. Zudem gelten sie als leicht angreifbar, weil eine Vielzahl von Personen und Mitarbeitern sich mit allen möglichen Geräten und zugänglichen Netzwerken verbinden.

Darüber hinaus sind ältere, gegebenenfalls anfälligere Geräte immer noch in Gebrauch. Etwa weil sie schwer zu aktualisieren, teuer zu ersetzen oder sehr wertvoll für die tägliche Patientenversorgung sind. Ein aktuelles schlagzeilenträchtiges Beispiel war die WannaCry Ransomware Attacke, die auf eine bekannte Microsoft Windows-Schwachstelle abzielte. WannaCry richtete sich unter anderem gegen zahlreiche Gesundheitseinrichtungen und richtete in einigen Ländern erhebliche Schäden an. Dieser Angriff hätte mit einem einfachen Patch verhindert werden können.

Während die Arbeit der HCIC Task Force und die Veröffentlichung des Berichts zur Cybersicherheit eine Vielzahl von Richtlinien formulieren, die am NIST Cybersecurity Framework ausgerichtet sind, müssen die technischen Sicherungsmaßnahmen von HIPAA Teil der Cybersicherheits-Strategie aller Gesundheitsorganisation sein. Dieser kürzlich von Health IT Security veröffentlichte Artikel Implementing HIPAA Technical Safeguards for Data Security, bietet auch für Anwendungen hierzulande einen guten Überblick über technische Sicherungsmaßnahmen. Und dazu was passiert, wenn sie fehlen.

Was versteht man unter technischen Sicherungsmaßnahmen?

Nach Definition der HIPAA Security Rule, sind technische Sicherungsmaßnahmen die Technologie und die Richtlinien sowie Verfahren für ihren Einsatz, die elektronisch geschützte Gesundheitsdaten (e-PHI) absichern und den Zugriff darauf kontrollieren.

Zu den technischen Sicherungsmaßnahmen nach der HIPAA Security Rule gehören:

Zugangs-/Zugriffskontrolle - Eine vom Gesetz erfasste Einrichtung (Covered Entity) muss technische Richtlinien und Verfahren implementieren, die nur autorisierten Personen den Zugang zu e-PHI erlaubt.

Sicherheitsprüfungen und Kontrollen - Eine Covered Entity muss Hardware-, Software- und/oder Verfahrensmechanismen implementieren, um den Zugang und andere Aktivitäten in Informationssystemen, die e-PHI enthalten oder verwenden, zu erfassen und zu untersuchen.

Integritätskontrollen - Eine Covered Entity muss Richtlinien und Verfahren implementieren, um zu gewährleisten, dass e-PHI nicht missbräuchlich verändert oder gelöscht werden. Es müssen elektronische Maßnahmen getroffen werden, um zu bestätigen, dass e-PHI nicht missbräuchlich verändert oder gelöscht wurden.

Übertragungssicherheit - Eine Covered Entity muss technische Sicherheitsmaßnahmen implementieren, die vor unberechtigtem Zugang zu/Zugriff auf e-PHI schützen, die über ein elektronisches Netzwerk übertragen werden.
Warum technische Sicherungsmaßnahmen gemäß HIPAA implementieren

Sicherheitsmaßnahmen nach HIPAA nicht zu implementieren ist für eine Organisation/ ein Unternehmen im Gesundheitswesen keine Option. Technische Sicherungsmaßnahmen tragen dazu bei sicherheitsrelevante Vorkommnisse zu verhindern. Zudem müssen Unternehmen im Gesundheitswesen HIPAA-konform sein. Beispielsweise wenn ein Auditor sie prüft.

Ist das die Garantie, dass kein sicherheitsrelevantes Ereignis eintritt? Nein. Aber die Einhaltung der HIPAA-Richtlinien und das Implementieren von Best Practices der IT-Sicherheit, weisen nach, dass das betreffende Unternehmen HIPAA-konform ist, wenn ein Sicherheitsvorfall eintritt. Das schützt unter Umständen vor hohen Geldstrafen im Falle einer Datenschutzverletzung.

