- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Fachbeiträge » Grundlagen

Eine sichere Zukunft für das Internet der Dinge


IoT-Sicherheit: Die enorme Anzahl vernetzter Dinge und damit verbundener Prozesse bringt naturgemäß mehr Schwachstellen mit sich
Erfolgreiche IoT-Anwendungen beschränken sich längst nicht auf Geräte für Endverbraucher - Mit der starken Automatisierung in der produzierenden Industrie und im Maschinenbau hat das Industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things - IIoT) Einzug gehalten.

- Anzeigen -





John Grimm, Senior Director of IoT Security Strategy bei Thales eSecurity

Mittlerweile kontrollieren wir die Steuerung von Licht und Heizung über Amazon Echo, lassen die Leistung des PKW remote analysieren und potenzielle Fehler diagnostizieren, und wir verlassen uns auf die automatisierte Verwaltung von Systemen in betrieblichen Umgebungen. Das Internet der Dinge (Internet of Things - IoT) bestimmt bereits viele Aspekte dessen wie wir arbeiten und leben. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. In immer neuen Studien gehen die prognostizierten Zahlen weiter nach oben. Inzwischen gehen Schätzungen davon aus, dass die Zahl der vernetzten Geräte innerhalb der nächsten drei Jahre auf 30 Milliarden anwachsen wird, bereits im Jahr 2025 soll sie sogar bei 80 Milliarden Dingen liegen.

Diese enorme Anzahl vernetzter Dinge und damit verbundener Prozesse bringt naturgemäß mehr Schwachstellen mit sich. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass wir in Zukunft nicht nur mehr Angriffe zu erwarten haben, sondern auch eine größere Bandbreite an Attacken. Bei einer derart riesigen Angriffsfläche sind die potenziellen Schäden kaum absehbar.

Dass die Gefahr inzwischen real ist, haben wir in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach beobachten dürfen. So konnte etwa eine Schwachstelle in dem Netzwerk-Controller identifiziert werden, den die meisten aktuellen Fahrzeugtypen verwenden. Über diese Schwachstelle haben Angreifer beispielsweise die Möglichkeit, die Sicherheitsfunktionen des betreffenden PKW auszuhebeln wie etwa das ABS-Bremssystem, die Servolenkung oder die Air Bags. Bekannt auch der in den USA aufgetretene Fall, als die "Food and Drug Administration" 465.000 Patienten, Träger eines bestimmten Typs vernetzter Herzschrittmacher, aufforderte, ihren Arzt aufzusuchen um ein Update der Firmware einzuspielen. Der Grund für die Aufsehen erregende Aktion waren Schwachstellen, über die ein Hacker die Geräte übernehmen und die Patienten einem gesundheitlichen Risiko aussetzen könnte.

Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Etliche solcher Schwachstellen existieren vermutlich seit Jahren im Verborgenen. Bisher hat sie nur noch niemand gefunden. Mit der Zahl der für unterschiedliche Bereiche eingesetzten Geräte, werden die Ziele für Hacker zunehmend interessanter. Ein Trend, der uns sicherlich noch eine Weile begleiten wird.

Betriebssicherheit und IT-Sicherheit zusammen denken
Erfolgreiche IoT-Anwendungen beschränken sich längst nicht auf Geräte für Endverbraucher. Mit der starken Automatisierung in der produzierenden Industrie und im Maschinenbau hat das Industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things - IIoT) Einzug gehalten. Ein Paradigmenwechsel. Denn hier bringt die Technologie zwei bisher mehr oder weniger getrennt voneinander existierende Ebenen näher zusammen: die der betrieblichen Prozesse, die Operational Technology (OT), und die IT. Sicherheitsüberlegungen in der produzierenden Industrie beschränkten sich traditionell auf die physische Sicherheit und die Sicherheit der Mitarbeitenden.

Allerdings sind Fabrikhallen heute zunehmend vernetzt. Ganze Produktionsanlagen und Fertigungsstraßen können aus vernetzten Geräten bestehen. Das bringt traditionelle Sicherheitskonzepte mit solchen für die IT-Sicherheit näher zusammen, stellt aber auch hohe Anforderungen an die Cybersicherheit. Denn es gilt sowohl Fabrikationsgebäude als auch Produktionsanlagen vor Bedrohungen von Außen zu schützen. Ebenso wie die Mitarbeitenden.

