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Verschlüsselung - auch eine Frage der Compliance


Im internationalen Geschäftsverkehr sowie im Umgang mit Personendaten gelten verbindliche Vorgaben zum Datenschutz
Ein Weg, um diese zu erfüllen: Eine konsequente Verschlüsselung beim E-Mail-Verkehr und der Datenübertragung

Autor Marcel Mock
Autor Marcel Mock Compliance mit Verschlüsselung gewährleisten, Bild: totemo

Von Marcel Mock, CTO und Mitbegründer von totemo (*)

(05.05.15) - Global tätige Unternehmen aller Branchen sind neben nationalen Regeln auch an landesübergreifende Gesetze gebunden. Innerhalb der EU gehört dazu beispielsweise die European Union Data Protection Directive (EU DPD). Die Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG regelt den Schutz der Privatsphäre natürlicher Personen im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Daten. Da alle EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung in nationales Recht verpflichtet waren, sind die Bestimmungen für alle in Europa tätigen Organisationen verbindlich.

Darüber hinaus existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Regulatorien für einzelne Branchen. So hat sich etwa in der Gesundheitsbranche mit dem Health Information Portability and Accountability Act (HIPAA) ein Standard etabliert. Das US-Bundesgesetz beinhaltet umfassende Regelungen zum amerikanischen Gesundheitssektor und zu Krankenversicherungen. HIPAA schreibt nicht nur generell den Schutz von Patienteninformationen vor, sondern insbesondere deren verschlüsselte Übertragung. Auch im US-Gesundheitssektor aktive europäische Unternehmen sind an diese Vorschriften gebunden.

Spezielle Datenschutzbestimmungen gelten auch im Finanzumfeld. Ein bekanntes Regelwerk ist beispielsweise der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) für die Abwicklung von Kreditkartentransaktionen. Es enthält zwölf verbindliche Anforderungen an Rechnernetze von Unternehmen, die Kreditkarten-Transaktionen übermitteln, speichern oder abwickeln.

Verschlüsselung: Mangelnde Verbindlichkeit weltweiter Standards
Eine probate Maßnahme, um Daten Compliance-konform zu sichern, ist die Verschlüsselung. Das gilt sowohl für den Datentransfer als auch für die Kommunikation via E-Mail. Entscheidend für die Sicherheit: Die Daten sind auf dem gesamten Weg vom Absender bis zum Empfänger verschlüsselt, nur der berechtigte Adressat kann entschlüsseln. Unabhängig von Provider und Verbindungsart funktioniert dies auch in ungesicherten Netzen: Wer auch immer Verbindungen anzapft und Daten abgreift, bekommt nur Datenmüll zu sehen. Das gilt für die Kommunikation zwischen stationären Arbeitsgeräten ebenso wie für mobile Endgeräte.

Aus welchen Gründen verzichten Verantwortliche dennoch immer noch auf Verschlüsselung? Ein Manko ist das Fehlen verbindlicher Standards. Zu den wichtigsten Verfahren für die sichere Datenübertragung gehören HTTPs, FTPS sowie SFTP und SCP. Für welches sich ein Unternehmen entscheidet, hängt von der vorhandenen IT-Infrastruktur sowie den begleitenden Komponenten ab. Bisher hat sich jedoch noch kein Standard universell durchgesetzt.

Für die E-Mail-Verschlüsselung existieren mit S/MIME und PGP weltweit zwei etablierte Verfahren – auch wenn sie nicht miteinander kompatibel sind. Im geschäftlichen Umfeld zeichnet sich ein Trend zum Einsatz von S/MIME ab, da die gängigen kommerziellen E-Mail-Clients diesen Standard in der Regel von Haus aus unterstützen. Für Unternehmen, die S/MIME zusammen mit einer eigenen Schlüsselverwaltung (PKI) betreiben, entsteht ein zusätzlicher Nutzen: Sie haben damit gleichzeitig auch eine Lösung für Digitale Signaturen. Diese ist anerkannt und auch nach dem deutschen Signaturgesetz gültig.

Auf der sicheren Seite
Dennoch: Auch wenn sich bisher keiner der beiden Standards flächendeckend durchsetzen konnte, ist die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung heute schon einfach zu realisieren. Der Markt bietet Lösungen, die E-Mail-Verschlüsselung sowohl auf Basis von S/MIME als auch von PGP umsetzen und darüber hinaus auch alternative Verfahren für die Kommunikation mit Empfängern bieten, die keinen der beiden Standards einsetzen.

Dafür eignen sich Push- und Pull-Verfahren:
• >>
Beim Pull-Verfahren werden die Nachrichten des Versenders verschlüsselt auf einem internen Server des Unternehmensnetzwerks abgelegt. Der Empfänger erhält darüber eine automatisierte Benachrichtigung. Er kann dann die für ihn bestimmte Nachricht per Browser über gesicherte Übertragungskanäle abholen.
• >> Beim Push-Verfahren wird die E-Mail des Absenders durch die eingesetzte Lösung automatisch in das HTML- oder PDF-Format konvertiert und an eine neue E-Mail angehängt. Der Empfänger kann den verschlüsselten Anhang mit einem persönlichen Passwort öffnen.

