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IoT-Geräte und Softwaresicherheit


Hacker dreister denn je: Sechs Bedrohungen, auf die Sie 2018 besonders gefasst sein müssen
Ransomware und Datenmissbrauch – das ist das explosive Gemisch, das auch 2018 öfter zündet, als einem lieb ist

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Die Bedrohungslage hat sich im vergangenen Jahr stark verändert. Schwachstellen in Web-Frameworks und Content-Management-Systemen wie Apache Struts, WordPress und Joomla zählten 2017 zu den größten Problemen im Bereich Web Application Security. Sicherheitsmaßnahmen, die 2017 noch als wirksam eingestuft wurden, werden 2018 wirkungslos sein. Jay Coley, Senior Director Security Strategy & Planning von Akamai, hat den Blick in die Glaskugel für 2018 gewagt: Welche Dimensionen von Cyberbedrohungen erwarten uns 2018 und warum es unerlässlich ist, eine neue Evaluierung von Wirksamkeit und Risiko vorzunehmen.

1. Was wird sich in Zukunft verändern? Alles!
Die Wahrheit ist, dass unser Sicherheitsgerüst, was wir uns bis dato solide aufgebaut haben, einem rasanten Wandel unterliegt. Immer neue Angriffsszenarien, sich immer schneller anpassende Codes machen die Sicherheitslage zu einem Tanz auf dem Vulkan. Die Abstände von der gerade überstandenen bis zur nächsten Attacke werden immer kürzer. Die Angriffshäufigkeit nimmt weiter zu, ein Ende ist nicht in Sicht. Allein 2017 verkleinerte sich das Zeitfenster für Unternehmen, die eigenen Systeme zu patchen, von Monaten oder Jahren auf Wochen oder Tage. Zero-Day-Angriffe werden schwerwiegende Auswirkungen auf Unternehmen haben, wenn keine Zeit für das Aufspielen der Patches bleibt.

2. Hacker: aus dem Hobby-Keller in die Firma
Das Jahr 2017 hat bereits gezeigt, was eine der größten Bedrohungen in der Zukunft sein wird: kriminelle Organisationen. Unterstützt und sogar gedeckt von Wettbewerbern und Staaten, werden Hacker und damit auch ihre Angriffe 2018 noch raffinierter, noch hartnäckiger. Die Professionalisierung von Hackern heben Attacken auf ein ganz neues Level, das weit über das hinausgeht, was Unternehmen bisher kannten und abzuwehren vermochten. Hacker werden mehr Ressourcen und Verbündete zur Verfügung haben, die dabei helfen, spezifische, noch nie dagewesene Tools zu entwickeln. Somit werden organisierte Hackergruppen gefährlicher sein als es Einzelgänger oder Kleingruppen jemals waren. Für viele Unternehmen wird es so nahezu unmöglich, Angriffe dieser Art zuzuordnen, nachzuweisen oder gar abzuwehren.

3. Lösegeld versus Geldstrafe: Gestohlene Daten haben ihren Preis
Ransomware und Datenmissbrauch – das ist das explosive Gemisch, das auch 2018 öfter zündet, als einem lieb ist. Selbst, wenn Regierungen zukünftig Datenverlust verstärkt mit Geldstrafen ahnden werden, werden ihnen die Hacker einen Schritt voraus sein. Eher setzen sie das Lösegeld niedriger an als die Geldstrafe, als die gestohlenen Daten herauszugeben. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil für die Kriminellen: Der Gesetzesverstoß kommt so gar nicht erst ans Tageslicht.