Sicherheit von Anfang an
Mit der steigenden Zahl von Angriffen und Datenschutzverletzungen, die es mittlerweile routinemäßig in die Nachrichtensendungen und Schlagzeilen schaffen, sind die Konsumenten in Sachen Sicherheit deutlich aufmerksamer geworden (um nicht zu sagen misstrauischer). Wir sind derzeit noch nicht an einem Punkt an dem Datenschutzverletzungen und potenziell auszunutzende Schwachstellen die Kaufentscheidungen der Verbraucher signifikant beeinflussen.

Aber das Blatt beginnt sich zu wenden. Um sich das Vertrauen der zunehmend sicherheitsaffineren Konsumenten zu erhalten, müssen die Hersteller selbst die Initiative ergreifen. Es gilt existierende Schwachstellen aufzudecken und zu adressieren. Wenn Anbieter es nicht schaffen potenzielle Datenlecks effizient und sicher zu beseitigen, wird das dem Absatz der Produkte definitiv schaden. Die Folgen eines Vertrauensverlustes sind noch weitreichender. Sie betreffen nicht nur die Zahl der verkauften Produkte, meistens nimmt die gesamte Marke Schaden. Und dieser Vertrauensverlust betrifft mittelbar sämtliche IoT-Anwendungen.

Die Hersteller sind gefragt, auch im eigenen Interesse. Anbieter und Hersteller vernetzungsfähiger Geräte müssen stärker als bisher bewährten Empfehlungen folgen und das Sicherheitsdesign ihrer Produkte von Anfang an strenger beachten. Geräte für Endverbraucher zeichnen sich leider nach wie vor eher durch angesagte Features und einen erschwinglichen Preis aus. Bei diesen Geräten sind die Standardsicherheitsmaßnahmen keinesfalls ausreichend. Ein Beispiel dafür sind fest programmierte Passwörter, die der Benutzer nicht selbst verändern kann. Das öffnet einem unerwünschten administrativen Login eines remote agierenden Hackers Tür und Tor.

Um das zu verhindern, werden Hersteller nicht umhin kommen, der Softwaresicherheit mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Das fängt schon bei der Entwicklung an. Sie folgt bisher nur selten den Best Practices der IT-Sicherheit. Die Software sollte, wie sonst auch, Schwachstellentests unterzogen werden, und vor allem sollte es Mechanismen geben, die über den gesamten Lebenszyklus hinweg Authentizität und Integrität absichern. Nur dann ist gewährleistet, dass sich Patches und Updates zukünftig einspielen lassen.

IoT-Sicherheit ist für existierende und zukünftige Anwendungen unumgänglich. Die Anbieter haben es in der Hand die Voraussetzungen dafür zu schaffen. An dieser Stelle sollten sich alle Beteiligten endlich davon verabschieden Sicherheit als Hürde zu betrachten statt als Eckpfeiler für geschäftsunterstützende Prozesse. Die Unternehmen, die Sicherheit richtig verstehen verfügen über einen immensen Wettbewerbsvorteil gegenüber denen, die sich an dieser Stelle schwer tun. Und das nicht zuletzt aus kommerziellen Überlegungen heraus. Verbraucher werden sich bei ihren Kaufentscheidungen zunehmend von Aspekten wie Betriebs- und IT-Sicherheit bei vernetzten Geräten leiten lassen. Das wird langfristig allen Anwendungen und Nutzern im IoT gut tun und die Entwicklung befördern.
(Thales eSecurity: ra)

eingetragen: 19.07.18
Newsletterlauf: 24.07.18

Thales: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Grundlagen

  • PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen

    Um ein IoT-Ökosystem sicher aufzubauen und zu entwickeln, braucht man zwingend Tools und Architekturen, um IoT-Geräte zu identifizieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Festlegen einer starken Identität für jedes IoT-Gerät. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einigen der Möglichkeiten, wie man die Authentizität von IoT-Geräten verifizieren kann, bevor man sie integriert.

