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Cyberkriminelle auf Jagd nach großen Fischen


IT & Cybersecurity 2019: KI, IoT und Edge Computing, Whaling-Attacken und Cloud-Security – Vier Experten geben eine Vorschau
Berechtigte Befürchtung, dass viele Unternehmen nur unzureichende Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Daten in der Cloud ergreifen

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"Business Email Compromise (BEC) wird auch 2019 Teil der Bedrohungslandschaft bleiben. Zwar sensibilisieren Unternehmen ihre Mitarbeiter für verdächtige E-Mails und bösartige Links, doch wie viele schulen ihre Angestellten darin, die Anweisung einer Führungskraft zu missachten? Sogenanntes Whaling (dt. Walfang) – eine Form des Phishings – zielt darauf ab, E-Mail-Accounts leitender Angestellten zu kompromittieren. Anschließend missbrauchen Cyberkriminelle den gekaperten Account des Vorgesetzten, um dessen Mitarbeiter anzuweisen, Zahlungen auf betrügerische Bankkonten vorzunehmen. Da diese Methode sehr erfolgreich und lukrativ ist, wird sie auch im kommenden Jahr weiter florieren.

Unternehmen sollten deshalb Best Practices für ihre Geschäftsabläufe einführen. Mitarbeiter können zum Beispiel trainiert werden, für jede Finanztransaktion eine Validierung durch Dritte zu verlangen. Auch können Unternehmen Zahlungsverfahren einführen, die mehrere unabhängige Kontrollen erfordern. Cyberkriminelle missbrauchen die Tatsache, dass Mitarbeiter ihren Vorgesetzen vertrauen oder um ihre Position fürchten, wenn sie nicht schnell wie angewiesen handeln. Unternehmen sollten deshalb entsprechende Prozesse einführen, damit Mitarbeiter bei ungewöhnlichen Anweisungen die richtigen Fragen stellen und dadurch Betrug per E-Mail verhindern." (Naaman Hart, Engineer, Digital Guardian)

Herausforderung: Cloud-Sicherheit
"Die Zahlen lügen nicht – immer mehr Unternehmen setzen auf Cloud-basierte Tools wie Office 365, G Suite, AWS, Salesforce und Slack: Im Jahr 2018 erreichte der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Cloudanwendung nutzen, weltweit 81 Prozent. Obwohl diese Zahl 2019 voraussichtlich weiter steigen wird, besteht gleichsam die berechtigte Befürchtung, dass viele Unternehmen nur unzureichende Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Daten in der Cloud ergreifen, so dass die meisten Cloud-Sicherheitsausfälle schließlich zu Lasten der Kunden gehen.

Jüngste Erhebungen von Bitglass zeigen, dass nur jedes vierte Unternehmen im Jahr 2018 Single Sign-On (SSO), eine grundlegende Maßnahme für den Schutz von Daten in der Cloud, eingesetzt hat. Wenn die Cybersicherheit weiterhin hinter der Einführung der Cloud zurückbleibt, wird 2019 eine hohe Anzahl an Datensicherheitsvorfällen mit sich bringen." (Michael Scheffler, Regional Director CEEU, Bitglass: ra)

Künstliche Intelligenz prägt digitale Geschäftsmodelle
"Künstliche Intelligenz wird im kommenden Jahr die Digitalisierung in zahlreichen Branchen erheblich vorantreiben. Begünstigt wird diese Entwicklung durch drei Faktoren: Die Erforschung und Entwicklung der Technologie der Künstlichen Intelligenz schreitet beständig voran und bietet schon jetzt weit reichende Anwendungsmöglichkeiten für die Erhebung, Verarbeitung und Auswertung von Daten.

Zweitens werden auch international regulatorische Standards geschaffen, die digitalen Angeboten Geschäftschancen über nationale Grenzen hinweg eröffnen – die Payment Services Directive 2 (PSD2) für das europäische Finanzwesen ist ein Beispiel dafür.