Digitale Zertifikate
Die HIPAA Security Rule definiert keine spezifischen Anforderungen an einen bestimmten Technologietyp. Jede Gesundheitsorganisation kann ihre eigenen Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um den Standard und die Spezifikation zu erfüllen. Zertifizierungsstellen wie GlobalSign messen digitalen Zertifikaten eine wichtige Rolle zu, wenn Gesundheitseinrichtungen und -organisationen technische Sicherungsmaßnahmen nach HIPAA angehen. Die Schlüsselbegriffe: eindeutige Benutzeridentifikation, Verschlüsselung und Entschlüsselung, Authentifizierungs- und Integritätskontrollen.

Best Practices in der IT-Sicherheit beginnen mit Identität. Wenn jedes "Ding" eine Identität hat, kann alles sicherer sein. Menschen, Geräte, Dienste, Anwendungen und all die Dinge, die sich mit dem Internet verbinden, müssen eine Identität haben, um Kommunikationen und Transaktionen zu verschlüsseln, sich für einen Dienst zu authentifizieren, einen ordnungsgemäßen Zugang zu autorisieren und ihre Integrität nachzuweisen. Digitale Zertifikate bieten diese Identität und das damit verbundene Vertrauen. Sie ermöglichen viele Sicherheitsanwendungen, die Teil der technischen Sicherungsmaßnahmen nach HIPAA sind:

Web- und Serversicherheit - Weisen Sie nach, dass Ihre öffentlichen und privaten Websites und Server legitim sind und schützen und verschlüsseln Sie Datenübertragungen und -transaktionen mit SSL/TLS-Zertifikaten.

Benutzer- und Geräteauthentifizierung und Zugangskontrolle - Implementieren Sie starke Authentifizierung, ohne die Endbenutzer mit Hardware-Token oder Anwendungen zu belasten, und gewährleisten Sie, dass nur zugelassene Benutzer, Computer und Geräte (einschließlich Mobilgeräte) Zugang zu autorisierten Netzwerken und Diensten haben.

Dokumentensignierung - Digitale Signaturen mit vertrauenswürdigen digitalen Zertifikaten ersetzen handschriftliche Unterschriften und schaffen ein manipulationssicheres Siegel zum Schutz Ihrer Patientenakten und anderer Dokumente, die sicher und geheim gehalten werden müssen.

Sichere E-Mail - Digitales Signieren und Verschlüsseln aller internen E-Mails mindert die Risiken von Phishing und Datenverlust durch eine klare Verifizierung der Nachrichtenherkunft. Damit können Empfänger legitime Nachrichten von Phishing-Mails unterscheiden, und es wird gewährleistet, dass nur bestimmungsgemäße Empfänger Zugang zu E-Mail-Inhalten haben.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Sicherheit im Gesundheitswesen so komplex wie notwendig ist, um sensible Daten zu schützen. Verordnungen wie HIPAA und Leitlinien der HCIC Task Force bieten einen hervorragenden Rahmen und Empfehlungen für die Einführung von Best Practices. Digitale Zertifikate sollten ein Teil Ihres mehrschichtigen Sicherheitsansatzes sein und wir sind hier, um Ihnen zu helfen.
(GlobalSign: ra)

eingetragen: 10.07.17
Home & Newsletterlauf: 31.07.17


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Meldungen: Grundlagen

  • Große Zahl ungesicherter IoT-Geräte

    DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Laut einer Studie von Corero Network Security entspricht das einem monatlichen Mittel von 237 Angriffsversuchen. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese "smarten" Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewandert sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker. Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Bot-Netze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

  • A fool with a tool

    Unternehmen stehen heute vielfältige Sicherheitslösungen zur Verfügung. Doch ein Sammelsurium aus technischen Einzelmaßnahmen kann nur bedingt gegen Angriffe schützen. Vielmehr benötigen Unternehmen eine Informationssicherheitsstrategie, gestützt auf Prozesse und Tools die es einem Unternehmen ermöglichen, Informationssicherheit effizient und effektiv zu managen. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei im richtigen Mix aus Menschen und deren Fähigkeiten, Prozessen und Tools liegen. Nur so wird es Unternehmen gelingen proaktiv zu agieren und durch Antizipation zukünftiger Bedrohungen und entsprechender Vorbereitung die richtigen Maßnahmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten zu treffen.