  • Tor-Browser, um IP-Adressen zu verschleiern

    Trotz ausgereifter Sicherheitstechnologien bleiben Anwender für Unternehmen eine empfindliche Schwachstelle, insbesondere deshalb, weil Cyberkriminelle ihre Social Engineering-Angriffe immer weiter verfeinern. Vor allem Phishing zählt zu den Angriffsvektoren, die Unternehmen gegenwärtig Kopfschmerzen bereiten. So werden E-Mails im Namen von Payment-Services, Shopanbietern oder E-Mailservice-Hosts von den kriminellen Hintermännern täuschend echt nachgeahmt, mit dem Ziel, durch das Abfischen von Logindaten weitere sensible, persönliche Daten zu erbeuten. Doch wie sehen die Konsequenzen aus, wenn Nutzerdaten von Mitarbeitern in die falschen Hände geraten und welche Auswirkungen hätte dies auf das Unternehmen? Das Forschungsteam von Bitglass hat versucht, mithilfe eines Experiments unter dem Namen "Cumulus" den Verbreitungswegen illegal erbeuteter Daten auf die Spur zu kommen.

  • PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen

    Um ein IoT-Ökosystem sicher aufzubauen und zu entwickeln, braucht man zwingend Tools und Architekturen, um IoT-Geräte zu identifizieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Festlegen einer starken Identität für jedes IoT-Gerät. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einigen der Möglichkeiten, wie man die Authentizität von IoT-Geräten verifizieren kann, bevor man sie integriert. Die IoT-Entwicklung durchdringt mittlerweile alle Facetten unseres Lebens. Entsprechend rasant ist das Innovationstempo in diesem Bereich. Es existieren viele Anwendungen, die klug und ausgereift sind, aber leider auch solche, die das genaue Gegenteil davon sind. Dessen ungeachtet sind die weitaus meisten Anwendungen sehr wirkungsvoll etwa in der Landwirtschaft oder im Gesundheitswesen. Das IoT ist also nicht mehr weg zu denken. Trotzdem mutet die Entwicklung bisweilen so an, als versuche jemand zu rennen bevor er noch überhaupt laufen gelernt hat. Übersetzt heißt das, IoT-Entwickler vernachlässigen eine Kernkomponente unserer vernetzten Welt, die Sicherheit.

  • Mustererkennung umgehen

    Ob Viren, Würmer, Bots, Trojaner oder Keylogger, viele der gängigen Malware-Formen bergen nicht nur ein hohes Schadenspotential, sondern sind auch überaus wandlungsfähig. Ein berüchtigtes Beispiel ist die CryptoWall-Ransomware, mit der Cyberkriminelle nach Schätzung des FBI mehr als 18 Millionen Dollar erbeutet haben. CryptoWall ist ein polymorpher Ransomware-Stamm, der in bekannter Manier Daten auf dem Computer des Opfers verschlüsselt und anschließend Lösegeld erpresst. Der in CryptoWall verwendete polymorphe Builder entwickelt dabei für jedes Angriffsziel eine im Wesentlichen neue Code-Variante, um der Entdeckung durch traditionelle Sicherheitslösungen zu entgehen. Polymorphe Malware ändert ständig ihre identifizierbaren Merkmale, beispielsweise durch Veränderung von Dateinamen und -typen, Verschlüsselung oder Komprimierung. Einige polymorphe Taktiken existieren bereits seit den 1990ern, doch in den letzten zehn Jahren hat sich eine neue Welle aggressiver polymorpher Malware entwickelt.

  • Unterschätztes Risiko Insider-Angriff

    Beim Stichwort Cyber-Bedrohung denkt man häufig an großangelegte Malware-Angriffe wie Ransomware, mit denen Kriminelle versuchen, das Firmennetzwerk zu kompromittieren. Unterschätzt wird jedoch oft eine Gefahr, die bereits im Firmengebäude sitzt: Die Insider-Bedrohung. Insider - seien es unachtsame Angestellte oder böswillige Mitarbeiter, die aus finanziellen oder persönlichen Motiven Daten stehlen oder gar löschen - sind ein enormes Risiko für die Datensicherheit in Unternehmen. Oft haben Angestellte, externe Auftragnehmer und andere Dritte legitimen Zugriff auf sensible Daten, um effektiv und flexibel arbeiten zu können. Dies stellt eine Herausforderung für Sicherheitsteams dar, denn es ist wesentlich schwieriger, Bedrohungen zu erkennen, wenn der betreffende Akteur gültigen Zugriff auf Unternehmensdaten hat. Mit entsprechenden Richtlinien und Technologien kann die Gefahr eines internen Datenverlustes oder -diebstahls jedoch erheblich reduziert werden.