Drittens werden KI-getriebene Services auch von Endkunden zunehmend akzeptiert. Das Gespräch mit einem Chatbot von Serviceanbietern oder die Nutzung von virtuellen Assistenten im privaten Umfeld entwickelt sich für mehr und mehr Menschen zu einem selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens. Parallel zu dem verbesserten Komfort steigen jedoch auch die Erwartungen der Kunden an die Servicequalität weiter an.

Unternehmen der Now Economy stehen damit vor den folgenden Herausforderungen: Sie müssen einerseits ihren digitalen Kunden einen bequemen, nahtlosen Service – vom Onboarding bis zum Checkout – bieten. Andererseits muss dies kosteneffizient und in Einklang mit branchenspezifischen und nationalen gesetzlichen Vorgaben geschehen. 2019 werden wir beobachten können, wie sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen die Anwendungsmöglichkeiten von KI-Technologie nutzen werden, um neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln." (Rupert Spiegelberg, CEO, IDnow: ra)

IoT wird Edge Computing weiter vorantreiben
"Ob Connected Cars, autonomes Fahren, Smart Buildings, intelligente Verkehrs- und Strominfrastrukturen oder eine Vielzahl örtlich weit verteilter Geräte im industriellen IoT-Bereich – das Daten-Management verlagert sich immer weiter an die Netzwerkränder (Edge). Während sich die IT-Komplexität in den letzten Jahren im Rechenzentrum sowie hinsichtlich einer Migration in die Cloud abgespielt hat, werden wir kommendes Jahr weitere Schritte Richtung Edge Computing sehen. Durch Edge Computing entfällt die Notwendigkeit, Daten über lange Strecken an zentrale Rechenzentren oder in die Cloud zu senden. Mit steigenden Datenmengen werden Unternehmen diese deshalb zunehmend näher an dem Ort verarbeiten, an dem sie final benötigt werden. Diese Entwicklung ist für viele IT-Teams nicht mehr nur eine Analystenvision, sondern zunehmend Realität. Eine zentrale Out-of-Band-Fernüberwachung und -verwaltung kritischer Infrastrukturen "at the Edge" wird deshalb zukünftig für Unternehmen noch wichtiger werden, um die Ausfallsicherheit von jeglichen Netzwerkkomponenten an allen ihrer Standorte zu gewährleisten." (Dirk Schuma, Sales Manager Europe, Opengear: ra)
(Bitglass: ra)

eingetragen: 08.12.18
Newsletterlauf: 10.01.19

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Meldungen: Hintergrund

  • IT-Security 2019: die Zwischenbilanz

    Die erste Halbzeit ist vorbei: Wie lautet der Zwischenstand für das Jahr 2019 im Bereich IT-Sicherheit? Dies soll aus fünf Perspektiven betrachtet werden: Datenschutz-Verletzungen, Cloud Computing, Domain Name System (DNS), mobile Geräte und Bots. Durch Cyberangriffe, Ransomware und Datenschutz-Verletzungen wurden von Januar bis April 2019 etwa 5,9 Milliarden Datensätze offengelegt. Fast jeder Privatnutzer erhält inzwischen Erpressungs-Mails von Cyberkriminellen, weil sie im Besitz seines Passworts oder der E-Mail-Adresse seien. Ob Gesundheitswesen, Automobilbranche, öffentliche Hand, Einzelhandel oder IT-Sektor: Auch Unternehmen jeder Branche werden heute angegriffen.

  • Angreifer erhalten erhebliche Angriffsfläche

    Mit bis zu 6 Millionen betroffenen Bürgern war die Attacke der SamSam-Gruppe auf Atlanta im Jahr 2018 der wohl bisher folgenreichste Ransomware-Angriff auf eine einzelne Stadt. Auch andere Großstädte wie Cincinnati oder Baltimore waren bereits Opfer von Ransomware-Angriffen. Deutlich häufiger jedoch sind derartige Attacken laut Radware auf kleinere Gemeinden, Kreise oder Bezirke.