Sicherheit mit Konzept
Die Fülle der Standards erschwert häufig den Auswahlprozess für die IT-Verantwortlichen. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Spezialisten, die bei der Bedarfsermittlung und Realisierung einer passenden Lösung helfen. Unternehmen sollten daher zunächst ihre Anforderungen definieren und festlegen, welche Anwendungsfälle es abzudecken gilt.

Beispiel Compliance: Die meisten Unternehmen führen regelmäßig Sicherheits-Audits durch, um die Einhaltung von HIPAA, PCI DSS, EU-Regeln oder einem der vielen anderen Compliance-Standards zu überprüfen und nachzuweisen. Für diese Organisationen gehört die Auditfähigkeit (Auditability) zu den zentralen Anforderungen an eine IT-Lösung. Das bedeutet, das System muss in der Lage sein, alle Aktionen und Ereignisse in Zusammenhang mit den verwalteten Daten unveränderbar aufzuzeichnen. Nur so lässt sich die Nachvollziehbarkeit und Transparenz erreichen, die für das Umsetzen der verbindlichen Compliance-Vorgaben erforderlich sind.

Auch die Experten des Hightech-Verbandes Bitkom raten dazu, individuell abgestimmte IT-Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Unternehmen sollten generell feste Sicherheitsregularien etablieren, die über sämtliche Hierarchien hinweg für alle Mitarbeiter verbindlich sind. So können international agierende Unternehmen ihre Daten wirksam schützen – und sich selbst vor bösen Überraschungen, wenn es gilt, die Compliance-Konformität nachzuweisen.

(*) Der Autor:
Marcel Mock ist CTO und Mitbegründer des Schweizer Sicherheitsexperten totemo. Davor war er als Head of Software Development bei WebSemantix AG tätig sowie als Consultant bei IBM Deutschland. Marcel Mock besitzt einen BS in Wirtschaftsinformatik von der staatlichen Studienakademie Glauchau.
(totemo: ra)

Lesen Sie auch den Schwerpunkt:
"IT-Sicherheit im Kontext von Compliance"

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Meldungen: Grundlagen

  • Große Zahl ungesicherter IoT-Geräte

    DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Laut einer Studie von Corero Network Security entspricht das einem monatlichen Mittel von 237 Angriffsversuchen. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese "smarten" Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewandert sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker. Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Bot-Netze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

  • A fool with a tool

    Unternehmen stehen heute vielfältige Sicherheitslösungen zur Verfügung. Doch ein Sammelsurium aus technischen Einzelmaßnahmen kann nur bedingt gegen Angriffe schützen. Vielmehr benötigen Unternehmen eine Informationssicherheitsstrategie, gestützt auf Prozesse und Tools die es einem Unternehmen ermöglichen, Informationssicherheit effizient und effektiv zu managen. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei im richtigen Mix aus Menschen und deren Fähigkeiten, Prozessen und Tools liegen. Nur so wird es Unternehmen gelingen proaktiv zu agieren und durch Antizipation zukünftiger Bedrohungen und entsprechender Vorbereitung die richtigen Maßnahmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten zu treffen.

  • Was ist Certificate Transparency?

    Möglicherweise haben Sie schon vor einigen Jahren von Certificate Transparency (CT) gehört, als Google die Anforderung für alle Extended Validation (EV) SSL/TLS-Zertifikate ankündigte, die nach dem 1. Januar 2015 ausgestellt worden sind. Seitdem hat Google die Anforderung auf alle Arten von SSL-Zertifikaten ausgedehnt und zuletzt eine Frist bis zum April 2018 gesetzt. Zertifikaten, die nicht CT-qualifiziert sind und die nach diesem Datum ausgestellt werden, wird in Chrome nicht vertraut. GlobalSign hat im Hintergrund bereits daran gearbeitet, dass alle Zertifikate mit CT ausgestattet werden - Extended Validation (EV) seit 2015, Domain Validated (DV) seit August 2016 und Organisation Validated (OV) ab Oktober 2017 - GlobalSign-Kunden sind damit für den Fristablauf seitens Google gerüstet.

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    Ich habe den größten Teil meines beruflichen Lebens damit verbracht Authentifizierungslösungen zu programmieren, zu implementieren, weiterzuentwickeln und zu patentieren. Daher nehme ich mir das Recht heraus zu sagen, letzten Endes funktioniert Authentifizierung einfach nicht. Mit "funktionieren" im engeren Sinne meine ich, dass es zu 100Prozent garantiert ist, dass es sich tatsächlich um eine vertrauenswürdige Identität handelt, wenn eine Benutzeridentität von einer Authentifizierungslösung an den betreffenden Partner weitergeleitet wird. Und genau das lässt sich nicht garantieren. Es lässt sich belegen, dass und wie der eigentliche Validierungsprozess innerhalb der Authentisierung funktioniert. Das bedeutet, wir verifizieren mathematisch und empirisch, dass die von einem Authentifizierungsmechanismus zusammengestellte Entität mit den Werten übereinstimmt, die in der Datenbank des akzeptierenden Dritten gespeichert sind, also "matched". Das kann ein Passwort sein, ein Einmal-Passwort, OTP, X.509-basierte Verschlüsselung, biometrische Merkmale, mobile Push-Werte oder eine Gesichtserkennung. In einem Satz: Der Authentisierungsprozess lässt sich validieren und damit auch, dass das technische System korrekt arbeitet.

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