4. Schöne IoT-Bescherung
Je mehr IoT-Geräte ans Netz gehen, umso zentraler wird auch das Thema Softwaresicherheit. Dabei werden aber nicht nur anfällige Geräte zum beliebten Angriffsziel, sondern auch die Privatsphäre der Verbraucher. Wenn es um IoT geht, legen Konsumenten mehr Wert auf neue Features und Kosten als auf Sicherheit und Privatsphäre. Warum? Weil Sicherheitsfunktionen bei Verbrauchern oft für Unmut sorgen, da sie den Bedienkomfort schmälern oder die Geräte teurer machen. Im Ergebnis geben Nutzer die Sicherheit oftmals für Features und Komfort auf. Und Hersteller richten sich wiederum nach der Nachfrage und definieren Sicherheit seltener als Verkaufsargument. Also werden diese Geräte weiterhin missbraucht, um DDoS-Kampagnen und andere Arten von Attacken zu initiieren.

5. Das Business mit sensiblen Daten – wie viel Schutz bietet die biometrische Authentifizierung?
Angreifer haben es 2018 auf Datenbanken abgesehen, insbesondere auf Krankenakten und Finanzunterlagen. Besonders Gesundheitsdaten, die nur so vor sensiblen personenbezogenen Daten strotzen, werden auf dem Schwarzmarkt hoch gehandelt. Wie leicht oder schwer können es biometrische Authentifizierungsverfahren den Angreifern machen? Ob als Face-ID oder Fingerabdruck auf unseren Smartphones und Tablets, biometrische Zugriffskontrollen gehören schon fest zum Alltag.

In puncto Datenschutz und personenbezogene Daten sollen sie für die nötige Sicherheit sorgen; vielerorts hinterlassen sie aber einen schalen Beigeschmack: Fitness-Tracker sind hier ein Paradebeispiel für den Gesundheitssektor. Sie zeichnen Herzfrequenz, Blutdruck und nahezu alle biometrischen Daten eines Individuums auf. Wenn diese Daten in die falschen Hände geraten, können sie gegen das Individuum verwendet werden. Einmal kompromittiert, ist die Fähigkeit, sich sicher in einer Datenbank zu authentifizieren, für immer gefährdet. Rechtliche und ethische Diskussionen werden somit noch stärker in den Fokus rücken.

6. Déjà-vu in puncto Attacken
2018 wird es neue Bedrohungsszenarien und Angriffsrichtungen geben. Daran besteht kein Zweifel. Die Mehrheit der Unternehmen sollte das aber nicht zu ihrem Hauptanliegen machen. Viel wichtiger ist, die bestehende Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, Technologien, Prozesse und Routinen zu überprüfen und das Patch-Management so zu strukturieren, dass kein Server oder System vergessen wird.
(Akamai Technologies: ra)

eingetragen: 17.12.17
Home & Newsletterlauf: 10.01.18


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Meldungen: Hintergrund

  • DSGVO-Geldstrafen werden Realität

    Unternehmen und Behörden bereiten sich auf ein neues, ereignisreiches Cybersecurity-Jahr vor. Digital Shadows hat vier zentrale Trends für 2019 zusammengefasst. Emotet: Banking-Trojaner wird smarter und gefährlicher Der Banking-Trojaner Emotet gefährdet schon seit Jahren ganze Netzwerke, verbreitet sich rasend schnell über Spam-Emails und hat sich dabei von einer "simplen" Malware zu einem der gefährlichsten Schadprogramme weltweit entwickelt. Ist das System einmal infiziert, lädt Emotet weitere Malware nach - darunter andere Banking Trojaner wie IcedID und Trickbot. Das BSI meldete erst im Dezember einen signifikanten Anstieg entsprechender Angriffe in Deutschland.