  • Cyber-Werkzeuge und Darknet-Marktplätze

    Die Cyberkriminellenszene wandelt sich stetig. Nicht nur die Angriffsmethoden werden cleverer, auch die Cyberkriminellen selbst verändern sich. Michael Veit, Security Evangelist aus Deutschland, Gabor Szappanos, Principal Malware Researcher der SophosLabs in Ungarn, Andrew Brandt, Principal Researcher der SophosLabs, USA, sowie Chester Wisniewski, Principal Research Scientist bei Sophos in Kanada, haben gemeinsam einen Blick auf die Entwicklungen in der Szene geworfen. Ihre wichtigsten Überzeugungen: Der Trend in der Cykerkriminalität geht zu Zusammenarbeit und Spezialisierung. Es gaunert sich dabei zunehmend professionell, es ist ein lukratives Geschäft und es ist (immer noch) einfach. Es gibt gut betuchte, gut ausgebildete Cyberkriminelle auf der einen, Hacker mit einfachen Schadwarebausätzen aus dem Darknet auf der anderen Seite. Die Branche setzt dabei stark auf Service - was man selbst nicht schafft, kauft man dazu. Dazu gehört auch das Fachwissen um menschliche Schwächen: Die Manipulation von Menschen ist den vier Experten zufolge eine ausgeprägte Angriffsstrategie der Cyberkriminalität. Auch zu deren Ursachen sind sich die IT-Security-Experten einig. In ihren Augen haben neben dem finanziellen Anreiz auch Armut und mangelnde Strafverfolgung einen bedeutenden Anteil am florierenden, illegalen Geschäft mit den Daten.

  • Wissen, das geschützt werden muss

    Mit der wachsenden Zahl immer ausgefeilterer Cyberattacken stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern eher wann ein Unternehmen Opfer eines Angriffs wird. Viele Organisationen konzentrieren ihre Sicherheitsbemühungen immer noch auf Techniken zur Absicherung von Perimetern und investieren große Summen in den Versuch, Angreifer von ihren Netzwerken, Servern und Anwendungen fernzuhalten. Doch sollte der Sicherheitsfokus heutzutage auch auf den sensiblen Unternehmensdaten liegen und nicht nur auf den immer anfälligeren Schutzmauern, die sie umgeben - denn auf lukrative Daten haben es Angreifer zumeist abgesehen. Deshalb verlagern immer mehr Unternehmen ihre Security-Strategie hin zu einer optimierten Identifizierung, Kontrolle und Absicherung ihrer sensiblen Datenbestände.

  • Wachsendes Risiko der Cyberkriminalität

    Spionage, Datendiebstahl, Sabotage: Die deutsche Industrie leidet unter Cyberattacken. Deutschen Unternehmen ist in den Jahren 2016 und 2017 ein Schaden von 43 Milliarden Euro durch Datenspionage und Sabotage entstanden. Das bezifferte der Branchenverband Bitkom in seinem Report im letzten Jahr. Besonders kleine und mittlere Unternehmen waren nach Angaben der Bitkom von den Angriffen betroffen; die Zahl der Phishing-Attacken ist dabei stark gewachsen. Laut der Studie "Annual Cost of Cybercrime 2019" des Beratungshauses Accenture benötigen Unternehmen jedoch immer länger, um Angriffe zu erkennen und abzuwehren und verlieren dadurch mehr Geld. Demnach verändern sich die heutigen Cyberangriffe auf vielfältige Weise: von den Unternehmen, die im Visier der Kriminellen sind, über Angriffstechniken, bis hin zu den Arten von Schäden, die sie anrichten. Im letzten Jahr gab es laut der Studie durchschnittlich 145 Sicherheitsverletzungen, die in die Kernnetze der Unternehmenssysteme eingedrungen sind. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr und 67 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Und nicht nur die Zahl der Angriffe selbst steigen, sondern auch die Kosten. Der Studie zufolge belaufen sich diese im Schnitt auf ca. 13 Millionen Dollar pro Unternehmen. Das sind 1,4 Millionen Dollar Zusatzkosten gegenüber dem Jahr 2018.