  • Was ist Certificate Transparency?

    Möglicherweise haben Sie schon vor einigen Jahren von Certificate Transparency (CT) gehört, als Google die Anforderung für alle Extended Validation (EV) SSL/TLS-Zertifikate ankündigte, die nach dem 1. Januar 2015 ausgestellt worden sind. Seitdem hat Google die Anforderung auf alle Arten von SSL-Zertifikaten ausgedehnt und zuletzt eine Frist bis zum April 2018 gesetzt. Zertifikaten, die nicht CT-qualifiziert sind und die nach diesem Datum ausgestellt werden, wird in Chrome nicht vertraut. GlobalSign hat im Hintergrund bereits daran gearbeitet, dass alle Zertifikate mit CT ausgestattet werden - Extended Validation (EV) seit 2015, Domain Validated (DV) seit August 2016 und Organisation Validated (OV) ab Oktober 2017 - GlobalSign-Kunden sind damit für den Fristablauf seitens Google gerüstet.

  • Wo ist der Authentifizierungsprozess fehlbar?

    Ich habe den größten Teil meines beruflichen Lebens damit verbracht Authentifizierungslösungen zu programmieren, zu implementieren, weiterzuentwickeln und zu patentieren. Daher nehme ich mir das Recht heraus zu sagen, letzten Endes funktioniert Authentifizierung einfach nicht. Mit "funktionieren" im engeren Sinne meine ich, dass es zu 100Prozent garantiert ist, dass es sich tatsächlich um eine vertrauenswürdige Identität handelt, wenn eine Benutzeridentität von einer Authentifizierungslösung an den betreffenden Partner weitergeleitet wird. Und genau das lässt sich nicht garantieren. Es lässt sich belegen, dass und wie der eigentliche Validierungsprozess innerhalb der Authentisierung funktioniert. Das bedeutet, wir verifizieren mathematisch und empirisch, dass die von einem Authentifizierungsmechanismus zusammengestellte Entität mit den Werten übereinstimmt, die in der Datenbank des akzeptierenden Dritten gespeichert sind, also "matched". Das kann ein Passwort sein, ein Einmal-Passwort, OTP, X.509-basierte Verschlüsselung, biometrische Merkmale, mobile Push-Werte oder eine Gesichtserkennung. In einem Satz: Der Authentisierungsprozess lässt sich validieren und damit auch, dass das technische System korrekt arbeitet.

  • Rollende Sicherheitslücken

    Viele Fahrzeuge sind heutzutage längst zu rollenden Computern geworden, denn bereits jetzt stecken in der Software eines modernen Oberklasse-PKW etwa 100 Millionen Codezeilen. Zum Vergleich: Die Flugsoftware einer Boeing 787 Dreamliner kommt mit etwa 14 Millionen Zeilen aus. Die Erwartungen an das zukünftige autonom fahrende Auto sind vielzählig: Mehr Sicherheit auf den Straßen, mehr Komfort, beispielsweise durch selbstständiges Einparken, die Nutzung eines Autopiloten im Stau oder komplett fahrerlose Roboterautos, welche im Car-Sharing-Verfahren neue Infrastrukturmöglichkeiten bieten könnten. Dem gegenüber stehen die Ängste: Bei Technikfehlern nur noch ein hilfloser Passagier an Board zu sein oder Opfer eines Hacker-Angriffs zu werden.