  • Zahl der Datenschutzverletzungen wächst

    Während Gruppen mit Beziehungen zum Terrorismus Firmen und Einzelpersonen schon über Jahre hinweg ins Visier genommen haben, ist 2019 vermutlich mit weitaus zerstörerischeren Angriffen zu rechnen. Statt mithilfe von Ransomware in Systeme einzubrechen, werden die Angreifer neue Tools für schwerwiegende Angriffe nutzen, die sich ganz gezielt gegen bestimmte Personen oder Unternehmen richten. Das können Angriffe auf die Datenintegrität sein, die Rechner so nachhaltig schädigen, dass die Hardware ausgetauscht werden muss, bis hin zu physischen Attacken bei denen beispielsweise Drohnen eingesetzt werden (wie etwa im August dieses Jahres in Venezuela). Die Angriffsflächen werden sich weiter vergrößern und Cyberkriminelle werden darin ihren Vorteil suchen. Unternehmen müssen die Konsequenzen ziehen und genau analysieren wo ihre potenziellen Angriffsflächen und -ziele liegen. Und sie müssen mehr denn je potenzielle Risiken bereits vorausschauend erkennen, wenn sie Angriffe verhindern wollen.

  • Acht Cybersecurity-Trends für 2019

    LogRhythms Vice President und Managing Director EMEA, Ross Brewer, wagt erneut einen Blick in die Glaskugel und prognostiziert weltweite Trends für 2019 wie wirksam eingesetzte Cyberspionage aus China, der weiter ansteigende Fachkräftemangel in Deutschland und die Balkanisierung in den USA in Hinblick auf Cybersecurity-Verordnungen. Eine Cyberattacke auf ein Auto wird jemandem das Leben kosten. Wir haben bereits gesehen wie Hacker aus der Ferne einen Jeep auf der Landstraße zum Erliegen bringen, Sicherheitsfunktionen wie Airbags und Antiblockiersysteme deaktivieren und sich ins Bluetooth eines Autos sowie in die OnStar-Funktionen hacken. Da Autos immer vernetzter sind und sich autonomes Fahren stets weiterentwickelt, werden Hackern immer mehr Möglichkeiten geboten, erheblichen Schaden anzurichten.

  • Diese Cyber-Sicherheitstrends erwarten uns in 2019

    In ihrem neuen McAfee Labs Threats Predictions Report identifiziert das Sicherheitsunternehmen McAfee die wichtigsten Trends, die 2019 die Welt der Cyber-Kriminalität prägen werden. Die Forscher von McAfee erwarten, dass Malware-as-a-Service den Markt für das Outsourcing von Angriffen und die Entwicklung immer innovativeren und agileren Angriffsmethoden weiterhin stärken wird. So werden Cyber-Kriminelle hauptsächlich Unternehmensdaten, Smart Home-Geräte, die Cloud, Mobiltelefone aber auch Soziale Medien verstärkt ins Visier nehmen. "Im Jahr 2018 erlebten wir eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Cyber-Kriminellen im Untergrund", sagt Raj Samani, Chief Scientist bei McAfee. "Diese kollaborative Mentalität der Hacker steigert die Effizienz der eingesetzten Technologien sowie Taktiken und ermöglicht dadurch eine organisierte und agile Vorgehensweise bei Cyber-Angriffen. Gleichzeitig erwarten wir aber auch, dass sich vermehrt Cyber-Sicherheitsallianzen in 2019 herausbilden werden, die gezielt gegen Angriffe aus dem Untergrund vorgehen."

  • Kaufen Sie nicht den Hype

    Kunden werden was ihr ganz persönliches Einkaufserlebnis anbelangt immer anspruchsvoller. Händler tun folglich alles, um für die bevorstehende Feiertagssaison sämtliche Möglichkeiten auszureizen. Ladenlokale werden digitaler und vernetzter sein als je zuvor und Online-Shoppern wird eine Einkaufserfahrung geboten, die mit dem des stationären Handels vergleichbar ist. Das ist auf den ersten Blick erfreulich. Allerdings hat diese Entwicklung einige unerwünschte Nebenwirkungen in punkto Sicherheit. Händler setzen sich neuen Sicherheitsrisiken aus, zumal wenn wir über die Weihnachtszeit hinaus bis ins folgende Jahr 2019 weiterdenken. Technologien, die Komfort versprechen und bequem sind, setzen Verbraucher und Händler gleichermaßen erhöhten Risiken aus. Dessen sollte sich die Branche bewusst sein.